Konik

Lesedauer: 8 Minuten Aufrufe 140

Größe:
130 – 140 cm
Gewicht:
280 – 370 kg
Herkunft:
Polen
Lebensdauer:
25 – 30 Jahre
Farbe:
Grau- oder Schwarzfalben mit Wildzeichnung, Isabellen, Schimmel und Braun
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Mittelgroß
Körper
Kräftige Statur
Gang
Fleißig und ausdauernd
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Das Konik stammt weitläufig vom Wildpferd Tarpan ab und ähnelt ihm im Aussehen und starkem Charakter. Dabei ist es robust und kräftig, aber menschenfreundlich und arbeitswillig. Immer mehr Naturschutzprojekte nutzen diese kleinen Pferde zur Pflege ihrer Landschaften.

Aber auch im Bereich des Freizeitreitens erfreut sich die Rasse steigender Beliebtheit. Seine geringe Größe begeistert Kinder und Reitanfänger.

Obwohl Koniks nicht für Springreiten oder hohe Dressur geeignet sind, steckt eine Menge Potential in ihnen, egal ob beim Wanderreiten oder vor der Kutsche.

Rassebeschreibung

Das Konik ist ein Kleinpferd, was durchschnittlich 130 cm bis 140 cm groß ist. Durch diese geringe Größe ist es bei Kindern und Reitanfängern sehr beliebt.

Aber auch größere Personen können auf einem Konik reiten, weil diese Pferde aufgrund ihres Körperbaus große Lasten tragen können. Selbst erreichen sie ein Gesicht zwischen 280 kg und 370 kg. Die robusten Ponys gelten als sehr menschenfreundlich und umgänglich.

Es gibt zwei verschiedene Arten des Konik. Der ursprüngliche Typ hat einen kräftigen Körperbau und eine Größe bis zu 140 cm. Diese Tiere werden meist ausschließlich zur Zucht oder Landschaftspflege genutzt. Der sportliche Typ des Konik hat einen leichteren Körperbau mit einer Größe bis zu 145 cm.

Er entstand durch Einkreuzung von Aarabischen und Englischem Vollblut. Genutzt wird es als im Freizeitbereich beim Wanderreiten oder als Distanzpferd. Sportliche Leistungen wie Springen oder Dressur liegen dieser Pferderasse nicht.

Koniks sind bereits mit ca. 2 Jahren geschlechtsreif. Sie gelten als sehr fruchtbar – die Stuten können noch mit über 20 Jahren Fohlen gebären. Die Tragzeit dauert 11 Monate. In Deutschland werden immer mehr Konikherden in Naturschutzgebieten zur Landschaftspflege genutzt.

Sie verhindern eine Verbuschung der Landschaft und schaffen dadurch Lebensräume für andere meist seltene oder geschützte Tiere (z. B. Vögel, Insekten).

Herkunft und Rassegeschichte

Die Bezeichnung „Konik“ kommt aus dem Polnischen und bedeutet kleines Pferd oder Pferdchen. Sein Aussehen ähnelt dem Wildpferdetyp wie beispielsweise dem Tarpan.

Jedoch geht das Konik nicht direkt aus den Wildpferderassen hervor, die ursprünglich in Osteuropa und vor allem in Polens Wäldern beheimatet waren. Diese freilebenden Wildpferde wurden Anfang des 19. Jahrhunderts an die Bauern der Umgebung verteilt.

Diese zähmten die Pferde und kreuzten sie mit ihren Hauspferden. Heraus kamen robuste und arbeitswillige Tiere, die vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Sie galten als zuverlässige Zug- und Tragpferde.

In den 1920er Jahren zogen die Koniks das Interesse des polnischen Landwirtschaftsprofessors Tadeusz Vetulani auf sich. Er gilt als Namensgeber des Konik. Durch Reinzucht wollte er zur ursprünglichen Rasse Tarpan zurück.

