American Pitbull Terrier

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Größe:
43 – 53 cm
Gewicht:
13 – 37 kg
Herkunft:
USA
Lebensdauer:
8 – 15 Jahre
Farbe:
schwarz, weiß, braun, grau, rehfarbe
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der American Pitbull Terrier wird nur in den USA offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Sie ist im Dachverband des United Kennel Clubs (UKC) gelistet. In Europa wird die offiziell vom FCI gelistete Rasse des Staffordshire Terriers umgangssprachlich als Pitbull bezeichnet.

Darunter zählen auch alle Hunde, die diesem ähnlich sehen. Der Hund ist in Deutschland und Europa als Kampfhund verschrien.

Herkunft und Rassegeschichte

Eine Kreuzung aus Bulldog und Terrier – während des Industriezeitalters Ende des 19. Jahrhundert wurden diese Hunde gehalten, um vor allem Ungeziefer und andere unerwünschte Gäste fernzuhalten. Durch den kompakten Körperbau konnten sie auch in den eher kleineren Behausungen der Arbeiter ihren Platz finden.

In den vielen Hinterhöfen der Arbeiterviertel kam es vermehrt zur Austragung von diversen Tierkämpfen. Da der Pitbull aus einer Kreuzung aus Bulldogge, welche unter anderem im Kampf gegen Bullen eingesetzt wurde, und Terrier besteht, besitzt er einen stark ausgeprägten Kampfinstinkt.

So kam es auch dazu, dass der Hund nachdem er mit nach Amerika gebracht wurde, auch dort vermehrt zur Austragung von illegalen Hundekämpfen missbraucht wurde. Dort entstand auch der Name „Pitbull“. Denn Pit bezieht sich in diesem Fall auf den Ring der Tierkämpfe.

Da der American Kennel Club ihn aus diesen Gründen nicht als Hunderasse anerkennen wollte, entschieden sich die Fans der Rasse einen eigenen Verein zu gründen. Dieser ist der heutige United Kennel Club (UKC), unter dem der American Pitbull Terrier offiziell gelistet ist. Kritiker dieses Clubs meinen jedoch, dass er vor allem gegründet wurde, um die illegalen Kämpfe noch professioneller aufzuziehen.

Aufgrund dessen spaltete sich auch die Fangemeinde des Hundes. Diejenigen die den sogenannten Pitbull vor allem als Familienhund aufziehen wollten, distanzierten sich strickt von den Machenschaften des UKC und nannten ihren Hund zur Abgrenzung fortan American Staffordshire Terrier. Dieser Name wurde daraufhin auch in Europa übernommen und offiziell vom FCI anerkannt.

In Deutschland gibt es drei seriöse Vereine im VDH, die diese Rasse betreuen und gezielt als Familienhund züchten. Jedoch gibt es viele schwarze Schafe, die den Pitbull oder ähnlich artige Hunde illegal weiterverbreiten. So kommt es auch dazu, dass immer wieder verantwortungslose Halter diesen „scharf machen“ und sich sein negatives Bild in der Bevölkerung verbreitet.

Aussehen

American Pitbull Terrier

Das charakteristische Aussehen des American Pitbull Terriers bezieht sich vor allem auf seinen Körperbau und seine Maße. Er besitzt einen bulligen Kopf und kurzes, glattes Haar. Der Körperbau ist sehr kompakt und muskulös. Der Hund ist mittelgroß und kann Maße von 45 bis 55 cm erreichen.

Das Gewicht des Pitbulls liegt zwischen 17 und 27 Kilogramm. Einen genauen Standard gibt es jedoch nicht. Das Fell kann diverse Farben aufweisen. Nur die Farbkombination Merle ist nicht erlaubt.

Charakter und Wesen

Auch wenn der American Pitbull Terrier über eine hohe potenzielle Kampfkraft verfügt, ist er aus seriöser Zucht kommend ein in sich ruhiger Hund. Neben seiner starken Kraft und seinem ungeheuren Mut, ist er auch sehr intelligent und aufmerksam gegenüber seinem Besitzer.

Außerdem ist er ein sehr liebenswerter Vierbeiner, der bei der richtigen Erziehung seinem Frauchen oder Herrchen treu ergeben ist. Jedoch sollte man aufpassen aus welcher Quelle man einen solchen Hund bezieht. Besonders in den 90er Jahren wurden unkontrolliert Rassen gekreuzt und speziell Pitbulls in der Züchtung aggressiv ausgebildet.

