Bretone

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Größe:
152 – 165 cm
Gewicht:
700 – 1000 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
20 – 25 Jahre
Farbe:
Falben, Rotfüchse, gelegentlich Rotschimmel, selten Braunschimmel
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Kräftig
Körper
Muskulös, kräftig
Gang
Alle Gangarten
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Suchst Du gerade nach genau dem richtigen Pferd für Dich? Dann musst Du unbedingt das Bretone Pferd kennenlernen!

In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige über die alte, erhaltenswerte Rasse, die unter ihren drei Typen genau den richtigen Pferde-Partner für Dich bereithalten könnte.

Rassebeschreibung

Das Bretone Pferd ist eine Pferderasse, die aus der französischen Bretagne stammt und immer noch zu einem großen Teil in der Bretagne beheimatet ist.

Dort wir das Bretone Pferd heute in drei Typen gezüchtet: Einem schweren Zugpferd, einem etwas kleineren und leichteren Zug- und Arbeitspferd und einem noch leichter gebauten, ziemlich wendigen und sportlichen Typ.

Beim Bretone Pferd handelt es sich um ein ausgesprochen „kopfklares“, umgängliches und arbeitswilliges Pferd, dessen drei Typen fließend ineinander übergehen.

Deshalb bietet das Bretone Pferd ein großes Potenzial in vielen Freizeit- und Arbeitsbereichen der ökologischen Naturpflege und Landwirtschaft.

Das ist zum Teil schon entdeckt und in Nutzung, das Bretone Pferd könnte aber noch viel mehr Menschen erfolgreich bei der Arbeit unterstützen oder als verlässlicher Freizeitpartner erfreuen.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Pferderasse Bretone Pferd hat sich direkt in seinem ursprünglichen Herkunftsgebiet Bretagne entwickelt.

Die Anfänge dieser Entwicklung liegt sehr lange Zeit zurück: Zunächst zähmten die Bewohner des Landstrichs einen Teil der kleinen, robusten „Waldpferde“, die wild in den Wäldern und Hügel der Bretagne herumliefen.

Wohl schon mit diesen Wildpferden gab es frühe „Zuchtversuche“, indem man die jeweils zahmsten, größten, leistungsstärksten zu vermehren versuchte.

Im 12. Jahrhundert kamen diese einheimischen Wald- und Bergpferde im Zuge eines erstmals „internationalen“ Kriegsgeschehens (Stichwort: Kreuzzüge) in Kontakt mit orientalischen Pferderassen.

Mit diesen Vorfahren der feurigen Araber kreuzten sich die einheimischen Pferde (mit, aber wohl auch oft gegen den Willen ihrer Besitzer). Im Laufe der Zeit hatte sich auf der Halbinsel Bretagne aus all diesen frühen, noch sehr ungeplanten Zuchtereignissen ein kräftiges Reit- und Zugpferd entwickelt.

Dieses Pferdchen hatte mit einem Stockmaß von etwa 140 cm zwar eher die Ausmaße eines Ponys, soll aber im Trab ausgesprochen gut zu sitzen und insgesamt angenehm zu reiten gewesen sein.

Dieses Pferd war bereits im Mittelalter in der französischen Bretagne weit verbreitet und soll schon damals den Pferden der heutigen Pferderasse Bretone Pferd ziemlich ähnlich gewesen sein.

Wie häufig zur damaligen Zeit, bildete auch dieses frühe Bretone Pferd gegen Ende des Mittelalters zwei Typen aus: Eine schwere Variante, die als Schlachtross und bei schweren Arbeiten in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, und ein leichtes Arbeits- Reit- und Fahrpferd.

Im 18. und 19. Jahrhundert begann man mit einer etwas planvoller durchgeführten Zucht: Das ursprüngliche Bretone Pferd wurde mit den frühen Formen der Rassen Ardenner, Boulonnais und Percheron gekreuzt, um bei beiden Typen das Stockmaß zu erhöhen.

