Saluki

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Größe:
58 – 71 cm
Gewicht:
18 – 25 kg
Herkunft:
Naher Osten
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
verschiedene Farben und Muster
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Saluki ist ein anmutiger, unabhängiger Hund. Mit jeder Faser seines Wesen strahlt er Würde und Kraft aus. Er gehört zu den schnellsten Läufern im Tierreich und kann eine Geschwindigkeit von 50 km/h über mehrere Kilometer halten. Während der Saluki draußen ein verspielter, kraftstrotzender Jagdhund ist, ist er zu Hause sehr ruhig und ausgeglichen.

Mit seiner großen Auffassungsgabe und Intelligenz versteht er schnell, was Du ihm beibringen willst. Doch Du musst einen Saluki überzeugen, dass es gut ist, Dir zu folgen. Er ist ein unabhängiger Hund, der nicht darauf angewiesen ist, Dir zu gefallen. Wenn Du eine gute Beziehung zu ihm aufgebaut hast, ist der Saluki ein liebenswürdiger Zeitgenosse.

Er bellt kaum, haart wenig und braucht nicht viel Pflege. Mit Kindern und anderen Hunden kommt er bei guter Sozialisierung problemlos zurecht. Kleintiere sind seine Beute, Du solltest einen Saluki nicht allein mit ihnen in der Wohnung lassen und am besten keine besitzen. Der Jagdtrieb des Saluki ist stark ausgeprägt.

Nur mit geduldiger, konsequenter und kenntnisreicher Erziehung ist er in den Griff zu bekommen. Bis zu diesem Moment ist es schwierig, dem Saluki genügend Auslauf zu verschaffen. Am besten geeignet sind Hunderennbahnen oder Coursingangebote. Dort kann der Saluki seinen Jagdtrieb und seinen Bedarf an Bewegung ausleben.

Ein Saluki ist nicht aggressiv oder scheu. Er behält eine Distanz zu Fremden. In der eigenen Familie lässt er Streicheleinheiten gern zu, aber nur, wenn er es braucht. Sonst genießt seine Ruhe. Der schöne Saluki ist ein außergewöhnlicher Hund. Wenn Du genügend Zeit für diesen Hund hast, wird er Dein Leben bereichern.

Saluki

Der Saluki ist der wohl älteste domestizierte Hund. Mit seinem anmutigen Äußeren und seinem freundlichen Wesen fasziniert er die Menschen. In seiner Heimat verehrt man den Saluki als „Geschenk Allahs“.

Rassebeschreibung

Der größte kynologische Dachverband FCI führt den Saluki unter der Standardnummer 269. Er ist der Gruppe 10 (Windhunde) und der Sektion 1 (langhaarige oder befederte Windhunde) zugeordnet. Andere Namen sind Persischer Windhund oder Gazellenhund.

Herkunft und Rassegeschichte

Erste Zeichnungen von Salukis finden sich auf Grabmälern aus Oberägypten und Tonwaren aus Vorderasien aus der Zeit 3.600 bis 3.500 vor Christus. Er gilt als eine der ältesten Hunderassen. Vermutlich stammt er von der ägyptischen Rasse Tesem ab. Jahrtausendelang wurde der Saluki größtenteils von Nomaden gehalten.

Das Ausbreitungsgebiet ist entsprechend groß. Salukis stammen aus dem Iran, Irak, Syrien, Saudi-Arabien und der Türkei. Sie wurden und werden als Jagdhunde gehalten und verdienen sich so den großen Respekt der Menschen, weil sie zu deren Überleben beitragen. Obwohl Hunde im Islam als unrein gelten, werden Salukis als Familienmitglied akzeptiert.

Sie leben mit der Familie gemeinsam, teilen sich Wohnung oder Zelt. Salukis jagen Hasen, Füchse, Wildesel, Gazellen und Strauße entweder allein oder mit einem Falken. Ihrer Anmut und Schönheit sind Gedichte gewidmet und sogar im Koran ist der Saluki erwähnt. Unzählige Plastiken und Malereien dokumentieren die Geschichte der Salukis.

