Deutscher Pinscher

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Größe:
45 – 50 cm
Gewicht:
14 – 20 kg
Herkunft:
Detschland
Lebensdauer:
14 – 16 Jahre
Farbe:
schwarz mit braunen Abzeichen, einfarbig braun
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ein Deutscher Pinscher ist ein treuer Partner in allen Lebenslagen und der perfekte Hund für aktive Familien mit bereits größeren Kindern sowie für sportbegeisterte Singles, die sich voll und ganz auf ihren Vierbeiner einlassen wollen.

Temperamentvoll, verspielt und loyal erweist sich ein Deutscher Pinscher als charakterstarker Hund, der überall mitmischen will.

Draußen ist er kaum zu bremsen und ein ausdauernder Begleiter auf der Joggingrunde oder bei der Tour mit dem Fahrrad.

Ebenso liebt er es, gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen beim Hundesport aktiv zu werden und dort zu zeigen, was er kann. Drinnen gibt er sich entspannt und freundlich genießt die Gemütlichkeit mit seinem Rudel. Intensive Streicheleinheiten sind Pflicht und genießt der Deutsche Pinscher hemmungslos.

Aber wehe, er sieht Gefahr im Anmarsch. Dann wirft sich das loyale Tier nur zu gern für die Familie in die Bresche und verteidigt sie todesmutig. Kaum zu glauben, dass die zahlreichen Qualitäten des Deutschen Pinschers als perfekter Wach- und Familienhund ihn fast nicht vor dem Aussterben bewahrt hätten.

Erst spät wurden mit engagierten Zuchtbemühungen aktiv zum Erhalt dieser alten deutschen Rasse beigetragen. Da dem Deutschen Pinscher aus diesem Grund eine Überzüchtung erspart geblieben ist, gilt die Rasse trotz ihrer langjährigen Geschichte heute als gesund und robust.

Und so gilt: Wer sich einen Deutschen Pinscher in Haus holt, erweitert seine Familie um einen loyalen Freund, der lange an ihrer Seite wachen wird.

Herkunft und Rassegeschichte

Der selbstbewusste „Beißer“ war früher beliebt

Der Deutsche Pinscher gehört zu den ältesten deutschen Hunderassen und war bis vor 100 Jahren als Arbeitshund dank seiner Vielseitigkeit auf Höfen und in Scheunen oder als Begleithund in Kutschen allgegenwärtig.

Im Stall sollte der arbeitsamer Hund Ungziefer wie Mäuse und Rattenjagen, um sich so seine eigenen Mahlzeiten zu beschaffen. Wie bedeutsam er für diesen Einsatz war, belegen die alten Spitznamen „Stallpinscher“ und „Rattler„.

Der aus dem Althochdeutschen stammende Begriff „Pinscher“ selbst weißt auf sein Geschick beim Ratten jagen hin, bedeutet es doch so viel wie „Beißer„.

Als Begleiter von Fuhrleuten kam den wachsamen Tieren die Aufgabe zu, die Kutsche zu bewachen, sollte der Fahrer den Kutschbock verlassen. Seine breiten Einsatzmöglichkeiten und die selbstständige Arbeitsweise machten den Deutschen Pinscher damals so beliebt.

Ist der Deutsche Pinscher 3000 Jahre alt?

Wo die Rasse genau ihren Ursprung nahm, ist heute nicht mehr eindeutig zurückzuverfolgen.

Klar ist, dass Pinscher und Schnauzer in einer engen Beziehung zueinander stehen und erst im 20 Jahrhundert Bemühungen aufkamen, die beiden Rassen im Zuchtbetrieb voneinander zu trennen.

Bereits 1917 hatte man die rauhaarigen Tiere offiziell in „Schnauzer“ umbenannt. Bis dahin galten beide Hundearten als eine Rasse und ein Wurf konnte sowohl rauhaarige Schnauzer als auch kurzhaarige Pinscher hervorbringen.

Unklar ist hingegen das Verwandtschaftsverhältnis Deutscher Pinscher mit englischen Terriern. Es wurde sowohl spekuliert, dass die Pinscher einst aus den Terriern hervorgegangen seien, als auch der umgekehrte Fall.

