Hannoveraner

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Größe:
160 – 185 cm
Gewicht:
530 – 760 kg
Herkunft:
Deutschland
Lebensdauer:
20 – 30 Jahre
Farbe:
Braune, Rappen, Schimmer und Füchse
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Kräftig
Körper
Ausgeprägte Muskulatur
Gang
Sportlich, schwungvoll
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Hannoveraner gehören wohl auf der ganzen Welt sowohl zu den bekanntesten als auch am meisten verbreiteten Warmblütern.

Im Dressur-, Vielseitigkeits- sowie Springreiten genießen diese eleganten Pferde eine überaus große Beliebtheit. In diesem Portrait erfährst Du alles Wissenswerte über Hannoveraner.

Rassebeschreibung

Eine ausgeprägte Eigenschaft ist bei dieser Rasse eine ausgeprägte Muskulatur sowie eine hohe Lernbereitschaft. Der Körperbau lässt sich als rechteckig mit klaren Konturgebungen beschreiben.

Aufgrund der Einkreuzung mit anderen Rassen verfügen Hannoveraner bereits in jungen Jahren über einen edlen und gleichermaßen trockenen Kopf, welcher in einem Hals mit gut ausgeprägter Muskulatur mündet.

Darüber hinaus sind die Warmblüter für freundlichen Blick, der sich durch achtsame und offene Augen kennzeichnet, bekannt. Im Rahmen der kontrollierten Zucht ist eine Widerristhöhe von 165 Zentimetern angestrebt.

Hannoveraner sind zudem überwiegend als Rappen, Braune, Schimmel oder Füchse vorzufinden. Das Langhaar der Pferde ist überaus gut ausgebildet und rundet das Erscheinungsbild ab.

Wegen ihres ausgeglichenen Wesens und ihrer unkomplizierten Art sind Hannoveraner beliebte Pferde, die außerdem durch eine hohe Leistungsbereitschaft sowie Intelligenz stets im Reitsport zu überzeugen wissen.

Diese Eigenschaften begründen sich auch heute noch in der Tatsache, dass die Hannoveraner früher als Arbeitspferd beim Militär zum Einsatz kamen.

Herkunft und Rassegeschichte

Der wohl bedeutendste Schritt der Hannoveraner-Zucht ereignet sich im Jahr 1735 mit der Gründung des Landesgestüts in Celle. Dort begann erstmals eine strenge Kontrolle über die Zuchtabfolge der Hannoveraner.

Im Rahmen der Zucht wurden zunächst Stuten ansässiger Landwirte mit 13 Holsteiner Hengsten gekreuzt. Die Tiere fanden anschließend als Arbeitstiere und im späteren Verlauf der Geschichte auch immer wieder als Militärpferde Verwendung.

In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts wurden vorrangig Hannoveraner Stuten mit englischen Vollbluthengsten gekreuzt. Hierbei war es das Ziel, der ohne begehrten Rasse noch mehr Adel, Robustheit und Schwung zu verleihen.

Mit dem Einzug der Industrialisierung sank die Nachfrage nach diesen Pferden erheblich. Erst durch den boomenden Reitsport konnte sich diese edle Rasse wieder etablieren.

Kreuzungen zwischen Vollblütern und Trakehnern ermöglichten die Zucht weg vom Arbeitspferd hin zu einem modernen Sportpferd.

Auch wenn die Zucht von Hannoveranern inzwischen auf der ganzen Welt stattfinden, liegt ihr historischer Ursprung zwischen Elbe, Ems und Weser.

Aussehen des Hannoveranerns

Hannoveraner

Hannoveraner sind meist an ihrem großen und gerade Kopf zu erkennen. Der Hals ist vergleichsweise etwas längere als bei anderen Pferderassen. Neben einem tiefen, breiten Rumpf besitzen Hannoveraner außerdem einen langen Rücken sowie einen stark ausgeprägten Rist.

Die Kruppe (zwischen Hüfte und Schweifansatz) ist bei dieser Rasse hin und wieder flach und kantig. Die Pferde haben voluminöse Hufe sowie kräftige Gliedmaßen mit trockenen und starken Gelenken.

Aus moderner Sicht betrachtet verkörpern Hannoveraner das Ideal eines Sportpferdes. Insbesondere im Leistungsreitsport sind die Tiere aus dem Dressur- und Springbereich nicht mehr wegzudenken.

Die heutige Zucht zeichnet sich dadurch aus, dass großer Wert auf ein fehlerfreies und korrektes Aussehen gelegt wird.

Die Kruppe (zwischen Hüfte und Schweifansatz) ist bei dieser Rasse hin und wieder flach und kantig. Die Pferde haben voluminöse Hufe sowie kräftige Gliedmaßen mit trockenen und starken Gelenken.