Von seriösen Züchtern sollte man solche Vorgehensweisen nicht erwarten. Aus verantwortungsvoller Zucht stammende American Staffordshire/Pitbull Terrier sind durchaus als Familienhunde geeignet. Pitbulls sind zudem sehr anhänglich und bauen eine starke Beziehung zu ihrem Halter auf.

Haltung und Ernährung

Was die äußerlichen Gegebenheiten anbelangt, ist der American Pitbull Terrier ein eher anspruchsloser Hund. Er kommt sowohl in kleinen Wohnungen als auch in einem großen Haus sehr gut klar. Auch die Haltung im städtischen Raum ist generell nicht weiter schlimm. Was der Pitbull jedoch benötigt und davon nicht gerade wenig, ist regelmäßiger Auslauf.

In dem verhältnismäßig kleinen Hund steckt eine Menge Power, die beim Gassigehen herausgelassen werden möchte. Auf Wiesen sprintet er auf und ab oder jagt seinem Spielzeug unermüdlich hinterher. Auch geistig möchte dieser Hund ausgelastet werden. Der Pitbull ist durchaus intelligent und möchte immer wieder gefordert werden.

Wichtig von Anfang an ist die richtige und konsequente Erziehung des Hundes. Gerade im Welpenalter wird der Baustein für die Entwicklung des Hundes gelegt, deshalb sollte man in diesem Zeitraum besonders genau und konsequent sein. Denn dies zahlt sich im weiteren Verlauf der Haltung aus.

Zudem ist der Pitbull auch für Hundesport jeder Art zu begeistern und besitzt hervorragende Fähigkeiten als Wachhund. Damit ist jedoch nicht das dauerhafte Halten in einem Zwinger gemeint, sondern seine wachsame Art, die er als Haushund gebrauchen kann.

Achtung: Der Pitbull oder Hunderassen die diesem stark ähneln stehen auf vielen Rasselisten. Damit sind diverse Auflagen und Voraussetzungen verbunden, über die sich ein Besitzer vorher im Klaren sein sollte. Die jeweiligen Auflagen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Besondere Vorsicht ist außerdem beim Verreisen ins Ausland geboten. Nicht nur ist dieser Hund in den meisten europäischen Ländern als Kampfhund verschrien, sondern kann er sogar gänzlich verboten sein. So ist es bei der Einreise nach Dänemark möglich, dass der Pitbull von den dort ansässigen Behörden beschlagnahmt und im schlimmsten Fall sogar getötet wird.

Vor der Einreise in ein anderes Land sollte man sich also genauestens über die jeweiligen Vorschriften und Regelungen informieren.

Ernährung

Was die Fütterung des Hundes anbetrifft, hat der American Pitbull Terrier keine besonderen Anforderungen. Jedoch gibt es einige allgemeine Dinge, die man beim Füttern des Hundes beachten sollte. Zum einen sollte auf qualitativ hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil gesetzt werden.

Und zum anderen sollte man die Ernährung ausgewogen und durchaus abwechslungsreich gestalten. Das Hinzufügen von abwechselndem Gemüse ist ratsam. Auf übermäßigen Konsum von Kohlenhydraten wie Getreide sollte möglichst verzichtet werden. Dies dient der Gesundheit und wirkt einer Überernährung entgegen.

Nach der Mahlzeit sollte man dem Hund eine gewisse Ruhezeit ermöglichen (mindestens eine halbe Stunde). Denn in dieser kann er sein Futter ungestört verdauen und Magendrehungen werden vorgebeugt. Gassi gehen sollte man deshalb entweder vor der Fütterung oder erst nach der Ruhezeit.

Erziehung und Pflege

Die artgerechte Erziehung eines Pitbulls ist sehr wichtig. Dieser Hund ist deshalb vor allem für schon hundeerfahrene Menschen geeignet. Denn auch wenn diese Tiere aus seriöser Züchtung stammend als Familienhund gezüchtet werden, ist immer noch ein gewisser Kampftrieb in diesen Hunden erhalten. Das Ziel ist es diesen nicht mit allen Mitteln zu unterdrücken, sondern gezielt vom Menschen zu kontrollieren.

