Dogo Canario

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Größe:
56 – 65 cm
Gewicht:
40 – 60 kg
Herkunft:
Spanien
Lebensdauer:
9 – 12 Jahre
Farbe:
gelb/braun bis grau/schwarz mit schwarzer Maske, auch weiße Abzeichen möglich
FCI Gruppen:
Preis
Etwa 1200 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der zu den Molosser-Hunden zählende Dogo Canario stammt ursprünglich aus Spanien und vereint ein mächtiges Äußeres mit einem sanften Inneren. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Bevor Du Dir diesen Hund anschaffst, solltest Du Dich genau über die Haltung, Pflege und Erziehung informieren. Was muss bei der Erziehung beachtet werden? Hier erfährst Du, worauf Du unbedingt achten musst.

Rassebeschreibung

Der Dogo Canario ist eine mittelgroße Hunderasse aus Spanien und zählt zu den Molosser-Hunden. Seit Januar 2019 wird die Rasse offiziell als Presa canario bezeichnet.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Dogo Canario, auch Perro de Presa, Perro de Toro, Alano, Presa Canario oder Kanarische Dogge genannt, ist ein typischer Vertreter der Molosser. Unter dem Begriff Molosser fasst man sehr massige und muskulöse Hunde zusammen.

Andere Bezeichnungen für Molosser sind Bärenbeißer, Bullenbeißer, Saupacker, Metzgerhunde und Wachhunde. Diese schon in der Antike gezüchteten Hunde sind die Vorfahren heutiger Hunderassen wie Deutsche Dogge, Englische Bulldogge, Bullmastif, Mastif und Deutscher Boxer.

Die Vorfahren des heutigen Dogo canario wurden in alten Schriften als „Alano“ bezeichnet. Nicht zu verwechseln ist der Dogo canario jedoch mit dem Alano Español.

Vor rund 200 Jahren wurden Hunde des Typs Dogo Canario noch weit verbreitet. Man verwendete sie als Wach- und Schutzhund für große Anwesen, zur Bewachung von Herden und auf Handelsschiffen.

Als Treib- und Jagdhunde wurden sie für die Wildschwein- und Bärenjagd eingesetzt. Nicht nur die Römer schätzten diesen Hundetyp aufgrund seiner Furchtlosikeit und Entschlossenheit als Kriegshunde.

Die spanischen Konquistadoren setzten ihn auch bei der Eroberung Südamerika ein. Bei diesen Eroberungskriegen nutzen die Spanier die Kanarischen Inseln als Zwischenstation. Dabei blieben einige Vertreter des heutigen Dogo Canario auf den Inseln hängen.

Über viele tausend Jahre sind die wesentlichen Merkmale des Dogo canario gleichgeblieben. Der heutige Dogo Canario sieht damit sehr wahrscheinlich noch so aus wie der Molossertyp vergangener Zeiten.

Lange Zeit bestand noch Uneinigkeit über den offiziellen Namen und eine Registrierungsstelle, Auf den Kanarischen Inseln bezeichnet man ihn als „El perro de presa canario“ als kanarisches Natursymbol. Das spanische Landwirtschaftsministerium bezeichnet die Rasse seit 2001 als Presa canario.

Beim Weltverband FCI (Fédération Cynologique Internationale) wurde die Rasse von 2011 bis 2019 offiziell unter „Dogo canario“ geführt. Seit dem 01. Januar 2019 hat der FCI den Rassenamen „Dogo Canario“ durch die Bezeichnung „Presa Canario“ ersetzt.

Der Vierbeiner heißt jetzt also offiziell Presa Canario und läuft bei der FCE unter der Standard-Nr. 346 in der Sektion Molossoide.

Aussehen des Dogo Canario

Dogo Canario

Der Dogo Canario ist ein sportlicher Hund mit athletischer Ausstrahlung. Der Körper ist langgezogen und sehr muskulös. Die Zugehörigkeit zu den Molosser-Hunden ist deutlich zu erkennen.

Während die Widerristhöhe bei Hündinnen 56 bis 62 cm beträgt, liegt sie bei Rüden bei 60 bis 66 cm. Nach FCI-Standard ist für Hündinnen ein Gewicht von 40 bis 50 kg vorgegeben, für Rüden zwischen 55 und 65 kg.

Mit diesen imposanten Maßen gibt der Dogo Canario ein respekteinflößendes Erscheinungsbild ab und wirkt auf viele Menschen sogar bedrohlich. Dennoch hat der Dogo Canario von Natur aus ein friedliches und ruhiges Wesen.