Eine andere Theorie sieht den Ursprung der Rasse in Württemberg.

Es wird sogar gemutmaßt, dass die Anfänge des Deutschen Pinschers auf die Torfgrubenhunde zurückgehen, die bereits 3000 vor Christus in Erscheinung traten.

Fast wäre der Deutsche Pinscher ausgestorben

Die erste offizielle Erwähnung des glatthaarigen Deutschen Pinschers geht auf eine Notiz des Botanikers Heinrich Gustav Reichenbach im Jahr 1836 zurück, der anmerkte, dass die Pinscher den Mops als tierischen Mitbewohner auf dem Lande zunehmend verdrängt habe.

Im „Deutschen Hundestammbuch“ von 1880 wird der Deutsche Pinscher geführt und alte Gemälde aus der Renaissance beweisen, dass sich sein Äußeres seit dieser Zeit kaum verändert hat.

1895 wurde der „Pinscherklub“ gegründet, welcher sich dem Erhalt der Rasse widmete, welche damals noch die Schnauzer umfasste.

Auch heute noch werden Schnauzer und Pinscher im umbenannten „Pinscher-Schnauzer-Club 1895 e.V.“ gemeinsam betreut.

Lange Zeit wurde die glatthaarige Variante jedoch eher stiefmütterlich behandelt, erfreuten sich die Schnauzer und die kleineren Zwergpinscher doch größerer Popularität.

Fast wäre der Deutsche Pinscher gänzlich von der Bildfläche verschwunden, hätte sich in den 1950er Jahren nicht der ambitionierte Züchter Werner Jung der vor dem aussterben stehenden Rasse angenommen.

Dank seiner Bemühungen konnte der erste Wurf nach achtjähriger Pause registriert werden und der Deutsche Pinscher dem Vergessen noch einmal entrinnen.

Bis heute handelt es sich jedoch um eine eher seltene Hunderasse, welche seit 2003 offiziell als „vom Aussterben bedrohte Haustierrasse“ geführt wird.

Aussehen der Deutschen Pinscher

Ein Kraftpaket mit eleganter Haltung

Die Rassemerkmale werden vom FCI in der Standartnummer 184 ausgeführt. Ein Deutscher Pinscher ist mit etwa 45 bis 50 Zentimetern Schulterhöhe und einem Gewicht von 14 bis maximal 20 Kilogramm eine Rasse mittlerer Größe.

Er kann damit noch praktisch gehandhabt und überall mit hingenommen werden, erweckt jedoch den Eindruck eines „richtigen“ Hundes. Die erwünschten Rassemerkmale sind im FCI-Standart 184 festgelegt.

Die Körperstatur ist kräftig und muskulös bei einem quadratischen Grundriss, das heißt, ein Deutscher Pinscher ist etwa genauso lang wie hoch. Seine Haltung ist elegant und aufmerksam.

Der kräftige Rücken fällt zu den Hinterläufen leicht ab. Das Fell ist sehr kurz, dicht, glatt anliegend und glänzend. Die Grundfärbung ist in der Regel schwarz mit rotbraunen Abzeichen an Beinen, Brust, Hals und Kopf.

Etwa 20 Prozent der Deutschen Pinscher weisen eine einheitlich rotbraune Grundfärbung auf. Typisch sind die dreieckigen Klappohren, welche hoch am kräftigen Kopf ansetzen und nach vorne klappen.

Charakter und Wesen

Drinnen wachsam..

Das Wesen des Deutschen Pinschers lässt sich grob als liebebedürftig in der Wohnung und temperamentvoll bei Gassigängen zusammenfassen. In der Wohnung verhält er sich ruhig, verfolgt aber aufmerksam das Geschehen.

Rassetypisch ist eine nur gering ausgeprägte Neigung zum Bellen, die sich nur im Bedarfsfall bemerkbar macht. Dennoch hütet er wachsam sein Revier und verteidigt es, wenn es sein muss, mit großem Mut.

Generell ist er seinem Rudel gegenüber offen und herzlich, begegnet Fremden aber zunächst mit Zurückhaltung und schlägt bei deren Erscheinen an.

..draußen Vollgas!

