Connemara

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Größe:
128 – 148 cm
Gewicht:
350 – 400 kg
Herkunft:
Irland
Lebensdauer:
25 – 35 Jahre
Farbe:
Schimmel, Falben, Braune, Isabellen
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Gerade, kräftig
Körper
Rechteckig
Gang
Alle Grundgangarten
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Überlegst Du Dir, ein Pony zu kaufen? Dann hast Du die Wahl zwischen vielen unterschiedlichen Rassen. In diesem Artikel findest Du eine Fülle von Informationen über das Connemara Pony und seine Besonderheiten.

Rassebeschreibung

Connemara Ponys sind eine irische Pferderasse. Üblicherweise werden sie als Ponys bezeichnet, obwohl die größten Vertreter die Größe eines Kleinpferdes erreichen.

Sie gelten als besonders ausgeglichen und gelehrig. Manche Züchter behaupten, einem Connemara könne man alles beibringen. In ihrer irischen Heimat werden die robusten Pferde seit Langem für die Feldarbeit und für das Ziehen von Karren oder Kutschen eingesetzt.

Außerdem eignen sie sich hervorragend als Reittiere in unwegsamem Gelände. Inzwischen sind Connemaras aus allen Sparten des Reitsports nicht wegzudenken. Connemaras haben in der Regel ein Stockmaß zwischen 128 cm und 148 cm.

Gelegentlich werden sie noch größer. Damit sind sie als Reitpferd für Kinder, Jugendliche und nicht allzu schwere Erwachsene geeignet. Auffallend ist ihr gut proportionierter Körperbau. Im Vergleich mit anderen Ponyrassen von den Britischen Inseln ähneln sie eher einem kleinen Warmblut als einem typischen halbwilden Pony.

Sie sind gut bemuskelt und haben kräftige Knochen. Ihre wachen Augen und ihr lebhaftes Ohrenspiel verraten stetiges Interesse an ihrer Umgebung.

Ein dichtes Fell erlaubt den Tieren, mit Wind, Kälte und Nässe gut zurechtzukommen. Das Langhaar besteht aus einem gut ausgeprägten Stirnschopf, langer Mähne, buschigem Schweif und mittellangem Kötenbehang.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Heimat der Connemaras liegt in der gleichnamigen Region im Westen Irlands. Sie erstreckt sich westlich von Lough Corrib bis zur Atlantikküste. Skandinavische Ponys, die mit den Wikingern nach Irland kamen, sind vermutlich die Vorfahren der heutigen Ponyrasse.

Es ist anzunehmen, dass bereits die Kelten mit der Zucht und Weiterentwicklung begannen. Ab dem Jahre 1588 könnten sich einige der wilden Ponys mit spanischen Reitpferden gepaart haben, die den Untergang der spanischen Armada überlebten und in Irland an Land kamen.

Veredelungsversuche mit Arabern und englischen Vollblütern im 18. Jahrhundert führten schließlich dazu, einen einheitlichen Zuchtstandard für die Connemara-Rasse zu definieren.

Zuchtgeschichte der Connemaras

1923 wird in Clifden in der Grafschaft Galway die Connemara Pony Breeders‘ Society gegründet. Ziel ist, Zuchtstandards festzulegen und durch eine sorgfältige Auswahl von Stuten und Hengsten eine eigenständige, leistungsfähige Ponyrasse zu züchten.

Ein Jahr später findet die erste Connemara Pony Show statt. 1926 wird das Zuchtstammbuch mit den Daten von 9 Hengsten und 93 Stuten angelegt. In den folgenden Jahrzehnten steigt die Anzahl der registrierten Tiere kontinuierlich an.

1999 sind es bereits über 1000 Hengste und mehr als 11600 Stuten. Im internationalen Sport machen Connemara Ponys mit außergewöhnlichen Leistungen auf sich aufmerksam.

Ein berühmtes Beispiel ist Stroller, der bei den Olympischen Spielen 1968 die Silbermedaille gewann und 1970 den anspruchsvollen Parcours des Deutschen Spring-Derbys ohne Fehler absolvierte.

Internationale Connemara-Zucht

Das Connemara Pony ist weit über die Grenzen Irlands hinaus bekannt. Auf den Britischen Inseln sind die vielseitigen Pferde seit Jahrhunderten beliebt und überall auf Pferdeschauen und Turnieren zu sehen.

Zudem gelten sie als ausdauernde Jagdponys. Europaweit wird das Connemara gerne im Turniersport eingesetzt. Es verfügt über ein ausgezeichnetes Springtalent und eignet sich für fortgeschrittene Dressuraufgaben.