Aus moderner Sicht betrachtet verkörpern Hannoveraner das Ideal eines Sportpferdes. Insbesondere im Leistungsreitsport sind die Tiere aus dem Dressur- und Springbereich nicht mehr wegzudenken.

Die heutige Zucht zeichnet sich dadurch aus, dass großer Wert auf ein fehlerfreies und korrektes Aussehen gelegt wird.

Charakter und Wesen

Aufgrund ihres liebevollen und freundlichen Wesens sind Hannoveraner beliebte Reit- bzw. Dressurpferde. Sobald die Pferde vertrauen zu ihrem Besitzer gefasst haben, folgen sie diesem gerne überall hin.

Besonders deutlich wird ihre Charakterstärke im Springreiten, wo sie ihrem Selbstbewusst und ihrem Bewegungsdrang vollkommen freien Lauf lassen können.

Selbst in schwierigen Situationen bleiben Hannoveraner üblicherweise überaus nervenstark und dennoch Sensibel für ihren Reiter. Es gibt somit kaum Herausforderungen, der sie sich nicht gewachsen sehen.

Insgesamt können Hannoveraner als anhängliches Wesen beschrieben werden, welche ihrem Besitzer gegenüber Loyal eingestellt sind.

Haltung und Ernährung

Für die optimale Leistungsfähigkeit bei allen gestellten Aufgaben/Anforderungen, benötigen Hannoveraner optimale Haltungs- und Ernährungsbedingungen.

Grundsätzlich stellt die Rasse keine besonderen Ansprüche und zeichnet sich vielmehr durch ihre Genügsamkeit aus.

Haltung

Hannoveraner sind unkompliziert in der Haltung. Wie jede andere Pferderasse, benötigen auch Hannoveraner jede Menge Platz und Bewegung.

Dem tief verwurzelten Leistungswillen sollten Besitzer gerecht werden, indem sie Hannoveraner sowohl körperlich als auch geistig möglichst oft auslasten.

Für sein Wohlbefinden benötigt er also viel Beschäftigung durch Bodenarbeit, spielerische Elemente sowie ausgiebige Ausritte in die freie Natur.

Spezielle Ansprüche im Hinblick auf die Haltung und Pflege gibt es seitens dieser genügsamen Tiere nicht.

Ernährung

Als Herdentier ist der Kontakt mit Artgenossen verpflichtend. Darüber hinaus benötigt das Pferd ausreichend viel Zeit auf der Weide und gutes Futter, welche die notwendigen Nährstoffe transportiert.

Allerdings gelten Hannoveraner als „leichtfuttrig“ und sollten aus diesem Grund bei einem normalen Arbeitspensum nicht zu viel Kraftfutter erhalten.

Qualitativ hochwertiges Raufutter (Heu und Stroh) sollte hingegen in ausreichend großer Menge bzw. in den üblichen (Tages-)Rationen stets zur Verfügung stehen.

Auslauf und Bewegung

Während Hannoveraner im Hinblick auf Haltung und Ernährung überaus genügsame Zeitgenossen sind, stellen sie hingegen in Sachen Bewegung erhebliche Ansprüche an ihre Besitzer.

Hannoveraner gelten seit jeher als Arbeits- und Leistungspferde, die einen tiefen Bewegungsdrang in der Reithalle sowie auch im freien Gelände verspüren. Hin und wieder kann es vorkommen, dass Du einem überaus temperamentvollen Hannoveraner begegnest, wenn dieser an den vorhergegangenen Tagen zu wenig Auslauf erhalten hat.

Sehr wahrscheinlich ist es, dass Hannoveraner bei mangelnder Bewegung sowohl gesundheitliche als auch psychische Erkrankungen erleiden.

Eine weit verbreitete psychische Störung ist bei nahezu allen Pferden das sogenannte „Weben“ (hin und her wippen), was unter anderem durch zu wenig Aufmerksamkeit oder körperliche Arbeit auftreten kann.

Erziehung und Pflege

Von Beginn an ist es wichtig, die charakterlichen Eigenschaften von Hannoveranern Schritt für Schritt zu fördern und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, sich ihrer Fähigkeiten spielerisch bewusst zu werden.

Auf dieser Basis sorgt die Ausgeglichenheit dieser Rasse dafür, dass sie in einem großen Umfang leistungsbereit und ebenso lernfähig ist. Auf Erziehung und Pflege gilt es also, ein besonderes Augenmerk zu legen.

Erziehung

Hannoveraner sind überaus lehrreiche Pferde, die sich stets für neue und herausfordernde Aufgaben interessieren. Wer um die besonderen Eigenschaften der Tiere weiß, kann diese gezielt fördern und ausprägen.

Bei richtiger Erziehung können Hannoveraner nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Besitzer in einen Zustand von Ruhe und Gelassenheit versetzen. Deutlich wird diese Stärke vor allem beim Springsport und bei Dressurturnieren.

