Welsh Corgi Pembroke

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Größe:
25 – 31 cm
Gewicht:
0,10 – 0,12 kg
Herkunft:
Großbritannien
Lebensdauer:
9 – 15 Jahre
Farbe:
mehrfarbig mit weißem Abzeichen, rot, rehfarben oder schwarz mit Brand
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Preis
ab 800 – 1000 €
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Hundefreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Welsh Corgi Pembroke ist pfiffig und eigensinnig, was man dem Hofhund des englischen Königshauses erst einmal gar nicht zutraut. Ein Welsh Corgi Pembroke lässt sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen. Er ist unverschämt niedlich und sehr, sehr selbstbewusst. Diese Hunde sind das Gegenteil von schüchtern und nie nervös.

 

Die Rasse wurde als Arbeitshund gezüchtet und braucht ordentlich Bewegung. Die Erziehung muss konsequent erfolgen, sonst entscheidet der Hund selbst, wonach ihm gerade der Sinn steht. Und das ist selten das, was sich die Bezugsperson wünscht. Obwohl der Welsh Corgi Pembroke also sehr familienfreundlich und insbesondere kinderlieb, beschützend und sehr schlau ist, braucht er eine starke Hand.

 

Rassebeschreibung: Das solltest Du über den Welsh Corgi Pembroke wissen

 

Ein Welsh Corgi Pembroke zieht grundsätzlich viele Blicke auf sich: Die kleinen Hunde sind in Deutschland eher selten zu sehen und werden gerne als eine Mischung aus Schäferhund, Dackel und Fuchs beschrieben. Wer dann den ahnungslosen, aber interessierten Mitmenschen sagt, dass es sich um einen Welsh Corgi Pembroke handelt, bekommt gleich die nächste Frage gestellt: So welche hat die Queen, nicht? Richtig, die hat sie. Die Corgis kommen aus Wales. Und tatsächlich ist Corgi ein walisisches Wort und bedeutet so viel wie „kleiner Hund“.

Pembroke werden die Tiere genannt, weil sie aus der Grafschaft Pembroke im Südwesten von Wales kommen. Es gibt noch eine zweite Corgi-Rasse: den Cardigan. Der kommt aus der Grafschaft Cardigan nördlich von Pembroke, ebenfalls in Wales. Woher genau die Welsh Corgi Pembroke einst kamen und wo sie ihre Rasseursprünge haben, ist nicht ganz sicher. Allerdings sehen die Pembrokes den Västgötaspets, also dem Swedish Vallhunds, und dem Lundehund recht ähnlich. Diese Rassen kamen mit den Wikingern auf die Britischen Inseln.

 

Herkunft und Rassegeschichte des Welsh Corgi Pembroke

 

Ursprünglich kommt der Welsh Corgi Pembroke aus Pembrokeshire in Wales – und alles Weitere ist Folklore. Eine walisische Legende besagt, der Welsh Corgi Pembroke sei direkt von den Elfen und Feen zu den Menschen gekommen: Der Legende nach fanden zwei Kinder auf den Feldern die ersten Welpen. Die jungen Rinderhirten hielten die Tiere für Füchse, fanden sie aber seltsam und nahmen sie deshalb mit nach Hause.

Dort bemerkten die Eltern, dass es sich um Hunde handelte. Und sie erzählten den Kindern, dass die Welpen ein Geschenk der in den Feldern lebenden Feen seien. Die würden die Hunde nutzen, um ihre Kutschen ziehen zu lassen. Außerdem seien die Welsh Corgi Pembroke sozusagen die „Schlachtrösser“ des Feenvolks.

Gestützt wird diese Legende von der Zeichnung des Welsh Corgi Pembroke: Die Markierungen auf dem Rücken der Hunde sollen den Abdruck eines Feen-Sattels auf den Schultern der Tiere kennzeichnen. Da die Kinder verständlicherweise begeistert von der Geschichte waren, durften die Hunde bei den Bauernfamilien aufwachsen. Sie lernten im Laufe der Zeit, mit den Kindern zusammen die Rinder zu hüten.