Das heißt mit der richtigen Erziehung darf der Mensch entscheiden, wann sich der Hund zum Beispiel an einem Spielzeug austoben darf und wann er still zu sein hat. Der falsche Weg ist es die Power, die in dem Hund steckt, dauerhaft zu unterdrücken. Denn genau dann wird der Hund seine eigenen Wege und Opfer finden seinen Instinkten zu folgen. Damit ist nicht gemeint, dass der Hund böswillige Absichten hegt, jedoch sollte man seine Energie, die er freisetzen kann, nicht unterschätzen.

Die richtige Erziehung und Sozialisierung ab dem Welpenalter sind beim Pitbull deshalb von enormer Bedeutung. Gerade im familiären Umfeld und im Umgang mit anderen Hunden sollte man ihn früh heranführen. Man sollte sowohl mit ruhiger als auch konsequenter Art dem Hund gegenübertreten. Eine enge auf Vertrauen basierte Beziehung zu dem Hund ist besonders wichtig.

Wenn man den Hund liebevoll behandelt, wird er die Wünsche seines Frauchens oder Herrchens von den Lippen ablesen. Zudem ist der Besuch einer Hundeschule stark zu empfehlen.

Pflege

Der Pitbull Terrier zählt aufgrund seines kurzen Fells zu den pflegeleichteren Hunden. Neben gelegentlichem Büsten ist die Überprüfung der Krallenlänge angebracht. Bei Bedarf (meist aber erst im Alter) können die vorderen Krallen mithilfe einer entsprechenden Krallenschere gestutzt werden.

Intensives Waschen sollte vermieden werden, da es die Hautflora und den natürlichen Schutz des Haares angreift. Bei hohem Dreckaufkommen und starkem Geruch sollte deshalb nur auf mildes Hundeshampoo gesetzt werden. In den meisten Fällen wird aber auch schon das Abputzen mit einem feuchten Tuch große Erfolge bringen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der American Pitbull Terrier erfreut sich allgemein einer robusten Gesundheit. Das Auftreten von Krankheiten kann jedoch nie gänzlich vermieden werden. Zu den am häufigsten auftretenden Krankheitsbildern zählen Hüfterkrankungen (Hüftdysplasie oder Hüftarthrose) und verschiedene Hautkrankheiten. Auch gewisse Allergien können häufiger vorkommen.

Lebenserwartung

American Pitbull Terrier

Die Lebenserwartung eines solchen Hundes kann bis zu 12-13 Jahren betragen.

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Den Pitbull gibt es in seriöser Zucht im europäischen Raum so gut wie nicht. Deshalb sollte man vor allem auf die verwandten Rassen American Staffordshire Terrier oder Staffordshire Bullterrier zurückgreifen. Diese entsprechen vom Charakter und Äußerlichem dem Pitbull, sind aber gezielt als Familienhund gezüchtet.

Fündig wird man in einem der drei Vereine aus dem VDH. Eine weitere Variante ist die Adoption aus dem Tierheim. Da der Pitbull eine durchaus häufig auftretende Rasse ist, die leider auch oft außerhalb von seriösen Züchtungen weiterverbreitet wird, ist dieses Exemplar in Tierheimen eigentlich immer zu finden.

Die Haltung eines solchen Tieres besonders aus einem Tierheim sollte am ehesten von einem schon im Umgang mit Hunden geübten Menschen vollzogen werden.

Entscheidungshilfe

Wenn Sie sich einen American Pitbull anschaffen wollen, sollten Sie wissen, dass es sich bei diesem in Deutschland und in weiten Teilen von Europa um einen Listenhund handelt. Das heißt, dass mit der Haltung diverse Auflagen und Vorschriften verbunden sind. Dies kann von einer Leinenpflicht bis zum gänzlichen Verbot in einigen Ländern (z.B. Dänemark) reichen.

Vor dem Kauf sollte man sich also ganz genau über die in seinem (Bundes-)Land vorherrschenden Richtlinien informieren. Des Weiteren sollte einem bewusst sein, dass ein Pitbull ein sehr aufgeweckter und lebendiger Hund ist. Regelmäßiges Gassi gehen und abwechslungsreiche Beschäftigung sind also Pflicht.

Wenn diese Punkte Sie nicht abgeschreckt haben sollten, dann kann der Pitbull ein verlässlicher und ebenso liebenswerter Begleiter über viele Jahre werden. Auch wenn sein Image nicht das beste zu sein scheint, schlummert auch in ihm ein Hundeherz, welches von seinem Halter umsorgt werden möchte.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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