Staffordshire Bullterrier

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Größe:
35 – 40 cm
Gewicht:
12,5 – 17 kg
Herkunft:
England
Lebensdauer:
12 – 14 Jahre
Farbe:
braun, schwarz, rehfarben
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Staffordshire Bullterier ist ein aus England stammender Terrier, welcher dort oft als Familienhund geführt wird. Er zählt zu den fünf am meisten gehaltenen Hunderassen in England. In Deutschland erfreut er sich weniger Beliebtheit und wird in vielen Bundesländern als „gefährlicher Kampfhund“ eingestuft.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Staffordshire Bullterrier hat seinen Ursprung wie die meisten Terrier Rassen in Großbritannien. Dort wurden seine Vorfahren während des 18. Jahrhunderts im sogenannten Black Country vermehrt gezüchtet. Das Black Country ist ein in Mittelengland in der Grafschaft Staffordshire gelegenes Gebiet, in dem während der Zeit des 18.Jahrhunderts die Industrie boomte. Die ansässigen Industrie- und Kohlearbeiter hielten diese Hunde in ihren eher kleinen Behausungen, wo sie das Ungeziefer wie zum Beispiel Ratten fernhielten.

So kam es in den Arbeitervierteln dazu, dass Wettkämpfe wie das „Rattenbeißen“ stattfanden. In diesen gewann das Tier welches am meisten Ratten in einer möglichst kurzen Zeit tot biss. Dies artete soweit aus, dass sogar gezielte Hundekämpfe ausgetragen wurden, in denen die Arbeiter auf ihren Favoriten wetten konnten. Dieses unwürdige Austragen von Tierkämpfen wurde dann letztendlich im Jahre 1835 in England verboten. Den Ruf von aggressiven und bissigen Tieren hat der Staffordshire Bullterrier in vielen Ländern leider immer noch.

Nach dem Verbot der Tierkämpfe in England, konzentrierte sich die weitere Zucht des Staffordshire Bullterriers auf die eines Familienhundes. Dadurch fand diese Rasse eine große Beliebtheit in der breiten Bevölkerung Englands. Schließlich wurde der Staffordshire Bullterrier 1935 vom englischen Kennel Club als eigene Rasse anerkannt.

Verwandt ist sie mit der amerikanischen Variante, dem „American Staffordshire Terrier“. Dieser ist jedoch etwas größer und kräftiger.

Aussehen

Staffordshire Bullterrier

Das Aussehen des Staffordshire Bullterriers ist vor allem an seiner sehr kompakten und bulligen Statur zu erkennen. Der Staffordshire ist zwar mit einer Größe von 35 bis etwa 40 cm eher eine kleine Hunderasse, hat dafür habe einen muskulösen Körperbau. Der Kopf ist eher breit und kurz. Seine Ohren sind stehend und können leicht nach vorne wegkippen. Das Fell ist glatt, kurz und sehr dicht.

Es gibt diverse Fellfarben wie z.B. rot, weiß, schwarz und blau. Auch gestromte Farben oder Farbkombinationen mit weiß sind durchaus möglich. Das Gewicht eines Staffordshire Bullterriers liegt bei einem Rüden zwischen 12-17 kg und bei einer Hündin zwischen 11-15 kg.

Charakter und Wesen

In England wird der Staffordshire Bullterrier aufgrund seiner familienfreundlichen Art auch liebevoll „Nanny Dog“ genannt. In Deutschland hingegen ist er meist als Kampfhund verschrien. Welche Ausprägung der Hund letztendlich bekommt, hängt zum größten Teil mit der Haltung und Erziehung zusammen. Bei einem respektvollen, aber auch genauso konsequentem Umgang, wird der Staffordshire einen sehr guten Familienhund abgegeben.

Da er im familiären Umfeld ein treues und gutmütiges Wesen hat, ist er auch im Umgang mit Kindern gut geeignet. Des Weiteren ist der Staffordshire Bullterrier ein überaus mutiger Hund, der seine Familie mit allen Mitteln verteidigen möchte. Gegenüber fremden Menschen und Hunden kann er manchmal etwas überreagieren. Deshalb sollte man ihn zu zügeln wissen. Bei einer liebevollen Erziehung wird er jedoch einen treuen Begleiter abgeben.