Ist die Zeit zum Auslasten unter freiem Himmel gekommen, erweist sich der Pinscher als kraftvoll, ausdauernd und sehr gelehrig. Ein Deutscher Pinscher ist sehr spiel- und bewegungsfreudig.

Je nach genetischer Veranlagung kann der Jagdtrieb stark ausgebildet sein, weswegen eine Vergesellschaftung mit Katzen und ein Freilauf bei den Gassigängen mit Bedacht trainiert werden sollte.

Grundsätzlich hat ein Pinscher seinen eigenen Kopf und fordert regelmäßig die Aufmerksamkeit seiner Halter ein – sei es zuhause bei intensiven Streicheleinheiten oder unterwegs, wenn er zum Spiel auffordert.

Haltung und Ernährung

Ein Powerbündel mit Schmusebedürfnis

Damit ein Deutscher Pinscher am Ende des Tages ausgelastet ist, sollte er nicht nur körperlich, sondern auch geistig gut beschäftigt werden.

Denn immer die gleichen stumpfen Gassigänge um den Block können seinem Wesen nicht gerecht werden.

Um Abwechslung in den Auslauf zu bringen, empfiehlt es sich, dem Hund nicht nur entspannte Spaziergänge zu bieten, sondern ihn auch auf Ausflüge zum Laufen, oder Inline-Skaten mitzunehmen.

So kann er seinen Bewegungsdrang optimal ausleben. Auf dem Agility-Parkous liefert ein Deutscher Pinscher ebenso wie beim Trickdogging in der Regel sehr gute Leistungen ab.

Hier kann er sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig auslasten und zeigen, was er kann.

Als Dank für die artgerechte Beschäftigung zeigt sich ein deutscher Pinscher zuhause schmusebedürftig und möchte aktiv ins Familienleben einbezogen werden. 

Und woher zieht der Deutsche Pinscher seine Energie?

Beim Futter sollte auf eine optimale Nährstoffzusammensetzung geachtet werden, welche der Rasse gerecht wird. Insbesondere sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Zink und Eisen geachtet werden, um die dünne Haut der Ohren widerstandsfähiger und weniger anfällig gegen Verletzungen zu machen.

Hochwertiges Trocken- und/oder Nassfutter ist auf die Bedürfnisse eines Hundes abgestimmt und gewährleistet eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen.

Auch eine Ernährungsweise auf der Basis von Rohkost BARF ist möglich, erfordert aber genaue Kenntnis von den individuellen Nährstoffansprüchen des Tieres, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Erziehung und Pflege

Inkonsequente Erziehung straft der Deutsche Pinscher ab

Ein Deutscher Pinscher braucht aufgrund seiner Intelligenz, Eigenständigkeit und seines ausgeprägten Selbstbewusstseins in der Erziehung eine konsequente Hand.

Kreativität und Selbstbewusstsein aufseiten des Halters sind dabei von Vorteil.

Lücken in den Erziehungsmethoden seiner Halter deckt das intelligente Tier mühelos auf und nutzt es mit klugem Ungehorsam zu seinen Gunsten.

Für ihn nicht klar nachvollziehbare Ansagen ignoriert er schon mal und stellt damit auch für so manchen hundeerfahrenen Besitzer eine Herausforderung dar.

Es handelt sich also nur bedingt um einen Anfängerhund. Hundeneulinge sollten sich mit ihrem Deutschen Pinscher auf jeden Fall professionelle Unterstützung suchen, damit von Beginn an eine optimale Erziehung gewährleistet wird.

Obwohl eine gewisse Strenge in der Erziehung notwendig ist, sollte man auf Druck und Zwang verzichten, da dies in der Regel bei dieser wesensstarken Rasse nicht zum Erfolg führt.

Mit einer zielführenden Erziehung und klaren Regeln ist das gelehrige Tier jedoch folgsam und anpassungsfähig und erweist sich als liebenswerter Familien- und Begleithund. 

Der Aufwand für die körperliche Pflege ist gering

Die kurzhaarige Rasse besitz keine Unterwolle und erfordert nur geringen Aufwand in der Fellpflege. Wird ein Deutscher Pinscher etwa einmal in der Woche gebürstet, ist das völlig ausreichend.

