Pyrenäen Schäferhund

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Größe:
40 – 50 cm
Gewicht:
8 – 15 kg
Herkunft:
Französischen Pyrenäen
Lebensdauer:
13 – 15 Jahre
Farbe:
schwarz, weiß, rehfarbe, merle-faktor, gestromt, blue Merle, grau
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Preis
800 bis 1.000 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeigent
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Du liebst Hunde und möchtest dich umfangreich über den Pyrenäen Schäferhund informieren? Oder Du spielst sogar mit dem Gedanken, Dir so einen Hund anzuschaffen? Dann bist Du hier genau richtig.

Am Ende des Artikels wirst Du wissen, ob der Pyrenäen Schäferhund für Dich geeignet ist. Neben der Rassegeschichte, dem Aussehen und dem Temperament des Pyrenäen Schäferhund soll es darum gehen, was sein Zuchthintergrund ist und wie er am besten ausgelastet werden kann.

Rassebeschreibung

Der Pyrenäen Schäferhund zählt zu den kleinsten Hütehunden überhaupt. Er ist schlank, athletisch und wendig. Sein Fell ist halblang oder lang und sieht häufig aus, als wäre es vom Wind zerzaust.

Es kann unterschiedliche Farben haben. Von loh und grau bishin zu blau-grau, schieferblau, schwarz oder schwarz-weiß, ist alles dabei. Gemäß der FCI gehört der Pyrenäen Schäferhund zu der Gruppe 1 „Hütehunde und Treibhunde“, Sektion 1 „Schäferhunde“, Standard Nr. 141 bis 138.

Die Rasse wurde nicht durch Menschenhand künstlich gezüchtet. Vielmehr hat sie sich im Laufe der Jahre auf natürliche Weise entwickelt. Es ist die einzige international anerkannte Hunderasse, für die zwei verschiedene Rassestandards gelten.

Herkunft und Rassegeschichte

Ursprünglich stammt der Pyrenäen Schäferhund aus Frankreich, genauer genommen aus dem Gebirgsland der Pyrenäen, wo er schon früher Schafherden hütete.

Es handelt sich bei ihm um die älteste Hütehundrasse Frankreichs, die mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Richtig bekannt wurde er während des Ersten Weltkrieges, als er von der französischen Armee als Botenhund eingesetzt wurde.

Auch heutzutage arbeitet der Pyrenäen Schäferhund in den ländlichen Regionen Frankreichs als Schäferhund, allerdings hat er primär die Aufgabe eines Gefährten und Begleithundes, als die eines Hütenhundes.

Offiziell wurde die Rasse „Pyrenäen Schäferhund“ im Jahr 1921 bis 1925 durch die Erstellung eines allgemeingültigen Rassestandard durch Mr. Bernard Sénac-Lagrange.

Aussehen des Pyrenäen Schäferhundes

Pyrenäen Schäferhund

Das Aussehen dieses kleinen Franzosen variiert von Hund zu Hund zum Teil stark, da die Fellfarbe bei dieser Rasse unterschiedlich sein darf. Bevorzugt werden die reinen Farben.

Den Pyrenäen Schäferhund gibt es als langhaarigen und als kurzhaarigen Hund. Beim langhaarigen Pyrenäen Schäferhund liegt das Fell dicht am Körper und ist zotthaarig, weist aber weniger Unterwolle auf.

Der kurzhaarige Pyrenäen Schäferhund hat eine deutlich kürzere Behaarung und ist eher glatthaarig. Diese Variante wird immer beliebter. Auch hinsichtlich der Statur unterscheiden sich beide Varianten voneinander.

Der langhaarige Pyrenäen Schäferhund weist ein dreieckigeren Kopf auf, der Fang ist kürzer. Darüber hinaus ist der Kurzhaar etwas größer. Während der Langhaar eine Widerristhöhe von 42 cm bis 46 cm aufweist, wird bei dem Kurzhaar eine Körpergröße bis zu 50 cm angestrebt.

Beide Varianten haben dreieckige Ohren, die fein sind und in einer Spitze enden. Sie sind hängend, flach und sehr beweglich. Sein Hals ist genügend bemuskelt und von den Schultern gut abgesetzt. Er hat einen kräftigen Knochenbau, ist trocken bemuskelt und keineswegs schwerfällig.