Die Salukis galten als Familienmitglieder. Sie wurden nur verschenkt, niemals verkauft oder gekauft. Deshalb kamen nur vereinzelt Salukis nach Europa. Im 19. Jahrhundert findet in Großbritannien die erste erfolgreiche Zucht statt. Die Tochter eines Ägypten-Experten, Florence Amherst, brachte sich ein Zuchtpaar von einer Nilreise mit. Es dauerte bis in die 1920er Jahre bis der Saluki eine größere Bekanntheit erreichte. Englische Offiziere brachten die Hunde als Haustiere aus dem besetzten Syrien mit. 1926 wurde die Rasse in England anerkannt. Seit 1987 gibt es Kurzhaar-Salukis in Deutschland.

Aussehen der Salukis

Der Saluki kann laut Rassestandard langes oder kurzes Fell haben. Bei der Kurzhaar-Varietät fehlt die Befederung an Ohren, Läufen und Rute. Das Deckhaar der Salukis ist kurz, glatt und seidig. Es erscheint in den Farben Weiß, Creme, Gold, Rot, Rotbraun, Braun, Schwarz und vielen Farbkombinationen. Bis auf gestromt sind sämtliche Varietäten von Mustern zulässig.

Der Körperbau des Salukis ist elegant, muskulös und schlank. Der Saluki ist ein ausdauernder, kraftvoller und sehr schneller Windhund mit extrem langen Beinen. Der Kopf ist langestreckt und schmal. Die dunklen Augen sitzen vorn am Kopf und sind schräg gestellt. Sie zeigen einen aufmerksamen Blick.

Charakter und Wesen

So faszinierend das Aussehen eines Salukis ist, so vielfältig ist sein Charakter. Sensibel, intelligent, unabhängig und würdevoll tritt er Dir gegenüber. Der Saluki braucht Familienanschluss, doch er ist nicht auf Deine Zuneigung angewiesen. Er sucht sich seine Bezugsperson selbst heraus. Er behält sich eine gewisse Unnahbarkeit und ist auch Fremden gegenüber stets reserviert. Er ist weder aggressiv noch scheu, lässt sich aber ungern von Fremden anfassen.

Ein Saluki lernt schnell und ist von ständigen Wiederholungen schnell gelangweilt. Das Wichtigste in der Beziehung zu einem Saluki ist die respektvolle Verbindung. Der Saluki genießt durchaus Streicheleinheiten, aber nur wenn er Lust dazu hat.

Trotzdem ist sein Wesen durchaus freundlich und anhänglich. In der Wohnung ist er ruhig, er bellt und knurrt sehr selten.
Was diesen Hund bestimmt, ist sein großer Drang nach Bewegung. Diesen solltest Du niemals unterschätzen.

Haltung und Ernährung

Wenn Du einen Saluki halten willst, musst Du ihn ausreichend laufen lassen. Am geeignetsten sind Hunderennbahnen, wo Hunde ihrem Laufbedürfnis nachgehen können. Der Vorteil dieser Anlagen ist, dass es keine Ablenkung durch Beutetiere gibt. Der Saluki ist ein Jagdhund, der seine Umgebung ständig absucht.

Was für Dich weit weg erscheint, ist für den Saluki in wenigen Sekunden zu erreichen. Er rennt 50 km/h über längere Zeit. Wenn Du einen Saluki frei laufen lassen willst, und das musst Du, sonst bekommt er nicht genug Bewegung, stellt der Jagdtrieb eine Herausforderung dar.

Du kannst ihn nur nach einer sehr guten Erziehung frei laufen lassen. Coursing ist auch eine Möglichkeit, den Hund sein natürliches Lauf- und Jagdbedürfnis befriedigen zu lassen. Umzäunte, wildfreie Gelände mit ausreichender Größe sind eine weitere Möglichkeit.

