Pharaonenhund

Lesedauer: 8 Minuten Aufrufe 131

Größe:
53 – 63 cm
Gewicht:
18 – 27 kg
Herkunft:
Malta
Lebensdauer:
11 – 14 Jahre
Farbe:
rostbraun
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Du interessierst Dich für einen Pharaonenhund und würdest ihm gerne ein Zuhause geben? Der elegant aussehende Vierbeiner besitzt ein freundliches Wesen und sehr viel Energie. Im folgenden Artikel findest Du alle wichtigen Informationen zur Hunderasse aus Malta.

Rassebeschreibung

Der Pharaonenhund ist ein windhundähnlicher Jagdhund. Laut FCI wird er in die Gruppe 5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“ eingeordnet und dort in der Sektion 6 „Urtyp“ geführt. Die Rasse wird auch „Pharaoh Hound“ oder „Kelb-tal-Fenek“ (Maltesisch für „Hund des Kaninchens“) genannt. Der Pharaonenhund ist sehr selten und gehört zu den teuersten Hunderassen der Welt.

Herkunft und Rassegeschichte

Zur Geschichte des Pharaonenhundes gibt es verschiedene Theorien. Sicher ist, dass die Hunderasse aus dem Mittelmeerraum, genauer gesagt aus Malta, stammt. Forscher sind sich allerdings uneinig, wann die Rasse entstanden ist. In Ägypten wurden Skelette gefunden, die bereits 5000 Jahre alt sind und den Knochen des heutigen Pharaonenhundes sehr ähneln.

Einige Forscher halten es daher für möglich, dass die Vorfahren des Pharaonenhundes schon in der Antike existierten und durch Seefahrer von Ägypten nach Malta gebracht wurden. Für den ägyptischen Ursprung spricht auch, dass der Pharaonenhund der ägyptischen Hunderasse Tesem und der ägyptischen Gottheit Anubis sehr ähnlich sieht.

Gesicherte Beweise für diese Theorie gibt es allerdings nicht. Andere Forscher gehen davon aus, dass sich der Hundetyp erst im Mittelalter aus den Pariahunden auf Malta entwickelt hat. 

Bewiesen ist bisher nur, dass der Pharaonenhund bereits seit mehreren Jahrhunderten als Jagdhund auf Malta gezüchtet wird. Vor allem als Kaninchenjäger hat er sich einen Namen gemacht. Obwohl er nur an der Oberfläche jagt und die Kaninchen aufgrund seiner Größe nicht in den Bau verfolgen kann, ist er bei der Jagd sehr erfolgreich.

Auch das Bewachen von Schaf- und Ziegenherden gehörte zu seinen Aufgaben. Seit den 60er-Jahren wird der Pharaonenhund auch außerhalb Maltas gezüchtet. Vor allem in Großbritannien ist er sehr beliebt. Im Jahr 1977 wurde er offiziell von der FCI anerkannt. In Malta gilt er als Nationalhund, dem in der Vergangenheit eine Silbermünze und eine Briefmarke gewidmet wurden.

Aussehen des Pharaonenhundes

Der Pharaonenhund ist ein großes Tier, das eine Schulterhöhe von bis zu 63 cm erreichen kann. Er wiegt zwischen 18 und 27 kg. Hündinnen sind etwas kleiner und leichter als ihre männlichen Artgenossen.

Der lange, geschmeidig wirkende Körper lässt den Hund edel und anmutig erscheinen. Der Schädel ist lang und sieht von der Seite aus wie ein stumpfer Keil. Der Kiefer ist kräftig und mit starken Zähnen ausgestattet.

Mit seiner fleischfarbenen Nase kann der Pharaonenhund sehr gut riechen. Die bernsteinfarbenen Augen sind oval und haben einen entschlossenen Ausdruck. Die spitzen Stehohren sind groß, breit und mittelhoch angesetzt. Sie sind außerdem sehr beweglich.

