Deutsche Dogge

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Größe:
72 – 80 cm
Gewicht:
45 – 90 kg
Herkunft:
Deutschland
Lebensdauer:
8 – 10 Jahre
Farbe:
schwarz, rehfarben
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Die Deutsche Dogge zählt wohl zu den imposantesten Erscheinungen der Hundewelt. Mit seinem ehrfürchtigen Auftreten und der stolzen Haltung zählt die Deutsche Dogge zu den auffälligsten Hunderassen.

Auch wenn die Erscheinung zuerst einmal einschüchternd wirken könnte, ist die Rasse vor allem durch seine freundliche und menschenbezogene Art bekannt. Die Deutsche Dogge ist die älteste Rasse der jüngeren Hundezucht in Deutschland.

Herkunft und Rassegeschichte

Der weitere Ursprung der Deutschen Dogge liegt nicht, wie man es vom Namen herleiten könnte, in Deutschland, sondern höchstwahrscheinlich in Großbritannien. So sollen schon im 16. Jahrhundert Doggen durch die Kreuzung eines Mastiffs mit irischen Windhunden entstanden sein.

Dogge ist dabei die alte englische Bezeichnung für den Hund bzw. heute Dog. Jedoch ist unteranderem durch Steintafeln belegt, dass die Existenz der Dogge schon bis in die Antike zurück reicht.

Der sogenannte Bulldog kam von Großbritannien auf das europäische Festland. Von da aus wurde er mit verschiedenen Jagd- sowie Windhundarten gekreuzt. Diese Tiere dienten vor allem Jägern zur Jagd von Bären, Wölfen und Schwarzwild. Aufgrund der Kreuzung waren sie schneller, größer und robuster als vergleichbare Jagdhunde und waren deshalb perfekt auch für größeres Jagdwild geeignet.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts unterschied man dann zwischen drei Doggen Arten. Es gab die gemeine, die dänische und die englische Dogge. Die Bezeichnung „großer Däne“ gibt es für die Deutsche Dogge auch heute noch.

1888 wurde der erste Rassehundezuchtverein in Deutschland gegründet. Er hatte den Namen Deutscher Doggen Club und hatte seinen Sitz in Berlin. Somit ist die Deutsche Dogge die älteste Rasse der jüngeren Zuchtgeschichte in Deutschland.

Die Ziele des Deutschen Doggen Clubs waren einen optimalen Begleiter und Beschützer für den Menschen zu erschaffen. Zudem wurde auch viel wert auf die Statur und die Eleganz der Dogge gelegt. Somit konnte im Laufe der Jahre eine sowohl imposante im äußeren Erscheinungsbild als auch liebevolle Rasse im Umgang mit dem Menschen gezüchtet werden.

Aussehen

Deutsche Dogge

Klar was als erstes bei der Deutschen Dogge auffällt, ist die immense Größe solcher Tiere. Nicht ohne Grund zählt diese Rasse zu den größten der Hundewelt. Sogar ins Guinness Buch der Rekorde schaffte sie es. Die mittlerweile verstorbene Dogge „Zeus“ aus den USA war mit einer Widerristhöhe von 112 Zentimetern der größte lebende Hund der Welt. Aber auch kleinere Exemplare der Rasse haben meist eine Größe von über 80 cm.

Die Fellfarbe einer Deutschen Dogge kann stark variieren. So gibt es sowohl schwarze, schwarz/weiß gefleckte, blaue als auch gelbe Hunde dieser Rasse. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit schwarz/gelber Stromungen im Fell. Das Fell ist meist seiden glatt und leicht glänzend. Zusammen mit der Größe lässt das edle glänzende Fell die Rasse noch stolzer und imposanter wirken.

Aufgrund der eleganten Erscheinung der Rasse kam es dazu, dass Züchter hauptsächlich äußere Merkmale sowie die Größe in der Zucht berücksichtigten. Im sogenannten Gigantismus versuchten die Züchter immer größere Tiere zu erschaffen. Außerdem wurde versucht seltene Fellfarben durch die Verwendung von Tieren mit Gendefekten zu erzeugen.