Der gut proportionierte Körperbau weist auf seine ungewöhnliche Kraft und Beweglichkeit hin. Die Bewegungen sind geschmeidig und elegant. Insbesondere bei Hündinnen ist sehen, dass die Körperlänge größer ist als die Widerristhöhe.

Den Dogo Canario kennzeichnet ein breiter und massiver Kopf, eine kurze Schnauze, lange Lefzen und meist hängende Ohren. Das früher praktizierte Kupieren der Ohren ist in Deutschland und weiteren Ländern verboten. Im Herkunftsland Spanien ist das Kupieren dagegen noch erlaubt.

Das kurze, eng anliegende ohne Unterwolle hat einen leichten Glanz und präsentiert sich in abwechslungsreich Farben. Das gestromte Fell variiert zwischen dunkelbraun, blassgrau und hellblond.

Die Schattierungen reichen von falbfarben bis sandfarben. Brust, Halsbasis und Kehler dürfen weiße Abzeichen aufweisen. Die Maske ist grundsätzliche schwarz.

Das Fell fühlt sich rau an. Besonders kurz und fein ist das Fell an den Ohren, während es an den Rückseiten der Oberschenkel und am Widerrist ist es etwas länger ist.

Die Rute ist am Ansatz breit ist und verjüngt sich zur Spitze hin. Im Ruhezustand hängt die Rute an der Spitze herunter und wird bei erhöhter Aufmerksamkeit aufgerichtet.

Charakter und Wesen

Nach den Vorgaben des FCE sind aggressive oder ängstliche Vertreter des Presa Canario von der Züchtung ausgeschlossen.

Bei guter Sozialisierung ist der Dogo Canario freundlich gegenüber bekannten Menschen und kinderlieb. Eine lange Liste von Eigenschaften werden ihm zugesprochen: ruhig, ausgeglichen, gutmütig, nervenstark, furchtlos und sehr selbstbewusst.

Bei Fremden verhält er sich zunächst distanziert bis misstrauisch. Dabei ist er jedoch nicht ängstlich. Die Familie beschützt und bewacht er, legt dabei aber von sich aus kein aggressives Verhalten an den Tag. Wenn andere (Hunde oder Menschen) sich ihm gegenüber jedoch aggressiv verhalten, kann er sehr reagieren.

Der Presa Canario zeigt einen aufmerksamen Blick und ist aufgrund seines Wesens besonders gut für die Bewachung und Verteidigung geeignet.

Der ausgeprägte Schutztrieb lässt sich bei artgerechter Haltung und Erziehung gut unter Kontrolle bekommen. Kennzeichnend ist eine intensive Bindung an Frauchen oder Herrchen. Gegenüber anderen Familienmitgliedern verhält er sich gutmütig und loyal.

Nach der Integration in die Familie bleibt er lebenslang ein treuer Begleiter. Der Dogo canario ist belastbar und robust. Als Partner ist er daher unkompliziert und zuverlässig. Stimmungen und Absichten versteckt er nicht, Falschheit gehört nicht zu seinem Wesen.

Sein lebhaftes Temperament zeigt er durch seine Bewegungsfreude und gelegentlich auch durch ein tiefes, lautes Bellen. Im Vergleich zu anderern Hunden bellt er jedoch selten.

Haltung und Ernährung

Haltung

Bitte beachte: Der Presa Canario ist nicht für jeden geeignet. Wer sich einen Presa Canario zulegt, sollte auch den Willen haben, mit diesem Hund zu arbeiten.

Die Kanarische Dogge benötig ausreichend Platz und Bewegung, ist aber ansonsten anspruchslos, was die äußeren Rahmenbedingungen angeht. Du kannst den Dogo auch das ganze Jahr über draußen halten, hier am besten im Rudel. Aber auch im Haus fühlt er sich wohl.

Beengte Wohnverhältnisse sind jedoch ein Ausschlusskriterium für diese Rasse. Als Familienhund sollte der Dogo nur bei guter Sozialisierung und Erziehung eingesetzt werden und wenn ihm ausreichend Möglichkeit zur Bewegung verschafft wird.

Vor der Anschaffung eines Presa Canario solltest du dich daran erinnern, welche Vorgeschichte diese Rasse hat: Als Arbeitshund, Wächter, Treiber und Jagdhund hatte er vielfältige Aufgaben, die ihm auch heute noch im Blut stecken.