Pflege

Das tägliche Striegeln und Bürsten des Fells sowie das Auskratzen der Hufe ist bei Hannoveranern obligatorisch.

Grundsätzlich lässt sich der Haltung-, Ernährungs- und Pflegestand bei Hannoveranern an ihrem glänzenden Fell, der Form der Augen sowie an der Muskelstruktur sehr gut erkennen.

Außerdem stärkst Du durch regelmäßige Pflegeeinheiten Deine Bindung zu dem Tier. Schließlich sind Pferde überaus soziale Zeitgenossen, welche das gegenseitige Beknabbern oder Berühren als eine Form der sozialen Interaktion verstehen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Erkrankungen, die bei Hannoveranern besonders oft vorkommen, sind bislang nicht bekannt. Allgemeine und gängige Pferdekrankheiten entstehen bei dieser Rasse durch unsachgemäße Fütterung oder Haltung.

Ist beispielsweise das Nährstoffangebot im Verhältnis zur erbrachten Leistung zu groß, schadet dies dem Pferd. Verdauungsstörungen und schwerwiegende Koliken können dann die Folge sein.

Durch den vermehrten Einsatz im Leistungsreitsport sind zudem frühzeitige Verschleißerscheinungen an Bändern und Sehnen sowie Arthrose-Bildung in Gelenken bei Hannoveranern verhältnismäßig häufig anzutreffen.

Lebenserwartung des Hannoveraners

Hannoveraner

Die Lebenserwartung von Pferderassen kann kaum unterschiedlicher sein. Während Ponys und sogenannte Robustrassen bis zu 40 Jahre alt werden können, bewegt sich die durchschnittliche Lebenserwartung bei Pferden größtenteils bei 20 bis 25 Jahren.

Ein Lebensalter in Höhe von 30 Jahren gilt weitestgehend als Ausnahme. Hannoveraner sind als Warmbluter ab fünften Lebensjahr ausgewachsen und können zwischen 20 und 30 Jahre alt werden.

Hannoveraner kaufen

Wenn Du Dich für den Kauf eines Hannoveraners entscheidest, muss Du Dich mit einer enormen Preisspanne zwischen 2.000 Euro und 120.000 Euro auseinandersetzen.

Zwischen diesen beiden Summen kann jeder Preis mehr oder weniger gerechtfertigt sein.

Folgende entscheidende Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf den Kaufpreis für einen Hannoveraner jedweden Alters:

  • Renomme des Gestüts
  • Gesundheitszustand und Alter des Pferdes
  • Abstammung
  • Ausbildung
  • Turniererfolge
  • Grund des Verkaufs
  • Alter

Entscheidungshilfe

Zweifelsfrei gehören Hannoveraner aufgrund ihrer charakteristischen Eigenschaften sowie großartiger Turniererfolge seit jeher zu den beliebtesten Rassen weltweit.

Ihr anmutiges Erscheinungsbild gepaart mit wunderbar offenen Augen sowie ihrer sozialen Intelligenz gegenüber ihrer Artgenossen sowie dem Menschen machen Hannoveraner für die viele Freunde des Reitsport nahezu unwiderstehlich.

Die über Jahrhunderte verfeinerte Zucht sorgt zudem dafür, dass Hannoveraner heutzutage einen hohen Stellenwert auf der ganzen Welt genießen.

Wegen ihrer gelehrigen Art, die im Idealfall von Geburt an des Hannoveraners ständiger Begleiter sind, eignen sich die Pferde für Anfänger und fortgeschrittene sowie professionelle Reiter.

Verschiedene Lektionen erlernt dieser loyale Begleiter gefühlt über Nacht. Mit seinem Besitzer/Reiter möchten Hannoveraner eine innige Bindung eingehen, um selbstbewusst auch die schwersten Situationen meistern zu können.

Wenn Du Dich also für einen Hannoveraner entscheidest, dann solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du einen Freund fürs Leben kaufst. Dieser möchte die gleiche Wertschätzung erhalten, wie Du sie von Ihm erwartest.

Wenn Du sein treuer Begleiter bist, ihm die notwendige Aufmerksamkeit durch tägliche Pflege und Haltung zukommen lässt, wird Dich ein Hannoveraner mit Freundschaft und Zuneigung belohnen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie alt werden Hannoveraner?

Hannoveraner können zwischen 20 und 30 Jahre alt werden.

Wie viel kostet ein Hannoveraner Pferd?

Ein junger Wallach ist bereits ab 5.000 Euro erhältlich. Ausgebildete Jungpferde kosten zwischen 20.000 und 40.000 Euro.

Was wiegt ein Hannoveraner Pferd?

Im Durchschnitt wiegt es 650 kg.

Quellen

https://www.das-tierlexikon.de/hannoveraner/ https://magazin.ehorses.de/pferderassen/hannoveraner/ 

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Kommentare

  1. Pingback: Kinsky

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