Finnischer Spitz

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Größe:
30 – 50 cm
Gewicht:
7 – 13 kg
Herkunft:
Finnland
Lebensdauer:
12 – 14 Jahre
Farbe:
rot, hellbraun, rehbraun, braun, creme, weiß
FCI Gruppen:
Preis
600 bis 700 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Finnische Spitz wird als intelligenter, treuer und aufmerksamer Jagdhund in seiner Heimat Finnland sehr geschätzt. Im folgenden Beitrag erfährst Du alles, was Du über diese bei uns nur wenig bekannte Hunderasse wissen solltest, wenn Du einen Finnischen Spitz kaufen möchtest.

Rassebeschreibung

Die FCI hat den Finnische Spitz in die Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 2: Nordische Jagdhunde eingeordnet. Die Standard Nummer ist 49. Bereits im Jahr 1892 wurde der erste Rassestandard für den Finnischer Spitz definiert.

Die endgültige Anerkennung dieser Hunderasse durch die FCI erfolgte am 3. August 1954. Eine Arbeitsprüfung des Finnischen Spitz ist nur für die nordeuropäischen Länder Schweden, Norwegen und Finnland erforderlich.

In seiner Heimat heißt der Finnische Spitz Suomenpystykorva.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Rasse des Finnischen Spitz hat ihren Ursprung in Finnland. Wann diese Hunderasse entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Gesichert ist nur, dass es sich um eine alte Hunderasse handelt. In seiner Heimat wird der Finnische Spitz seit Jahrhunderten als zuverlässiger Jagdhund für die Birk- und Auerwild Jagd eingesetzt.

Er ist nicht nur in Finnland wegen seiner Robustheit sehr geschätzt. Neben der Geflügeljagd eignet sich der Finnische Spitz auch für die Jagd auf Elche, Bären und kleine Raubtiere.

Der Finnische Spitz wurde im Laufe der Zeit speziell dahingehend gezüchtet, dass er Wild auf Bäumen durch Lautgeben anzeigt.

Mit Beginn der Stammbaum-Aufzeichnungen um das Jahr 1890 wurde ersichtlich, dass es insbesondere in den östlichen und nördlichen Landesteilen Finnlands eine ganze Reihe einheitlicher Exemplare dieser Rasse gab. Bereits im Jahr 1892 wurde auf Grund dieser Erkenntnis der erste Rassestandard für den Finnischen Spitz definiert.

Im gleichen Jahr fand die erste Rasseschau mit dem finnischen Spitz statt. Die erste Arbeitsprüfung für Vogelwild folgte im Jahr 1897.

Der natürliche Bestand mit reinrassigen Hunden war die Grundlage für die weitere Entwicklung dieser heute als Teil der finnischen Kultur anerkannten Hunderasse. Schließlich wurde der Finnische Spitz im Jahr 1979 zum finnischen Nationalhund erklärt.

Im Jahr 2006 unterzeichneten die Russische Kynologische Federation (RKF) und der Finnische Kennel Club eine Vereinbarung, mit der festgelegt wurde, dass der Finnische Spitz und der Karelische Finnen Laika als eine Hunderasse anzusehen sind. Seit dem werden beide Rassen im Rassestandard des Finnischen Spitz zusammengefasst.

Aussehen des Finnischer Spitz

Finnischer Spitz

Der Finnische Spitz ist ein harmonisch proportionierter, im sogenannten Quadratformat stehender Hund. Das heißt, die Widerristhöhe entspricht annähernd der Körperlänge.

Rüden erreichen eine Widerristhöhe von etwa 44 bis 50 cm. Hündinnen sind mit einer Widerristhöhe von ca. 30 bis 42 cm etwas kleinwüchsiger. Der Kopf des Finnischen Spitz ist von oben betrachtet eiförmig und wird zu den Ohren hin deutlich breiter.