Generell sind schlappohrige Hunderassen etwas anfälliger für Verschmutzungen des Gehörgangs. Daher ist ein regelmäßiger Check und gegebenenfalls eine Reinigung der Ohrmuschel ratsam.

Gesundheit und typische Krankheiten

Ist ein Deutscher Pinscher oft krank?

Ein Deutscher Pinscher erweist sich als robust und wenig krankheitsanfällig. Anders als andere, überzüchtete Rassen, leiden Deutsche Pinscher nicht unter rassetypisch vererbten Problemen.

Dennoch gilt der Test auf Hüftdysplasie als Pflichtuntersuchung für Zuchthunde. Weitere Untersuchungen zu Farbverblassungsneigung und Augenproblemen kann der Züchter freiwillig durchführen.

Im Allgemeinen sind Tierarztbesuche bis auf die üblichen Pflichttermine wie beispielsweise zum Impfen mit dem Deutschen Pinscher eher eine Seltenheit.

Ein Phänomen, welches hin und wieder auftritt, sind verletzte Ohrränder. Diese sind beim Deutschen Pinscher recht dünn behaart und daher verletzungsanfällig.

Lebenserwartung des Deutschen Pinscher

Als mittelgroßer Hund kann ein Deutscher Pinscher im Durchschnitt ein recht stattliches Alter von 14 bis 16 Jahren erreichen. Dies setzt eine gute Pflege und Haltung voraus, die die Bedürfnisse des Tieres abdecken.

Deutsche Pinscher kaufen

Deutsche Pinscher sind noch immer selten

Nachdem ein Deutscher Pinscher vor etwa 100 Jahren noch in zahlreichen Bauernhöfen oder Kutschblöcken anzutreffen war, ist er zwischenzeitlich selten geworden.

Seit er 2003 auch offiziell als gefährdete Rasse anerkannt wurde, begannen sich einige verantwortungsbewusste Züchter um die Rasse zu bemühen, sodass die Zahl der gemeldeten Welpen auf wieder etwa 400 im Jahr angestiegen ist.

Inzwischen ist es dem interessierten Käufer möglich aus einer Auswahl an guten Züchtern zu wählen, bei denen ein Deutscher Pinscher erworben werden kann. Beim Kauf vom Züchter sollte man sich die Elterntiere und deren Haltung zeigen lassen.

Verantwortungsvolle Züchter haben nichts zu verbergen und gewähren gerne freie Einsicht. Ein Welpe aus einem guten Zuchtbetrieb kostet zwischen 800 und 1200 Euro.

Gelegentlich, aber aufgrund der Seltenheit der Rasse nur mit Glück, kann man Deutsche Pinscher auch im Tierheim finden.

Entscheidungshilfe

Ist ein Deutscher Pinscher das richtige für mich?

Ein Deutscher Pinscher ist ein charakterstarker Hund, welcher aufgrund seines Selbstbewusstseins zu Dominanz neigt.

Obwohl die loyale und verspielte Rasse sich durchaus als Familienhund eignet und es zahlreiche positive Effekte von Haustieren auf Kinder gibt , sollte bei kleinen Kindern genau abgewogen werden, ob ein Deutscher Pinscher tatsächlich die richtige Wahl ist.

Insbesondere Rüden übernehmen bei Inkonsequenzen schnell selbst die Kontrolle. Zudem sollte bedacht werden, ob man den Bedürfnissen des intelligenten und bewegungsfreudigen Hundes gerecht werden kann.

Für sportbegeisterte Personen, die ihren Hund auf ihren Ausflügen mitnehmen wollen, ist ein Deutscher Pinscher ein treuer Begleiter, welcher sich selbstbewusst als ebenbürtiges Familienmitglied in das Rudel einfügt.

Auch wenn ein Deutscher Pinscher durchaus Qualitäten als Wachhund aufweist, ist eine reine Hof- und Zwingerhaltung ohne Familienanschluss nicht empfehlenswert, da sein menschbezogenes Wesen unter diesen Bedingungen leicht verkümmert.

Wer eher einen anpassungsfähigen und leichtführigen Familienhund sucht, ist mit dem Deutschen Pinscher nicht gut beraten und sollte sich für eine andere Rasse entscheiden.

 

Quellen

https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/hunde-krankheiten/hueftdysplasie-hd

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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