Australian Cattle Dog

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Größe:
43 – 51 cm
Gewicht:
16 – 25 kg
Herkunft:
Australien
Lebensdauer:
10 – 15 Jahre
Farbe:
red speckled, blau, blue speckled, blue mottled, am Kopf schwarze Abzeichen
FCI Gruppen:
Preis
1.000 bis 1.500 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Wer den Australian Cattle Dog ansieht, erkennt schnell, dass er einen charakterstarken, agilen, aber auch robusten Hund vor sich hat. Einst kamen die Vorfahren des Australian Cattle Dog mit den englischen Siedlern nach Australien und sollten dort zur Rinderarbeit eingesetzt werden.

Durch gezielte Einkreuzung von Dingos erhielten die Siedler einen Hund, der wenig bellte und so die Rinder nicht gegen sich aufbrachte. Gleichzeitig hat der Australian Cattle Dog genug Selbstbewusstsein, um problemlos Großvieh treiben zu können.

So zweckmäßig wie sein Wesen ist der Körperbau. Der Australian Cattle Dog ist ein mittelgroßer, muskulöser und stämmiger Hund. Das Fell ist kurz mit dichter Unterwolle, sodass er problemlos längere Zeit im Freien verbringen kann.

Rassebeschreibung

In der Klassifizierung des FCI ist der Australian Cattle Dog in der Gruppe 1, Hüte- und Treibhunde, und Sektion 2 Treibhunde eingeteilt. Zur Zucht ist keine Arbeitsprüfung erforderlich.

Beim Australian Cattle Dog handelt es sich um einen mittelgroßen und kräftigen Herdengebrauchshund, der für die Arbeit am Vieh gezüchtet wurde.

Herkunft und Rassegeschichte

Wie der Name Dir schon verrät, stammt der Australian Cattle Dog ursprünglich aus Australien. Einst brachten im späten 18. Jahrhundert englische Siedler ihre Arbeitshunde mit nach Australien. Doch schnell taten sich mehrere Probleme auf.

Nicht nur, dass den englischen Hunden mit ihrem langen Fell im Outback zu heiß war, sie erwiesen sich für die Arbeit mit Rindern als ungeeignet. Im Gegensatz zu Schafen in England lebten die Rinder komplett verwildert in den Weiten des Landes und mussten häufig über mehrere Kilometer von einer Weidefläche zur anderen getrieben werden.

Die englischen Hunde waren es in der Arbeit mit den Schafen gewohnt, diese gezielt von vorne anzugehen und durch bellen zu treiben. Ein Verhalten, was die australischen Rinder dazu veranlasste, die Hunde anzugreifen oder selbst die Flucht zu ergreifen.

Es ist Thomas Simpson Hall zu verdanken, dass es heute den Australian Cattle Dog gibt. Er erkannte die Notwendigkeit eines Treibhundes und ließ sich von Verwandten Arbeitshunde von Viehtreibern nach Australien schicken.

Die sogenannten Drover Dogs stammten aus der Grafschaft Northumbria. Hall kreuzte diese Hunde mit den in Australien heimischen Dingos, die er vor allem wegen ihrer Robustheit, ihrem Selbstbewusstsein und vor allem wegen ihrer Eigenschaft nicht zu bellen, schätzte.

Es vergingen noch einige Jahre, bis 1903 Robert Kaleski in der „Agricultural Gazette of New South Wales“ den ersten Rassestandard veröffentlichte. Die Rasse durchlebte im letzten Jahrhundert ihre Höhen und Tiefen, was vor allem damit zu begründen ist, dass der Australian Cattle Dog nie ein Modehund war.

Aussehen des Australian Cattle Dog

Australian Cattle Dog

Das Aussehen des Australian Cattle Dogs ist wie der Charakter des Hundes: robust. Er ist mit rund 50 cm Schulterhöhe ein mittelgroßer Hund, der kompakt und muskulös gebaut ist.

Der kräftige Körperbau ist symmetrisch mit harmonischen Proportionen. Die Kruppe ist beim Australian Cattle Dog lang und abfallend, die Hinterhand auffallend muskulös und stark. Durch seine Stämmigkeit wird nicht selten seine Agilität und Wendigkeit unterschätzt.

