„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Er gehörte zu Loriot wie die Nudel im Restaurant: der Mops. Er gilt als eine der umstrittensten Hunderassen. Nicht nur kämpft er mit vielen Vorurteilen des Modehundes, auch mit Überzüchtungen der Menschen. Sein liebevoller und anhänglicher Charakter rückt daher oft in den Hintergrund. Hier findest du alle Infos rund um die Rasse Mops.

Daten des Mops

FCI: Gruppe 9, Sektion 8, Standard 253

Namen: Mops, Pug, Carlin, Doguillo, Dutch Bulldog

Größe: 25 bis 30 cm

Gewicht: 6,3 bis 8,1 kg

Alter: bis 15 Jahre

Welpenpreis: ab 950 € vom Züchter

 

Aussehen des Mops

Mit einer Schulterhöhe von etwa 25-30cm und einem Gewicht zwischen 6 und 8kg gehört der Mops zu den kleineren seiner Art. Bei falscher Haltung wird Übergewicht oft zu einem Problem. Sein Körperbau wirkt kompakt und fast quadratisch. Das Fell des Mopses ist kurz, glatt, glänzend und in drei Farben vorzufinden. Einmal die typisch beige-schwarze Färbung, in grau oder in ganz schwarz.

Der Mops ist bekannt durch sein faltiges, rundes Gesicht mit großen Augen und kleinen Ohren. Er hat meist eine sehr kurze Schnauze, wobei mittlerweile der züchterische Trend wieder in Richtung der längeren Schnauze geht, um den Tieren das Atmen zu erleichtern. Wie bei allen kurzschnauzigen Hunden kann es auch beim Mops zu einem mehr oder weniger starken Röcheln kommen. Besonders im Schlaf schnarchen Möpse ziemlich stark. Auch bei normaler Bewegung ist oft ein Atemgeräusch zu hören. Sie sollten daher bei der Auswahl des Züchters Wert auf eine relativ lange Schnauze legen.

 

Geschichte

Es wird davon ausgegangen, dass der Mops aus dem alten China von vor 2000 Jahren stammt. Dort wurde er aus Doggen-Rassen gezüchtet. Er galt als „Kaiserhund“ und wurde ausschließlich von Monarchen gehalten. Später wurde der Mops durch Händler in den Niederlanden eingeführt. Hier wurde er besonders bei den aristokratischen Damen schnell beliebt. Königin Viktoria hielt sich ein ganzes Mopsrudel. Seither wurde der Mops ein beliebtes Mode-Accessoire und Statussymbol.

Allerdings begann die Rasse damals zu degenerieren, da er in den Salons kein artgerechtes Leben führen konnte. Ende des 19. Jahrhunderts ging das Interesse an dem Hund zurück. Besonders durch Überzüchtungen und damit verbundenen gesundheitlichen Problemen ließ das Interesse stetig nach. Gegenwärtig erlebt er jedoch wieder ein Revival – ob im privaten Haushalt oder bei Men in Black.

 

Charakter

Entgegen seines Aussehens darf man im Mops keinen trägen, faulen oder völlig phlegmatischen Hund sehen. Im Gegenteil: Er ist ein lustiger, fröhlicher Hund und immer zu einem Spaß aufgelegt. Möpse wurden nie für einen besonderen Zweck gezüchtet. Sie sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich in einer Familie mit Kindern genauso wohl wie bei einer Einzelperson.

Bei der Erziehung können sie durchaus mal einen gewissen Sturkopf zeigen. Denn sie machen gerne das, was sie möchten. Mit etwas Konsequenz lässt sich aber auch ein Mops zu einem guten Begleiter erziehen. Bei der Erziehung wird man besonders auf Bestechung in Form von Futter zurückgreifen, denn das ist ihre Schwäche.

