Irischer Wolfshund

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Größe:
71 – 100 cm
Gewicht:
45 – 55 kg
Herkunft:
Irland
Lebensdauer:
6 – 10 Jahre
Farbe:
schwarz, weiß, rehfarbe, grau
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Wolfshund, auch Tschechoslowakischer Wolfshund, ist eine aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammende und offiziell vom FCI anerkannte Hunderasse. Diese ähnelt nicht nur dem echten Wolf auf unglaubliche Weise, sondern trägt auch echtes Wolfsblut in sich.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Tschechoslowakische Wolfshund wurde 1955 durch den Biologen Karel Hartl begründet. Dieser kreuzte vier Karpatenwölfe mit 24 Deutschen Schäferhunden mit dem Ziel noch effektivere und schärfere Arbeitshunde zu erschaffen. Das Militär der Tschechoslowakei hatte dem Team von Wissenschaftlern den Auftrag gegeben einen starken Hund für die Grenzsicherung zu züchten.

Jedoch ging der Versuch kläglich schief. Viele der Tiere waren entweder schwer zu erziehen und neigten schnell zu aggressiven Verhalten oder waren eher zurückgezogen und nicht als Arbeitshund zu gebrauchen. Dies führte dazu, dass dieses Programm im Jahre 1971 wieder eingestellt wurde. Die daraus gezüchteten Hybride sollten daraufhin getötet werden. Jedoch gelang es einigen wenigen Liebhabern einzelne Exemplare zu retten.

Sie versuchten im Laufe der Jahre die Rasse weiter zu erhalten und als Familienhund zu entwickeln. Dies gelang und so wurde der Tschechoslowakische Wolfshund 1999 offiziell durch den FCI als Hunderasse anerkannt. Darüber hinaus gibt es noch eine zweite Wolfshunderasse, die offiziell anerkannt ist. Die des „Saarloos Wolfhond“. Eine aus den Niederlanden stammende Kreuzung.

In den 1920er Jahren kreuzte dort der Niederländer Leendert Saarloos Deutsche Schäferhunde mit einem Sibirischen Wolf. Später wurde dieser neue Hund dann nach ihm in Saarlooswolfhond umbenannt und 1981 vom FCI Dachverband anerkannt.

Aussehen

Das Aussehen des Tschechoslowakischen Wolfshund ähnelt auf den ersten Blick dem eines Wolfes und lässt sich aus den Augen eines Laien kaum vom Wolf unterscheiden.

Beim Wolfshund handelt es sich um ein beeindruckendes Tier, welches das Wolfsblut förmlich nach außen hin ausstrahlt. Tschechoslowakische Wolfshunde haben eine Schulterhöhe von mindestens 60 cm beim Weibchen und mindestens 65 cm beim männlichen Tier. Laut dem Standard des FCI sollten sie außerdem ein Gewicht zwischen 25 und 45 kg haben.

Der Saarlooswolfhond ist im Vergleich zum tschechoslowakischen Gegenstück noch ein wenig größer sowie schwerer. Das Fell beider Exemplare entspricht in etwa dem von wilden Wölfen. Sowohl die Farbe als auch die Struktur des Fells ist dem eines echten Wolfes sehr ähnlich.

Charakter und Wesen

Aufgrund der Einkreuzung des Wolfes ist der Wolfshund ein eher scheuer und zurückhaltender Hund. Wölfe meiden die Nähe zu lautem Treiben und großen Menschenmassen. Dieser Instinkt kann in Teilen auch im Tschechoslowakischen Wolfshund enthalten sein.

Wichtig hierbei ist eine frühe Sozialisierung und geduldige Heranführung an das Umfeld. Bei einer engen Bindung zum Halter und einer liebevollen Erziehung kann diese Scheu vom Hund mit der Zeit abgelegt werden.

Der Tschechoslowakische Wolfshund kann ein treuer Begleiter des Menschen werden, wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen und der Halter eine ruhige und geduldige Erziehung verfolgt. Die Haltung eines solchen Tieres erfordert ein solides fachkundiges Wissen und eine Menge vorhandener Hundeerfahrung.

