Größe und Gewicht von Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel
Großpudel: über 45 bis 60 cm
Kleinpudel: über 35 bis 45 cm
Zwergpudel: über 28 bis 35 cm
Toypudel: etwa 24 bis 28 cm
Die Größenvariante eines Pudels wird im FCI-Rassestandard anhand der Widerristhöhe bestimmt. Für das Gewicht gibt der Standard dagegen keine festen Grenzen vor. Deshalb können zwei gleich große Pudel je nach Körperbau unterschiedlich viel wiegen. Wichtiger als eine starre Kilogrammzahl ist ein gesundes Körpergewicht mit guter Körperkondition.
Den Großpudel stellen wir unseren Lesern separat vor. Hier konzentrieren wir und auf die kleinen Pudelvarianten.
Aussehen
Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Größe. Körperbau und typische Merkmale der Rasse sollen dagegen bei allen Varianten weitgehend gleich bleiben. Charakteristisch sind ein harmonischer, eher quadratischer Körperbau, ein elegantes Erscheinungsbild und das dichte, gelockte beziehungsweise bei manchen Hunden geschnürte Haarkleid.
Der Pudel kommt in zahlreichen Farben vor. Der aktuelle FCI-Standard unterscheidet unter anderem Schwarz, Weiß, Braun, Grau und Fawn sowie weitere anerkannte Farbschläge. Bezeichnungen und Anerkennung einzelner Farbvarianten können sich zwischen Zuchtverbänden unterscheiden.
Geschichte
Der Pudel ist weit mehr als ein klassischer Gesellschaftshund. Seine Vorfahren wurden als Wasser- und Apportierhunde eingesetzt und halfen unter anderem bei der Jagd auf Wasservögel. Auch sein Name wird mit dieser ursprünglichen Verwendung im Wasser in Verbindung gebracht.
Die FCI führt Frankreich als offizielles Ursprungsland der Rasse. Dort heißt der Pudel „Caniche“. Seine Geschichte ist allerdings eng mit verschiedenen europäischen Wasserhunden verbunden. Die charakteristische Schur hatte ursprünglich einen praktischen Hintergrund: Sie sollte dem arbeitenden Hund Bewegungsfreiheit im Wasser ermöglichen, während empfindliche Körperregionen durch Fell geschützt blieben.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Pudel zunehmend vom Arbeitshund zum beliebten Begleit- und Familienhund. Neben dem Großpudel entstanden kleinere Varianten. Heute unterscheidet der FCI-Standard Großpudel, Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel.
Charakter
Pudel gelten als aufmerksam, lernfreudig, menschenbezogen und ausgesprochen vielseitig. Viele Hunde arbeiten gerne mit ihren Menschen zusammen und lassen sich mit positiver, konsequenter Erziehung gut trainieren. Ihre Lernfähigkeit macht sie unter anderem für Obedience, Agility, Tricktraining, Nasenarbeit und zahlreiche weitere Beschäftigungsformen interessant.
Als Familienhund kann ein gut sozialisierter Pudel ein verspielter und enger Begleiter sein. Wie bei jeder Rasse hängt der Umgang mit Kindern jedoch nicht allein von der Rassezugehörigkeit ab. Hund und Kind sollten lernen, respektvoll miteinander umzugehen, und kleine Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt mit einem Hund bleiben.
Klein-, Zwerg- und Toypudel können grundsätzlich auch in einer Stadtwohnung leben, sofern sie genügend Bewegung, Beschäftigung und Sozialkontakt erhalten. Ihre geringe Größe sollte dabei nicht unterschätzt werden: Auch ein Toypudel ist ein aktiver Hund, der Spaziergänge, Training, Spiel und Möglichkeiten zum Erkunden benötigt.
Die frühere Vorstellung, kleine Hunde würden durch „Verzärteln“ nervös oder hysterisch, ist wenig hilfreich. Problematisches Verhalten kann zahlreiche Ursachen haben, etwa Unsicherheit, mangelnde Sozialisation, Schmerzen, Überforderung oder ungünstiges Training. Gerade kleine Hunde profitieren von denselben klaren, fairen Regeln und positiven Lernerfahrungen wie größere Hunde.
Gesundheit und Lebenserwartung
Pudel können bei verantwortungsvoller Zucht und guter Versorgung ein vergleichsweise hohes Alter erreichen. Klein-, Zwerg- und Toypudel werden häufig etwa 12 bis 15 Jahre alt, einzelne Hunde auch älter. Die tatsächliche Lebenserwartung hängt unter anderem von Genetik, Körpergröße, Gewicht, Haltung und medizinischer Versorgung ab.
Wie bei allen Hunderassen können auch beim Pudel bestimmte erbliche Erkrankungen auftreten. Bei Zwerg- und Toypudeln spielen beispielsweise Patellaluxation und verschiedene erbliche Augenerkrankungen eine Rolle. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere deshalb auf für die jeweilige Größenvariante relevante Erkrankungen untersuchen.
Auch Ohrenprobleme können auftreten, sind aber keine zuverlässige „typische Krankheitsliste“ für jeden Pudel. Juckreiz, häufiges Kopfschütteln, Rötungen, unangenehmer Geruch oder auffälliges Lecken sollten tierärztlich abgeklärt werden, statt sie automatisch der Rasse zuzuschreiben.