In Deutschland finden sich Mitte der 60er Jahre die ersten Züchter, die an der Rasse interessiert sind. Seitdem haben sich die attraktiven Ponys auch hier etabliert. Die Zuchtstandards orientieren sich an den denen des irischen Ursprungszuchtbuchs.

Im außereuropäischen Bereich gibt es Connemara-Zuchtverbände beispielsweise in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien sowie Neuseeland.

Aussehen des Connemaras

Connemara

Der Zuchtstandard gibt eine Reihe von Merkmalen vor, die ein Connemara Pony erfüllen soll. Dazu zählt ein klar gezeichneter Kopf von mittlerer Länge mit breiter Stirn. Connemaras sollen einen eher hoch angesetzten, kräftigen Hals ohne auffallenden Kamm haben, der sich nach oben verjüngt.

Ihr Körperbau ist rechteckig. Die Beine sind gerade und kräftig, haben kurze Röhren und ausgeprägte Gelenke. Ein kräftiger Rücken, eine schräge Schulter und genügend Ellenbogenfreiheit sind ideal für den Einsatz beim Sport.

Zum Zeitpunkt der Eintragung muss die Widerristhöhe zwischen 128 cm und 148 cm liegen. Durch die Einflüsse anderer Pferderassen gibt es leichtere und schwerere Typen des Connemaras.

Sie lassen sich grob wie folgt einteilen:

Clifden-Typ

Diese Connemaras entsprechen dem ursprünglichen Ponytyp.

Östlicher Typ (Eastern-Type)

Hierbei handelt es sich um einen relativ zierlichen Ponytyp, der von Arabischem Vollblut beeinflusst ist.

Irish-Draught-Typ

Bei diesem schwereren Typ zeigen sich Einflüsse der irischen Zug- und Arbeitspferderassen.

Connemara Ponys werden in allen Farben gezüchtet. Besonders häufig sind Schimmel und Falben. Daneben gibt es Braune. Füchse und Rappen sind selten. Pinto-Färbungen und Schecken sind nicht erwünscht.

Zu den auffallenden Farben zählen:

  • Isabelle, Palomino (Englisch meist: cream)
  • Braunisabelle (Englisch: buckskin)
  • Stichelhaarig (Englisch: roan)

Charakter und Wesen

Das Connemara Pony ist als äußerst zuverlässig und ausgeglichen bekannt. Die Tiere eignen sich deswegen hervorragend als Kinderponys und geduldige Schulpferde.

Für den Turniersport sind ihre Ausdauer, Trittsicherheit, Intelligenz sowie Leistungsbereitschaft besonders wichtig. Bei guter Pflege und artgerechter Haltung zeigen sie sich gelassen und menschenbezogen.

Wenn Du Dich für ein Connemara Pony entscheidest, ist es wichtig, für ausreichend Bewegung und Beschäftigung zu sorgen. Die Rasse ist seit ihren Anfängen als leistungsfähiges Arbeits- und Jagdpferd gedacht.

Das Leben in einer Box im Reitstall mit maximal einer Stunde Bewegung pro Tag reicht nicht aus. Damit die Tiere sich wohlfühlen und ausgeglichen bleiben, brauchen sie Abwechslung, Auslauf sowie viel Kontakt zu Menschen und Artgenossen.

Haltung und Ernährung[

Connemaras sind eine genügsame, robuste Ponyrasse. Bei der Unterbringung hast Du verschiedene Möglichkeiten.

Boxhaltung

Ein Reitstall bietet Deinem Pony zwar viel Schutz, aber die klassische Reitstallbox ist für ein Connemara nicht die ideale Lösung. Meist sind die Wände zu hoch und verhindern den Kontakt mit anderen Tieren.

Die aufgeweckten Connemaras langweilen sich und können Unarten entwickeln. Deshalb solltest Du bei Boxenhaltung für viel Auslauf sorgen und Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten.

Falls Du nicht genügend Zeit dafür hast, kannst Du Dich nach einer zuverlässigen und erfahrenen Reitbeteiligung umsehen. Wenn der Stall im Sommer Weidegang anbietet, ist es wichtig, Dein Pony allmählich daran zu gewöhnen.

Gerade bei Robustrassen birgt der plötzliche Wechsel zu Grasfutter das Risiko von Koliken oder Hufrehe.