Der lange Hals ist schlank und muskulös. Die Schultern sind kräftig. Die Rute ist mittelhoch angesetzt, lang und eher schmal. Seine leichtfüßigen Bewegungen und seine Schnelligkeit verdankt der Pharaonenhund den langen und muskulösen Beinen. Die Pfoten des Vierbeiners sind stark und fest.

Das glänzende Fell des Pharaonenhundes ist kurz, fein und dicht ohne Unterwolle. Es kann die Farbtöne rostbraun bis dunkelrostbraun annehmen. Häufig ist die Schwanzspitze weiß gefärbt. Auch weiße Flecken auf der Brust können vorkommen.

Charakter und Wesen

Der Pharaonenhund ist ein sehr freundlicher und aufgeschlossener Zeitgenosse. Er hat ein großes Bedürfnis nach Freundschaft und Bindung und sucht daher engen Kontakt zu seinen Bezugspersonen.

Mit seinem gutmütigen Wesen ist der Pharaonenhund als Familienhund sehr gut geeignet. Bis ins hohe Alter ist er sehr verspielt. Der intelligente und lernwillige Hund möchte regelmäßig mit sinnvollen Aufgaben beschäftigt werden.

Der Pharaonenhund ist ein äußerst lebendiges Tier mit sehr hohem Bewegungsdrang. Er rennt und sprintet sehr schnell, besitzt einen ausgeprägten Jagdtrieb und tobt sich sehr gerne in der Natur aus. Wenn er genug Bewegung bekommt, hat er aber auch ruhige Phasen. Oft putzt er sich dann ausgiebig wie eine Katze. 

Da der Pharaonenhund ein sehr aufmerksames Tier ist und sehr gut sehen, hören und riechen kann, fallen ihm selbst kleinste Veränderungen im Tagesablauf auf. Fremde Menschen bemerkt er sofort und begegnet ihnen mit Distanz. Er ist daher auch als Wachhund sehr gut geeignet.

Der Pharaonenhund besitzt außerdem eine hohe Bellfreudigkeit. Sein Bellen ist allerdings kein Zeichen von Aggression, er möchte damit seine Lebensfreude ausdrücken oder auf sich aufmerksam machen und zum Spielen auffordern.

Haltung und Ernährung

Da der Pharaonenhund einen sehr hohen Bewegungsdrang hat, solltest Du mit ihm viel Zeit in der Natur verbringen. Lange Spaziergänge an der frischen Luft sind für Deinen Hund sehr wichtig. Du solltest mindestens zwei Stunden täglich einplanen, um gemeinsam mit Deinem Hund aktiv zu sein und ihm ausreichend Bewegung zu ermöglichen.

Der Pharaonenhundbevorzugt das Leben auf dem Land, denn er liebt die Natur. In einem Haus mit Garten fühlt er sich sehr wohl. Für die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung ist er eher nicht geeignet.

Aufgrund seiner Intelligenz und des hohen Bewegungsdranges braucht der Pharaonenhund regelmäßig sinnvolle Aktivitäten, die seinem Wesen gerecht werden. Neben verschiedenen Spielen sind Windhundrennen eine Alternative, zu denen Du Deinen Vierbeiner anmelden kannst.

Dein Hund kann dabei rennen und sprinten und sich gemeinsam mit anderen Hunden austoben. Coursing bietet eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit. Bei diesem Hundesport wird eine Jagd simuliert. Der Hund jagt eine Hasenattrappe und muss dabei nicht nur schnell sein, sondern auch mitdenken und eine geeignete Strategie entwickeln.

Da der Pharaonenhund das Leben in wärmeren Gebieten gewohnt ist und sein Fell keine Unterwolle besitzt, friert er schnell. Du solltest ihm daher mit einem Hundebett oder einer Hundedecke einen warmen Schlafplatz im Haus schaffen.

Ernährung

 

Der Pharaonenhund stellt keine hohen Ansprüche an sein Futter. Er mag Nass- und Trockenfutter. Er hat sehr viel Appetit, daher solltest Du unbedingt auf die Menge achten und ihm nicht zu viel Futter geben.