Der Rücken der Nase ist gerade. Auffällig ist die schwarze Pigmentierung der kleinen Nasenspiegel. Die Augen sind mittelgroß und mandelförmig. Idealerweise haben die Augen eine dunkle Färbung und einen lebhaften Ausdruck.

Hoch angesetzt und aufgerichtet sind die kleinen Ohren. Der Hals dieser Spitzrasse ist muskulös und geht über den bei Rüden ausgeprägten Widerrist in den kurzen, geraden Rücken über. Ein typisches Merkmal des Finnischen Spitz ist die tiefe Brust mit leicht gewölbten Rippen. Seine Haut ist glatt, zeigt keine Falten und liegt am ganzen Körper an.

Das Fell des Finnischen Spitz ist üppig und wetterfest. Es besteht im Wesentlichen aus einem langen Deckhaar und einer weichen kurzen Unterwolle.

Die Unterwolle Dicht und von heller Farbe. Bereich des Kopfes und an den Vorder- und Hinterläufen mit Ausnahme des hinteren Bereich der Oberschenkel ist das Fell kurz.

In diesen Bereichen liegt das Fell am Körper an. In den übrigen Körperpartien ist das Deckhaar länger und wird oft etwas aufgerichtet getragen. Auf dem Rücken und den Schultern kann das Deckhaar grob strukturiert sein.

Je nach Züchtung kann das Fell des Finnischen Spitz verschiedenen Farben haben. Typisch für diese Hunderasse ist ein fuchsfarbenes, rötlich-hellbraunes Fell. Weitere Fellfarben sind:

  • Hellbraun ohne Rotstich
  • Rehbraun
  • Dunkelbraun
  • Cremefarben
  • Weiß

Dunkelbraune, cremefarbene und weiße Exemplare sind bei dieser Rasse jedoch Ausnahmen und nur selten zu finden.

Charakter und Wesen

Der Charakter des Finnischen Spitz kann als temperamentvoll, mutig und entschlossen beschrieben werden. Gleichzeitig ist er sensibel, treu und sehr anhänglich.

Er verfügt über einen ausgeprägten Jagdtrieb, den er gerne auslebt. Der finnische Spitz ist bekannt dafür, dass er bei der Jagd entschlossen vorangeht und relativ selbstständig agieren kann.

Der Finnische Spitz hat eine für die Jagd sicherlich wichtige aber für die allgemeine Haltung nicht sehr erwünschte Eigenschaft. Er ist sehr bellfreudig.

Bei der Jagd ist dieser Eigenschaft insofern nützlich, als dass der Finnischer Spitz dem Jäger durch das laute Bellen Beute anzeigt. In seiner dünn besiedelten Heimat ist dies sicherlich kein Problem. Hierzulande in der Stadt oder auch in der dörflichen Umgebung kann dies zu Problemen führen.

Da diese Eigenschaft seit vielen Generationen in seinen Genen verankert ist, kann die Bellfreude kaum aberzogen werden. Auf der anderen Seite ist diese Eigenschaft natürlich von Vorteil, wenn der Finnischer Spitz in einer ländlichen Umgebung als Wachhund eingesetzt wird.

Zu seiner Bezugsperson entwickelt ein Hund dieser Rasse trotz seiner Eigenständigkeit fast immer eine enge Bindung. Voraussetzung dafür ist ein uneingeschränkte Vertrauen. Um dieses Vertrauen zu gewinnen, benötigt ein Finnischer Spitz etwas Zeit und Geduld.

Gegenüber Fremden verhält er sich zurückhaltend und reserviert. Wenn er auf andere Hunde und insbesondere auf gleichgeschlechtliche Artgenossen trifft, wird sein Verhalten mitunter sehr dominant.

Der Finnische Spitz duldet nur ungern gleichberechtigte andere Hunde neben sich. Mit Kindern und anderen Tieren versteht sich der wachsame Finnischer Spitz dagegen in der Regel sehr gut.