Das Fell ist dicht und eng anliegend mit reichlich Unterwolle. Der Australian Cattle Dog verfügt über Stehohren und einen wachen, klaren Blick. Seine Färbung ist blau (gräulich-schwarz) und rot. Diese Färbungen können gesprenkelt und getüpfelt auftreten. Schwarze Abzeichen am Kopf sind nicht selten.

Charakter und Wesen

Der Australian Cattle Dog ist ein extrem selbstbewusster und wachsamer Hund. Männlichen Tieren wird häufig ein selbstsicheres bis hin zur Dominanz neigendes Auftreten nachgesagt.

Er kann robust und derb wirken, was auf die Ursprünge der Rasse zurückzuführen ist. Die Siedler nutzten zur Zucht nur die stärksten Hunde, was für Wesen und Körperbau gleichermaßen gilt. Der Australian Cattle Dog ist ein ehrlicher und ausdrucksstarker Hund, der gerne seiner Gefühlslage Ausdruck verleiht.

Wie stark die jeweiligen Charaktereigenschaften ausgeprägt sind, ist abhängig vom jeweiligen Hund. Züchter sprechen häufig von bunten Würfen, was sich nicht auf die Farbe, sondern auf den Charakter der Hunde bezieht.

Fremden gegenüber zeigt sich der Australian Cattle Dog reserviert und in vielen Fällen sogar misstrauisch, aber nie aggressiv.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Australian Cattle Dog benötigt viel Auslauf, ein Haus mit Garten kommen dem Bewegungsdrang des agilen Hundes am ehesten entgegen. Im Idealfall bewohnt der Australian Cattle Dog einen größeren Hof, auf dem er seinen Wachaufgaben nachkommen kann.

Bei ausreichend Auslauf und Bewegung kann der Australian Cattle Dog aber genauso gut in einer Stadtwohnung glücklich werden. Aufgrund seiner Eigenschaft wenig zu bellen, ist er der ideale Mitbewohner.

Wegen seiner ausgeprägten Personenbezogenheit darf der Australian Cattle Dog keinesfalls im Zwinger oder gar in Kettenhaltung gehalten werden. In seiner Rolle als Familienhund geht der Australian Cattle Dog vollständig auf, am liebsten ist er den ganzen Tag umgeben von seinen Menschen.

Je nach Charakter und Ausprägung der Abneigung gegenüber Fremden, sollte bei häufigem Besuch allerdings darauf geachtet werden, dass der Cattle Dog ausreichend Möglichkeiten hat, sich zurückzuziehen.

Ernährung

Hinsichtlich der Ernährung ist der Australian Cattle Dog relativ unkompliziert. Tatsächlich gilt er sogar als verfressen und Du solltest stets die Figur Deines Hundes im Blick behalten.

Wegen seiner kräftigen Statur bemerken viele Besitzer erst spät, dass ihr Australian Cattle Dog leicht übergewichtig ist. Ansonsten neigt der Australian Cattle Dog nicht überdurchschnittlich häufig zu Futtermittelunverträglichkeiten.

Dennoch solltest Du auf eine artgerechte Fütterung, wie es beim Barfen der Fall ist, wert legen. Wenn Du kein rohes Fleisch füttern möchtest, hast Du die Wahl zwischen Nass- und Trockenfutter.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Der Australian Cattle Dog ist ein selbstbewusster Hund, der frei denkt. Das erfordert bei der Erziehung viel Konsequenz und Souveränität seitens des Hundehalters.

Aufgrund seiner Herkunft ist er ein Hund, der von Natur aus rangordnungsbewusst ist und sich gerne an Hierarchien orientiert. Akzeptiert er seinen Besitzer als Führungsperson, ist er äußerst loyal. Diese Loyalität kannst Du allerdings nicht mit Härte erreichen.

Beim Australian Cattle Dog gilt es, konsequent zu sein und diese Konsequenz einfühlsam und liebevoll durchzusetzen. Der Australian Cattle Dog ist kein Hund, der sich etwas befehlen lässt und diesem Befehl grundsätzlich Folge leistet.