Wichtig ist, dass Du hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil bevorzugst. Dein Hund braucht viel Eiweiß, um schlank zu bleiben, aber seine Muskelmasse nicht zu verlieren. Der Getreideanteil bei Fertigfutter sollte nur sehr gering sein. 

Obwohl sich der Pharaonenhund viel bewegt, braucht er keine energiereiche Ernährung. Bei zu hoher Kalorienzufuhr legt er schnell an Gewicht zu. Durch das kurze Fell des Pharaonenhundes kannst Du eine Gewichtszunahme aber schon sehr früh erkennen und mit reduzierter Futtermenge und mehr Bewegung entgegenwirken.

Mit Leckerlis solltest Du sparsam umgehen. Geeignet sind zuckerfreie Zahnpflegesnacks oder gefriergetrocknete Fleischstücke.

Nach dem Essen solltest Du Deinem Hund eine Ruhepause gönnen. Bewegt er sich mit vollem Magen zu viel, kann es zu einer gefährlichen Magendrehung kommen. Aktivitäten solltest Du deshalb vor den Mahlzeiten einplanen.

Erziehung und Pflege

Da der Pharaonenhund ein sehr intelligentes und wissbegieriges Tier ist, lernt er schnell und lässt sich in den meisten Situationen gut erziehen. Anerkennung ist ihm sehr wichtig, daher möchte er seinen Bezugspersonen gefallen und alle Kommandos und Aufträge erfüllen.

Wichtig ist, dass Du bei der Erziehung die richtige Balance zwischen Strenge und Toleranz findest. Aufgrund seines Jagdtriebes wird Dir der Pharaonenhund nicht immer gehorchen. In solchen Situationen solltest Du nicht zu streng sein und auf keinen Fall mit Aggressionen oder Strafen reagieren.

Der Pharaonenhund ist sehr sensibel. Er würde sich zurückziehen und nicht mehr lernen wollen. Wenn Du allerdings zu tolerant bist, wird Dein Hund schnell übermütig und stellt seine eigenen Regeln auf. Du solltest versuchen, auf die Gefühle Deines Hundes einzugehen, aber dennoch konsequent sein.

Pharaonenhunde sind sehr soziale Tiere. Sie leben gerne im Rudel und suchen den Kontakt zu ihren Artgenossen. Der Besuch einer Hundeschule kann Dir dabei helfen, Deinen Hund zu sozialisieren.

Außerdem kannst Du dort gemeinsam mit Deinem Vierbeiner lernen, seine Bellfreudigkeit auf ein normales Maß zu reduzieren.

Pflege 

 

Der Pharaonenhund ist ein sehr pflegeleichtes Tier. Sein kurzes Fell solltest Du zweimal wöchentlich mit einem Massagehandschuh oder einer geeigneten Hundebürste striegeln, um ausgefallene Haare und Schmutz zu entfernen. Auf Bäder wirst Du in den meisten Fällen verzichten können. Sollte das Fell Deines Vierbeiners stärker verschmutzt sein, kannst Du es mit einem angefeuchteten Waschlappen reinigen.

Die Augen und Ohren Deines Hundes solltest Du regelmäßig kontrollieren und bei Verschmutzung mit passenden Produkten aus dem Tierfachhandel reinigen. Auch die Krallen solltest Du in regelmäßigen Abständen begutachten.

Sind sie zu lang, solltest Du aktiv werden, damit Dein Hund beim Spielen nicht irgendwo hängenbleibt und sich verletzt. Mit einer speziellen Krallenzange kannst Du die Krallen Deines Hundes selber kürzen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Pharaonenhund ist ein sehr robustes Tier. Genetische Erkrankungen sind bei der Hunderasse nicht typisch. Du solltest allerdings auf eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und regelmäßige Pflege Deines Hundes achten, um seine Gesundheit zu erhalten.

Sollte eine Operation bei Deinem Vierbeiner notwendig sein, ist es wichtig, dass Du vorher ein ausführliches Gespräch mit dem Tierarzt führst, denn Pharaonenhunde können auf bestimmte Betäubungsmittel mit einer Überempfindlichkeit reagieren.

