Islandhund

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Größe:
40 – 46 cm
Gewicht:
11 – 15 kg
Herkunft:
Island
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Farbe:
alle Farben möglich
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
Kinderfreundlich
    wenig:

    viel:

Mit den Wikingern kamen die erste Hunde nach Island, und bis heute ist der Islandhund der einzige Hund, der von der Insel kommt. Die Hunde zeigen kaum Jagdverhalten, bellen gerne und sind als Familienhund ausgeglichen. Das gilt aber nur, wenn die Hunde körperlich und geistig gefordert werden! Islandhunde sind perfekte Spielkameraden für Kinder.

Wikingerhunde? Islandhunde sind Spielkameraden, familienfreundlich und treu

In frühen schriftlichen Belegen sind die Hunde der Wikinger, die auf Island landeten, bereits erwähnt. Ob diese Tiere um das Jahr 880 schon so aussahen wie die Islandhunde heute, wissen wir allerdings nicht. Auch der 1898 entwickelte und abgelehnte Rassestandard entspricht nicht dem heutigen Standard und sah andere Vorgaben vor.

Traditionell ist der Islandhund ein Hütehund und sollte auf keinen Fall aggressiv sein. Auf den abgelegenen Höfen Islands war der Hund oft der einzige Spielkamerad der Kinder. Die Rasse ist bis heute sehr umgänglich und zeichnet sich durch ein verträgliches Wesen aus.

Rassebeschreibung: Islandponys, Islandhunde – ganz besondere Tiere von einer ganz besonderen Insel

Zusammen mit den Islandponys kamen die oft als Islenkur Fjarhundur nach Deutschland. Ursprünglich waren es wohl Jagdhunde, die mangels Wild auf Island aber zu Treib- und Hütehunden umerzogen wurden. Die Tiere arbeiteten immer eng mit dem Menschen zusammen, wurden aber nie als Haushunde oder Familienhudne gehalten.

Trotzdem ist der Islandhund allen Familienmitgliedern gegenüber freundlich gesinnt, ist treu und loyal. Als Wachhund ist er geeignet, zum Schutzhund taugt der nicht sehr bellfreudige kleine Hund aber nicht. Die Tiere sind sehr leistungsfähig und robust, dulden schlechtes Wetter und lieben aus unwegsames Gelände.

Der Islandhund braucht viel Bewegung, sind geduldige und lebhafte Spielkameraden für Kinder und hervorragende Reitbegleithunde. Es gibt sie sowohl kurzhaarig als auch langhaarig, und die Hunde können nahezu jede Fellfarbe haben. Neugierig geworden? Dann erfahre hier noch mehr über diese faszinierenden Hunde.

Herkunft und Rassegeschichte: So lange gibt es den Islandhund schon!

Man sagt, der Islandhund kam bereits mit den Wikingern nach Island, als diese Insel besiedelten. Das kann bis heute allerdings nicht mehr nachgewiesen werden. Denn die ersten schriftlichen Aufzeichnungen datieren auf das Jahr 880. Und ob die Hunde zu der schon so aussahen wie heute, ob sie sich genauso verhielten, das wissen wir nicht.

Ein erster Standard wurde 1898 festgelegt. Da das Interesse an einem Rassestandard zu der Zeit aber nicht so groß war, konnte der sie nie durchsetzen. 1972 wurde er erneuert. Der FCI erkennt die Rasse unter der Nummer 289 an, seit 2010 wird die Rasse auch vom AKC anerkannt.

Auf Island lebte der Islandhund seit Jahrhunderten auf Bauernhöfen und musste beim Zusammentreiben des Viehs helfen. Der Hund war bald unentbehrlich und kam mit den kargen Bedingungen auf der Insel gut klar.

Während der letzten Jahrzehnte wurden die Tiere immer beliebter. Das ist gut, denn tatsächlich gab es eine Weile so wenige Exemplare der Islandhunde, das man fast schon ein Aussterben der Rasse fürchtete.

