Japan Chin

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Größe:
20 – 25 cm
Gewicht:
1,4 – 6 kg
Herkunft:
Japan
Lebensdauer:
12 – 14 Jahre
Farbe:
weiß, mit symmetrischen roten oder schwarzen Flecken
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der in Japan sehr beliebte Japan Chin, ist ein kleiner Hund mit reichlich langem Fell. Erfahre mehr über den zierlichen Hund aus dem Land der aufgehenden Sonne, den die Japaner mit „klug und stolz wie ein Affe, zuverlässig wie ein Hund und zärtlich und leise wie eine Katze“ beschreiben. 

Rassebeschreibung

Der Japan Chin, der auch als Japanischer Spaniel bezeichnet wird, ist ein Vertreter der kleinen Hunderassen. Bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist er in Gruppe 9 den Gesellschafts- und Begleithunden zu finden. Dort gehört er zu Sektion 8, den Japanischen Spanieln und Pekingesen. Seine Standardnummer ist 206. Der Name des Japan Chin leitet sich vom japanischen chiichi inu ab und bedeutet kleiner Hund.

Herkunft und Rassegeschichte

Bereits auf 1000 Jahre alten Bildern und Gegenständen aus Japan ist ein dem heutigen Chin sehr ähnlich sehender kleiner Hund abgebildet. Trotzdem herrscht über den genauen Ursprung des Japan Chin Uneinigkeit. Eine Theorie besagt, der Japan Chin sei im Jahre 520 n. Chr. mit buddhistischen Mönchen und Lehrern von China nach Japan gelangt.

Dagegen sprechen uralte Dokumente, denen zufolge die Vorfahren der Japan Chin im Jahre 732 während der Dynastie Silla als Geschenk der Herrscher Koreas an den japanischen Hof kamen. 

In den folgenden hundert Jahren gelangten immer wieder viele Chin nach Japan. Historischen Dokumenten kann entnommen werden, dass auch Gesandte nach Nordkorea und China Hunde dieser Rasse mit zurückbrachten.

Im Schloss Edo in Japan führte die Zucht zur Entwicklung der Rasse als Schoßhunde. Die Chin wurden immer kleiner gezüchtet. Sie sollten in die Kimonoärmel der feinen Damen passen, die sie darin herumtrugen.

1613 kam der erste Japan Chin mit einem britischen Captain nach England. 1853 wurden einige Japan Chin in die USA überführt. Zwei Exemplare davon gingen als Geschenk an Königin Viktoria von England.

Seit 1868 entwickelte sich der Japan Chin zu einem Schoßhund, der bei den Damen der Oberschicht sehr beliebt war. Heute ist er als Gesellschaftshund weit verbreitet.

Aussehen der Japan Chin

Der Japan Chin ist ein kleiner zierlicher Hund mit breitem Kopf und langem Fell. Er bewegt sich leicht und elegant mit stolzem Gang. Er hat einen quadratischen Körperbau. Das heißt, Körperlänge und Widerristhöhe sind etwa gleich. Der Körper der Hündinnen ist etwas länger.

Seine großen glänzenden Augen stehen weit auseinander. Die kurze breite Nase befindet sich auf einer Linie mit ihnen. Passend zur Fellfarbe ist die Nase des Japan Chin schwarz oder von dunkler Fleischfarbe. Sie hat weit geöffnete Nasenlöcher. Die großen schwarzen Augen und die kurze Nase verleihen ihm ein katzenhaftes Aussehen.

Vom breiten runden Schädel hängen lange weit auseinander stehende Ohren herab. Sie sind von dreieckiger Form und mit langem Fell bedeckt.
Die mit reichlich langem Haar bedeckte Rute wird über dem Rücken getragen.

Durch das weiche seidige Haar bekommt sie ein federartiges Aussehen. Auch Vorder- und Hinterbeine sind befedert. Die Pfoten sind klein mit buschiger Behaarung, auch zwischen den Zehen. 

Außer im Gesicht ist der Japan Chin mit langem seidig glänzendem Fell bedeckt. An Ohren, Hals, Beinen und Rute sieht es federförmig aus. Die weiße Grundfarbe des Fells dominiert.

Von den Augen über die Ohren ziehen sich symmetrisch angeordnete Abzeichen über den Kopf. Sie sind von schwarzer oder roter Farbe und können auch auf dem Körper verteilt sein. Eine breite weiße Blesse ist charakteristisch für die Rasse Japan Chin.