Durch natürliche Selektion versuchte er, die verschiedene Merkmale der Ursprungsrasse -wie weißes Winterfell oder Stehmähne – wieder zu etablieren. Erste Gestüte entstanden mit dem Ziel, diese polnische Rasse zu erhalten.

Der Zweite Weltkrieg machte diese Bemühungen jedoch zunichte, da sämtliche Tiere als Transportmittel für die Truppen eingezogen wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg – um 1950 -bauten Forscher mit den übrig gebliebenen Koniks die Zucht neu auf und etablierten den Ort Popielno als Hauptzuchtstandort der Rasse.

Im Jahre 1990 wurde in Polen ein Schutz- und Erhaltungsprogramm für die Rasse Konik polski eingerichtet. Heute wird das Konik hauptsächlich zur Landschaftspflege in wilden Herden oder Reservaten und für Zuchtexperimente eingesetzt.

Zunehmend werden auch Warm- und Vollblüter eingekreuzt, um bessere Reitpferde zu erhalten.

Aussehen des Konik

Konik

Das Aussehen des Konik erinnert an seine Vorfahren. Er wirkt ingesamt robust und kräftig. Die typischen Farben sind Grau- oder Schwarzfalben mit einem dunklen Aalstrich auf dem Rücken.

Seltener kommen auch Isabellen (gelblich bis goldene Fellfärbung), Schimmel und Braune vor. Viele Konik haben ausgeprägte Zebrastreifen an den Fesseln. Die Langhaare sind dicht und üppig. Es gibt Koniks mit Steh-, Hänge- und Kippmähne.

Häufig hat es etwas Kötenbehang (längere Haare am Fesselgelenk). Der Kopf ist mittelgroß mit geradem oder leicht konkavem Profil. Das Konik hat kleine Ohren und lebhafte Augen sowie einen auffälligen dichten Schopf.

Der Hals ist kurz aber kräftig. Die Schulter sind steil und der Widerrist sehr niedrig, weshalb das Konik gut in ein Geschirr gespannt werden kann. Es hat eine rassetypisch breite und tiefe Brust. Der Rücken des Konik ist breit und lang und endet in einem mitteltiefen Schweifansatz.

Der Schweif ist – wie die Mähne – sehr dicht. Während der Rumpf lang ist mit ausgeprägter Rippenwölbung, ist die Kruppe eher kurz und muskulös. Die allgemein starke Konstitution präsentiert sich weiter mit kurzen und kräftigen Beinen, trockenen Gelenken und harten Hufen.

Im Winter wird das Fell dichter, um unempfindlich gegen Kälte zu sein. Bei einigen Koniks hellt sich das Fell im Winter stark auf.

Charakter und Wesen

Dem Konik wird ein umgängliches Wesen zugeschrieben. Sie gelten als genügsam und kommen auch mit verhältnismäßig wenig Futter zurecht.

Sie sind Menschen gegenüber freundlich und zugänglich, selbst wenn sie im Freiland aufgewachsen sind. In gemischten Herden beweisen sie Charakterstärke und setzen sich auch gegen große Pferde durch.

Im Normalfall haben Koniks einen ausgeglichenen Charakter.

Eigenschaften des Konik

  • Willig
  • Genügsam
  • Langledig
  • Ruhig und gelassen
  • Aufgeweckt
  • Nicht scheu, zahm 
  • Menschen freundlich und zuverlässig
  • Willensstark und etwas stur 

Als Wanderreitpferd erweisen sie sich als zäh und ausdauernd. Im Bereich des Freizeitreitens zeigen sie sich leistungsbereit mit einer hohen Intelligenz und Motivation.

Koniks eignen sich ebenfalls gut als Kutschpferde. Das Konik ist ein Herdentier und braucht die Gesellschaft von Artgenossen. Daher sollten die Pferde in einer Gruppe, dem so genannten Herdenverband, gehalten werden.