Aussehen: Der Islandhund ist nicht sehr groß

Mit seiner Widerristhöhe von maximal 46 cm ist der nordische Hüte-Spitz weniger als mittelgroß. Die Hunde haben Stehohren und eine eingerollte Rute, die sie hoch über dem Rücken tragen. Seitlich gesehen, wirkt der Islandhund fast rechteckig, die Länge des Körpers übertrifft (vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker gemessen) die Widerristhöhe.

Die Hunde können zwischen Weiß und Schwarz jede Fellfarbe haben, oft sind sie sandfarben, beige, braun bis rotbraun oder sogar dunkelbraun. Allerdings gibt es mehr helle als dunkle Tiere, und bei den meisten Tieren kommt Weiß irgendwie im Fell vor. Weiß ist jedoch nie dominant.

Charakter und Wesen der Islandhunde

Der Hütehund ist robust und wendig, läuft sehr gerne und macht sich beim Hüten und Treiben von Vieh wirklich nützlich. Außerdem ist er ein toller Suchhund und findet auf Island auch verloren gegangenes Vieh. Von Natur aus sind die Tiere sehr wachsam. Sie begrüßen Besucher begeistert (und dann auch schon mal etwas lauter), sind aber nie aggressiv.

Der Jagdtrieb der Hunde ist nur sehr schwach ausgeprägt, die Laufbegeisterung kommt dafür umso stärker zum Tragen. Angenehme Familienhunde und mit Kindern überaus freundlich und geduldig, sind die Tiere immer fröhlich und neugierig. Dein Islandhund spielt unglaublich gerne und hat vor nichts Angst.

Was frisst ein Islandhund? Haltung und Ernährung

So ein Islandhund frisst viel und gerne, sollte aber vor allem viel Fleisch fressen. Auch wenn Du Deinen Islandhund mit Nass- oder Trockenfutter ernährst, achte bitte darauf: Fleisch sollte der Hauptbestandteil des Futters sein. Zucker oder Getreide darf das Futter nicht enthalten.

Wenn Du Deinen Islandhund belohnen willst, bietest Du ihm Kausnacks an. Die Hunde mögen diese Snacks aus getrockneten Rinderohren oder dergleichen. Beim Kauen reinigen sie sich gleichzeitig die Zähne, die Snacks sind also gesund und helfen bei der Pflege.

Dein Islandhund ist sehr bewegungsfreudig, und er ist außerdem intelligent. Das bedeutet für Dich: So ein Hund will Bewegung und Beschäftigung haben, sonst fühlt er sich nicht wohl. Du wirst mit Deinem Islandhund täglich lange Spaziergänge unternehmen und im Garten tollen.

Aber das reicht nicht aus: Dein Hund will auch Agility machen oder sich mit einem anderen Hundesport beschäftigen. Ist der Islandhund unterbeschäftigt, wird er zum Streuner. Oder wird aus lauter Langeweile zum Kläffer. Du benötigst also für Deinen Hund viel Platz, viel zeit und viel Aufmerksamkeit. Der Islandhund ist intelligent und will immer etwas zum lernen haben.

Erziehung und Pflege: Wie oft will so ein Islandhund gebürstet werden?

Eigentlich sind Islandhunde genügsame Tiere. Sie leben auf dem Hof, werden gefüttert oder erarbeiten sich ihr Futter. Es sind keine Spieltiere, zumindest traditionell nicht. Heute werden die Hunde auch als Gefährten für Kinder gehalten. Trotzdem braucht Dein Islandhund erst einmal viel Platz.