Charakter und Wesen

Der Japan Chin ist ein anhänglicher kleiner Hund. Er mag nicht alleine sein und ist sehr verschmust. Besuch kündigt der Japan Chin mit eher leisem Gebell an. Ansonsten ist der Vierbeiner wenig bellfreudig. Das intelligente Tier lässt sich leicht erziehen. 

Sein Willen zu gefallen hilft dabei. Ein Japan Chin hat viele an eine Katze erinnernde Wesenszüge. Er putzt sich das Gesicht mit den Pfoten und kann sogar klettern. Sehr empfindsam, erkennt der Japan Chin die Stimmung seines Besitzers.

Ist dieser traurig, versucht der putzige Geselle ihn aufzumuntern. Bei großer Freude dreht sich der Japan Chin im Kreis, manchmal nur auf den Hinterbeinen. Dieses für ihn typische Verhalten wird Chin Spin genannt. 

Haltung und Ernährung

Japan Chin – ein kleiner Hund für die Stadt

Aufgrund ihrer Größe finden Japan Chin auch in kleinen Wohnungen ein Zuhause. Durch ihr ausgeglichenes Wesen und kaum Gebell gibt es keine Probleme mit den Nachbarn. Allerdings schlägt der Japan Chin an, wenn Besuch kommt. Die kleinen Fellknäuel sind gut für das Leben in der Stadt geeignet. Japan Chin brauchen kein stundenlanges Herumlaufen. Sie sind mit einem langen Spaziergang zufrieden. 

Fällt der Spaziergang kürzer aus, kann der Japan Chin daheim noch ein bisschen spielen. Ein Ball bietet sich dafür an. Für ältere Menschen, die nicht mehr so gut laufen können, sind Japan Chin die idealen Begleiter. Der Japan Chin ist ein Hund, mit dem auch Anfänger gut klarkommen. Im Umgang mit Kindern sind Japan Chin geduldig.

Aufgrund ihrer zierlichen Statur sind sie für kleine Kinder, die manchmal grob zupacken, weniger geeignet. Ältere Kinder spielen problemlos mit dem aufgeweckten Vierbeiner. 

Ausgewogen und nicht zu reichlich

An seine Ernährung stellt der Japan Chin keine besonderen Ansprüche. Sein Futter muss ausgewogen und an seine Größe angepasst sein. Auch das Alter und die körperliche Betätigung des Tieres müssen beachtet werden. Japan Chin dürfen nicht überfüttert werden, da sie zu Übergewicht neigen. Für kleine Rassen bietet der Handel spezielles Futter an, das an die Größe kleiner Hundemäuler angepasst ist. 

Zur Auswahl stehen Nassfutter, Trockenfutter oder BARF. BARF muss selbst hergestellt werden. Dabei werden rohe Lebensmittel wie Fleisch, Innereien, Knochen und Fisch verfüttert. Ergänzt wird das Futter durch rohes Obst und Gemüse.

Ausgewachsene Japan Chin bekommen zweimal täglich Futter, am besten morgens und abends. Die Tagesration wird auf die beiden Mahlzeiten aufgeteilt. Welpen erhalten ihr Futter drei- oder viermal täglich. Für sie kann im Handel erhältliches Welpenfutter verwendet werden. 

Auf die Bedürfnisse älterer Hunde abgestimmt, gibt es spezielles Seniorenfutter. 
Japan Chin neigen zur Überhitzung und vertragen hohe Temperaturen nicht gut. Deshalb ist es wichtig, dass immer frisches Trinkwasser zur Verfügung steht.

Erziehung und Pflege

 

Erziehung von klein an

Auch der kleine Japan Chin braucht Erziehung, damit das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund funktioniert. Der gelehrige Japan Chin ist leicht zu erziehen. Schon als Welpe muss er wichtige Regeln erlernen. Der Wille seinem Herrchen zu gefallen, hilft dabei. 

Langes Fell mit wenig Pflegeaufwand

Trotz seines langen Fells, gestaltet sich die Pflege des Japan Chin unkompliziert. Sein seidiges glänzendes Fell muss zwei- bis dreimal wöchentlich gründlich gebürstet werden. In der Zeit des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist das Bürsten etwas aufwendiger.

Da der Japan Chin als Wohnungshund gehalten wird, kommt es vor, dass seine Krallen nicht richtig abgelaufen werden. In diesem Fall müssen sie geschnitten werden. 
Die Augenwinkel sind regelmäßig zu säubern. 

Gesundheit und typische Krankheiten

GM2-Gangliosidose Typ I (B Variante), Hyperurikosurie und Hyperurikämie (HUU) und Maligne Hyperthermie sind drei bekannte Erbkrankheiten, die beim Japan Chin häufig auftreten.

