Jämthund

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Größe:
60 – 65 cm
Gewicht:
23 – 35 kg
Herkunft:
Schweden
Lebensdauer:
13 – 15 Jahre
Farbe:
grau bis dunkelgrau, cremefarbene Flecken
Charakter:
FCI Gruppen:
Auslauf
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Haaren
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Fellpflege
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Für Anfänger geeignet
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Anfälligkeit für Krankheiten
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Intelligenz
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Verspieltheit
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Familienfreundlich
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Katzenfreundlich
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    wenig:

    viel:

Der Jaemthund wird von „Hunde-Laien“ oft mit einem Husky verwechselt , ähnelt aber mehr dem Urahn aller Haushunde, dem Wolf. Der in Deutschland nicht so bekannte Jaemthund ist ein ausdauernder Jagdhund, der in Schweden als uralte Rasse und Nationalhund von Schweden für die Jagd auf Großwild wie Elch und sogar Bären und Luchse gezüchtet wird.

 

Rassebeschreibung

Der Jaemthund– auch schwedischer Elchhund genannt – ist eine nordische Hunderasse und von der FCI anerkannt. Er wird in der Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 2: Nordische Jagdhunde, Standard Nr. 42 geführt. Der Jaemthund ist ein ausdauernder und kräftiger Jagdhund.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft beziehungsweise die Entstehung des Jaemthund ist unklar. Der Jaemthund ist eine sehr alte Hunderasse, es gibt sie schon, seit der Norden Schwedens bevölkert wurde. Die Provinz Jämtland, aus der der Jaemthund stammt, wurde im 11. Jahrhundert das erste Mal erwähnt.

Im Jahr 1946 wurde der Jaemthund erst als eigenständige Rasse anerkannt. Die Verzögerung lag daran, dass der kleinere, aus Norwegen stammende Elchhund und der Jaemthund praktisch als ein und dieselbe Rasse angesehen wurden. Diese Annahme stellte sich allerdings als falsch heraus.

Der Jaemthund wird hauptsächlich für die Elchjagd gezüchtet, früher allerdings wurden sie auch zur Bären- und für die Luchsjagd eingesetzt.

Aussehen des Jaemthund

Der Jaemthund ist ein Respekteinflößender, dem Wolf sehr ähnlicher Hund. Zugeordnet ist er dem Spitz, allerdings ist er vom Erscheinungsbild eher weit von einem Spitz entfernt. Der Jaemthund hat eine große und kräftige Statur. Das Gebäude ist rechteckig. Mit einer Widerristhöhe von 57 cm bis 65 cm für Rüden und 52 cm bis 60 cm bei Hündinnen ist er nicht nur der größte der drei anerkannten Elchhunde-Rassen, sondern auch der größte nordische Jagdhund.

Das Gewicht liegt für Rüden bei 30 Kilogramm bis 35 Kilogramm, bei Hündinnen zwischen 23 und 30 Kilogramm. Der eher keilförmige Kopf des Jaemthund erinnert stark an einen Wolf. Die kräftige Schnauze verjüngt sich leicht und verfügt über kräftige Kiefer.

Die Augen sind dunkel und haben einen lebhaften, aufmerksamen Blick. Die schwarze Nase ist breit. Die Ohren trägt der Jaemthund aufrecht, sie haben eine schöne dreieckige Form. Der Hals ist stark und lang und geht in eine breite, muskulöse Brust über.

Die Vorderläufe sind fest und gerade, während die Hinterläufe stark bemuskelt und sehr kräftig sind. Die Pfoten sind gut behaart und eher zierlich. Die lange und buschige Rute wird zusammengerollt über dem kräftigen und langen Rücken getragen. Das Deckhaar ist mittellang, rau, fühlt sich aber glatt an.

Die Unterwolle ist weich und leicht. Das Fell ist an Brust, Hals, an den Hinterläufen , an der Rute und an den Rückseiten der Vorderläufe etwas länger, als am Rest des Körpers. Dieses etwas längere Fell und die dicke, dichte Unterwolle schützt den Jaemthund vor der kalten Witterung im Norden Schwedens.

Die Farbe des Fells gleicht ebenfalls fast der des Wolfes. Es ist grau bis dunkelgrau. An den Wangen, der Schnauze, der Brust, der Rute, dem Bauch und an den Beinen kann es größere, cremefarbene Abzeichen, beziehungsweise Flecken zeigen. Der Jaemthund ist absolut furchtlos und mutig. Diese Rasse wurde sogar bei der Jagd auf Bären eingesetzt, die der Jaemthund selbstständig verfolgte und stellte.