Kadavergehorsam kannst Du von diesem Freigeist nicht erwarten. Ungerechtigkeit erkennt der Australian Cattle Dog außerdem sofort.

Hast Du Dir allerdings erst einmal die Loyalität des Cattle Dog gesichert, hast Du einen treuen Kameraden an Deiner Seite. Der Australian Cattle Dog orientiert sich stark an seinem Menschen und durch seine ausgeprägte Intelligenz und extrem schnelle Auffassungsgabe ist er folgsam und arbeitswillig.

Da der Australian Cattle Dog psychisch und physisch ausgelastet werden möchte, ergeben sich eine Reihe von Möglichkeiten, ihn zu fordern. Im Optimalfall kann der Australian Cattle Dog seiner natürlichen Eignung – dem Hüten und Treiben – nachkommen.

Aber auch Hundesport wie Obedience und Agility sind für den agilen Hund denkbar. Ausgiebige Spaziergänge oder Radtouren runden das Bewegungsprogramm ab.

Pflege

In der Pflege ist der Australian Cattle Dog relativ anspruchslos. Es ist in der Regel vollkommen ausreichend, wenn Du Deinen Australian Cattle Dog einmal die Woche ausgiebig bürstest.

Während des zweimal jährlich stattfindenden Fellwechsels kann es vorkommen, dass Du etwas häufiger zur Hundebürste greifen musst.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Australian Cattle Dog ist ein robuster und im Allgemeinen gesunder Hund. Wie es typisch für die meisten Rassehunde ist, bleibt allerdings auch der Australian Cattle Dog nicht von einigen Erbkrankheiten verschont. Besonders problematisch sind Augen und Ohren.

Kongenitale sensorische Taubheit

Australian Cattle Dogs werden weiß geboren. Sie erhalten erst in den ersten Wochen nach der Geburt ihre Farbe. Diese Eigenschaft ist an ein Gen gekoppelt, welches gleichzeitig ursächlich für die kongenitale sensorische Taubheit sein kann. Unbekannt ist nach wie vor, welcher Prozess diesem Erbgang zugrunde liegt.

Auffällig ist bisher nur, dass ein Hund, der unter dieser Erkrankung leidet, sie häufiger an seine Nachkommen weitergibt als es bei einem gesunden Hund der Fall ist. Ein tauber Australian Cattle Dog wird vom Verband von der Zucht entsprechend ausgeschlossen.

Symptomatisch für diese Erkrankung ist eine einseitige oder beidseitige Taubheit, die durch eine Verkümmerung der Haarzellen im Innenohr in den ersten Lebenswochen hervorgerufen wird.

Der Schall kann dadurch nicht mehr weitergeleitet werden und der Hund wird taub. Ein einseitig tauber Hund fällt im Alltag häufig kaum auf, da er in der Lage ist, dieses Defizit zu kompensieren.

Anders verhält es sich mit beidseitig tauben Hunden. Solche Hunde müssen mit größter Sorgfalt und Handzeichen erzogen werden. Wenn Du einen Australian Cattle Dog bei einem Züchter kaufst, der dem ACDCD e.V. angeschlossen ist, erhältst Du bei der Abgabe das Ergebnis des sogenannten BAER-Tests, der Dir bescheinigt, dass Dein Hund nicht taub ist.

Gefahr der Erblindung

Neben der Gefahr taub zu werden, gibt es beim Australian Cattle Dog die generalisierte progressive Retinaatrophie, die mit fortschreitendem Alter zur Erblindung führt.

Im Gegensatz zur kongenitalen sensorischen Taubheit konnte bereits ein Test entwickelt werden, der Aufschluss darüber gibt, ob ein Hund aufgrund von PRA erblinden könnte. Betroffene Hunde werden von der Zucht ausgeschlossen, was zu einer deutlichen Reduzierung des Auftretens geführt hat.

Selten vorkommende Erkrankungen

Weitere mögliche, aber selten vorkommende Erkrankungen sind die Ellenbogen- und Hüftdysplasie.
Bedingt durch die möglichen erblichen Vorerkrankungen ist es zukünftigen Käufern anzuraten, einen Hund ausschließlich beim seriösen Züchter zu kaufen.