Außerdem entstand durch Einkreuzung britischer Norfolk- und Hackney-Hengste ein leicht gebautes Postier (Postpferd). Dieses leichte, wendige, ausdauernde Wagenpferd für die Postkutsche machte damals richtig Karriere.

Bis es weltweit beliebt war, von Anfang des 20. Jahrhunderts bis etwa 1940 wurden die Postiers in größeren Zahlen in alle Teile der damals zugänglichen Welt exportiert.

Der schwerere Typ Bretone Pferd hatte sich ebenfalls in beiden Ausprägungen gut erhalten, weil man damals täglich viele Pferde zu vielen verschiedenen Zwecken nutzte.

Er wurde nun ebenfalls gezielt in Zucht genommen und zum schwergewichtigen Trait Breton sowie dem etwas kleineren, leichteren Petit Trait Breton geformt.

1909 wurde das Stutbuch der Rasse Bretone Pferd eröffnet, mit dem die geregelte, rückverfolgbare Zucht begann. Heute wird das Bretone Pferd in der Bretagne immer noch viel gezüchtet, hier liegt etwa die Hälfte der Zuchtstationen.

Mit der Hengsthaltung und Verteilung der Deckhengste auf die Zuchtstationen sind die französischen Staatsgestüte Lamballe und Hennebont beauftragt.

Die Zahl der Bretone Pferde in Frankreich wird auf etwa 15.000 geschätzt, jedes Jahr werden um 10.000 Stuten von über 500 Hengsten gedeckt. Für Deutschland gibt es keine genauen Zahlen, weil die Freunde der Bretone Pferde hierzulande noch nicht ausreichend organisiert ist.

Aussehen des Bretones

Breton

Ein Bretone Pferd ist immer ein Kaltblut, was natürlich nichts mit der Körpertemperatur zu tun hat. Pferde sind Säugetiere, die ihre Körpertemperatur als gleichwarme Tiere umweltunabhängig auf einen konstanten Temperaturniveau halten.

Dieses Niveau ist beim Pferd merkbar höher als beim Menschen, ein gesundes Pferd ist 38 °C warm. Das ist einer der Gründe, warum Pferde auf uns Menschen eine so wohltuende Wirkung bis in den therapeutischen Bereich haben.

Den Grund für die verwirrende Bezeichnung des eigentlich sehr warmen „Kaltbluts“ liefert sein Temperament: Das Bretone Pferd und andere Vertreter dieser körperlich immer recht schweren Spezies sind dafür bekannt, in nahezu jeder Lebenslage das sprichwörtlich „kalte Blut“ zu bewahren.

Allerdings befindet sich gerade das Bretone Pferd kräftig auf dem Weg zum Warmblut, zumindest mit einem der drei Typen, die nun vorgestellt werden:

Trait Breton

So wird der schwere Zugpferd-Typ des Bretone Pferd in seiner Heimat genannt. Ein Trait Breton hat ein Stockmaß von mindestens 160 bis ca. 165 cm und einen kraftvollen Körper mit einem breiten, gut bemuskelten Rumpf.

Der Hals ist lang und sehr massiv, er geht über schräge Schultern und die tiefe Brust in einen festen, muskulösen Rücken über. Die Beine sind eher kurz und stämmig, haben muskulöse Schenkel und starke Gelenke.

Sie enden hinten in einer bemerkenswert breiten, mittig geteilte Kruppe. Ein Kraftpaket mit kompaktem, schwerem Fundament, das auch absolut kraftvoll und stämmig wirkt.

Petit Trait Breton

So heißt der kleinere und leichtere Rasseverwandte. Er ähnelt dem großen Zugpferd sehr stark, ist eben nur ein wenig zierlicher und mit einem Stockmaß bis zu 150 cm auch ein gutes Stück kleiner.

Er ist nicht nur als Freizeitpferd beliebt, sondern wird heute auch gerne zur Auffrischung bodenständiger italienischer, spanischer, griechischer Rassen eingesetzt.

Postier

Der Nachfahre des ehemaligen Postpferds, ist noch leichter gebaut. So leicht, dass man sich darüber streiten kann, ob er noch ein Kaltblut ist oder eher ein schweres Warmblut.

