Mudi

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Größe:
45 – 47 cm
Gewicht:
8 – 13 kg
Herkunft:
Ungarn
Lebensdauer:
13 – 15 Jahre
Farbe:
falb, schwarz, weiß, aschfarben, braun, blue-merle
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Preis
1.000 bis 1.200 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Mudi, ein ungarischer Hütehund, hat nicht nur einen lustig klingenden Namen, sondern ist ein absolutes Allround-Talent. Neben seiner eigentlichen Aufgabe, dem Vieh hüten, ist er ein sportlicher, ausdauernder und kluger Familienhund.

Rassebeschreibung

Der Mudi ist eine vom FCI anerkannte, ungarische Hütehundrasse. Der Mudi wird in der Gruppe 1- Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1, Standard Nummer 238 geführt.

Der Mudi ist ein mittelgroßer Hund, der in vielen verschiedenen Farbschlägen kommt. Zudem ist der Mudi sehr eng mit den Hunderassen Puli und Pumi verwandt.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft der Mudi ist bis heute nicht ganz geklärt. Erstmalig erwähnt wird der Hütehund in einem Buch aus dem Jahr 1815. In diesem Buch ist eine Zeichnung eines Hundes zu finden, die dem heutigen Mudi optisch fast zu 100 Prozent entspricht.

Es wird vermutet, dass Donauschwaben während des 17. Jahrhundert und dem 18. Jahrhundert ihre Hütehunde aus Deutschland mit nach Ungarn brachten. Bei diesen Hunden handelte es sich überwiegend um kleine, urwüchsige Schäferhunde, die man am besten mit den heutigen Altdeutschen Schäferhunden vergleichen kann und den sogenannten Schäfer- und Pommernspitzen.

Erst im Jahr 1936 wurde der Mudi als eigenständige Rasse anerkannt. Den Namen erhielt die Rasse übrigens von einem besonders typvollen Rüden, dessen Name „Mudi“ lautete. Der Name des Rüden wurde ganz einfach für die ganze Hütehundrasse übernommen, der Mudi war „geboren“.

Der Mudi heute

Auch heute noch ist der Mudi der absolute Lieblingshund der Ungarn. Er hütet nach wie vor jede Art von Herdentiere, von Rindern bis zur Gänseschar. Er beschützt erfolgreich das Federvieh vor Füchsen und Mardern, treibt selbstständig die Schweine auf die Weide, bewacht sie dort und bringt sie sicher abends wieder zurück auf den Hof.

Er holt „seine“ Kinder von der Schule ab und bewacht nebenbei auch noch Hof und Grundstück. Kurz gesagt ist der Mudi ein beliebter Allrounder, der von den ungarischen Bauern hochgeschätzt wird.

Mudis arbeiten mit den Viehherden neben ihrer lauten Stimme auch durch das sogenannte „Eyeing“. Eyeing bezeichnet den typischen fixierenden Blick des Mudi, das Anstarren des Objektes, beziehungsweise des Tieres, welches er dadurch in Bewegung bringen möchte.

Andere Hütehundrassen wie die australischen Hütehunde arbeiten ebenfalls mit Eyeing. Der Border Collie ist das beste und bekannteste Beispiel dafür. Das sogenannte Eyeing setzt auf das vom Wolf auf den Haushund vererbte „Anstarren“ der Beute, kurz bevor der Wolf zum Beute schlagen ansetzt.

Die Hütehunde nutzen diese Drohgebärde, um die Herde unter Kontrolle zu halten, ohne jedoch die Beute schlagen zu wollen. Das Vieh, welches sich einem starrenden Hütehund gegenüber sieht, reagiert aber immer noch instinktmäßig und versucht, sich von dem Hund zu entfernen. Die Mudi können so ganz einfach die Herde in die gewünschte Richtung dirigieren.

Aussehen des Mudi

Mudi

Der Mudi ist ein mittelgroßer Hütehund, der Ähnlichkeit mit einem Altdeutschen Schäferhund aufweist. Die Rüden erreichen eine Widerristhöhe zwischen 41 cm und maximal 47 cm, Hündinnen zwischen 41 cm und maximal 45 cm. Das Gewicht liegt bei 8 Kilogramm bis 11 Kilogramm bei den Hündinnen, Rüden erreichen maximal 13 Kilogramm.

Der Kopf des Mudi ist keilförmig und verjüngt sich zur schwarzen Nase hin. Die dreieckigen, spitzen Ohren trägt er aufrecht stehend. Die obere Linie des kräftigen, wohlproportionierten Körpers fällt leicht nach hinten ab.