Laufstallhaltung

Connemaras eignen sich gut für die Haltung im Laufstall. Sie fühlen sich in der Herde wohl und haben in der Regel keine Probleme, sich in den Herdenverband einzufügen.

Der Stall muss groß genug für alle Tiere sein. Pro Pony oder Kleinpferd sollten 3 x 3 m und ein Fressstand zur Verfügung stehen.

Bei der Unterbringung in einem geschlossenen Laufstall braucht Dein Connemara genügend Bewegung an der frischen Luft, beispielsweise durch Laufenlassen im Paddock, Weidegang, Ausritte oder Spazierengehen.

Robusthaltung

Connemaras eignen sich ausgezeichnet für die Robusthaltung. Ihr Haarkleid kommt mit widriger Witterung gut zurecht. Ein stabiler Unterstand oder Offenstall ist für diese Haltungsform unerlässlich.

Er bietet Schutz vor Wind und Wetter, dient als Schattenspender und Rückzugsmöglichkeit. Das Koppelgelände, Zäune, Tränke und Futterkrippe müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden, um eine gute Versorgung zu gewährleisten und Verletzungen zu vermeiden.

In den Sommermonaten haben robust gehaltene Pferde mehr Schwierigkeiten als Stallpferde mit Ungeziefer wie Bremsen oder Zecken. Bei lang anhaltender Nässe kann es zu Hufproblemen kommen.

Ernährung

Der Futterbedarf richtet sich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Regelmäßiges Kraftfutter – egal ob Pellets oder Hafer – ist lediglich bei besonderer körperlicher Beanspruchung erforderlich.

Wichtig ist qualitativ hochwertiges Raufutter. Äpfel und Karotten verbessern das Angebot an Nährstoffen, sollten aber nicht in zu großen Mengen verfüttert werden. Der Elektrolytverlust lässt sich durch einen Salzleckstein ausgleichen.

Säugende Stuten und Ponys im Wachstumsalter haben einen erhöhten Eiweißbedarf. Mineralfuttergaben sind nur dann notwendig, wenn ein Mangel ausgeglichen werden muss.

Das kann bei kranken Tieren der Fall sein, bei stark beanspruchten Tieren oder wenn das normale Futter arm an Mineralien ist.

Erziehung und Pflege

Eine gute Erziehung ist wichtig. Denn selbst wenn Connemaras nicht die größten Pferde und normalerweise umgänglich sind, müssen sie einige Verhaltensregeln kennenlernen.

Erziehung

Jungpferde sollten frühzeitig daran gewöhnt werden, sich von Menschen berühren zu lassen und diese als Leittiere zu respektieren. Berührungsscheue und sehr dominante Tiere sind für Reit- und Fahrzwecke nicht besonders gut geeignet.

Fohlen lernen, ein weiches Halfter zu akzeptieren. Sanftes Abbürsten und das vorsichtige Aufheben der Hufe stehen ebenfalls frühzeitig auf dem Programm. Etwas später wird der Gehorsam beim Führen geübt.

Im Alter von zwei bis drei Jahren erfolgen die ersten Schritte für die Reit- und Fahrausbildung: Gewöhnung an Sattel, Zaumzeug und Fahrgeschirr sowie Anlongieren.

Der richtige Zeitpunkt hierfür richtet sich nach dem individuellen Entwicklungsstand des Tieres. Manche werden schnell erwachsen, doch bei Ponys gibt es auch viele Spätentwickler.

Reit- und Fahrausbildung für Connemara Ponys

Sobald ein Pony kräftig genug ist, kann es angeritten werden. Aufgrund ihrer Herkunft sind die Connemaras sehr trittsicher und fühlen sich in freier Natur wohl. Sie sind zuverlässige Reittiere für den Ausritt, ganz gleich, wie das Gelände bei Euch aussieht.

Aufgrund ihrer Gelehrigkeit und guten Gangarten lassen sie sich für die unterschiedlichsten Reitdisziplinen ausbilden.

Zu den Einsatzmöglichkeiten der Ponys zählen:

  • Dressur
  • Springen
  • Vielseitigkeit
  • Distanzreiten
  • Western Pleasure
  • Trail

Wenn Du Jagden reiten möchtest, musst Du Dein Pony daran gewöhnen, mit Jagdhunden wie Beagle oder Terrier zurechtzukommen. Ein Connemara kannst Du ebenso gut zum Fahren einsetzen.

Wegen ihres ausgeglichenen Charakters eignen sich Connemaras nach einer entsprechenden Ausbildung als Therapiepferde.