Denn der Postier, der ebenfalls ein Stockmaß von 150 cm erreicht, ist auch erheblich trockener gebaut als die beiden schwereren Typen.

Diese Zuchtlinien werden jedoch nicht getrennt gezüchtet, sondern beliebig gekreuzt und als Fohlen vorläufig dem Typ zugeordnet, zu dem sie wahrscheinlich wachsen werden.

Beim erwachsenen Bretone Pferd ist die genaue Zuordnung zu einem Typ oft nicht einfach, eine Einstufung durch Fachleute erfolgt nur inoffiziell und unverbindlich über Wettbewerbsklassen bei Fahrprüfungen.

Jedes Bretone Pferd trägt die Gene für eine ganze Reihe von Farbvarianten in sich. Am häufigsten kommen Falben und Rotfüchse vor, dann folgt der Rotschimmel, seltener werden Braunschimmel geboren.

Der Kopf ist bei jedem Typ Bretone Pferd angemessen mittelgroß, schön quadratisch und ausdrucksvoll geformt. Er wird häufig durch weiße Abzeichen verziert, die auch oft an den Beinen zu sehen sind.

Wirklich prachtvoll ist die volle, leicht gewellte Mähne in hellem Beige, Fuchsbraun oder Schwarz. Der Schweif ist ähnlich prächtig, wird aber in Frankreich traditionell kupiert.

Charakter und Wesen

Das Bretone Pferd hat eine lange Geschichte vor allem als Zug- und Kutschpferd hinter sich, die es zu einem höchst ausdauernden und arbeitswilligen Pferd gemacht haben.

Ein Bretone Pferd ist im im Umgang wirklich unkompliziert und dazu freundlich und gutmütig. Er zeigt eine ausgeprägte Leistungsbereitschaft bei sehr ausgeglichenem Temperament.

Er ist ein sehr verlässlicher Partner für alle Freizeitaktivitäten, für die das Pferd Kraft und Ruhe braucht, sagt aber auch zu Unternehmungen mit einem Hauch von Abenteuer bestimmt nicht „Nein“.

Denn auch wenn der Bretone als typisches Kutschpferd kaum aus der Ruhe zu bringen ist, kann er nach einer kleinen „Anlaufzeit“ eine beachtliche Schnelligkeit entwickeln.

Liebhaber der Rasse berichten sogar, dass sich das Bretone Pferd z. B. beim Fahren gewöhnlich als äußerst wendig erweist.

Haltung und Ernährung

Haltung

Die Haltung vom Bretone Pferd ist an sich sehr unkompliziert und weist vor allem beim Postier und beim Petit Trait Breton wenig Besonderheiten auf.

Hier musst Du nur beachten, dass es sich auch bei diesen etwas leichteren Typen um unheimlich kräftige Pferde handelt. Die ganze Ausstattung sollte deshalb nicht in irgendeinem Shop für modischen Pferde-Firlefanz erworben werden, sondern bei einem erfahrenen Pferde-Ausstatter.

Der robuste Halfter, Longen und Stricke verkauft, die auch nicht reißen, wenn es zwischen Dir und Deinem Bretone Pferd einmal zu Missverständnissen kommt, und überhaupt handfestes Zubehör nicht nur in „Puppengrößen“ anbietet.

Auch die Boxeneinrichtung und die sonstige Stalleinrichtung sollten besser eine gewisse Stabilität aufweisen, wenn ein Bretone Pferd einziehen soll. Wenn das Kraftpaket Bretone Pferd „seinen Hintern falsch herum schwingt“, kann es mühelos eine Leichtbauwand eindrücken oder nebenbei eine Heuraufe schreddern.

Das gilt beim schweren Trait Breton natürlich um so mehr. Bei diesem gewöhnlich recht riesigen Bretone Pferd sollten aber auch die Maße der direkten Stallumgebung vor der Anschaffung einer gründlichen Prüfung unterzogen werden.