Die Rute des Pyrenäen Schäferhundes ist gut befedert aber nicht sonderlich lang. Sein Gang sollte leicht und federn sein. Im Schritt ist seine Bewegung verkürzt, im Trab jedoch frei und kraftvoll. Dies ist auch seine bevorzugte Gangart.

Charakter und Wesen

Bei beiden Varianten ist die folgende Aussage zutreffend: Es handelt sich bei dem Pyrenäen Schäferhund um einen Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht ein Maximum an Energie besitzt.

Er ist also ein temperatmentvoller Hund, dem der Schalk im Nacken sitzt. Dies erkennt man bereits an seinem Gesichtsausdruck. Listig, aufgeweckt und pfiffig betrachtet er aufmerksam seine Umgebung. Die klugen, ruhenden, aber auch neugierigen Augen runden das sympathische Bild ab.

Trotzdessen er ein freundlicher und aufgeweckter Hund ist, verhält er sich gegenüber Fremden misstrauisch. Der Pyrenäen Schäferhund wartet erstmal ab, bevor er Nähe zulässt.

Dies möchte er selbst entscheiden. Gegenüber seiner Familie ist er hingebungsvoll, anhänglich und liebt sie bedingungslos. Gleichzeitig schützt er und bewacht Kinder, Haus, Hof, und Garten mutig und souverän.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Pyrenäen Schäferhund muss seinem Zuchthintergrund entsprechend gehalten werden. So liebensbedürftig, freundlich und zugänglich er im Haus ist, so bewegungsfreudig und unternehmungslustig ist er bei Spaziergängen.

Dies ist dem Umstand geschuldet, dass er ursprünglich Herden schützen und mit ihnen leben sollte. Als Hütehund hat er einen großen Bewegungsdrang und braucht mental Auslastung.

Da es sich bei dem Pyrenäen Schäferhund um einen eher kleinen Hund handelt, benötigt er im Haus selbst nicht allzu viel Platz. Deshalb kann er auch in einer Wohnung gehalten werden.

Insbesondere dann ist darauf zu achten, dass er ausreichend Möglichkeit bekommt, sich zu bewegen und auszutoben. Am besten ist ein Haus und ein Garten geeignet.

Als Hütehund hat er gern seine Famile um sich und möchte stets überall dabei sein. Er kann für einen begrenzten Zeitraum alleine bleiben, wenn dies ausreichend geübt wurde.

Ernährung

An seine Ernährung stellt der Pyrenäen Schäferhund keine großen Ansprüche. Selbstverständlich sollte das Futter auf das individuelle Aktivitätslevel des Hundes, sein Alter, Gewicht und mögliche Erkrankungen eingestellt sein.

Hundefutter wird als Trocken- oder Nassfutter angeboten. Du hast auch die Möglichkeit, Deinen Hund zu barfen.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Wie jeder andere Hund, braucht der Pyrenäen Schäferhund eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Er ist ein sehr intelligenter Hund, der seine überschüssige Energie bei fehlender Erziehung und Auslastung anderweitig zu nutzen weiß.

Dies geht nicht selten zu Lasten der Möbel oder anderer Einrichtungsgegenstände. Besonders ärgerlich bei fehlerhafter Erziehung ist jedoch, dass er beginnt zu dominieren und sich dazu verpflichtet fühlt, seine Familie zu schützen und die Führung für sie zu übernehmen. Bei einem Hütehund ist dies fatal.

Es handelt sich hierbei um einen selbstbewussten, aber durchaus lernfähigen Hund, der seinem Herrchen alles Recht machen möchte und sich kooperativ zeigt. Damit er sich nicht gezwungen sieht, das Zepter zu übernehmen, sollten von früh auf Grenzen gesteckt und das Einhalten konsequent eingefordert werden.

Darüber hinaus sollte der Pyrenäen Schäferhund früh mit anderen Hunden und Kindern in Kontakt gebracht werden.

Pflege

Sowohl bei dem Kurzhaar als auch beim Langhaar bedarf es keiner komplizierten Fellpflege. Du solltest ihn 1-2 Mal in der Woche mit einer geeigneten Hundebürste bürsten und verfilzte Stellen herausschneiden.

Diese können sich leicht bilden, weil die Textur des Felles recht rau ist. Nach jedem Spaziergang in Wald und Wiesen ist es ratsam, ihn nach kleinen Ästchen, Kletten oder auch Zecken zu untersuchen.