Leider wird die Rasse auch von verantwortungslosen Haltern ausgenutzt und teilweise sogar scharf gemacht. Weshalb in Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern der Ruf eines Kampfhundes verbreitet ist. Dies ist aber nicht auf den Hund, sondern am ehesten auf den Halter zurückzuführen.

Haltung und Ernährung

An die Haltung stellt der Staffordshire Bullterrier keine hohen Ansprüche. Er kommt gut auf kleinem Raum zurecht. Wichtig ist ihm ein wohliges Zusammenleben in seiner Familie. Er ist sehr anpassungsfähig und wird sowohl in einem Haus als auch in einer kleineren Wohnung glücklich. Für die Haltung in einem Zwinger ist dieser Hund jedoch nicht geeignet. Er braucht die Nähe zu seinem Frauchen oder Herrchen.

Der Bewegungsdrang des kleinen Hundes ist nicht zu unterschätzen. Regelmäßiges Gassi gehen sowie Ballspiele sollten den Hund sportlich auslasten. Der Staffordshire Bullterrier ist ein sehr verspielter Hund, welcher vom Halter herausgefordert werden möchte.

Wichtig bei der Haltung in Deutschland ist, dass man sich genauestens über die gesetzlichen Anforderungen informiert. Denn die Rasse des Staffordshire Bullterriers steht auf diversen Rasselisten in Deutschland. Welche Regelungen in deinem Bundesland gelten, solltest Du also am besten vorher recherchieren. Zudem ist der Import dieser Rasse nach Deutschland verboten.

Ernährung

Generell hat der Staffordshire Bullterrier keine besonderen Anforderungen an sein Futter. Jedoch sollte man als Halter auf eine möglichst ausgewogene Ernährung Wert legen. Dazu zählt Futter mit einem hohen Fleischanteil, sowie die Zufuhr von gesundem Gemüse und Obst. Auf Farb-, Konservierungsstoffe und den Zusatz von Zucker sollte im Futter gänzlich verzichtet werden.

Ob man den Hund mit Trocken- oder Nassfutter füttert, ist jedem Halter selbst überlassen. Auch das Füttern mit Frischfleisch, auch „Barfen“ genannt, ist möglich. Jedoch sollte die Ergänzung von Gemüse berücksichtigt werden.

Erziehung und Pflege

Die Erziehung zählt zu den wichtigsten Dingen bei der artgerechten Haltung eines Staffordshire Bullterriers. Das Hervorheben der positiven Charaktereigenschaften sollte das Ziel der Erziehung eines solchen Hundes sein. Dies erreicht man mit einem konsequenten wie auch liebevollen Umgang.

Positive Bestärkung mit Leckerlies und ausgiebiges Loben stärken das Verhältnis zum Halter. Der Staffordshire Bullterrier ist von sich aus ein sehr lernfreudiger Hund, der den Anweisungen seines Frauchens oder Herrchens gerne folgt.

Um den Umgang im äußeren Umfeld zu trainieren, ist der Besuch einer Hundeschule sehr ratsam. Dort kann er früh mit anderen Hunden und auch Menschen sozialisiert werden. Denn der Staffordshire Bullterrier ist sehr furchtlos und kann eine gewisse Dominanz ausstrahlen, welche beim Aufeinandertreffen mit anderen Vierbeinern zu Problemen führen kann. Deshalb ist die Gewöhnung an die Interaktion mit anderen Hunden gerade in jungen Jahren sehr hilfreich.

Die Balance aus liebevollem Umgang und der gleichzeitigen Kontrolle über die dominante Seite des Hundes bedarf Fingerspitzengefühls. Deshalb ist dieser Hund auch besser für schon hundeerfahrene Menschen geeignet. In jedem Fall sollte man schon ab dem Welpenalter die Rangordnung sowie klare Regeln gegenüber dem Hund festsetzen.