Natürlich kannst Du mit dem Hund joggen gehen, Inlineskater fahren oder wandern. Falls Du reitest, läuft er problemlos neben dem Pferd her. Ein Saluki wird Dich glücklich stundenlang begleiten. Kannst Du diesen Bewegungsbedarf befriedigen und hast eine innige Beziehung zu Deinem Saluki aufgebaut, kannst Du ihn auch in einer Wohnung halten. Zu Hause ist er sehr ruhig und genießt die Nähe zum Menschen. Du solltest ihn keinesfalls in einem Zwinger halten.

Der Saluki ist als Familienhund geeignet. Allerdings ist er kein Spielgefährte für Kinder. Er behandelt Kinder freundlich bis zurückhaltend. Bei guter Sozialisierung ist er Kindern gegenüber aufgeschlossen und akzeptiert sie in seinem „Rudel“.

Du kannst den Saluki mit anderen Hunden halten. Kleinere Tiere solltest Du jedoch nicht in der Wohnung haben. Kaninchen und Meerschweinchen sieht er als Beutetiere an. Wenn ein Saluki frühzeitig mit Katzen in Kontakt gekommen ist, akzeptiert er sie auch im Erwachsenenalter.

Der Saluki liebt es, erhöht zu liegen. Sofas und Sessel sind seine Favoriten. Du solltest ihm von Anfang an klar machen, welche Möbel er nutzen darf und welche nicht.

Ernährung

Ein Saluki stellt keine besonderen Anforderungen an sein Futter. Du solltest ihn ein- bis zweimal am Tag füttern. Du kannst ihm eine Mischung aus Trocken- und Nassfutter geben oder / und BARFen.

Als Ergänzung kannst Du Deinem Saluki Eier, Quark, Gemüse, gekochten Reis und tierische Fette geben. Wenn Du die Nahrung selbst mischen willst, musst Du Dich mit den richtigen Mengenverhältnissen auskennen. Gewicht, Größe, Alter und Aktivität sind dafür ausschlaggebend. Ein Züchter oder Tierarzt kann Dir einen Ernährungsplan erstellen.

Nach der Mahlzeit braucht der Saluki eine Ruhepause von ein bis zwei Stunden. Damit beugst Du der gefährlichen Magendrehung vor, die manche großen Windhunde erleiden.

Erziehung und Pflege

Der Saluki ist ein souveränes Tier, das dennoch erzogen werden kann. Wenn Du dem Saluki mit Respekt und Liebe begegnest, wirst Du schnell Erfolge in der Erziehung feststellen. Denn Salukis sind intelligent und lernen gern. Akzeptierst Du den Saluki voll und ganz und gehst auf ihn ein, entwickelt sich ein sehr vertrautes Verhältnis.

So hast Du am ehesten Lernerfolge. Stupider Gehorsam ist dem Saluki fremd. Auf harte Erziehung reagiert er nicht, im schlimmsten Fall kannst Du damit die Verbindung zu diesem feinsinnigen Hund zerstören. Wenn Du Deinen Saluki auf sanfte und verständnisvolle Art und mit einiger Geduld erziehst, kannst Du ihn überzeugen, dass er Dir folgt.

Wenn Du bereits Erfahrung mit Hunden hast, ist Dir die Hundesprache nicht fremd. Beobachtest Du Deinen Hund genau, weißt Du, was er Dir sagen will und wie es ihm geht. Bei einer guten Beziehung zu Deinem Saluki ist das Ablegen der Prüfung als Begleithund kein Problem.

Sein Jagdtrieb stellt die größte Herausforderung dar. Mit ausreichend Wissen und Erfahrung kannst Du den Jagdtrieb in den Griff bekommen. Allerdings ist er nicht immer beeinflussbar.

Prinzipiell ist der Saluki nicht schwerer zu erziehen als andere Rassen. Er eignet sich jedoch nicht für Anfänger. Ein profundes Wissen über die Erziehung von Hunden und Erfahrung solltest Du mitbringen, wenn Du einen Saluki halten willst.