Ein großes Pferd braucht eben ziemlich viel Platz und wird in einer „Pony-Box“ nicht glücklich werden. Die Boxengröße wird nach der Widerristhöhe des Pferdes berechnet. Sie sollte mindestens so groß sein, dass sich ein liegendes Pferd gut umdrehen kann.

Für diese minimale Boxengröße gibt es sogar eine Formal: Widerristhöhe x 2, das Ergebnis zum Quadrat nehmen (mit sich selbst multiplizieren). Ergibt bei einem Bretone Pferd mit Widerristhöhe 1,65 x 2 = 3,3 x 3,3 = 10,89 Quadratmeter.

Besser ist natürlich mehr, damit sich das Pferd möglichst aus jeder Position umdrehen kann. Beim Bretone Pferd kommt noch dazu, dass man bei ihm eigentlich zum Rechnen das Bandmaß anlegen müsste, das die Widerristhöhe mit einem am Körper anliegenden Maßband ermittelt.

Denn nur bei dieser Meßmethode werden die Rundungen bzw. die Breite des Körpers mit einbezogen, die beim Bretone Pferd im Vergleich zu schmalen Warmblütern um einiges üppiger ausfällt.

Zur vorbildlichen Haltung eines Bretone Pferd gehört aber auch, dass er in dieser Box überhaupt nur möglichst wenig Zeit verbringt.

Eine artgerechte Haltung beinhaltet heute selbstverständlich auch Weidegang, ein wenig Auslauf zwischendurch und jede Menge Kontakte mit anderen Pferden.

Ernährung

Das genügsame Bretone Pferd stellt gewöhnlich keine besonderen Ansprüche an sein Futter und verzehrt es mit gesundem Appetit.

Du kannst damit rechnen, dass er fast jedes Futter, dass Du ihm vorsetzt, problemlos annehmen wird. Was nicht heißt, dass ihm auch jedes Futter wirklich gut tut.

Dieses Futter sollte zunächst nach den Grundregeln der gesunden Pferdeernährung zusammengestellt sein.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft (der alle sinnvollen Traditionen der Pferdeernährung berücksichtigt) kommt es bei der gesunden Ernährung eines Pferdes vor allem auf folgende Punkte an:

  • Das Futter sollte aus drei Komponenten zusammengesetzt werden: Kraftfutter, Raufutter, Saftfutter.
  • Kraftfutter ist das Futter aus energiereichen Getreidekörnern (klassisch Hafer, aber auch Gerste, Mais und anderes).
  • Raufutter ist das Futter aus getrockneten Pflanzen (klassisch Heu und Stroh, aber auch Kräuter, getrocknetes Möhrengrün und mehr).
  • Saftfutter ist das Futter aus frischen Pflanzen, Früchten, Gemüsen (klassisch Möhren und Äpfel, aber Pferde fressen mehr Obst und Gemüse).
  • Das Raufutter ist die wichtigste Komponente, weil die komplizierte Verdauung von Pferden nur mit ausreichend Raufutter gut funktioniert.
  • Kraftfutter ist das Futter, das Pferde eigentlich nur brauchen, wenn sie viel leisten müssen.
  • Die natürliche Ernährung eines Pferdes besteht nur aus Saftfutter und Raufutter

Wenn Pferde von Menschen ernährt werden, bekommen sie häufig zu wenig Saftfutter/Raufutter und Mengen von Kraftfutter, die den wirklichen Leistungsbedarf übersteigen.

Die Folge sind nicht selten Stoffwechselerkrankungen, und bei einem Kaltblüter ist die korrekte Zusammenstellung der Ernährung besonders diffizil.

Du solltest Dich also von erfahrenen Kaltblüter-Kennern beraten lassen, wenn Du die Ernährung für ein Bretone Pferd zusammenstellst.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Die Stall-Erziehung vom Bretone Pferd ist meist recht einfach, weil das gutmütige Bretone Pferd auch in dieser Beziehung leicht zu behandeln ist.

Mach Dich zunächst gut mit ihm vertraut, indem Du gerade anfangs viel Zeit mit ihm verbringst. Du kannst ihm reden und mit ihm spazierengehen und ihn eine Reihe saftiger Leckerlis durchprobieren lassen.