Das Fell am Kopf und an den Gliedmaßen ist kurz und unterstreicht das hübsche Gesicht des Mudi mit den ausdrucksvollen, dunklen Augen. Das Fell am restlichen Körper und an der Rute ist mittellang und ist gewellt bis lockig.

Den Mudi gibt es in verschiedenen Farbschlägen. Sehr oft ist der Mudi schwarz, es gibt ihn aber auch in Weiß, Aschfarben, Braun oder Falb. Kleinere weiße Abzeichen sind unerwünscht, werden aber akzeptiert.

Eine besondere Farbe beim Mudi, die hin und wieder angeboten wird, ist Blue-Merle. Das Fell ist bläulich grau und weist zudem meist dunkle Flecken, Punkte oder Streifen auf.

Von diesem Farbschlag solltest Du Deinem Hund zuliebe absehen. Es wird angenommen, dass dieser Farbschlag von der Einkreuzung mit einem Australian Shepard stammt.

Verursacht wird dieser Farbschlag allerdings von einem defekten Gen, welcher im schlimmsten Fall Gehörschäden und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei dem Hund verursachen kann.

Die Rute ist gut behaart und wird normal getragen. Einige Mudis haben eine natürliche Stummelrute. Die Stummelruten werden bei der Zucht akzeptiert.

Charakter und Wesen

Hinter der eher unscheinbaren Fassade des Mudi verbirgt sich ein wahrer Schatz. Der Mudi ist ein freundlicher, energiegeladener Hund, der sich sehr eng an seinen Besitzer anschließt.

Er sucht eine so große Nähe, dass er seinen Besitzer kaum aus den Augen lässt und ihn manchmal auf Schritt und Tritt verfolgt. Das hat allerdings ein Gutes, denn es macht Spaziergänge mit dem Mudi sehr angenehm.

Da er auch über keinerlei Jagdtrieb verfügt, nicht stromert oder wildert, kannst Du Deinen Mudi frei ohne Leine laufen lassen.

Die Anhänglichkeit und die hohe Intelligenz des Mudi machen auch die Erziehung dieser wundervollen Hütehundrasse einfach. Kinder gegenüber ist er ein sehr treuer, verspielter und vorsichtiger Spielkamerad und Beschützer. Auch mit anderen Haustieren des Haushaltes verträgt er sich sehr gut.

Der Mudi gilt als mutig, wachsam und furchtlos. Eine gewisse Bellfreudigkeit ist ihm nicht abzusprechen. Fremden gegenüber verhält er sich eher skeptisch.

Er hat einen enormen Gehorsamswillen, ist außerordentlich lernfähig und lernwillig und ist ein ausdauernder Arbeiter. Der Mudi ist – vorausgesetzt, er bekommt die nötige körperliche und geistige Auslastung – der ideale Familienhund.

Haltung und Ernährung

Haltung

Bekommt der Mudi die für diese Rasse nötige Auslastung, ist er auch in der Wohnung ein ruhiger und angenehmer Mitbewohner. Der Mudi braucht die enge Anbindung an seine Familie.

Für den Zwinger oder täglich über Stunden alleine zu bleiben ist er ebenso wenig geeignet, wie für Menschen, die sich nicht viel bewegen möchten. Er ist also keine „Couch-Potatoe“.

Der Mudi braucht viel Bewegung, anspruchsvolle Bewegung und das täglich. Entweder als Arbeitshund beim Hüten von Tieren oder im Hundesport, zum Beispiel Agility.

Ist der Mudi gut erzogen, kannst Du mit ihm alle Dinge des täglichen Lebens problemlos meistern. Ob ein Restaurantbesuch oder das Fahren mit Bus oder Bahn, Dein Mudi wird stets ruhig und gelassen mit den verschiedenen Situationen umgehen.

Ernährung

Was die Ernährung betrifft, ist der Mudi vollkommen unproblematisch. Du kannst Deinem Mudi Trockenfutter oder Nassfutter füttern oder selbst für ihn kochen.

Achte bei dem Futter nur darauf, dass es ein hochwertiges Hundefutter für aktive Hunde ist. Ein hoher Fleischanteil, viel Obst und Gemüse und ohne Konservierungsstoffe, Zucker, Getreide und andere Füllstoffe ist für Deinen Mudi gerade richtig.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Unter der harten Schale des Mudi steckt ein ganz weicher Kern. Bei der Arbeit zeigt er Härte, allerdings ist der Mudi in Wirklichkeit ein sehr feinfühliger und sensibler Hund.