Bei sehr niedrigen Temperaturen ist es ratsam, Deinen Hund mit passender Hundebekleidung vor einer Unterkühlung zu schützen.

 

Lebenserwartung des Pharaonenhundes

Die Lebenserwartung des Pharaonenhundes liegt bei 11 bis 14 Jahren. Mit der richtigen Ernährung und Pflege kannst Du die Gesundheit Deines Hundes fördern. Wenn Du die Hinweise zur artgerechten Haltung beachtest, wirst Du Deinem Hund zu einem langen und glücklichen Leben verhelfen können.

Hunderasse Pharaonenhund kaufen

Du hast Dich für einen Pharaonenhund entschieden und möchtest nun wissen, worauf es beim Kauf des Vierbeiners ankommt? Im folgenden Abschnitt erhältst Du wichtige Hinweise, die Dir die Anschaffung des Hundes erleichtern.

Der Pharaonenhund ist eine sehr seltene Hunderasse mit anmutigem und edlem Erscheinungsbild. Er gehört daher zu den teuersten Hunderassen der Welt. Für einen Welpen musst Du mit Kosten von 2000 bis 5000 EUR rechnen.

In Deutschland wirst Du Pharaonenhunde nicht oft antreffen. Um einen geeigneten Züchter zu finden, musst Du in den meisten Fällen Ländergrenzen überschreiten. Es kommen also weitere Kosten für die lange Anreise zum Züchter auf Dich zu. In deutschen Tierheimen wirst du reinrassige Pharaonenhunde in der Regel nicht finden, eventuell wirst Du aber auf Mischlinge dieser Hunderasse treffen.

Neben den Anschaffungskosten musst Du weitere Kosten für die Erstausstattung Deines Hundes einkalkulieren. Ein Hundebett, eine Hundeleine und Spielzeug solltest Du kaufen, bevor Dein Vierbeiner bei Dir einzieht. Es kommen außerdem laufende Kosten für Futter, Hundesteuer und Tierarztbesuche hinzu.

Entscheidungshilfe

In vielen Punkten ist der Pharaonenhund als pflegeleicht einzustufen, allerdings solltest Du Dir vor der Anschaffung dennoch genau überlegen, ob Du dem energiegeladenen Vierbeiner ein artgerechtes Leben bieten kannst.

Da der Pharaonenhund sehr viel Bewegung braucht, ist er nur für sportliche Menschen geeignet. Du solltest genug Zeit und Motivation besitzen, gemeinsam mit Deinem Hund aktiv zu sein. Wenn Du den Pharaonenhund nicht als Jagdhund benötigst, wäre es ideal, wenn Du ein großes, umzäuntes Grundstück besitzt, auf dem Dein Hund sich frei bewegen darf und austoben kann.

In einer kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wird der Vierbeiner aufgrund des Platzmangels meistens nicht glücklich. Außerdem wirst Du Deinem Hund die Bellfreudigkeit nicht komplett aberziehen können und riskierst Ärger mit den Nachbarn.

Generell zeigt sich der Pharaonenhund Menschen und anderen Hunden gegenüber nicht aggressiv. Er ist Kindern gegenüber sehr liebevoll und geduldig und lässt sich daher sehr gut in eine Familie integrieren.

Er ist seinen Artgenossen gegenüber sehr aufgeschlossen und lebt gerne mit anderen Hunden zusammen. Katzen und Kleintiere wie zum Beispiel Hasen sieht er aufgrund seines Jagdtriebes allerdings als Beute. Ein Zusammenleben ist daher nicht zu empfehlen, denn es würde Stress für alle Beteiligten bedeuten.

Für Anfänger ist der Pharaonenhund nicht geeignet. Du solltest bereits Wissen und Erfahrung im Umgang mit Hunden mitbringen, um Deinen Vierbeiner körperlich und geistig auszulasten und um ihn mit der nötigen Konsequenz zu erziehen. 

Wenn Du ein Naturfreund bist und gerne ein aktives Energiebündel an Deiner Seite haben möchtest, ist der Pharaonenhundein treuer Gefährte, der Dein Leben bereichert.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.