Diese Gendefekte übertrugen aber auch die starke Anfälligkeit für diverse Krankheiten. Dies hatte zur Folge, dass die Hunde mit der Zeit zwar durchaus immer größer wurden, aber gleichzeitig auch immer anfälliger für Erbkrankheiten.

Auch wenn die Hunde wunderschön aussehen, ist diese Schönheit meist nicht von langer Dauer. Aufgrund der Überzüchtung und der einhergehenden Erbkrankheiten, ist die Lebenserwartung solcher Hunde eher gering. Deshalb sollten die wenigen Jahre mit einem so großartigen Tier umso mehr genossen werden.

Charakter und Wesen

Der Charakter Deutscher Doggen ist unglaublich ruhig und freundlich. Obwohl sie so groß sind oder vielleicht gerade deswegen strahlen diese Hunde eine erstaunliche Ruhe aus. Auch die Reizschwelle ist sehr hoch. Dieser Hund lässt sich also kaum provozieren.

Dennoch besitzt die Deutsche Dogge auch eine immense Körperkraft, die gebändigt zu wissen ist. Wenn die Dogge diese gegen die Leine anwendet, ist für jeden noch so starken Besitzer jeder Versuch den Hund festzuhalten sinnlos. Der richtige Umgang ist also entscheidend, um diese potenzielle Power in ihren Bahnen zu halten.

Deshalb ist die Deutsche Dogge vor allem nur für erfahrene Hundebesitzer geeignet. Mit der richtigen Erziehung lässt sich die Deutsche Dogge durchaus gut kontrollieren und leiten.

Im richtigen Umfeld ist die Deutsche Dogge stets ausgeglichen und freundlich. Außerdem ist sie durchaus anhänglich was die Beziehung zu ihrem Besitzer angeht. Die Menschen bezogene Art macht sie auch zu einem sehr guten Familienhund. Auch der Umgang mit Kindern sollte trotz der Größe kein Problem darstellen.

Die Deutsche Dogge liebt es, sich um seine Mitmenschen zu kümmern. Sie ist somit ein kluger und treuer Begleiter. Auch gegenüber anderen Menschen verhält sich der Hund eher zurückhaltend und freundlich. Zudem neigt diese Rasse nicht zu immensem Bellen oder Anschlagen. Die Imposanz des Tieres allein reicht in den meisten Fällen schon aus.

Haltung und Ernährung

Dieser Hund benötigt Platz. Das liegt auf der Hand. Durch die immense Größe ist die Haltung in einer eher kleineren Wohnung definitiv nicht geeignet. Eine große Wohnung oder ein entsprechend großes Haus sollte also vorhanden sein. Auch für genügend Auslauf muss gesorgt werden. Deshalb ist ein Haus mit Garten im ländlichen Gebiet am besten geeignet.

In großen Städten wird sich dieser Hund nur wenig wohl fühlen. Zudem kommt es dazu, dass so eine große Rasse eine hohe Aufmerksamkeit erregt und leider in einigen Fällen auch auf Ablehnung trifft. Die Deutsche Dogge ist somit kein Hund für die (Groß-)Stadt.

Die Haltung einer Deutschen Dogge ist außerdem mit sehr hohen Kosten verbunden. Durch die vielen möglichen (Erb-)Krankheiten sind meist hohe Tierarztkosten samt Medikamenten vorprogrammiert. Auch sollte einem im Klaren sein, dass es nicht gerade einfach ist, einen solch großen Hund zu transportieren. Ein passendes Auto mit genügend Laderaum sollte also schon vorher verfügbar sein.

Auch bei der Ernährung des Hundes kommt man als Besitzer auf seine Kosten. Die Deutsche Dogge verschlingt ein Vielfaches an Futter als andere Rassen. Zudem sollte auch die Qualität des Futters stimmen. Besonders in der Wachstumsphase (bis zu 2 Jahre) sollte auf hochwertiges Futter gesetzt werden. Um den täglichen Energiebedarf einer Deutschen Dogge zu decken, bedarf es mehrerer Kilo Futter am Tag.