Dieses Absuchen kann zu einem täglichen Ritual werden, auf das ihr euch beide freut und das euch zusammenschweißt. Ganz nebenbei erkennst Du so auch Hautveränderungen oder andere mögliche Krankheitssymptome wie Schwellungen oder gar Tumore.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Pyrenäen Schäferhund ist eine sehr robuste Rasse und erkrankt kaum. Lediglich eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht für die Entstehung einer Hüftdysplasie (HD). Dies gilt auch für Epilepsie.

Für die Gesunderhaltung ist es wichtig, dass Du die regelmäßig angesetzten Impfungen sowie Tierarztbesuche ernstnimmst und Deinen Hund nicht über- oder unterfütterst.

Viele Hunde leiden – unabhängig von ihrer Rasse – zwischendurch an Durchfall oder vor allem im Alter an Arthrose.

Lebenserwartung des Pyrenäen Schäferhundes

Pyrenäen Schäferhund

Kleinere Hunderassen haben häufig eine höhere Lebenserwartung als größere Hunde. Der Pyrenäen Schäferhund wird ca. 15 Jahre alt.

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Du bist dir sicher, dass ein Pyrenäen Schäferhund bei Dir einziehen soll? Bevor du diese Entscheidung endgültig fällst, lies Dir die folgenden Punkte noch einmal genau durch:

Hast Du genügend Zeit, Dich um einen Hund zu kümmern? Verfügst Du über ausreichend finanzielle Mittel, um für seine Anschaffung, sein Futter, Tierarztbesuche, Steuern, Versicherung und die Erstaustattung aufzukommen?

Hast Du Dich genau mit der Rasse auseinandergesetzt und weißt, wo Herausforderungen auf euch warten könnten? Ein Hund kann nicht überall mit. Zur Hochzeit Deines Freundes, in den Mallorca-Urlaub oder zum Notar wird er Dich nicht begleiten können. Hast Du jemanden, der in dieser Zeit auf ihn aufpassen kann?

Steht Deine Familie hinter der Entscheidung, einen Hund anzuschaffen? Ein Pyrenäen Schäferhund liebt die Bewegung. Bist Du bereit, jeden Tag bei Wind und Wetter mit ihm rauszugehen?

Diese Hunderasse wird ca. 15 Jahre alt. Bist Du in der Lage, so lange für ein Tier verantwortlich zu sein? Es ist immer gut jemanden zu haben, der bei Schwierigkeiten helfen kann. Weißt Du, an wen Du Dich in so einem Fall wenden kannst?

Konntest Du alle Fragen eindeutig mit einem „ja“ beantworten? Prima! Dann kann der kleine Pyrenäen Schäferhund bei Dir bald einziehen. Lasse Dir bei der Wahl des Züchters Zeit und wähle diesen mit Bedacht. Lies nach, woran Du einen seriösen Züchter erkennen kannst.

In der Regel haben sie sich auf eine Rasse fokussiert und drängen Dir keinen Hund auf. Lasse Dir auch die Elterntiere zeigen. Genauere Informationen zu der Züchterwahl kannst und solltest Du im Internet nachlesen.

Entscheidungshilfe

Bei jedem Hund ist es entscheidend, für welchen Zweck er gezüchtet wurde. Der Pyrenäen Schäferhund ist ein Hütehund, der sehr bewegungsfreudig ist, ja sogar sein muss. Denn nur dann ist er in der körperlichen Verfassung, mit den Herden große Strecken zu überwinden, sie zu treiben und zu schützen.

Dies musst Dir stets präsent sein. Sehr wahrscheinlich hast Du keine Schafherde, die er schützen kann. Deshalb solltest Du ihn anderweitig körperlich auslasten und dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er ist nur dann zufrieden, wenn er täglich viel Bewegung bekommt.

Doch nicht nur die körperliche Auslastung ist wichtig. Auch kognitiv möchte der Pyrenäen Schäferhund ausgelastet werden, denn als Hütehund wird er geistig stark gefordert und arbeitet eng mit dem Schäfer zusammen.

Du solltest Dir also überlegen, mit ihm einen Hundesport anzufangen. Hierbei eignet sich beispielsweise Agility. Wenn Du dazu Lust hast, naturverbunden und aktiv bist, wirst Du mit dem Pyrenäen Schäferhund deine Freude haben.

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