Charakter und Wesen

Der Jaemthund ist ein stolzer, beweglicher und robuster Hund. Er bindet sich stark an seinen Herrn und an die Familienmitglieder. Wurde er von klein auf daran gewöhnt, akzeptiert er auch andere Tiere in seinem Umfeld. Allerdings ist der Jaemthund nicht für Anfänger und keinesfalls als Stadthund geeignet, obwohl er über ein sehr freundliches Wesen verfügt. Der Jaemthund ist ein eigenständig agierender Hund.

Jaemthunde verfolgen das zu jagende Wild selbstständig und lautlos durch die Wälder Schwedens. Erst wenn der Elch gestellt ist, ruft der Jaemthund mit lautem Gebell die Jäger herbei. Diese Eigenart des lautlosen, selbstständigen Jagens liegt dem Jaemthund in den Genen, macht ihn so besonders und gleichzeitig ungeeignet für die Haltung in kleinen Wohnungen und für Hundeunerfahrene Menschen.

Der Jaemthund hat einen enormen Bewegungsdrang, ist sehr energisch, eigensinnig und aktiv. Diese Hunderasse benötigt einen erfahrenen, dominanten und selbstbewussten Besitzer, die sie von Welpe an mit viel Geduld und sanfter, liebevoller Konsequenz erziehen. Mit ständigen Wiederholungen, Zwang oder gar Gewalt bei der Erziehung erreichst Du bei einem Jaemthund nichts.

Akzeptierst Du jedoch seinen starken Charakter, seine hohe Intelligenz und seine eigenständige, mitdenke Verhaltensweise, kannst Du Deinen Jaemthund sogar als Rettungs-, Hüte oder Schlittenhund ausbilden. Läuft der Jaemthund ohne Leine, kann es passieren, dass er sich selbstständig macht, um Spuren zu folgen, denn der Jaemthund liebt es, in der freien Natur herumzustromern.

Sein ausgeprägter Jagdinstinkt ist nicht zu leugnen. Wer sich einen Jaemthund kaufen möchte, muss dafür sorgen, dass dieser Hund täglich bei Wind und Wetter ausreichend bewegt und beschäftigt wird. Mit 2-3 mal ein „Stündchen“ Gassi gehen an der Leine ist es nicht getan, diese Hunderasse ist kräftig, lauffreudig und sehr ausdauernd und muss täglich gefordert werden.

Haltung und Ernährung

Da der Jaemthund ein agiler, aktiver Hund ist, benötigst Du ein hochwertiges Futter für ihn. Getreidefrei, mit einem hohen Anteil an Fleisch, Obst und Gemüse und möglichst wenig Füllstoffe ist das richtige Futter, um Deinen Jaemthund gesund und munter zu erhalten. „Leckerlies“ sollten zuckerfrei sein.

Der Jaemthund braucht enorm viel Auslauf und muss nicht nur körperlich, sondern auch geistig beschäftigt werden. Ein Leben in mitten einer Stadt in einer Wohnung ohne Garten wäre kein artgerechtes Leben für den Jaemthund.

Für die Haltung solltest Du an Stadtrand wohnen oder zumindest über ein Haus mit großem Garten verfügen. Wenn Du Deinen Jaemthund nicht jagdlich führen kannst oder möchtest, braucht er eine sinnvolle Ersatzbeschäftigung.

Als Möglichkeiten bieten sich hier die Rettungshundeausbildung, Hundesport wie Agility oder lange Wanderungen, Radtouren oder Schlittenziehen. Schlittenziehen kannst Du mit Deinem Jaemthund nicht nur im Winter, im Sommer kannst Du einen Wagen benutzen oder Deinen Jaemthund einen Hunderoller ziehen lassen.

Bei höheren Temperaturen musst Du allerdings darauf achten, dass Du die sportlichen Aktivitäten mit Deinem Jaemthund in die frühen Morgenstunden oder auf Abends verlegst.Durch die dichte Unterwolle und durch seine Herkunft aus dem rauen Norden verträgt der Jaemthund Wärme nicht gut. 

Erziehung und Pflege

Der Jaemthund ist ein selbstständig agierender, unabhängiger Hund. Das macht die Erziehung recht schwierig. Der Jaemthund hinterfragt Deine Erziehungsmethoden, ständige Wiederholungen bestimmter Übungen, die bei anderen Rassen gut funktionieren, löst bei dem Jaemthund im besten Falle Langeweile oder Sturheit aus.