Außerdem sollte beachtet werden, dass es sich bei der Deutschen Dogge am ehesten um einen Familienhund handelt. Die Haltung in einem Zwinger ist deshalb weniger artgerecht und sollte vermieden werden. Der Hund ist für den Umgang mit Menschen geschaffen und braucht genügend Beschäftigung und Aufmerksamkeit vom Halter.

Erziehung und Pflege

Dieser Hund ist definitiv nicht für Hundeanfänger geeignet. Die potenzielle Kraft und Energie, die in einem solchen Tier steckt, können nur durch erfahrene Hände gebändigt werden. Eine langjährige Erfahrung mit Hunden sollte man als zukünftiger Besitzer also mitbringen.

Die Deutsche Dogge ist sensibel und intelligent zugleich. Die Erziehung sollte demnach ab dem Welpenalter sowohl liebevoll als auch konsequent durchgeführt werden. Die Sozialisierung im Umfeld ist teil dessen.

Die Deutsche Dogge wünscht sich die Führung durch den Halter. Zudem greift nicht jede typische Erziehungsmaßnahme wie bei anderen Hunden. Aufgrund der enormen Power ist es defacto nicht möglich die Leine festzuhalten, wenn der Hund sich losreißen will.

Dennoch sollten keine Zwangsmittel verwendet werden. Die Führung sollte mit einer klaren Linie und starker auf verbaler Ebene basierter Erziehung erfolgen.

Zur Pflege der Deutschen Dogge gibt es keine wirklichen Besonderheiten zu beachten. Die kurzen Haare sind generell sehr pflegeleicht, können sich aber durchaus im Raum und in diversen Ecken verteilen. Die Verwendung einer sanften Bürste zusammen mit einem geeigneten Striegel, sollten für die Fellpflege genügen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Leider gibt es bei dieser Rasse sehr viele vorkommende Krankheitsbilder. Aufgrund der auf die äußerlichen Merkmale fokussierten Überzüchtung dieser Hunde, ist die Krankheitsanfälligkeit besonders hoch. Einige der am häufigsten vorkommenden Krankheiten sind: Allergien, Magendrehungen, Herzmuskelerkrankungen (DKM), Wobbler-Syndrom, Spondylose, Ellbogen- und Hüftgelenkdysplasie.

Lebenserwartung

Deutsche Dogge

Die Lebenserwartung dieser Tiere ist durch den vollzogenen Gigantismus und die Überzüchtung mit Gendefekten vergleichsweise eher gering. Je größer das Tier und je ausgefallener das Fellmuster, desto geringer ist die Lebenserwartung. Mit 6 bis zu maximal 8 Jahren kann man im Durchschnitt rechnen.

Hunderasse Deutsche Dogge kaufen

Der Kauf einer Deutschen Dogge sollte möglichst im Welpenalter bei einem offiziellen Züchter erfolgen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Widerristhöhe der Elterntiere möglichst unter 85 cm betragen. Auch die Farbe sollte entweder gelb, gestromt, schwarz oder gefleckt sein.

Um einen gesunden Welpen zu erhalten, sollte auch vorher in den jeweiligen Stammbaum geschaut werden, um eine mögliche Inzucht zu erkennen. Für besonders erfahrene Hundeliebhaber können auch Nothunde-Initiativen eine Anlaufstelle bieten. Dort bekommt man meist schon erwachsene Tiere und kann ihn ein neues Zuhause schenken.

Entscheidungshilfe

Vor dem Kauf sollte beachtet werden, dass die Haltungskosten einer Deutschen Dogge sehr hoch sind. Auch sollte die Umgebung, in der der Hund leben soll, ausreichend groß sein und genügend Auslauf bieten. Die Anschaffung eines solch starken und imposanten Tieres sollte nur durch erfahrene Hundebesitzer erfolgen.

Die Erziehung stellt aufgrund der Größe und Kraft besondere Herausforderungen an den Halter. Allgemein ist die Rasse jedoch sehr liebevoll und bestens als Familienhund geeignet.

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