Pflege

Das kurze Fell der Salukis braucht wenig Pflege. Wenn Du Deinen Saluki ein- bis zweimal pro Woche bürstest, erhältst Du den Glanz und die Struktur des Fells. Die längeren Haare an Rute, Läufen und Ohren brauchen etwas mehr Pflege. Hier solltest Du einen Kamm verwenden, um die Knötchen in den Haaren zu entwirren.

Salukis haaren kaum und verströmen keinen typischen Hundegeruch. Sie mögen allerdings keinen Regen. Um sie vor Regen und Kälte zu schützen, kannst Du einen Hundemantel für Deinen Saluki kaufen.

Ihr Fell ist recht dünn und Windhunde haben eine wesentlich dünnere Fettschicht in der Haut als andere Hunde. Wenn sie in Ruhe sind, also spazieren gehen, können sie leicht frieren. Ebenso können sich die Hunde verkühlen, nachdem sie gerannt sind und einen erhitzen Körper haben. Dann hilft der Hundemantel, Deinen Hund vor Erkältungen zu schützen.

Zähne, Krallen, Ohren und Augen solltest Du regelmäßig kontrollieren.

Gesundheit und typische Krankheiten

Salukis sind eine robuste Rasse. Hin und wieder kommen Epilepsie, plötzlicher Herztod und Zahnfehler vor. Sie sind nicht als rassetypische Krankheiten gelistet. Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, solltest Du Deinen Saluki regelmäßig beim Tierarzt vorstellen. Wegen seines dünnes Fells erkältet sich der Saluki im Winter schnell und kann im Sommer Sonnenbrand bekommen.

Lebenserwartung der Salukis

Ein gesunder Saluki kann bei guter Haltung zwischen 12 und 14 Jahre alt werden. Es ist wichtig, dass auch ein älterer Hund (ab 8 Jahren) ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Das stärkt die Muskulatur und hält ihn geistig fit. Dein Hund bleibt insgesamt gesünder.

Einen Saluki kaufen

Wenn Du einen Saluki kaufen willst, solltest Du dies über den Deutschen Windhundzucht- und Rennverband machen. Suche Dir einen Züchter und nimm Kontakt zu ihm auf. Er wird Dich beraten, ob der Saluki wirklich zu Dir passt. Wenn Du einen Welpen kaufen möchtest, kostet er etwa 1.500 Euro. Neben dem Kaufpreis kommen Kosten für Futter, Tierarzt und artgerechte Haltung hinzu. Diese ist beim Saluki kostenintensiv.

Gelegentlich kannst Du einen Saluki oder einen Saluki-Mix im Tierheim finden. Meistens hat sich herausgestellt, dass der Bewegungsdrang der Tiere doch zu groß war und der Hund abgegeben werden muss. Schau Dich im Internet oder in Tierheimen in Deiner Nähe nach Salukis in Not um.

Du kannst den Tieren einen großen Gefallen tun, wenn sie bei Dir ein passendes zu Hause finden. Achte darauf, dass es seriöse Angebote sind und suche nicht über Kleinanzeigenportale oder soziale Medien nach einem Hund. Diese Tiere stammen womöglich aus illegalem Tierhandel.

Entscheidungshilfe

Ein Saluki ist ein besonderer Hund, der viel Auslauf und Feingefühl braucht. Die Haltung von Salukis ist teurer als bei anderen Hunden, wenn Du ihnen den Auslauf auf Hunderennbahnen, beim Coursing oder anderem Hundesport ermöglichen willst. Du brauchst also Geld und Zeit.

Bist Du beruflich stark eingespannt oder verreist viel, dann ist der Saluki kein Hund für Dich. Mag er auch manchmal distanziert sein, er liebt die Menschen und braucht ihre Nähe. Hast Du genügend Zeit und Geld, bist selbst aktiv und möchtest ein neues Familienmitglied, kann dieser Hund etwas für Dich sein. Der Saluki braucht täglich mindestens zwei Stunden Auslauf. Schon vor dem Kauf eines Salukis ist es ratsam, dass Du Dich erkundigst, ob es in Deiner Nähe Hunderennbahnen oder Coursingangebote gibt.

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