Vom sogenannten „Kadavergehorsam“ manch einer Hunderasse hält der Jaemthund nicht viel. Das ist aber nicht verwunderlich, denn der Jaemthund wurde auf eigenständiges Handeln gezüchtet und jagt seit tausenden von Jahren auf sich gestellt in den ursprünglichen Wäldern Schwedens. Für Hundeunerfahrene „Anfänger“ ist der Jaemthund daher nicht geeignet.

Mit kurzen, konsequenten Übungseinheiten kannst Du ihm auf liebevolle, sanfte Art alle Kommandos beibringen, denn der Jaemthund ist sehr klug und verfügt über eine rasche Auffassungsgabe. Der Jaemthund neigt auch dazu, andere Hunde dominieren zu wollen. Damit Hundebegegnungen nicht in Beißereien ausarten, musst Du Deinen Jaemthund schon so früh wie möglich sozialisieren. 

Pflege

Für die Pflege reicht ein doppelzinkiger Kamm, um die lose Unterwolle zu entfernen. Das sollte allerdings regelmäßig geschehen, um das verfilzen der Unterwolle zu verhindern. Während des Fellwechsels haart der Jaemthund extrem, Du kannst ihm durch tägliches Kämmen allerdings schnell durch den Fellwechsel helfen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Jaemthund ist ein robuster, ursprünglich gezüchteter Hund. Da auch diese Rasse nie ein Modehund wurde, blieb auch der Jaemthund weitgehend von Erbkrankheiten verschont. Eine Garantie ist natürlich nie gegeben, aber mit der richtigen Haltung, Ernährung und Pflege kann der Jaemthund ein langes und gesundes Leben führen.

Lebenserwartung des Jaemthund

Die Lebenserwartung des Jaemthund liegt im Durchschnitt bei 13 bis 15 Jahren.

Jaemthund kaufen

Da der Jaemthund in Deutschland nicht zu bekanntesten Rassen gehört, gibt es auch nicht so viele Züchter dieser wundervollen, nordischen Jagdhundrasse. Auf der Webseite des VDH – dem Verband des deutschen Hundewesens – findest Du Adressen von Jaemthund Züchtern.

Die Suche nach einem Jaemthund Welpen kann allerdings recht lange dauern. Eingetragene Vereine für Nordische Hunde können Dir ebenfalls mit Adressen von guten Züchtern auch in Schweden weiterhelfen. Solltest Du in Erwägung ziehen, einen Jaemthund über eine private Kleinanzeige zu kaufen, schau Dir den Züchter, die Elterntiere und die Stammbäume der Eltern genau an.

Entscheidungshilfe

Der Jaemthund ist ein mutiger, kräftiger und furchtloser Hund. Er benötigt viel Auslauf und sollte auch geistig gut ausgelastet werden. Wird der Jaemthund täglich Rasse gerecht ausgelastet, kann er auch in Wohnungen gehalten werden. Am wohlsten fühlt sich der Jaemthund allerdings auf dem Land, in einem Haus mit großem Garten, wo er nach Belieben herumtollen kann.

Der Jaemthund ist zwar kein Kläffer, aber sehr bellfreudig, was unter Umständen zu Problemen mit den Nachbarn führen kann. Durch seine Bewegungsfreude wird er allerdings Personen empfohlen, die den Jaemthund entweder jagdlich führen oder ihm eine passende Ausgleichsbeschäftigung bieten können. Er bindet sich stark an seinen Besitzer, ist freundlich und ist kinderlieb.

Fremden gegenüber ist er anfangs skeptisch, dabei aber nie aggressiv. Wird der Jaemthund frühzeitig daran gewöhnt, akzeptiert er auch andere Haustiere in seinem Umfeld. Durch sein eigenständiges Handeln und Denken benötigt der Jaemthund einen erfahrenen, selbstbewussten Halter, der ihn aber niemals mit Zwang oder gar Gewalt erziehen möchte.

Wenn Du also gerne in der Natur bist, selbst bewegungsfreudig und Deinem Hund entweder die Jagd oder regelmäßigen Hundesport bieten kannst und über Hundeerfahrung verfügst, bekommst Du mit einem Jaemthund einen treuen und zuverlässigen Partner an Deiner Seite.

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