 

Das ist die eine Seite der Geschichte. Für die andere Seite sind Historiker zuständig. Und die führen den Welsh Corgi Pembroke auf den Vallhunds, also einen schwedischen Rinderhund, zurück. Der Vallhunds wurde von den Wikingern nach Wales gebracht, als diese die britischen Küsten im 9. und 10. Jahrhundert überfielen. Andere Historiker gehen davon aus, dass der Welsh Corgi Pembroke von flämischen Webern ins Land gebracht wurde, und zwar erst im 12. Jahrhundert.

 

Was auch immer nun der Fall sein mag: Der historische Stammbaum des Welsh Corgi Pembroke ist nicht klar, sondern bleibt im Nebel der Geschichte verborgen. Klar ist dagegen, dass der Welsh Corgi Pembroke in der Vergangenheit als Arbeitshund bei Bauern diente. Und diese Bauern züchteten die ersten Hunde. Einen Stammbaum oder Aufzeichnungen über Verpaarungen gibt es aus dieser Zeit verständlicherweise nicht. Erst in den 1920er Jahren wurde der Welsh Corgi vom GB Kennel Club als reinrassige Hunde anerkannt.

Man fasste Pembrokes und Cardigans zu diesem Zeitpunkt noch in derselben Klasse zusammen. Erst 1934 wurden die beiden Rassen getrennt, und auch der American Kennel Club erkannte die beiden Rassen in diesem Jahr an. Die ersten Welsh Corgi Pembroke wurden 1936 in den USA gezeigt. Dort sind die Pembrokes heute unter den 50 beliebtesten Rassen, unter den Familienhunden.

 

Aussehen des Welsh Corgi Pembroke

 

Das glatte Fell des Welsh Corgi Pembroke ist mehrfarbig, Die Farben bewegen sich zwischen Weiß, sandigem Braun bis Rotbraun, sogar Schwarz ist vertreten. Die eher kleinen Hunde sind kräftig gebaut und werden als Hüte- und Treibhunde eingeordnet. Dabei ist der Welsh Corgi Pembroke etwas kompakter gebaut und hat kleinere Ohren als der Welsh Corgi Cardigan. Da diese Tiere ziemlich verfressen sind, gehen die meisten Welsh Corgi Pembroke mit zu hohem Gewicht durch das Leben. Eine kontrollierte Ernährung ist bei der Hunderasse wichtig.

 

Zu den Rassestandards gehört die Fellfarbe: Die Hunde sind zobelfarben, rot, schwarz oder dreifarbig mit einem weißen Abzeichen. Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass der Welsh Corgi Pembroke manchmal mit einem Stummelschwanz geboren wird – kupieren ist in Deutschland verboten. Der Fang der Hunde läuft leicht spitz zu, die Kiefer sind kräftig und die Augen sind rund und braun. Aufgerichtete, mittelgroße Ohren mit einer leichten Rundung sind perfekt beim Welsh Corgi Pembroke. Der Rücken der Hunde ist gerade, sie haben eine sehr breite und tiefe Brust. Die kräftigen Pfoten geben die Tieren ein etwas tollpatschiges Aussehen. Die Hunde sind aber sehr sportlich und koordiniert.

 

Charakter und Wesen des Welsh Corgi Pembroke

 

Der Welsh Corgi Pembroke ist für sein freches und pfiffiges Wesen berüchtigt. Die Hunde sind ruhig, werden nicht nervös und setzen gerne ihren Willen durch. Fast unverschämt kann das wirken – denn der Welsh Corgi Pembroke sieht dann doch recht niedlich aus. Werden die Corgis in Familien mit Kindern gehalten, müssen die Kinder dem Hund gegenüber bestimmt auftreten.

Dann finden sie im Corgi einen treuen Beschützer und fordernden Spielgefährten. Mit kleinen Kindern und anderen Haustieren haben Corgis in der Regel sehr viel Geduld. Sie stellen ihr Temperament auch mal kurzfristig in den Hintergrund. Schoßhunde sind Corgis dagegen nicht. Sie ordnen sich nur ungern unter und brauchen viel Action.