Innerhalb dieses Verbandes festigen die Tiere ihre Rangordnung. Dies kann zwar aggressiv erscheinen, verläuft normalerweise aber unblutig und ohne ernsthafte Verletzungen. Der Herdenverband wird sowohl von einem Leithengst als auch einer Leitstute angeführt.

Der Leithengst ist meist der dominanteste Hengst der Gruppe. Er hat die Aufgabe, die Stuten und Fohlen vor Feinden zu schützen und seine Gene weiter zu vererben.

Seine Stellung muss er immer wieder gegenüber jüngeren Hengsten verteidigen. Die Leitstute hingegen ist meist die Älteste und Erfahrendste der Herde.

Sie kennt die besten und sichersten Futterstellen, weiß wann die Herde Wanderpausen benötigt und schlichtet auch mal Streit zwischen den Herdenmitgliedern.

Haltung und Ernährung

Das Konik kann ganzjährig im Freien stehen, weil es für den Winter ein dichtes und kälteunempfindliches Fell hat. Hier sollte ihm jedoch zusätzlich ein Unterstand zur Verfügung stehen, in dem es sich vor Wind und Nässe schützen kann.

Zwar ernährt es sich von Stauden, Gräsern oder Sträuchern und ist genügsam. Im Winter solltest Du aber mit Heu zufüttern.

Die Zugabe von Kraftfutter ist nicht notwendig. Für die Stallhaltung sind Koniks nicht geeignet und erkranken dabei häufig. Koniks, die ausschließlich im Freiland leben, betreiben selbst eine intensivere Fellpflege als ihre Artgenossen in der Stallhaltung.

Hierzu benötigen sie Bäume zum Kratzen sowie eine Sandfläche um ein „Bad“ zu nehmen. Dies musst Du bei der Wahl des Standorts beachten.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Koniks lassen sich relativ gut erziehen, da sie dem Menschen gegenüber freundlich und grundsätzlich lernwillig sind. Allerdings erfordert ihr starker Eigenwille eine konsequente und geduldige Ausbildung.

Regelmäßiges Training und der Kontakt zum Menschen ist deshalb unerlässlich.

Pflege

Koniks benötigen im Vergleich zu Warm- und Vollblutrassen wenig Pflege durch den Menschen. In der Regel pflegen Koniks sich selbst oder gegenseitig innerhalb ihrer Herde.

Dazu beknabbern sie sich gegenseitig, kratzen sich an Bäumen oder wälzen sich im Schlamm- oder Sandbad. Werden die Koniks lediglich zur Landschaftspflege gehalten, sollte die Pflege durch den Menschen nur haltungsbedingte Einschränkungen ausgleichen.

Bei Koniks, die auch geritten werden, beinhaltet die Pflege auch das Putzen. Es dient nicht nur dem schönen Aussehen, sondern massiert und lockert durch die rhythmischen Bewegungen auch die Muskeln.

Dazu kommt, dass der tägliche Umgang mit dem Menschen Vertrauen und den sozialen Kontakt festigt. Allerdings solltest Du bei Weidepferden nicht zu kräftig putzen, da Du leicht die Talgschicht aus der Haut putzen könntest.

Diese Schicht schützt die Pferde vor Regen und Kälte. Es ist ausreichend, den gröbsten Schmutz aus dem Fell zu bürsten, bevor Du reitest.

Gesundheit und typische Krankheiten

In der Regel erfreuen sich die robusten Kleinpferde bester Gesundheit. Bei zu nährstoffreicher Ernährung können Krankheiten vorkommen. Koniks in Stallhaltung sind anfälliger für Krankheiten wie zum Beispiel Atemwegserkrankungen.

Doch auch bei der Weidehaltung musst Du als Halter aufpassen. Im Frühjahr beispielsweise kann das Gras der Weide zu energiereich sein. Die so genannten Robustpferde (im Freien gehaltene Pferde) neigen häufig zu Übergewicht und zu daraus resultierenden Stoffwechselerkrankungen.