Er muss sich bewegen können und entscheidet Erne selbst, ob er sich gerade lieber im Haus öde rim (umzäunten) Garten aufhält. Schenke Deinem Islandhund viel Zeit und Dein volle Aufmerksamkeit! Nur dann kann Dein Hund schnell lernen und fühlt sich gefordert. In der Erziehung solltest Du konsequent sein, denn sonst nimmt Dein Hund Dich nicht ernst. Bellfreudigkeit und leichte Jagdtrieb sind typische Eigenschaften des Islandhundes.

Wenn Du Deinen Hund jung bekommst und ihn selbst groß ziehst, achte bitte immer auf ausrechend eBewegung und vor allem auch geistig fordernde Aufgaben.Islandhunde lernen vor allem in jungen Jahren sehr schnell und ausdauernd. Das erfordert von Dir Wissen und Können in Sachen Hundeerziehung.

Die dicke Unterwolle schützt Deinen Islandhund vor Kälte, vor Nässe und sogar vor zu großer Trockenheit. Mit einer normalen Hundebürste kannst Du da nicht viel ausrichten, so ein Islandhund muss nur einmal wöchentlich gerüstet werden.

Das gilt das ganze Jahr hindurch, mit zwei Ausnahmen: Wenn Dein Hund im Frühjahr und im Herbst die dicke Unterwolle wechselt, solltest Du täglich zur Bürste greifen. Denn dann verliert das Tier wirklich viel Fell auf einmal. Du wirst es in der Wohnung sehen, an Deiner Kleidung, im Auto. Regelmäßiges Bürsten kann die meisten Haare abfangen, bevor sie sich von alleine lösen.

Achte auf die Augen und die Ohren Deines Hundes. Auch die sollten immer sauber sein, damit Dein Islandhund gesund bleibt. Sollte sich Dein Tier draußen Parasiten, Zecken oder Läuse, Flöhe oder Milben eingefangen haben, lass das bitte vom Tierarzt behandeln. Kontrolliere das Fell und die Haut Deines Hundes regelmäßig auf Befall. Tiere, die sich viel im Freien aufhalten, sammeln immer wieder unliebsame „Mitbewohner“ ein.

Gesundheit und typische Krankheiten

Auf Island selbst leben noch etwa 450 Hunde dieser Rasse. Es könnten mehr sein … aber auch weniger. die Tiere leben heute als Familientiere, sie könne aber immer noch viel helfen auf den Höfen. Nach wie vor werden die Hunde zum Trieben der Schafe und Pferde eingesetzt.

Um Erbkrankheiten brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, der Islandhund ist robust und selten krank. Da die Hunderasse immer noch als Arbeitshund dient, wird auf eine gesunde Zucht Wert gelegt. Allerdings solltest Du wissen, dass der Islandhund bisweilen unter Augenproblemen leidet und eine Falschlage der Hoden vorkommen kann.

Wind und Kälte vertragen die schönen Tiere gut. Allerdings solltest Du im Sommer auf lange Spaziergänge in der Mittagszeit verzichten, um den Hunden nicht zu viel Wärme zuzumuten. Ausreichend Wasser und ein schattiger Platz gehören dazu. Die Tiere kommen immerhin von Island, das Klima der Insel ist deutlich kühler als das deutsche Klima.

Eine heiße Wohnung im Sommer oder gar ein heißes Auto vertragen sie nicht.

Für die Gesundheit Deines Hundes ist übrigens eine qualitativ hochwertige und artgerechte Ernährung ausschlaggebend. Islandhunde benötigen einen hohen Anteil Fleisch und sollten keine Getreideprodukte und keinen Zucker im Futter haben. Andere Rassen, die schon länger als Begleiter oder zum Zeitvertreib gehalten werden, vertragen das unter Umständen – der Islandhund wird noch sehr ursprünglich ernährt.

Und die ursprüngliche Nahrung von Karnivoren besteht nun einmal aus Fleisch und Fisch bei wenig Gemüse und Obst. Pflanzliche Nahrung nehmen die Tiere eigentlich nur auf, weil sie Beutetiere komplett verspeisen und damit auch den Inhalt des Verdauungstrakt dieser Tiere. Der Islandhund hat zwar keinen stark ausgeprägten Jagdtrieb mehr, ist aber immer noch ein Hund.

