Kennst du diese Situation: Die Haustür klingelt. Eine Freundin, die du lange nicht mehr gesehen hast, kommt zu Besuch. Und dann geht es los, das Bellen. Dein Hund scheint sich auf das Leise Ringen hin, die Seele aus dem Leib zu schreien. Schnell öffnest du die Tür und siehst einen panischen Blick. Du wusstest gar nicht, dass deine Freundin Angst vor Hunden hat und das Bellen hat immer noch nicht aufgehört. Was sollst du tun?

Auch wenn Hunde die Lieblingshaustiere der Deutschen sind, macht eine Angewohnheit der Vierbeiner den Tierbesitzern das Leben schwer: Das ständige Bellen. Egal ob Türklingel, Nachbarshund oder kurzer Abschied vom Herrchen — dein Hund scheint immer einen Grund zum Bellen zu haben. Als Hundebesitzerin weiß ich, dass einem die nervige Angewohnheit oft hoffnungslos erscheint, doch durch gezieltes Training habe ich es sogar geschafft meinem kleinen Mops das dauerhafte Hunde Bellen abzugewöhnen.

 

Wie beginnt man Hunde Bellen abzugewöhnen?

Wichtig ist, dass du Ruhe bewahrst und nicht aufgibst. Wie auch der Mensch muss der Hund Dinge erstmal lernen. Du solltest dich also nicht darauf einstellen, ihm von heute auf morgen das Bellen abzugewöhnen. Bevor du mit dem eigentlichen Training oder gezielten Anti-Bell-Maßnahmen beginnst, solltest du den Grund für das dauerhafte Bellen deines Hundes herausfinden. Die Vierbeiner haben wenig Möglichkeiten mit ihrem Herrchen direkt zu kommunizieren und greifen deswegen meist auf das Bellen zurück. Hunde bellen also nicht grundlos, sondern wollen dir etwas damit vermitteln. Indem du gezielt darauf achtest, in welchen Situationen dein Hund übermäßig bellt, kannst du dann dagegen vorgehen. Jedoch darfst du nicht vergessen, dass jeder Hund ab und zu bellt. Etwas dagegen unternehmen solltest du nur, wenn es unkontrolliert und übermäßig oft geschieht. Um dir zu helfen, habe ich einige Symptome aufgelistet, die einen Hund zum unkontrollierten Bellen verleiten.

 

Ursachen warum Hunde bellen

 

Rassenbedingter Wachtrieb

Oft hängt das dauerhafte Bellen nicht mit einer schlechten Hundeerziehung, sondern mit der Hunderasse zusammen. Tiere wie mein Mops oder der Spitz, der Schäferhund und der Jack Russell Terrier sind besonders mitteilsam und haben Freude am Bellen. Dies darf man den süßen Haustieren auf keinen Fall verbieten, allerdings sollte man das Bellen durch die richtige Hunderziehung in Maßen halten.

Außerdem bekommen manche Hunderassen einen sehr starken Wach- oder Hütertrieb in die Wiege gelegt. Diese Erbanlagen verleiten sie dazu, gegenüber anderen Hunden schneller laut zu werden und ihr Revier verteidigen zu wollen. Da die Vierbeiner in der Natur ihr Rudel durch lautstarkes Bellen verteidigen, möchten sie nun ihre Besitzerfamilie durch die lauten Geräusche schützen. So kann es dazu kommen, dass schon ein leises Klingeln oder sogar der Geruch eines anderen Hundes vor dem Grundstück zu einem lautstarken Bellen führt.

 

Fehlende Bewegung

Die meisten Hunde haben einen sehr starken Bewegungsdrang. Leben sie in einer kleinen Wohnung und kommen wenig in die freie Natur, fühlen sie sich schnell eingeengt. Diese Frustration vermitteln die Hunde durch ihr Bellen. Wenn dein Hund Fußgänger am Zaun anbellt, ist das meist ein Zeichen dafür, dass es ihm an Bewegung fehlt. Frag dich, wann du das letzte Mal mit deinem Hund lange spazieren gehen warst und ob er danach richtig ausgepowert war oder nur du.

 

Angst und Unsicherheit

In den meisten Fällen ist Hunde Bellen jedoch ein Anzeichen von Angst oder Scheuheit. Unbekannte Situationen, fremde Personen oder neue Geräusche verunsichern die Vierbeiner häufig. Gerade wenn ihr Hund vorher schon schlechte Erfahrungen mit unbekannten Personen gemacht hat, reagiert er auf neue Gesichter sehr verängstigt.

 

Ein Hundebellen ist meist ein Schrei nach Aufmerksamkeit.

Ein Hundebellen ist meist ein Schrei nach Aufmerksamkeit.