Pflege

Der Staffordshire Bullterrier ist aufgrund seines kurzen und glatten Fells ein sehr pflegeleichter Hund. Gelegentliches Bürsten und sanftes Entfernen von Dreck mithilfe eines feuchten Tuchs sollten bei diesem Hund vollkommen ausreichen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Typische Krankheitsbilder, welche beim Staffordshire Bullterrier auftreten können, sind folgende: Hüftgelenksdysplasie, Ellbogendysplasie sowie eine Verrenkung der Kniescheibe (auch Patellaluxation genannt). Zudem können Augenkrankheiten wie der Graue Star bei dieser Rasse auftreten. Eine frühzeitige Erkennung und gute Behandlung kann bei regelmäßigen Tierarztbesuchen gewährleistet werden.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung des Staffordshire Bullterriers liegt zwischen 12 und 14 Jahren.

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Die Haltung des Staffordshire Bullterriers ist in Deutschland mit vielen Vorschriften verbunden, da dieser als „gefährlicher Kampfhund“ eingestuft wird. Die Anschaffung eines solchen Hundes sollte also wohl überlegt sein. Vorher solltest Du dich genauestens über die in deinem Bundesland herrschenden Vorschriften informieren.

Wenn Du dich daraufhin immer noch für einen Staffordshire Terrier interessierst, ist der Kauf eines Welpen ausschließlich bei einem offiziellen Züchter zu empfehlen. Vor Ort kannst Du dir die einzelnen Exemplare anschauen und dich vom Züchter nochmals genaustens über die Haltung des Tieres aufklären lassen. Der Preis eines Welpen von einem seriösen Züchter liegt bei etwa 1000 €.

Eine weitere Variante ist die Adoption eines Hundes aus einem Tierheim. Diese Hunde freuen sich auf deinen Besuch und wünschen sich nichts mehr als ein neues Zuhause. Jedoch sind diese Tiere auch aufgrund ihres schon höheren Alters, nicht immer sehr einfach zu halten bzw. noch zu erziehen. Diese Option sollte sich also nur an schon hundeerfahrene Personen richten.

Entscheidungshilfe

Wenn Du einem solchen Hund jedoch ein neues Zuhause schenken möchtest, ist die Beratung vor Ort vom jeweiligen Personal sehr wichtig. Falls Du dich dann für einen Hund entschieden hast, wird er dir die Aufnahme in dein Leben mit vielen schönen gemeinsamen Stunden danken.

Der Staffordshire Bullterrier kann aufgrund seines großen Selbstbewusstseins einen herausfordernden Charakter besitzen. Wichtig für die Haltung eines solchen Hundes ist deshalb eine richtige Erziehung. Die Kombination aus konsequentem Umgang wie auch liebevollem Bestärken des Hundes, erzielt die besten Resultate.

Sollte die Erziehung stimmen, ist der Hund super als Familienhund geeignet und gerade gegenüber Kindern sehr freundlich. Da der Hund im Aufeinandertreffen mit anderen Hunden kompliziert sein kann, ist eine frühe Sozialisierung mit anderen Vierbeinern hilfreich. Besonders zu empfehlen ist der Besuch einer nahegelegenen Hundeschule.

Was die Haltung des Hundes anbelangt, hat er keine großen Ansprüche. Sowohl mit einer kleinen Wohnung wie auch mit einem großen Haus wird er sich arrangieren können. Wichtig ist aber der ausreichende Auslauf und viel Bewegung. Auch wenn es sich um einen kleinen Hund handelt, besitzt er eine Menge Energie, die man am besten beim Gassi gehen und mit vielen Spieleeinheiten ablassen kann.

Wenn Du dich für einen solchen Vierbeiner interessierst und die Anforderungen erfüllst, steht einer gemeinsamen Zukunft eigentlich nichts mehr im Weg. Wichtig ist aber, dass Du dich genaustens über die jeweiligen Rassevorschriften deines Bundeslandes informierst.

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