Die richtige Ernährung hilft, Durchfallerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und sogar altersbedingten Erkrankungen wie Arthrose vorzubeugen.

Lebenserwartung des Islandhundes

Dein Islandhund kann im Vergleich zu anderen Hunden ziemlich alt werden. Als durchschnittliche Lebenserwartung sind zwar meist etwa 12 Jahre angegeben, aber tatsächlich leben die Hunde bei gesunder Haltung oft deutlich länger. Achte darauf, dass Du Dein Tier ausreichend und vor allem mit viel Fleisch ernährst.

Dein Hund muss bis ins hohe Alter körperlich und geistig beweglich bleiben und will gefordert sein. Das tut den Tieren gut und hält sie bei Laune und bei guter Gesundheit.

Wo kannst Du einen Islandhund kaufen?

Züchter von Islandhunden sind bei den entsprechenden Vereinen bekannt. Wenn Du Dich für einen solchen Hund interessierst, tritt doch einfach mit einem Islandhunde-Verein in Kontakt. Auch beim VDH sind die Züchter bekannt. Hast Du einen Züchter gefunden, solltest Du Dir Zeit nehmen und erst einmal verstehen, wie die Hunde gehalten werden und wie genau die Zucht vonstatten geht.

Denn nur aus einer nachhaltigen und artgerechten Zucht gehen gesunde, fröhliche und langlebige Tiere hervor. Vielleicht darfst Du Dir den Zuchtbetrieb anschauen, darfst die Elterntiere kennenlernen? Achte darauf, dass Du schon vor dem Kauf Deinen Hund siehst und kennenlernst.

Es wäre schön, wenn Du so früh wie möglich eine Beziehung zu dem Tier aufbauen kannst. Von hohen Preisen solltest Du Dich nicht abschrecken lassen. Eine nachhaltige Zucht ist aufwändig und erfordert viel Zeit und Mühe. Die Tiere müssen nicht nur versorgt und gepflegt werden, sondern verursachen auch Kosten.

Dazu gehören neben Futter und einem Platz zum Schlafen auch Tierarztkosten, die der Züchter trägt. Denn Dein Islandhund wird geimpft und vom Arzt gründlich untersucht, bevor er zu Dir kommt.

Entscheidungshilfe: Kannst Du Dir vorstellen, mit einem Islandhund durchs Leben zu gehen?

Du hast viel Platz in Deiner Wohnung, hältst die Räume auch im Winter eher kühl und hast einen großen Garten. Deine Kinder sind ganz heiß darauf, einen kleinen vierbeinigen Spielgefährten zu bekommen. Und Du hast viel Zeit, um Dich um Deinen Hund zu kümmern.

Du bist gerne in der Natur unterwegs, unternimmst lange Spaziergänge. Vielleicht reitest Du auch und suchst eine Reitbegleitung? Oder Du bist häufig auf längeren Strecken mit dem Fahrrad unterwegs? Vielleicht hast Du auch einen kleineren oder größeren landwirtschaftlichen Betrieb und suchst einen Hund, der Dir auf dem Hof ein wenig zur Hand geht?

Du bist bereit, viel Zeit mit dem Tier zu verbringen und kannst es in „arbeitslosen“ Phasen mit Agility und Hundesport beschäftigen? Dann ist ein Islandhund der perfekte Hund für Dich. Wenn Du allerdings in einer Stadtwohnung lebst, berufstätig bist und Dein Tier tagsüber Leine lassen müsstest, solltest Du das noch einmal überdenken.

So ein Leben auf engem Raum und mit wenig Bewegung tut keinem Tier gut. Allgemeine Voraussetzungen für die Hundehaltung solltest Du natürlich auch erfüllen.

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