Denn die Tiere sind trotz ihrer geringen Größe arbeitsfreudig, robust und ausdauernd. Sie wollen nicht nur toben, sondern auch geistig gefordert werden. Ideal ist es, wenn der Corgi sich sein Futter verdienen und erarbeiten kann. Das kann durch Geschicklichkeits- und Tobespiele sein, aber auch durch kleinere Knobelaufgaben.

Der Welsh Corgi Pembroke ist ein selbstbewusster und aufmerksamer Beschützer, wird aber eher nicht aggressiv. Leise sind die Hunde nicht: Sie kläffen gerne, ausführlich und sehr häufig. Jeder Fremde auf dem Grundstück ist ein Grund, laut zu werden. Die Türklingel sorgt für ein wahres Konzert, und das Bellen kann man einem Corgi trotz Training nicht gut abgewöhnen.

 

Haltung und Ernährung des Welsh Corgi Pembroke

 

Corgis neigen zu Fettleibigkeit. Die kleinen Hunde sind unglaublich verfressen und überhaupt nicht wählerisch. Daher sollte das Futter streng rationiert werden. Leckerchen sind wichtige Belohnungen und nicht nur in der Erziehung wichtig. Trotzdem darf es nicht zu viel davon geben. Es ist nicht ganz einfach, die richtige Futtermenge zu treffen.

Denn auch fette, überfütterte Corgis sind noch sehr agil und bewegungsfreudig. Wichtiger Teil der Haltung ist tägliche Bewegung. Die kurzen Beine sollten dabei nicht täuschen: Ein Corgi hat viel Ausdauer und jagt, wandert, läuft neben dem Rad her und liebt jede Art von Sport.

Herausfordernde Spiele, Geschicklichkeitsübungen und Hundesport sind genau richtig gegen Langeweile. Agility-Training lieben die Tiere, die Sprünge sollten sie allerdings auslassen. Obedience-Training begeistert den Corgi genauso wie Spuren- und Fährtenlesen sowie Intelligenzspielzeug.

Da die Corgis nicht allzu wählerisch sind, ist die Art des Futters kein größeres Problem. Ob Nass- oder Trockenfutter: Corgis fressen eigentlich alles. Allerdings sollten mehrmals täglich nur sehr kleine Portionen gegeben werden. Der Corgi darf nicht schlingen.

 

Erziehung und Pflege eines Welsh Corgi Pembroke

 

So unschuldig der Welsh Corgi Pembroke aussieht, so eigenwillig ist der vor Selbstbewusstsein fast platzende kleine Hund. Eine konsequente Erziehung ist daher sehr wichtig – sonst ist der Corgi bald der Chef in der Familie. Corgis lieben es, gelobt zu werden. Anerkennung ist diesen Hunden sehr wichtig und sollte in der Erziehung genutzt werden. Eine liebevolle und einfühlsame Erziehung macht den Hund zu einem vornehmen und wohlerzogenen Begleiter in wirklich jeder Situation.

Denn der Corgi will seine Familie stolz machen und präsentiert gerne, was er gelernt hat. Wenn Corgis schon als Welpen mit anderen Hunden oder Katzen in Kontakt kommen, ist die gemeinsame Haltung mit Katzen und weiteren Hunden im Haus gut möglich. Allerdings haben Corgis eine ganz spezielle Art zu spielen und zu toben. Andere Hunderassen fühlen sich davon häufig überfordert, so dass die Interaktion auch ausbleiben kann.

 

Der Welsh Corgi Pembroke hat kein langes Fell, aber viel Unterwolle. Übertriebene Pflege ist nicht nötig, aber so ein kleiner Corgi verliert erstaunlich viel Haar. Deshalb sollten die Hunde wenigstens einmal pro Woche ausgiebig gestriegelt werden, am besten im Freien. Idealerweise stellt sich der striegelnde Hundehalter so, dass der Wind die feine Unterwolle beim Striegeln von ihm weg weht. Kaum eine Bürste hält die Unmengen an feinen Härchen fest, die so ein Welsh Corgi Pembroke verliert. Zweimal im Jahr wechseln die Hunde ihr Fell, dann sollte häufiger gestriegelt werden. Die meisten Tiere lieben die Bürste und empfinden es als Erleichterung.