Haltung und Ernährung

Haltung

Ein Finnischer Spitz ist ein freiheitsliebender Hund. Kalte Temperaturen, Eis und Schnee machen ihm nichts aus und können seinen Bewegungsdrang nicht einschränken.

Die Dichte und weiche Unterwolle seines Fells hält ihn warm und trocken. Das heißt, wer fühlt sich auch in der kalten Jahreszeit in einer Hundehütte im Garten wohl.

Er braucht täglich ausreichende Bewegung und Aufgaben, die ihn körperlich und geistig fordern. Wenn er nicht als Jagdhund gehalten wird, solltest Du mit ihm täglich lange Spaziergänge machen, bei denen er sich ausleben kann.

Für die Haltung des Finnischen Spitz brauchst Du ein Zuhause mit viel Platz. Ein Garten, indem er nach Lust und Laune herumtollen kann, ist ideal. Eine Etagenwohnung mit beengten Platzverhältnissen ist für diese Hunderasse kaum geeignet.

Ernährung

Wegen seines sehr aktiven Naturells benötigt der Finnische Spitz eine energiereiche Ernährung. Grundsätzlich kann er mit alters- und typgerechter Fertignahrung gut gefüttert werden. Ob Du ihm trockenes Hundefutter oder Nassfutter anbietest, ist einerseits eine Frage des Geldbeutels und andere Seite eine Frage, was Dein Finnischer Spitz gerne frisst.

Wie fast alle Hunde bevorzugt er frisches Fleisch, um sich mit genügend Eiweiß zu versorgen. Dabei darf jedoch eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten, Mineralien und Vitaminen nicht vergessen werden.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Du Deinem Finnischer Spitz geben sollst, kann Dir der Züchter oder ein Tierarzt wichtige Tipps für die richtige Ernährung Deines Hundes geben.

Und, nach einer Mahlzeit hält jeder Finnische Spitz gerne einen kleinen Verdauungsschlaf. Die beste Zeit für die Fütterung ist daher nach einem Ausflug, sodass er sich nach dem Fressen ausruhen kann.

Ebenso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung ist eine Versorgung mit genügend Wasser. Insbesondere, wenn sich ein Finnischer Spitz ausgetobt hat, trinkt er gerne viel frisches Wasser. Ein gut gefüllter Hundenapf mit Wasser sollte daher immer bereitstehen.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Ein Finnischer Spitz kann mitunter sehr eigenwillig sein. Für die Erziehung ist daher eine gewisse Erfahrung, vor allem aber Geduld und Konsequenz erforderlich.

Im Allgemeinen lassen sich Hunde dieser Rasse leicht führen und sind ihre Bezugsperson gegenüber gehorsam und loyal. Wenn sie sich ausreichend bewegen können und auch geistig gefordert werden, ist ein finnischer Spitz in der Regel ruhig und sehr angenehm.

Für unaufgeregte und friedliche Begegnungen mit anderen Hunden im Erwachsenenalter ist eine frühe und umfassende Sozialisierung bereits im frühesten Welpenalter unverzichtbar.

Ein Finnischer Spitz, der als Welpe positive Erfahrungen mit anderen Hunden sammeln konnte, wird im Erwachsenenalter keine Probleme bei der Begegnung mit seinen Artgenossen bereiten.

Pflege

Der Finnische Spitz benötigt keine außergewöhnliche Pflege. Regelmäßiges Bürsten mit einer guten Hundebürste und eine regelmäßige Kontrolle der Ohren reichen im Allgemeinen aus.

Bei viel Bewegung im Freien müssen die Krallen nicht extra gekürzt werden. Eine Kontrolle sollte dennoch regelmäßig vorgenommen werden.

Nur in der Zeit des Fellwechsels sollten das längere Deckhaar und die Dichte Unterwolle etwas intensiver gepflegt und täglich gebürstet werden. Im Frühjahr und im Herbst haart der Finnen-Spitz sehr stark.