Vom Tschechoslowakischen Wolfshund und dem Saarlooswolfhond sind ganz klar alle verantwortungslosen Kreuzungen aus Wolf und Hund abzugrenzen. Diese oft in den USA vorkommenden Varianten sind nicht zur Haltung als Hund geeignet und sind gleichzeitig nicht für die Wildnis geschaffen. Bei solchen gewissenlosen Verpaarungen kann man nur von Tierquälerei sprechen.

Haltung und Ernährung

Die Haltung eines Wolfshundes bedarf spezieller Anforderungen und ist nichts für unerfahrene Hundebesitzer. Der Wolfshund ist kein Hund für die Stadt. Auch in einer kleinen Wohnung wird sich ein so freiheitsliebendes Tier nicht wohl fühlen.

Um die wilden Instinkte eines Wolfhundes unter Kontrolle zu haben, bedarf es sehr viel Zeit und Aufwendung seitens des Halters. Eine artgerechte Haltung kann nur dann erfolgen, wenn die volle Konzentration auf den Hund und seine Bedürfnisse gerichtet ist. Wenn dies gegeben ist, wird man eine ganz spezielle Erfahrung mit der wilden Art der Natur machen können.

Der starke Jagdinstinkt des Wolfshundes kann kaum kontrolliert werden. Die beste Möglichkeit, um diesen in Grenzen zu halten, sind Alternativbeschäftigungen, die diesen ansatzweise ersetzen. Ein Wolfshund braucht genügend Auslauf, jedoch muss man ganz genau aufpassen, wo man mit ihm in der Natur unterwegs ist.

Beim Aufeinandertreffen mit anderen Hunden in der Natur muss man vorsichtig sein. Besonders bei nicht kundigen Menschen, ist es wichtig diese nicht durch das wolfsähnliche Aussehen zu erschrecken.

Eine weitere Eigenschaft, die der Wolfshund von seinem Verwandten Wolf geerbt hat, ist das Jaulen. Dies kann durchaus sehr kräftig und laut wirken, weshalb man über sehr tolerante Nachbarn oder einer weiten Entfernung zu ihnen verfügen sollte.

Zudem können die Ausprägungen bei Wolfshunden sehr unterschiedlich sein. Einige Tiere können sehr aufgeschlossen sein, während wieder andere eher scheu oder schwer sozial anpassbar sind. Im Normalfall sollte aber, wenn die äußeren Bedingungen stimmen, einer Sozialisierung im familiären Umfeld nichts im Weg stehen.

Ernährung

Was die Ernährung betrifft, stellen Wolfshunde keine besonderen Anforderungen. Eine ausgewogene Ernährung, bestehend aus einem hohen Fleischanteil zusammen mit abwechselndem Gemüse, ist wie bei jedem Hund zu empfehlen.

Erziehung und Pflege

Um einen Tschechoslowakischen Wolfshund artgerecht erziehen zu können, bedarf es genügend fachkundigen Wissens seitens des Halters. Eine tiefgreifende auf die Bindung zum Frauchen oder Herrchen basierende Beziehung zum Hund ist elementar für die Erziehung. Man sollte viel Respekt und Geduld gegenüber seinem Hund mitbringen.

Jeder Hund hat individuell unterschiedliche Ausprägungen und die sollten in der Erziehung berücksichtigt werden. Wichtig ist, dass die Erziehung genauso wie die Sozialisierung im Umfeld so früh wie möglich beginnt. Das heißt ab dem Welpenalter muss der Grundstein für die laufende Arbeit mit dem Hund gelegt werden. Der Mensch muss in dem Fall von Anfang an die Führungsrolle übernehmen.

Den Jagdinstinkt eines Wolfshundes kann man nie vollkommen unterdrücken. Deshalb ist es die beste Möglichkeit diesen durch Alternativen möglichst ruhig zu stellen und damit ausgeglichen zu halten. Gemeinsame Aktivitäten und Herausforderungen werden die Bindung zum Hund stärken und sind die Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenleben mit einem Wolfshund.