 

Gesundheit und typische Krankheiten des Welsh Corgi Pembroke

 

Corgis sind robust und werden selten krank. Der Körperbau ist allerdings sehr speziell. Daher sollten die Hunde nicht springen. Sie holen sich schnell Frakturen, was auch schon zu den typischen Verletzungen beim Corgi zählt. Typische gesundheitliche Probleme bei Corgis sind Hüftdysplasien, also eine angeborene Fehlbildung des Hüftgelenks. Der Oberschenkelknochen sitzt dann nicht fest im Hüftgelenk, was zu Schmerzen und Lahmheit führen kann. Katarakte, also Eintrübungen der Linse mit einhergehenden Sehschwierigkeiten, kommen im Alter häufiger vor. Sie können aber bisweilen chirurgisch behandelt werden. Manche Corgies neigen zu Hämatomen und Blutblasen, das wird als Ehlers-Danlos Syndrom bezeichnet. Weitere Krankheiten, die bei Corgis aufgrund einer erblichen Disposition bisweilen vorkommen, sind:

  • Cystinurie (üblicherweise nur bei Rüden)
  • degenerative Myelopathie (kann zu Lahmheit und Schwäche führen)
  • Epilepsie
  • Bandscheibenerkrankungen
  • persistierender Ductus Arteriosus (PDA), oft einhergehend mit Lungenhochdruck (kann operativ korrigiert werden)
  • progressive Retinaatrophobie (PRA)
  • Retinadysplasie
  • Willebrand-Jürgens-Dyndrom (eine Blutkrankheit, die auch beim Menschen vorkommt)

Lebenserwartung des Welsh Corgi Pembroke

 

Corgis werden bis zu 15 Jahre alt. Wie alt genau ein Hund wird, hängt von der Haltung, der Zucht, dem Stammbaum, der Ernährungslage und vielen weiteren Faktoren ab. Generell erhöht sich die Lebenserwartung des Welsh Corgi Pembroke jedoch bei einer kontrollierten Ernährung und ausreichend Spiel und Bewegung. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn keine erblich bedingten Krankheiten vorhanden sind.

 

Hunderasse Welsh Corgi Pembroke kaufen

 

Der Welsh Corgi Pembroke ist als Rasse in Deutschland nicht so weit verbreitet, so dass die Hunde nur schwer erhältlich sind. Idealerweise werden sie direkt vom Züchter gekauft. Ein seriöser Züchter lässt die Tiere hinsichtlich der bekannten Erbkrankheiten untersuchen und hält die entsprechenden Gesundheitszertifikate parat. Beim Kauf sollte man auf Zertifikate der Orthopädie Foundation for Animals (OFA), der Auburn Universität und der Canine Eye Registry Foundation achten. Die Preise variieren: Für Rüden zahlst Du wenigstens 800 Euro, für Hündinnen wenigstens 1.200 Euro.

 

10. Entscheidungshilfe: Ist der Welsh Corgi Pembroke der richtige Hund für Dich?

 

Der Welsh Corgi Pembroke ist zwar klein und niedlich, verlangt aber aufgrund seines Bewegungsdrangs viel Raum. Ein Garten ist ideal. Kleinere und vor allem schüchterne Kinder werden vom Corgi nicht ernst genommen. Schlecht erzogene Tiere kneifen die Kinder bisweilen in die Waden und in die Knöchel. Das sollte durch gezieltes Training bereits im Welpenalter ausgetrieben werden. Generell ist eine starke Führung sehr wichtig, und natürlich ist die Haltung von Corgis etwas zeitintensiv. Die Hunde wollen Beschäftigung, sind intelligent und sportlich und lechzen nach Anerkennung.

 

 

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