Aufgrund ihrer Größe und ihres nicht allzu ausgeprägten Bewegungsbedürfnisses kann man Möpse auch gut in einer kleineren Wohnung halten. Außerdem sind sie im Allgemeinen keine Kläffer oder Beller, was ihre Nachbarn vermutlich sehr zu schätzen wissen. Auf seine täglichen Spaziergänge besteht der Mops trotzdem. Gemütliche Rundgänge mit ausgedehnten Schnüffelmöglichkeiten sind ihm am liebsten. Der Mops ist kein Hund, mit dem man Sport machen kann. Für das am Fahrrad, beim Reiten oder Joggen mitzulaufen ist er körperlich nicht ausgerüstet. Trotzdem sind ausreichend Bewegung und geistige Herausforderungen wichtig für seine Fitness und Gesundheit. Gerade in jungen Jahren kann so ein Mops aber auch mal ganz schön aufdrehen und seine 5 Minuten haben, in denen er gerne wild mit anderen Hunden spielt oder einem Ball hinterhersaust.

Wasser, Balancier- und Apportierspiele und ausgiebiges Buddeln mag er besonders gerne. Auch erklimmt er gerne mal erhöhte Punkte wie das Sofa. Treppensteigen dagegen ist für seine Gelenke eher ungesund. Grundsätzlich ist der Mops aufgeschlossen. Er liebt Menschen und andere Hunde. Oft lassen sie sich gerne auch von Fremden streicheln und begrüßen. Durch sein sensibles und friedliches Wesen eignet sich der Mops auch als Therapiehund. Seine kompakte Größe und das knuffige Aussehen mit großen Kulleraugen werden durch Klugheit und Anhänglichkeit ergänzt.

Zum Wachhund ist der Mops durch seine Verträglichkeit mit anderen Lebewesen nicht geeignet. Doch er hat eine ganz andere Fähigkeit. Der Mops ist der perfekte Gesellschaftshund. Die Anhänglichkeit und das Bedürfnis nach Körperkontakt erweist sich als absolut sozial verträglich. Besonders Kinder und Senioren erfreuen sich oft an dem quirligen Hund.

 

Pflege

Die Pflege der Hunderasse ist anspruchsvoller als die der anderen. Regelmäßiges Fellbürsten ist bei allen Hunden notwendig, so auch beim Mops. Aufwendig ist die Gesichtspflege. Hier müssen alle Hautfalten sauber gehalten und gepflegt werden. Für die Ohren gibt es spezielle Pflegemittel, die beim Tierarzt erworben werden können. Die regelmäßige Reinigung von Augen und Nase ist ebenfalls Pflicht.

Besonders wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Bewegung. Möpse neigen zu Übergewicht, welches eventuelle Atemprobleme verschlimmern kann.

Gesundheit und Lebenserwartung

Ursprünglich waren Möpse robuste Hunde. Leider brachte die extreme Züchtung in den letzten Jahren Auffälligkeiten mit sich. Möpse kämpfen nun verstärkt mit Atemproblemen, Augenproblemen, Zahnschmerzen und Herzkrankheiten. Daher stehen heute viele skeptisch der Mopszucht gegenüber. Durch ein flaches Seitenprofil und eine dicke Nasenfalte haben überzüchtete Möpse Probleme bei der Atmung. Gerade diese Atemschwierigkeiten äußern sich häufig nicht einfach nur in dauerndem leisen Röcheln oder lautem Schnarchen. Viele Möpse müssen im Lauf ihres Lebens ein- oder mehrmals an den Atemwegen operiert werden. Diese sind sehr klein und schwellen irgendwann derart zu, dass die armen Tiere wirklich um jeden Atemzug ringen müssen. Normales Spazierengehen kann dann schon zur Qual werden. Eine OP ist dann unvermeidbar. Allerdings bringt diese dann auch wieder Schmerzen für den Hund und für den Halter hohe Kosten mit sich.

Viele Tierärzte raten daher mittlerweile völlig davon ab, überhaupt einen Hund der sogenannten brachycephalen Rassen (kurzschnäuzig) zu kaufen. Dies wäre vor allem wichtig, um ein Signal an die Züchter zu geben, das mit diesen Hunden kein Geld mehr verdient werden kann. Mittlerweile geht der Trend in der Züchtung wieder zu ausgeprägteren Nasen, doch bis man hier wieder von einer gesunden Rasse sprechen kann, wird es noch einige Jahre dauern.