Du kannst ihn putzen und seine Mähne brüsten und ihm lautet kleine Zöpfe flechten – Hauptsache, Du beschäftigst Dich viel mit Deinem Bretone Pferd und hilfst ihm dabei, seine neue Umgebung gründlich zu erkunden.

Bald kannst Du mit der Ausbildung in der Disziplin beginnen, mit der Du Dein Bretone Pferd vorwiegend beschäftigen willst.

Ein Bretone Pferd bringt sehr gute Anlagen für den Fahrsport mit, weil ihm das Ziehen eines Wagens ohnehin im Blut liegt und sein ruhiges gutwilliges Temperament nicht schnell zu erschüttern ist.

Er kann aber auch durchaus geritten werden, mit und ohne Sattel. Ein Bretone Pferd vom Postier-Typ kann sogar in zahlreichen Disziplinen der Freizeitreiterei ebenso gut wie ein Warmblut eingesetzt werden.

Mindestens ebenso gut, denn eine solche Paarung von höchster Ausgeglichenheit mit höchster Beweglichkeit wie beim Bretone Pferd Typ Postier gibt es nicht oft.

Und ein Bretone Pferd bietet sich mit seinem breiten Rücken unbedingt als Voltigierpferd an – viele junge Menschen, die ihn knuddeln und sich voll auf ihn verlassen, sind sogar ganz nach seinem Geschmack.

Da ein Bretone Pferd meist sehr kinderfreundlich ist, bietet er sich auch als Familienpferd an. Auf dem alle Mitglieder der Familie schöne Ausritte in die Umgebung genießen können, oder das Bretone Pferd einfach als Begleiter auf eine Wanderschaft mitnehmen.

Dann trägt es gerne auf einem speziellen Packsattel das mitgeführte Gepäck und natürlich auch müde Kinder. Und er ist natürlich auch ein hervorragendes Rückepferd für Holzarbeiten.

Was auch immer Du vorhast, ein Bretone Pferd wird es gut gelaunt mitmachen, solange Du nicht von ihm verlangst, dass er mit seinem massiven Körper grazile Verrenkungen ausführt oder hohe Hindernisse überspringt.

All diese Beschäftigungsmöglichkeiten sollten natürlich auf den Typ Bretone Pferd abgestimmt werden, den Du Dir angeschafft hast.

Das ergibt sich aber eigentlich von selbst: Ein schwerer Trait Breton wirkt vor einer Mini-Kutsche ebenso unangemessen wie ein leichter Postier vor einer Kutsche für 10 Personen (obwohl er wahrscheinlich wenig Mühe hätte, auch diese zu ziehen).

Es kommt halt immer darauf an, dass auch die Proportionen des Pferdes zur Aufgabe passen und Du Dich auf oder hinter Deinem Pferd wohl fühlst.

Pflege

Das Bretone Pferd ist eigentlich leicht zu pflegen, allerdings dauert das tägliche Striegeln schon wegen des gewaltigen körperlichen Umfangs eine ganze Weile.

Dafür hat es keine übermäßig großen Hufe, Du brauchst also keinen Lastkran oder mehrere Menschen, um diese nach gemeinsamen Unternehmungen gut auszukratzen und ggf. einzufetten.

Wenn Du ein Bretone Pferd richtig „showmäßig“ hübsch machen willst, wirst Du ziemlich viel Zeit in das (vorsichtige) Bürsten seiner Mähne investieren dürfen. Denn die ist oft mit einer Art natürlicher Dauerwelle ausgestattet und wirkt deswegen gerne und oft etwas strubbelig.

Gesundheit und typische Krankheiten

Bei der Rasse Bretone Pferd gibt es keine besonderen, „typischen“ Krankheiten. Die Rasse ist auch in keiner Weise verzüchtet, um irgendwelche besonderen Merkmale herauszuheben.

Es sind einfach normale, robuste Pferde mit kräftigem Körperbau, von denen in Bezug auf die Gesundheit keine besonderen Überraschungen zu erwarten sind.