Fehlende Aufmerksamkeit

Wie schon erwähnt, benutzen Hunde das Bellen, um mit ihren Besitzern zu kommunizieren. Bellen sie, wollen die Tiere meist in irgendeiner Form Aufmerksamkeit erreichen. Sei es, weil sie sich bedroht fühlen, sie Angst haben oder unsicher sind. Deswegen kann ein Grund für ständiges Bellen auch einfach sein, dass dein Vierbeiner sich von dir missachtet und vernachlässigt fühlt. Ein Hund braucht viel Nähe und Zuneigung. Wie auch wir Menschen möchte er jeden Tag aufs Neue fühlen, dass er geliebt wird. Frag dich also, wann du dir das letzte Mal richtig Zeit für deinen süßen Kameraden genommen hast. Vielleicht warst du in letzter Zeit sehr gestresst oder viel unterwegs und hast gar nicht gemerkt, dass dein Hund zu kurz gekommen ist.

 

Langeweile und Einsamkeit

Vielleicht hast du auch schon mal von deinen Nachbarn die Beschwerde bekommen, dass dein Hund immer bellt, wenn er alleine Zuhause ist. Das liegt daran, dass Hunde oft aus Langeweile bellen, um sich zu beschäftigen. Außerdem kann es sein, dass dein Hund nicht gerne alleine ist und Trennungsangst hat. Ihm fällt es dann sehr schwer, Zeit ohne dich zu verbringen. Bring deinem Liebsten doch mal ein Spiel bei, dass er auch alleine spielen kann und zeig ihm, wie er sich selbst beschäftigt. Außerdem solltest du euren täglichen Abschied nicht unnötig und dramatisieren und in die Länge ziehen. So erscheint auch deinem Hund die Situation nicht so schlimm.

 

Freude

Der schönste Grund für ein lautes Bellen ist natürlich die Freude. Wenn du von der Arbeit nach Hause kommst oder die Leine für einen langen Spaziergang rausholst, beginnt dein Hund wahrscheinlich meist aus vollem Hals zu bellen. Solange der Hund damit niemanden anderen stört, kann er diese Art von Bellen ruhig beibehalten. Für die Besitzer ist ein freudiges, liebevolles Bellen meist die schönste Begrüßung nach einem langen Arbeitstag.

 

Lösungen: Hunde Bellen vermeiden

 

Hundetraining

Hunde können sich Regeln und Abläufe gut merken. Die beste Möglichkeit ihnen das Bellen abzugewöhnen, ist also ein gezieltes Training. Dies kann entweder durch den Besuch einer Hundeschule oder eigenständig Zuhause geschehen. Für letzters können auch spezielle Online Hundetrainingsprogramme benutzt werden.

 

Im Welpenalter Hundetrainer suchen

Wichtig ist, dass du deinen Hund schon im Welpenalter erziehen. Im jungen Alter lässt sich dein Vierbeiner noch stark prägen und beeinflussen. Außerdem ist ein Welpe aufnahmefähiger für neue Informationen. Um eine gute Hundeerziehung zu gewährleisten, solltest du mit deinem kleinen Welpen möglichst schnell eine Hundeschule besuchen. Informiere dich vorher gründlich, ob der Hundetrainer und das angebotene Training für deinen Kleinen geeignet sind. Übrigens wird in der Hundeschule spezielles Anti-Bell-Training angeboten. Dies kann auch für ältere Hund einen Besuch wert sein. Solltest du schon länger Probleme mit dem Bellen deines Hundes haben, schadet es nie, den Hundetrainer um Rat zu fragen. Er ist Experte für das Verhalten von Hunden und kennt deinen süßen Gefährten von den Trainingssessions genau.

 

Eigenständig Bellen an- und abtrainieren

Natürlich kannst du auch versuchen deinem Hund das Bellen selbst abzutrainieren. Hier kannst du mit Belohnungen wie Leckerchens oder auch mit einem Clicker arbeiten. Aus Erfahrung weiß ich, dass es hilft dem Hund das Bellen erstmal anzugewöhnen. Suche eine typische Situation, in der dein Hund normalerweise bellt, wie beispielsweise, wenn du ihm sein Spielzeug wegnimmst. Dann gebe ihm mit einem Befehl wie „Bell“ oder „Mach laut“ die Erlaubnis zu bellen. So entsteht bei dem Hund ein Bewusstsein dafür und er versteht, wann und in welchem Maße er bellen darf. Der zweite Schritt ist nämlich, dass du sein Bellen durch ein Abbruchkommando stoppst. Dein süßer Spielgefährte versteht, er darf zwar bellen, aber nicht so viel er möchte. Als Belohnung für ein richtiges Bellen kannst du ihm dann ein Leckerli zugestehen. Wichtig ist, dass du dabei geduldig und ruhig bleibst: Es ist noch kein perfekt erzogener Hund vom Himmel gefallen.

 

Kompromisse finden

Bei der Hundeerziehung kannst du deinem Hund genau erklären, in welchen Situationen er wie oft bellen darf. Hierbei solltest du Kompromisse schließen. Beispielsweise darf dein Welpe zwar bellen, wenn es klingelt. Allerdings muss nach drei mal Schluss sein. Durch die festen Regeln weiß der Hund, wie er sich verhalten soll. Das Ganze kannst du dann als kleines Spiel verkleiden, dann hat dein Kleiner dabei sogar noch Spaß. Gib ihm also anfangs auch Leckerlis oder lobe ihn überschwänglich, wenn er die Klingelregel eingehalten hat.