Das macht sich auch bei der Erziehung bemerkbar. Versucht man, den Mudi mit Härte, Druck und Ungeduld zu erziehen, reagiert er dickköpfig und stur.

Baut man indes eine enge Beziehung zu dem Mudi auf und erzieht ihn mit Geduld, Liebe, Konsequenz und viel Freude, kann man direkt zusehen, wie gut und schnell der Mudi lernt.

Pflege

Auch bei der Pflege ist der Mudi absolut anspruchslos. Das wetterfeste Fell sollte regelmäßig gebürstet werden. Gebadet wird der Mudi nur, wenn es nicht anders geht: regelmäßiges Baden schadet der Haut von Hunden mehr, als es Gutes bewirkt.

Eine gute Bürste oder einen doppelzinkigen Kamm erhälst Du in jedem Fachgeschäft. Du kannst Deinem Mudi beim Fellwechsel im Frühjahr und im Herbst helfen, indem Du ihn täglich gut bürstet.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Mudi ist außerhalb Ungarns ein eher seltener Hund, daher ist er bis heute von typischen Erbkrankheiten verschont geblieben. Natürlich gibt es bei Lebewesen nie eine Garantie auf lebenslange Gesundheit, aber der Mudi ist ein ursprünglicher, gesunder und sehr robuster Hund.

Der Mudi ist ein sehr aktiver Hund. Er muss sich bewegen, um gesund zu bleiben. Er besitzt auch eine sehr sensible Psyche. Ist der Mudi langfristig unterfordert, neigt er schnell zu Apathie oder Aggression.

Lebenserwartung des Mudi

Mudi

Mit der richtigen Haltung und Pflege kann Dein Mudi zwischen 12 und 15 Jahren alt werden. Es gibt aber auch wesentlich ältere Exemplare.

Hunderasse Mudi kaufen

Da die diese Hunderasse in Deutschland eher selten ist, findest Du nicht allzu viele gute Züchter der Rasse. Jährlich werden in Deutschland nur zwischen 10 und 20 Welpen geboren. Die Warteliste für einen Mudi-Welpen kann also lang sein.

Solltest Du Dich für diese Rasse entscheiden, ist es ratsam, frühzeitig bei einem Züchter anzufragen. Hilfe mit Adressen von Züchtern bekommst Du beim Verein der ungarischen Hirtenhunde, die für den Mudi zuständig sind.

Es kann sein, dass Du auch längere Anfahrten in Kauf nehmen musst, aber für einen typvollen Mudi lohnt sich der weite Weg auf jeden Fall.

Schau Dir die Elterntiere der Welpen genau an. Die Tiere sollten auch bei den Züchtern nicht in Zwingern gehalten werden. Eltern und Welpen sollten einen ausgeglichenen und fitten Eindruck machen.

Entscheidungshilfe

Der Mudi ist ein freundlicher, anhänglicher und temperamentvoller Hund. Er ist seiner Familie sehr zugetan und benötigt engen Kontakt zu seinen Menschen. Mudis sind wachsam, furchtlos und mutig.

Sie haben einen hohen Arbeits- und Lernwillen und brauchen sehr viel an täglicher, rassegerechter Auslastung. Hundesport, lange Wanderungen, abwechslungsreiche Aktionen etc. sind ideal für den Mudi. Langeweile und permanente Unterforderung machen den Mudi krank.

Für ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder bequeme Menschen, die nicht jeden Tag in der Natur verbringen möchten, ist der Mudi deshalb nicht geeignet.

Bei Regen einmal um den Block reicht dieser Rasse nicht aus. Wenn Du allerdings täglich genügend Zeit für Deinen Vierbeiner einplanen kannst, selbst sportlich bist und einen Partner für Jogging, Fahrrad fahren, Wanderungen oder Agility, Dogdancing oder Tunierhundesport möchtest, bist Du beim Mudi an der richtigen Adresse.

Der Mudi verträgt auch das Getrennt sein von seiner Familie nicht gut. Bevor Du Dir also einen Mudi ins Haus holst, überdenke, welche Art von Urlaub Du jedes Jahr machst, denn Dein Mudi sollte auch während der Urlaubszeit bei Dir bleiben können.

Fliegst Du regelmäßig in ferne Länder? Dann kannst Du Deinen Hund nicht mitnehmen und benötigst für diese Zeit eine Person, die Dein Hund kennt und vertraut. Hundepensionen oder fremde Hundesitter kommen bei dieser sensiblen Rasse nicht infrage.

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