Falls das Fell einmal stark verschmutzt sein sollte, kann es mit einem guten Hundeshampoo gewaschen werden. Da der Finnische Spitz nicht wasserscheu ist, lässt er die Prozedur meist widerspruchslos über sich ergehen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Finnischer Spitz zählt zu den gesundheitlich robusten Hund. Er ist kaum anfällig für Krankheiten. Allerdings tritt die Hüftgelenksdysplasie bei dieser Hunderasse im Vergleich zu anderen Rassen relativ häufig auf.

Züchter sind daher angehalten, ihre Hunde diesbezüglich zu untersuchen. Ebenso müssen Züchter eine Untersuchung der Augen durchführen lassen, ehe sie einen Finnischer Spitz in ihrer Zucht einsetzen dürfen.

Lebenserwartung des Finnischen Spitz

Finnischer Spitz

Ein Finnischer Spitz wird durchschnittlich 12 bis 14 Jahre alt. Gelegentlich können einzelne Exemplare dieser Rasse jedoch auch durchaus zwei bis drei Jahre älter werden. Damit er bis ins hohe Alter gesund und fit bleibt, benötigt er eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

Im Sommer sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Finnischer Spitz nicht überhitzt. Sein Dichtes Fell ist eine Anpassung an seine Herkunft und in milderen Breiten eher zu warm. An kalten Tagen im Winter kann er jedoch kaum genug Bewegung bekommen.

Hunderasse Finnischer Spitz kaufen

Der Finnischer Spitz zählt in Deutschland zu den exotischen Hunden. Südlich seiner Heimat ist er kaum anzutreffen. Generell hat das Interesse an allen Spitzrassen in den vergangenen Jahren stark nachgelassen.

Wenn Du einen Finnischer Spitz kaufen möchtest, musst Du daher fast immer eine weite Anreise zum nächsten Züchter in Kauf nehmen. Einen Vorteil hat die geringe Nachfrage nach dieser Spitzrasse jedoch auch. Für einen Finnischer Spitz Welpen von einem anerkannten Züchter musst Du nur etwa 600 bis 700 Euro bezahlen.

Entscheidungshilfe

Wenn Du Dich für einen Finnischer Spitz entscheiden solltest, musst Du ein paar wichtige Punkte beachten. Ein Finnischer Spitz eignet sich, wenn er gut erzogen und seinen Neigungen entsprechend beschäftigt wird, sehr gut als Familienhund. Er ist geduldig und entwickelt Kindern gegenüber schnell ein zutrauliches Verhalten.

Er benötigt jedoch viel Auslauf und beansprucht viel Zeit seines Besitzers für sich. Ein großes Grundstück, dass er bewachen kann, ist für ihn ideal. Für eine Stadtwohnung eignet er sich nicht. Die Bellfreudigkeit dieser Rasse solltest Du ebenfalls berücksichtigen. Sie werden nicht ohne Grund als „King of Barking“ (Bellkönig) bezeichnet.

Ein ausgeglichener Finnischer Spitz kann problemlos mehrere Stunden alleine bleiben. Wenn er jedoch zu häufig und zu lange alleine bleibt, sucht er sich in der Wohnung oder im Haus eine Beschäftigung. Schäden an der Einrichtung sind so vorprogrammiert. Wegen seiner nur mittleren Größe kann er meist problemlos überall hin mitgenommen werden.

Nur für einen Urlaub im Süden ist sein dichtes Fell zu warm. Du solltest bereit sein, Dich intensiv, ruhig und konsequent um seine Erziehung zu kümmern.

Vor allen Dingen solltest Du die Zeit haben, Dich in den kommenden 12 bis 14 Jahren täglich mit Deinem neuen Freund auseinanderzusetzen und zu beschäftigen. Dann wirst Du und deine Familie mit Sicherheit viel Freude an deinem Finnischer Spitz haben.

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