Du kannst die Futteraufnahme auf der Weide begrenzen und durch energiearmes Heu erweitern.

Prinzipiell sollten diese Pferde jedoch nicht hungern, weil sie bei Hunger alles fressen (auch Sand, Erde) und Folgeerkrankungen wie Verstopfungen auftreten können.

Lebenserwartung des Koniks

Konik

Bei guten Haltungsbedingungen haben Koniks eine sehr hohe Lebenserwartung und werden 30 Jahre oder mehr alt.

Pferderasse Konik kaufen

Du möchtest einen genügsamen Begleiter oder zuverlässigen Landschaftspfleger kaufen? Dann könnte das Konik etwas für Dich sein. Ein Pferd ist ein Lebewesen, was Futter und Fürsorge benötigt.

Deshalb solltest Du vor der Anschaffung einige Punkte überdenken:

1. Wofür schaffe ich das Tier an?

Möchtest Du das Konik reiten oder soll es nur auf einer Weide stehen?

2. Habe ich genügend Zeit, mich um das Konik zu kümmern?

Das Pferd benötigt täglich Pflege und Zuneigung. Der individuelle Zeitaufwand hängt natürlich von der Art der Haltung ab. Solltest Du das Pferd nur auf der Weide oder im Reservat stehen, entfallen Arbeiten wie Putzen oder Training.

Jedoch solltest Du auch hier mindestens zweimal täglich nach dem Pferd schauen sowie Futterstellen und Einzäunung kontrollieren.

Wird das Konik auch geritten, benötigst Du täglich mehr Zeit zum Putzen, Training und auch das Zubehör muss regelmäßig gepflegt werden.

3. Wo stelle ich das Pferd unter?

Koniks sollten nicht im Stall gehalten werden, sondern besser im Freien. Möchtest Du das Pferd reiten, sollte die Weide nicht sehr weit von einem Stall entfernt sein, in dem Du das Zubehör untergebracht hast.

4. Reichen meine finanziellen Mittel aus?

Nach dem Kauf wirst Du monatlich feste Ausgaben für das Pferd haben. Sollte das Pferd krank werden, könnten die Kosten noch höher ausfallen.

Außerdem benötigst Du eine gewisse Grundausstattung (Putzzeug, Zaumzeug, Sattel, Halfter usw). 5. Reichen meine Fähigkeiten aus, ein Konik zu reiten? Auch wenn Koniks willig und menschenfreundlich sind, können sie trotzdem stur und trotzig auftreten.

Sie benötigen eine konsequentes und regelmäßige Arbeitsweise. Für ein Konik musst Du mit Anschaffungskosten von ca. 1.000 Euro bis zu 5.000 Euro rechnen, je nachdem wie alt das Tier ist und welche Ausbildung es bereits genossen hat.

Im Allgemeinen kommen noch monatliche Unterhaltskosten in Höhe von 320 Euro bis 500 Euro für Unterstellmöglichkeit, Futter, Pferdehaftpflicht und Tierarzt dazu.

Entscheidungshilfe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Pferd zu kaufen: Züchter, Händler, Pferdemärkte oder von Privatpersonen. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Angeboten an Konik-Pferden.

Du solltest die Kaufentscheidung in Ruhe treffen. Empfehlenswert ist es, jemanden zu Rate zu ziehen, der sich gut mit diesen Pferden auskennt. Ein guter Verkäufer oder Züchter achtet darauf, dass sein Pferd in gute Hände kommt.

Er wird Dich daher ebenso begutachten, wie Du ihn und das Pferd. Außerdem wird er Dir Zeit geben und Dich nicht unter Druck setzen.

Quellen

http://magazin.ehorses.de/pferderassen/konik/]magazin.ehorses.de/pferderassen/konik/

http://www.kalaydo.de/blog/tier-ratgeber/pferde-ratgeber/konik

http://www.markt.de/ratgeber/pferde/konik

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Bewertungen: 1 Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.