Daher empfiehlt es sich, keinen überzüchteten Mops mit zu engen Atemwegen und eingefallener Schnauze zu kaufen. Eine Alternative bietet der Retro- oder Sportmops. Hier unterstützt ihr die Rückzüchtung und unbeschwerte, glückliche Hundeleben.

Retro- oder Sportmops

Für sogenannte Retromöpse werden Möpse mit anderen Rassen, zum Beispiel Jack Russel Terrier oder französische Bulldoggen gekreuzt. Sie profitieren von deutlich längeren Schnauzen und längeren Beinen. So können sie freier atmen und sind allgemein sportlicher. Die Hunde haben einen Mopsanteil von mindestens 50%. Die Nasenfalte, die sonst die meisten Probleme verursacht, ist hier absolut unerwünscht. Der Retromops richtet sich nach dem Erscheinungsbild des Mopses um 1900 und wird dahin „zurückgezüchtet“.

 

Kosten

Ein Mops kostet in seiner Anschaffung  etwa 900€. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren wie Züchtung, Reinrassigkeit oder bereits getätigte Impfungen wichtige Rollen. So kann der Preis noch variieren. Die laufenden Kosten sind je nach Tier abzuschätzen. Kauft man sich einen anfälligen Mops mit platter Nase und geschwollenen Atemwegen, werden Operationen zum größten Kostenfaktor. Hier kommen schnell 3000 bis 8000€ zusammen. Bei solchen Mopsarten können Hundekrankenversicherungen oder Hunde-OP Versicherungen sehr sinnvoll sein. Bei gesunden Hunden beschränken sich die Kosten auf:

  • Futter
  • Impfungen
  • Entwurmung
  • Tierarztkosten
  • Hundesteuer
  • Hundeversicherungen

Einmalige Kosten berechnen sich aus:

  • Leinen und Geschirre
  • Spielzeug
  • Hundekorb
  • Transportboxen
  • Hundeschule

Tipps beim Kauf

Generell empfiehlt es sich, Hunde bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Ist dieser an eurer Person interessiert und stellt euch viele Fragen, ist dies meist ein gutes Zeichen. Er zeigt, dass er sichergehen möchte, dass sein Schützling bei euch gut aufgehoben ist. So wird er vermutlich auch vorher mit den Welpen und den Hunden umgegangen sein.

Kaufinteressenten sollten vom Züchter eine Beratung und nicht einen Welpen aufgeschwätzt bekommen. Wenn die Zucht durch einen Verein durchgeführt wird, unterliegt er gewissen Kontrollen und Auflagen. Hier könnt ihr überprüfen, ob sie durchgeführt wurden. So könnt ihr die Seriosität feststellen. Zuchttiere werden demnach gesundheitlich untersucht und entsprechen dem jeweiligen Standard. Die Welpen sollten bei Abgabe entwurmt, gechipt und geimpft sein.

Bei Züchtungen sind Sozialisation und Gewöhnung an andere Tiere meist Alltag, was euch bei der Erziehung später sehr helfen kann. Ein weiteres gutes Zeichen für einen vertrauensvollen Züchter wird sein, ob ihr die Eltern der Welpen sehen könnt. Ein stolzer Züchter wird euch gerne die Mutterhündin, sowie den Deckrüden zeigen. Hier kann man auch gleich das Verhalten der Hunde beobachten, wie sie auf den Züchter reagieren.

Sind die Hunde artgerecht untergebracht und wirken gesund, steht einem Kauf von dem ausgewählten Verein oder Züchter nichts entgegen. Schaut euch die Welpen und auch die anderen Hunde genau an. Wirken sie mopsfidel, gesund und aktiv sind dies gute Zeichen. Sind Augen oder Ohren verklebt, atmen sie schwer oder wirken die Hunde schlapp oder gar verängstigt, solltet ihr diese Hunde nicht kaufen.

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