In Dänemark ist die Haltung des Dogo komplett verboten. Bei Zuwiderhandlung kann der Hund beschlagnahmt werden.In Bayern und Berlin-Brandenburg wird die Rasse als gefährlich eingestuft.

In der Bayerischen Kampfhundeverordnung steht der Presa canario in der Kategorie 2 der gelisteten Hunderassen mit „gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit“. Für die Haltung dieser „Listenhunde“ ist eine Erlaubnis der Wohnsitzgemeinde erforderlich.

In der Kategorie 2 stehen die Rassen, denen widerlegbar Aggressivität und Gefährlichkeit unterstellt werden. Was bedeutet das konkret für Hundehalter? Du benötigst ein Gutachten von einem Sachverständigen, in dem steht, dass dein Hund nicht aggressiv oder gefährlich ist.

Wenn der Suchverständige das bestätigt hat, bekommst Du ein so genanntes Negativzeugnis, das dich von der Erlaubnispflicht zur Haltung und Züchtung dieser Hunderasse befreit. Ein Wesenstest wird von vielen Tierarztpraxen als Spezialleistung angeboten

Ernährung

An das Futter stellt dies Rasse keine besonderen Ansprüche.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Der Dogo Canario ist sehr intelligent, arbeitsfreudig und kann sich Erlerntes gut merken. Daher ist er gut erziehbar. Auf der anderen Seite ist er sehr kräftig, selbstbewusst und kann sich gut durchsetzen.

Rein körperlich ist er Frauchen und Herrchen überlegen. Daher ist er kein Hund für Anfänger! In der Erziehung muss darauf geachtet werden, dass ausschließlich Frauchen oder Herrchen die Führungsrolle haben. Der Hund muss eindeutig spüren, wer das Sagen hat.

Bei der Erziehungsarbeit muss ein starker Wille erkennbar sind, jedoch ohne Einsatz von Gewalt. Den Dogo kann man auch an anspruchsvolle Aufgaben heranführen und ihn beispielsweise zum Assistenz- oder Schutzhund ausbilden.

Dies funktioniert jedoch nur unter der Voraussetzung, dass er von einem seriösen Zuchtbetrieb stammt und gut sozialisiert wurde.

Mit der Erziehung sollte so früh wie möglich angefangen werden. Schon als Welpe sollte der Dogo einige Befehle verstehen. Er muss beispielsweise frühzeitig lernen, sich in Alltagssituationen zurückzuhalten.

Wenn der Hund im Spiel oder zur Begrüßung an anderen hochspringt, kann das aufgrund der Größe des Hundes sonst schnell zu einem Sturz führen.

Pflege

Der Dogo Canario stellt keine besonderen Ansprüche an seine Pflege.

Gesundheit und typische Krankheiten

Es sind keine Krankheiten bekannt, die bei dieser Rasse verstärkt auftreten. Der Dogo canario erfreut sich einer robusten Gesundheit.

Lebenserwartung des Dogo canario

Dogo Canario

Bei einem Dogo canario von einem seriösen Züchter ist von einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren auszugehen.

Hunderasse Dogo Canario kaufen

Achte vor dem Kauf auf mögliche Beschränkungen deines (Bundes-)Landes. Überprüfe auch unbedingt die Seriosität des Züchters. In Deutschland existieren nur wenige seriöse Züchter. Für einen Dogo Canario musst du mit einem Kaufpreis von ca. 1200 Euro rechnen.

Denke bei den Kosten nicht nur an die Anschaffungskosten. Ein großer Hund braucht auch viel Futter. Außerdem fällt Hundesteuer an, die je nach Gemeinde sehr unterschiedlich ausfällt.

In Bayern kann es besonders teuer werden, weil der Presa canario dort als Listenhund geführt wird. Weitere Kosten musst du für den Tierarzt und die Hundeerstausstattung aufwenden.

Entscheidungshilfe

Frauchen und Herrchen dürfen für die Haltung dieses großen und starken Hundes keine Anfänger sein und sollten bereits viel Erfahrung mit Hunden mitbringen.

Überlege gut, ob Du genügend Zeit und Raum für den Hund hast. Der Presa canario braucht ausreichend Raum und viel Beschäftigung, damit er sich nicht unterfordert fühlt.

Hol- und Bringspiele sowie Ballspiele sollten zum täglichen Trainingsrepertoire zählen. Lange tägliche Gassi-Runden sind ein absolutes Muss. Als Wachhund ist der Presa canario ideal geeignet.

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