In Deutschland ist der Australian Cattle Dog Club Deutschland e.V. für die Zucht zuständig. Dieser Verein ist dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und dem Fédération Cynologique Internationale (FCI) angeschlossen.

Lebenserwartung des Australian Cattle Dog

Australian Cattle Dog

Der Australian Cattle Dog hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren.

Hunderasse Australian Cattle Dog kaufen

Vielleicht hast Du Dich bereits entschieden, einen Australian Cattle Dog zu kaufen und brauchst noch einige Tipps? Dann bist du hier richtig. Willst Du Deinen Australian Cattle Dog beim Züchter kaufen, solltest Du mit Kosten zwischen 1000 und 1500 EUR rechnen.

Hinzu kommen noch Kosten für die Erstausstattung und die laufenden Kosten für Tierarzt und Futter. Auch der regelmäßige Besuch einer Hundeschule ist in der ersten Zeit für Deinen Welpen sehr wichtig.

Vor dem Kauf eines Australian Cattle Dogs solltest Du Dir unbedingt folgende Fragen stellen:

  • Kannst Du dem Bewegungsdrang des Australian Cattle Dog gerecht werden?
  • Kommst Du mit dem starken Wesen dieser Hunde zurecht?
  • Hast Du genug Zeit Deinen Australian Cattle Dog zu beschäftigen?

Entscheidungshilfe

Der Australian Cattle Dog ist eine nicht stark verbreitete Hunderasse, was vor allem auf das spezielle Wesen zurückzuführen ist. Du solltest Dir bei der Entscheidung bewusst sein, dass der Australian Cattle Dog ein Hund mit einem starken Charakter ist und über viel Energie verfügt.

Der passende Besitzer für den Australian Cattle Dog verfügt im Optimalfall über ähnliche Eigenschaften und muss mit dem Freigeist seines Hundes zurechtkommen wollen, gleichzeitig aber auch in der Lage sein, dem Cattle Dog klare Grenzen aufzeigen zu können.

Ist der Australian Cattle Dog nicht ausreichend psychisch und physisch ausgelastet, kann er aufgrund seiner selbstbewussten und teilweise sogar dominanten Art ein durchaus unangenehmer Mitbewohner werden, der sich eigene Beschäftigungsmöglichkeiten sucht.

Er ist nicht anfängergeeignet, da er eine souveräne, konsequente aber auch gleichzeitig liebevolle Führungsperson mit Hundeerfahrung benötigt.

In den richtigen Händen ist der Australian Cattle Dog ein aufgeweckter, freundlicher, aufgeschlossener und aktiver Hund, der seinem Besitzer viel Freude macht.

FAQ zum Australian Cattle Dog

Was kostet ein Australian Cattle Dog?

Ein Australian Cattle Dog kostet meist zwischen 1000 und 1500 Euro.

Wie ist das Wesen eines Australian Cattle Dogs?

Der Australian Cattle Dog neigt zu Dominanz und ist sehr selbsicher. Er hat viel Energie und einen starken Charakter.

Was ist ein Australian Cattle Dog Red Heeler?

Red Heeler ist die englische Bezeichnung bezeichnung für einen Hund der Rasse Australian Cattle Dog in einer bestimmten Farbe. Ein Red Heeler hat rötliche Sprenkel.

Was ist ein Australian Cattle Dog Blue Heeler?

Blue Heeler ist ein englischer Begriff und meint einen bläulich oder bläulich gesprenkelten Hund der Rasse Australian Cattle Dog.

Welche Lebenserwartung hat ein Australian Cattle Dog?

Ein Australian Cattle Dog kann zwischen 10 und 15 Jahre alt werden.

Wie groß wird ein Australian Cattle Dog?

Ein Australian Cattle Dog erreicht ausgewachsen eine Höhe von 43 bis 51 cm.

Wie viel Auslauf braucht ein Australian Cattle Dog?

Ein Australian Cattle Dog braucht sehr viel Bewegung und Auslastung. Er hat viel Energie und neigt dabei zu Dominanz.

Welches Gewicht hat ein Australian Cattle Dog?

Ein Australian Cattle Dog wiegt ausgewachsen ca. 16 bis 25kg.

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