Verwandte und ähnliche Rassen
Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel sind keine voneinander unabhängigen Hunderassen, sondern Größenvarianten derselben Rasse Pudel. Eine weitere Variante ist der Großpudel.
Aus Kreuzungen mit Pudeln sind außerdem zahlreiche sogenannte „Doodle“-Mischlinge entstanden. Dazu gehört der Labradoodle, eine Kreuzung aus Labrador und Pudel. Solche Kreuzungen sind jedoch nicht automatisch allergikerfreundlich und ihre Eigenschaften können deutlich variieren.
Ein ebenfalls gelocktes beziehungsweise gekräuseltes Fell besitzt beispielsweise der Curly Coated Retriever. Charakter, Größe und ursprünglicher Verwendungszweck unterscheiden sich jedoch deutlich vom kleinen Pudel.
Besonderheit: Pudel haaren wenig – sind sie für Allergiker geeignet?
Pudel verlieren im Vergleich zu vielen anderen Hunderassen nur wenig Haar, weil ausgefallene Haare häufig im lockigen Fell hängen bleiben. Das bedeutet allerdings auch, dass die Fellpflege relativ aufwendig ist. Regelmäßiges gründliches Bürsten beziehungsweise Kämmen und eine wiederkehrende Schur gehören zur normalen Pflege.
Häufig werden Pudel als „hypoallergen“ bezeichnet. Eine Garantie für Beschwerdefreiheit gibt es jedoch nicht. Hundeallergien richten sich nicht ausschließlich gegen Haare, sondern gegen bestimmte Eiweiße, die unter anderem in Hautschuppen, Speichel und anderen Körpersekreten vorkommen. Auch auf einen Pudel kann deshalb eine allergische Reaktion auftreten.
Wenn in Deinem Haushalt eine Hundeallergie besteht, solltest Du vor der Anschaffung wiederholt direkten Kontakt zu Pudeln suchen und die Situation gegebenenfalls allergologisch abklären. Kaufe einen Pudel nicht allein aufgrund des Versprechens, diese Rasse könne grundsätzlich keine Allergien auslösen.
Kleinpudel, Zwergpudel oder Toypudel – welcher passt zu Dir?
Alle drei Größenvarianten teilen viele typische Pudeleigenschaften: Sie sind lernfreudig, aktiv und häufig stark auf ihre Menschen bezogen. Dennoch macht die Größe im Alltag einen Unterschied.
- Kleinpudel: Mit über 35 bis 45 cm ist er unter den drei Varianten der größte und kann für Menschen interessant sein, die einen handlichen, aber dennoch etwas robusteren und sportlichen Begleiter suchen.
- Zwergpudel: Mit über 28 bis 35 cm verbindet er eine kompakte Körpergröße mit den aktiven und lernfreudigen Eigenschaften des Pudels.
- Toypudel: Mit etwa 24 bis 28 cm ist er besonders klein. Seine geringe Körpergröße verlangt im Alltag etwas mehr Aufmerksamkeit, beispielsweise bei grobem Spiel, Begegnungen mit deutlich größeren Hunden oder Stürzen.
Die Größenwahl sollte deshalb nicht allein davon abhängen, welcher Pudel optisch am besten gefällt. Berücksichtige auch Deinen Alltag, gewünschte Aktivitäten und die Frage, wie gut Du mit einem sehr kleinen Hund umgehen kannst.
Beschäftigung und Erziehung
Pudel brauchen nicht nur Bewegung, sondern auch geistige Beschäftigung. Langeweile lässt sich nicht allein mit immer längeren Spaziergängen verhindern. Viele Pudel haben Freude daran, gemeinsam mit ihren Menschen Aufgaben zu lösen und neue Verhaltensweisen zu lernen.
Geeignete Beschäftigungen können beispielsweise sein:
- Apportier- und Suchspiele
- Nasenarbeit
- Tricktraining
- Agility in körperlich angepasster Form
- Obedience oder Rally Obedience
- gemeinsame Spaziergänge mit Zeit zum Erkunden und Schnüffeln
Gerade bei einem Toy- oder Zwergpudel sollte die geringe Größe kein Grund sein, auf Erziehung zu verzichten. Rückruf, Leinenführigkeit, ruhiges Warten und ein entspannter Umgang mit Menschen und anderen Hunden sind auch für kleine Pudel wichtige Alltagsfähigkeiten.
Fellpflege beim Pudel
Das lockige Fell des Pudels wächst kontinuierlich und benötigt regelmäßige Pflege. Ohne ausreichendes Bürsten und Kämmen kann es insbesondere nahe der Haut verfilzen. Wie häufig gepflegt werden muss, hängt unter anderem von Felllänge und Schur ab.
Viele Halter lassen ihren Pudel in regelmäßigen Abständen professionell schneiden beziehungsweise scheren. Bei einem kurz gehaltenen Alltagsschnitt ist die Fellpflege oft leichter als bei langem Ausstellungshaar, vollständig pflegefrei wird ein Pudel aber auch mit kurzer Schur nicht.
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