Pflege

Der Pflegeaufwand für das Pony richtet sich nach dem Haltungstyp und dem Einsatzzweck. Wenn Dein Pony in der Herde auf der Koppel steht, musst Du es nicht jeden Tag putzen.

Allerdings ist eine tägliche Kontrolle zu empfehlen, damit Du Erkrankungen oder Verletzungen frühzeitig erkennst. Bei Stallhaltung ersetzt das regelmäßige Striegeln zum Teil den Sozialkontakt mit den Artgenossen. Deshalb solltest Du Dein Pony jeden Tag aus der Box holen, es abbürsten und dich mit ihm beschäftigen.

Vor dem und nach dem Reiten ist Fellpflege Pflicht. Eine sorgfältige Hufpflege ist für alle Pferde wichtig. Was genau zu tun ist, hängt davon ab, ob Du Dein Pony beschlagen lässt oder nicht. Hufeisen müssen in bestimmten Abständen gewechselt, die Hufe ausgeschnitten werden.

Letzteres gilt auch für Pferde ohne Hufbeschlag. Steht Dein Connemara auf der Koppel, musst Du regelmäßig kontrollieren, ob alle Hufe in Ordnung sind. Verletzungen sind ebenso möglich wie Veränderungen der Hufsubstanz bei anhaltend nassem Wetter.

Turnierponys benötigen während der Turniersaison besonders intensive Pflege. Neben dem Aufwand für die Trainingseinheiten musst Du Zeit für das Aufwärmen und Trockenreiten einplanen.

Vor den Wettbewerb stehen Vorbereitungsarbeiten wie Einflechten an. Nach dem Turnier solltest Du deinem Pony eine entspannende Pflegeeinheit gönnen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Die robusten Ponys erkranken bei artgerechter Haltung selten. Regelmäßige Pflege, ausreichend Bewegung, genügend sauberes Wasser und hochwertiges Futter sind eine gute Krankenversicherung.

Bei Überfütterung neigen sie zu Verdauungsstörungen und Übergewicht. Sport- und Jagdponys haben ein erhöhtes Verletzungsrisiko durch Unfälle oder Überanstrengung.

Bei Connemaras kann die Erbkrankheit HWSD (Hoof Wall Separation Disease, Hufwand-Ablösungs-Krankheit) auftreten. Bei dieser Krankheit ist die Hornbildung an den Hufen gestört, was zu einer Ablösung der Hufwand führt.

Es gibt leichtere Fälle, die sich behandeln lassen, und schwere Fälle, bei denen die Ponys überhaupt nicht richtig laufen können. Nur wenn sowohl Vater- als auch Muttertier das entsprechende Gen tragen, ist eine Vererbung möglich.

Lebenserwartung des Connemaras

Connemara Ponys können ein hohes Lebensalter erreichen. Ein Alter von 20 bis 30 Jahren ist bei entsprechend guter Haltung nicht ungewöhnlich.

Pferderasse Connemara kaufen

Wenn Du Dich für ein Connemara Pony interessierst, hast Du die Möglichkeit, Dich an Züchter oder Verkaufsställe zu wenden. Eine weitere Option sind die Verkaufsbörsen im Internet oder in Pferdemagazinen.

Die Preisspanne ist sehr groß. Es ist ein Unterschied, ob Du ein junges, noch nicht angerittenes Tier kaufst oder ein erfolgreiches Turnierpony.

Wegen ihrer guten Eigenschaften werden Connemaras gerne mit anderen Rassen gekreuzt. Daher findest Du bei den Verkaufsanzeigen neben reinrassigen Connemaras auch Ponys, bei denen nur Vater oder Mutter Connemara ist.

Entscheidungshilfe

Ein Pferd als Haustier? Warum nicht! Wenn Du ein zuverlässiges und robustes Freizeit- oder Sportpony suchst, ist das Connemara eine gute Wahl. Seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit erlauben Dir, es in vielen Bereichen einzusetzen.

Die ausgeglichenen Tiere sind auch ideal als Familienpony, das mit sehr unterschiedlichen Reitern zurechtkommen muss. Zu bedenken ist, dass ein Connemara Pony vergleichsweise kostspielig bei der Anschaffung sein kann.

Ob ein angebotenes Tier Deinen Preisvorstellungen entspricht, kannst nur Du selbst entscheiden. Neben den Anschaffungskosten musst Du über einen längeren Zeitraum mit Kosten für Futter, Unterbringung, Tierarzt und Tierversicherungen rechnen.

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Kommentare

  1. Pingback: Pinto

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