Von GM2-Gangliosidose betroffene Japan Chin leiden unter Bewegungs-, Gleichgewichts- und Sehstörungen. Erste Symptome der Krankheit treten im Alter von ein bis zwei Jahren auf. Die Krankheit verläuft schnell.

Betroffene Tiere müssen kurz nach der Diagnose eingeschläfert werden. Einige Japan Chin tragen das Gen in sich, sind aber nicht erkrankt. Sie können die Krankheit bei Verpaarung mit einem zweiten Trägertier an den Nachwuchs weitergeben.

Bei Japan Chin, die an Hyperurikosurie und Hyperurikämie leiden, führt das Ausscheiden von Harnsäure mit dem Urin zur vermehrten Bildung von Harnsteinen.

Für Maligne Hyperthermie anfällige Hunde zeigen nach der Verabreichung bestimmter Medikamente Herzrasen und Hyperthermie. Wird das Medikament nicht abgesetzt, sterben die betroffenen Tiere.

Durch Züchtung auf den extrem verkürzten vorderen Gesichtsschädel leidet der Japan Chin an Atemwegsproblemen. Viele Hunde atmen dauerhaft über das Maul. Andere atmen auch im Ruhezustand röchelnd.

Die Regulierung der Körpertemperatur bei Hitze funktioniert nicht richtig. Die Tiere leiden an Überhitzung. Weiterhin kommt es zu Augenproblemen. Auch die Zunge ist zu groß für die Maulhöhle.

Trichiasis ist ein weit verbreitetes Problem der Japan Chin. Dabei reiben Wimpern auf der Binde- oder Hornhaut des Auges.
Bei Distichiasis wachsen aus den Talgdrüsen der Lidränder wimpernartige Haare. Diese reizen und schädigen die Hornhaut.
Katarakt oder Grauer Star ist eine Trübung der Augenlinse und tritt beim Japan Chin häufig auf.

Lebenserwartung der Japan Chin

Japan Chin können bei artgerechter Haltung 12 bis 14 Jahre alt werden. Sie werden älter als viele Hunde großer Rassen. Die Lebenserwartung von Rüden und Hündinnen der Japan Chin ist gleich hoch. Ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung haben positiven Einfluss auf das zu erwartende Alter der Japan Chin.

Japan Chin kaufen

Japan Chin sind eine in Deutschland nicht sehr verbreitete Hunderasse. Deshalb gibt es nur wenige Züchter der kleinen Japan Chin. Interessenten müssen eventuell eine Wartezeit in Kauf nehmen, wenn sie einen Welpen kaufen möchten. Der Kaufpreis liegt zwischen 800 und 1400 Euro. 

Bei einem seriösen Züchter kann sich der zukünftige Hundehalter Welpen und ihre Eltern schon vor der Übergabe ansehen. Der Welpe kann sein neues Herrchen schon kennenlernen. Bevor der Japan Chin Welpe in sein neues Zuhause kommt, wird er beim Züchter geimpft, entwurmt und gechippt. 

Beim Chippen wird ein Mikrochip in der Größe eines Reiskorns unter die Haut des Hundes implantiert. Auf dem Chip werden Daten zu Hund und Halter gespeichert. Bei Reisen ins Ausland ist der Chip vorgeschrieben. Ein entlaufener Hund kann mithilfe der Chipdaten identifiziert und dem Besitzer zurückgegeben werden. 

Entscheidungshilfe

Japan Chin sind angenehme Wohnungshunde ohne große Ansprüche. Auch in einer kleinen Stadtwohnung sind sie zufrieden. Sie brauchen die Nähe zu ihrem Besitzer. Japan Chin benötigen keinen stundenlangen Auslauf. Ein ausgedehnter Spaziergang reicht ihnen.

Als neuer Besitzer eines Japan Chin musst Du Dir über einiges im Klaren sein. Bis zu vierzehn Jahren ist der zierliche Vierbeiner auf die Versorgung durch Dich angewiesen. Du brauchst Zeit, um Dich um den Hund zu kümmern. Kosten für Futter und Ausstattung kommen auf Dich zu.

Zur Ausstattung gehören unter Anderem Futter- und Wassernapf, Bürsten, Hundeleine, Halsband, Hundekörbchen und Transportbox fürs Auto. 

Auch Versicherung und Hundesteuer müssen bezahlt werden. Du musst mit Deinem Japan Chin regelmäßig zum Tierarzt gehen. Die Kosten dafür und für eventuell notwendige Medikamente musst Du selber aufbringen. 
Willst Du ohne Hund verreisen, brauchst Du eine Person, die den Vierbeiner in dieser Zeit betreut. 

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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