 

Hunde Bellen ignorieren

Du solltest deinem Hund auf jeden Fall vermitteln, dass er durch das Bellen nicht deine Aufmerksamkeit erlangt. Bellt er laut und du gibst ihm ein Leckerli, vermittelst du ihm, dass dies die einzige Art ist deine Beachtung zu erhalten.

Trotzdem solltest du natürlich nicht die Botschaft ignorieren, die dein Hund dir mit dem Bellen vermittelt. Hast du dir in letzter Zeit zu wenig Zeit für deinen flauschigen Mitbewohner genommen, solltest du dringend mal wieder etwas mit ihm unternehmen. Wenn er das nächste Mal ankommt und mit dir Kuscheln möchte, widme dich ihm. So zeigst du deinem Hund, dass dies ein guter Weg ist, um deine Aufmerksamkeit zu erlangen. Generell solltest du aber versuchen, dich genug mit deinem Hund zu beschäftigen und ihm viel Aufmerksamkeit und Zuneigung zu schenken. So kommt es erst gar nicht dazu, dass er lautstark bellen muss.

 

Beschäftigungen für deinen Hund

Wann war dein Hund das letzte Mal so richtig ausgepowert? Die lebendigen Tiere brauchen sehr viel Bewegung. Ständiges Bellen lässt sich oft auch durch Erschöpfung stoppen. Unternimm doch mal wieder einen richtig langen Spaziergang, bei dem nicht nur du, sondern auch dein Hund seine Energie vollkommen rauslassen kann. Eine gute Möglichkeit kann auch sein, den aktiven Gefährten neben das Fahrrad zu spannen. So kommt dein Hund mal richtig in Bewegung und kann sich richtig auspowern.

 

Für den Kopf

Um Langeweile zu vermeiden, solltest du deinem Hund auch Spiele zeigen, die geistig anstrengend sind. Hier bieten sich besonders Such-und Versteckspiele oder leichte Rätsel an. Ein bisschen Abwechslung in den Hundealltag kannst du auch bringen, indem du häufiger die Gassiroute variierst.

 

Für den Körper

Lässt es der Gesundheitszustand deines Vierbeiners zu, ist Hundesport eine tolle Art, mehr Bewegung und Aufregung in das Leben deines kuscheligen Haustiers zu bringen. Von Agility bis zur Ausbildung zum Rettungshund: Es gibt viele tolle Angebote, die den Hund sportlich fordern und beschäftigen.

 

Soziale Kontakte

Nimm zwei einsame Hunde und du schaffst eine gute Freundschaft. Genauso wie Menschen benötigen Hunde soziale Kontakte. Das können neben ihren Besitzern, aber auch andere Artgenossen sein. So können die Tiere gemeinsam toben und Spaß haben. Besonders toll ist es, wenn der Freund deines Hundes älter und gut erzogen ist. So kann er deinem Haustier, was das Bellen angeht, als Vorbild dienen.

Ein älterer Hund kann deinem Haustier als Vorbild dienen und gleichzeitig ein guter Freund werden.

Ein älterer Hund kann deinem Haustier als Vorbild dienen und gleichzeitig ein guter Freund werden.

 

Wachtrieb mindern

Solltest du bemerken, dass dein Hund einen sehr starken Beschützerinstinkt hat, kannst du versuchen diesem bewusst entgegenzuwirken. Dein aufmerksames Haustier sollte nicht direkt vor der Haustier sitzen und bei fremden Besuchern kannst du deinen flauschigen Bewacher erstmal in sein Körpchen verweisen.

 

Nimm dir Zeit für deinen Hund

Sollte das Bellen trotz Hundeschule und Training nicht aufhören, ist es wichtig, dass du dir mehr Zeit für deinen Hund nimmst. Schenke ihm mehr Aufmerksamkeit und Nähe. Wenn du gerade keine Zeit hast, kannst du deinen kuscheligen Freund auf später vertrösten anstatt ihn genervt abzuweisen. Selbstverständlich musst du dein Versprechen auch wirklich einhalten. Du kannst auch eine genaue Uhrzeit festlegen, zu der du dir nur Zeit für dein Haustier nimmst. So kann sich dein süßer Hund schon darauf freuen und weiß, dass du ihn nicht vergessen hast.

 

Hunde Bellen hat individuelle Gründe

Jeder Hund ist anders, deswegen hat auch ihr Bellen immer unterschiedliche Gründe. Am Wichtigsten ist es deshalb, dass du darauf achtest, in welchen Situationen dein Hund bellt. So kannst du verstehen, was er dir mitteilen möchte und das Problem leicht lösen.

Vergiss nicht, dass du deinem Hund das Bellen nicht vollständig abgewöhnen kannst und sollst. Stattdessen gilt es feste Regeln aufzustellen und deinem Hund zu vermitteln, wann er leise sein muss. Viel Erfolg dabei!

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