Gerade bei einem so mächtigen Pferd gilt das jedoch nur, wenn die Haltungsbedingungen den Anforderungen einer artgerechten Pferdehaltung wirklich durchgehend gut entsprechen.

Lebenserwartung

Breton

Die Lebenserwartung von Pferden liegt ganz allgemein zwischen etwa 25 und ca. 50 Jahren. Zwischen den großen Gruppen, in die Pferde eingeteilt werden, und den einzelnen Pferderassen gibt es dabei einige Unterschiede:

  • Die kleinen Ponys sind gewöhnlich spätreif, d. h. erst mit etwa 7, 8 Jahren richtig ausgewachsen und können 35 bis 50 Jahre alt werden.
  • Warmblut-Pferde werden durchschnittlich 20 bis 35 Jahre alt.
  • Kaltblüter haben die geringste Lebenserwartung, weil sie frühreif sind, also schon mit 3, 4 Jahren ausgewachsen.
  • Kaltblüter werden deshalb auch nicht sehr alt, der Durchschnitt soll bei 16 bis 18 Jahren liegen.

Die jeweils höchste Lebenserwartung innerhalb dieser Gruppen erreichen immer die robusten ursprünglichen Rassen. Für alle weiteren Unterschiede in der Lebenserwartung ist die Haltung verantwortlich.

Je besser ein Pferd ernährt wird, je mehr es bewegt und auch ansonsten in einer für Pferde erfreulichen Art beschäftigt wird, desto älter wird es gewöhnlich werden.

So zählt das Bretone Pferd zwar eigentlich zur Gruppe der Pferde mit einer nicht so hohen Lebenserwartung, es wird auch relativ früh erwachsen. Aber Bretonen tragen in allen Typen ein wenig Warmblut in sich, was sich ebenso günstig auswirkt wie die große Bewegungsfreude.

Pferderasse Bretone Pferd kaufen

Wenn Du Dich für den Kauf eines Bretone Pferd interessierst, kannst Du Dich direkt an den Zuchtverband Le Syndicat des éleveurs du cheval breton wenden.

In diesem französischen Dachverband der Rasse Bretone Pferd sind alle französischen Züchter des Bretone Pferds organisiert. In Deutschland gibt es keinen eigenständigen Zuchtverband für das Bretone Pferd.

Der Aufbau einer deutschen Bretonen-Zucht in Zusammenarbeit mit dem französischen Zuchtverband soll jedoch geplant sein, Näheres ist sicher über die Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. zu erfahren, die bestimmt auch Adressen deutscher Züchter des Bretone Pferds vermitteln kann.

In Deutschland kannst Du dann noch über www.starke-pferde.com auf die Suche nach Kontakten gehen. Und beim europäischen Partnerschaftsprogramm für Pferdezucht, dort gibt es eine spezielle Seite, auf der französische Kaltblüter angeboten werden.

Entscheidungshilfe

Das Bretone Pferd ist sicher kein Pferd, das mal eben schnell als Erst-Pferd gekauft werden sollte. Wenn Du jedoch schon etwas Erfahrung mit Pferden hast und Dir genug Platz zur Verfügung steht, solltest Du Dich mit der Rasse Bretone Pferd sicher näher beschäftigen.

Ein Pferd als Haustier? Es könnte sein, dass Du unter den Vertretern dieser Rasse genau das „Haustier“ findest, dass Dich in Deinen Projekten nachhaltig unterstützen kann.

Besonders, wenn es sich um bei diesen Projekten um ökologische Landwirtschafts- oder Waldprojekte handelt, bei denen Dir ein Bretone Pferd eine wertvolle Hilfe sein kann.

Aber auch, wenn Du einen zuverlässigen Freizeitpartner abseits vom „schnellen Sport“ suchst, der viel Kraft, Ruhe und Ausdauer mitbringt.

Quellen

https://magazin.ehorses.de/pferderassen/bretone/

https://www.haustiermagazin.com/pferde-richtig-fuettern/

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