Pflege

Der Tschechoslowakische Wolfshund braucht keine aufwändige Pflege wie manche anderen Hunderassen. Was er im Gegenzug braucht, ist eine Menge zeitlichen Aufwands und Zuwendung seitens des Menschen, um sein Wesen ruhig zu stellen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Aufgrund der Entstehungsgeschichte der beiden Wolfshunderassen „Tschechoslowakischer Wolfshund“ und „Saarlooswolfhond“ ist das Risiko von Inzucht relativ hoch. Von Wolfshunden gibt es nur wenige Ursprungsexemplare und die Nachkommen sind durchgängig mit einander verwandt. Durch die daraus resultierende Inzucht können vermehrt Erbkrankheiten auftreten.

Wenn man von diesem Punkt abschaut, handelt es sich beim Wolfshund aber um eine starke und sehr fitte Hunderasse, die sehr nah an der natürlichen Resistenz des Wolfes liegt.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines Tschechoslowakischen Wolfshund liegt bei ungefähr 12 Jahren.

Hunderasse Wolfshund kaufen

Der Kauf eines Wolfshundes muss sehr wohl überlegt sein und ist nur an aufopferungs- und verantwortungsvolle Menschen gerichtet. Man sollte sich vorher ganz genau informieren, ob man den sehr speziellen und strikten Anforderungen eines Wolfshundes gewachsen ist.

Am besten ist es, sich schon vor dem Kauf von anderen Wolfshundebesitzern ausgiebig beraten zu lassen. Da Wolfshunde durchaus individuell sein können, sollte man auf ein breites Spektrum an Erfahrungsberichten zurückgreifen.

Wenn man sich jedoch der Herausforderung stellen möchte, ist der Erwerb eines solchen Hundes über einen der im VDH integrierten Vereine möglich. Sinnvoll ist es, sich den Hund vorher beim Züchter einige Zeit in Ruhe anzuschauen und sich schon mal mit seinem Wesen anzufreunden. Der Preis eines Wolfshund Welpen liegt bei etwa 2000 Euro.

Entscheidungshilfe

Der Erwerb und die Haltung eines Wolfshundes, egal ob „Tschechoslowakischer“ oder Saarlooswolfhond ist nur für sehr ambitionierte und verantwortungsvolle Menschen zu empfehlen und muss sehr gründlich überlegt sein. Die Zulegung eines Wolfshundes wird garantiert einzigartige Erfahrungen mit sich bringen.

Der Wolfshund ist so nah wie keine andere Hunderasse an dem ursprünglichen Wolf. Der Jagdinstinkt steckt in seinem Blut und in seinen Knochen. Die Erziehung eines solchen Hundes stellt die höchsten Ansprüche, die ein Hund nur haben kann.

Als zukünftiger Besitzer sollte man schon vielseitige Hundeerfahrung mitbringen und sich vorher fachkundig über die Rasse informieren. Die Haltung einer solchen Rasse kann nur nah an der Natur erfolgen. Der Wolfshund ist nicht für die Stadt oder für kleine Wohnungen geschaffen.

Der Wolfshund ist ein Hund für Menschen, die die Herausforderung und Aktivitäten in der Natur lieben. Ein Wolfshund sieht seinen Halter als Führungsperson und genauso muss dieser auch agieren. Ansonsten kann das Wesen eines Wolfshundes außer Kontrolle geraten.

Wenn die äußeren Gegebenheiten stimmen und die Erziehung konsequent aber gleichzeitig respektvoll gegenüber dem Hund vonstattengeht, steht einer Haltung als Familienhund nichts im Weg. Der Wolfshund kann deshalb ein sehr enger und treuer Begleiter werden und zählt in seiner Art wohl zu den einzigartigsten Rassen auf der Welt. Bei der Entscheidung sollte man sich aber vollends sicher sein, da man sich für einen Zeitraum von über 10 Jahren für diesen Hund verpflichtet.

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