Yorkshire Terrier

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Größe:
20 – 25 cm
Gewicht:
2 – 3,5 kg
Herkunft:
England
Lebensdauer:
13 – 16 Jahre
Farbe:
blau, gold, weiß
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Yorkshire Terrier ist ein kleiner Hund aus der Gruppe der Terrier. Er zählt zu den sogenannten Schoßhunden und kann als Familienhund gehalten werden. Seinen Ursprung hat er in England und Schottland. Er wird auch liebevoll Yorkie genannt.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Yorkshire Terrier hat seine Vorfahren in Großbritannien. Dort wurde Anfang des 19. Jahrhunderts, vor allem in der Arbeiterklasse, dieser Hund vermehrt gezüchtet. Aufgrund der engen Lebensverhältnisse der aus den Industrievierteln stammenden Arbeiter, war kein Platz für einen großen Hund. So wurden zum Schutz und zur Schädlingsbekämpfung kleine Terrier Hunde verwendet.

Diese konnten den Wohnort vor Ungeziefer und sonstigen unerwünschtem Besuch schützen. So gehörten unter anderem Ratten und Mäuse zu seiner Beute, auch Marder und Füchse konnte er erfolgreich vom Grund verscheuchen. Sogar die Jagd von Kaninchen war mit einem solchen Terrier möglich, der bis in den Bau dieser vordrang. Vor gut 150 Jahren begann man den Yorkie auch als Schoßhund zu halten.

Und so startete die gezielte Züchtung dieser Tiere. Der Fokus lag auf der Herausbildung bestimmter optischer Merkmale, wodurch der heutige Yorkshire seine Form und seine seidig glänzenden Haare bekam. Erst seit der planmäßigen Züchtung entstanden die vielen einzelnen Terrier Rassen mit ihrem unterschiedlichen markanten Aussehen. Zuvor unterschied man nicht zwischen den einzelnen Terrier Untergruppen.

Auch waren diese um einiges schwerer als die heutigen Yorkies. So sollen sie bis zu 6 kg gewogen haben. 1873 wurde der Yorkshire Terrier in den Kennel Club aufgenommen und 1912 folgte die Eintragung in Deutschland.

Aussehen

Yorkshire Terrier

Der Yorkshire Terrier ist der Kleinste in der Gruppe der Terrier. Auch wenn seine exakte Größe nicht im Standard festgelegt ist, besitzt er meist eine Körpergröße von 18 bis 23 cm. Der Yorkie darf ein Gewicht von maximal 3,2 kg haben. Auffällig an seinem äußeren Erscheinungsbild ist sicherlich sein feines, langes und glattes Fell, welches bis zu den Pfoten reicht Da der Yorkshire Terrier auch als Zwerghund angesehen wird, versuchen manche Züchter diesen immer weiter zu verkleinern.

Dies geht meistens zulasten der Gesundheit der Tiere. Der VDH hat diesem Wahn deshalb einen Riegel vorgeschoben und setzt ein Mindestgewicht von 2,4 kg im Erwachsenenalter voraus. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird mithilfe regelmäßiger Prüfungen kontrolliert.

Was die Fellfarbe betrifft, setzt der Standard strikte Regeln. Der Yorkshire Terrier hat eine goldene Färbung am Kopf und Brustbereich und der Rest soll mit einem stahlblauen Mantel bedeckt sein. Zudem sollen die Haare möglichst glatt und weniger gewellt sein.

Ein weiteres Problem der Überzüchtung sind die zum Teil zu langen Haare, die bis zum Boden reichen können. Damit diese den Yorkie nicht im Laufverhalten beeinträchtigen, müssen sie regelmäßig gestutzt werden.

Charakter und Wesen

Auch wenn die Maße eines Yorkshire Terriers vielleicht nicht ehrfürchtig sind, besitzt der Yorkie ein starkes Temperament und großes Selbstbewusstsein, welches man nicht unterschätzen sollte. Der Yorkie ist im Inneren ein echter Terrier und sollte dementsprechend auch so behandelt werden. Yorkshire Terrier sind sehr aktive aber auch verspielte Tiere. Ein Yorkie zeigt sich oft von zwei verschiedenen Seiten. In den eigenen vier Wänden liebt er es von seinem Besitzer von oben bis unten hin umsorgt zu werden.

Die Zeit und Streicheleinheiten mit seinem Halter wird er voll und ganz genießen. Dann gibt es noch die andere Seite. Diese kommt meist im äußeren Umfeld und im Zusammenspiel mit anderen Hunden zum Vorschein. Der Yorkie hat zwar ein niedliches Aussehen, aber gleichzeitig auch ein starkes Selbstbewusstsein, welches bis zur Selbstüberschätzung reicht. Somit kann es passieren, dass er gegenüber anderen – auch größeren – Hunden seine Stellung und Meinung laut kundtut.

Besonders in erhöhten Positionen wie auf dem Arm des Besitzers oder im Körbchen des Fahrrades fühlt er sich gegenüber anderen erhaben. Damit dieses Verhalten keine aggressiven Züge annimmt, muss der Yorkie frühzeitig und konsequent erzogen werden.

In dem kleinen Körper des Yorkshire Terriers steckt meist mehr Energie und Wille, als man denken mag. Zudem sind diese Tiere nicht gerade dumm. Gerne nutzen sie ihre harmlose Optik gnadenlos aus, um sich Vorteile zu erschleichen. Außerdem besitzt er einen von seinen Vorfahren mitgegebenen Jagdtrieb.

Dieser wird entweder am Spielzeug oder an kleinen Nagern oder Vögeln ausgetestet. Der Yorkshire Terrier ist bestens als Familienhund geeignet. Solange man seine besondere Persönlichkeit zu schätzen weiß und ihn genügend respektiert, ist er durchaus ein sehr liebevoller Hund, der gut in eine Familie integriert werden kann. Das durchaus starke Temperament sollte man jedoch in den richtigen Momenten zu zügeln wissen.

Haltung und Ernährung

Zur Haltung des Yorkshire Terrier lässt sich sagen, dass sie sich nicht als allzu kompliziert erweist. Man sollte natürlich sein Wesen und den Charakter jederzeit berücksichtigen, aber im Allgemeinen stellt der Hund keine großen Ansprüche. Er kommt auch auf kleinem Raum super zurecht. Somit ist ein großes Haus mit Garten keine Pflicht für diesen Hund.

Ein Teil der Haltung beim Yorkshire Terrier ist besonders wichtig. Und zwar die regelmäßige Fellpflege. Der Hund sollte in konstanten Abständen sowohl gekämmt als auch gebürstet werden. Wenn man die Fellpflege regelmäßig und mit genug Einfühlungsvermögen vornimmt, kann dies zudem die Bindung zum Hund stärken.

Auch wenn er einen super Schoßhund darstellen kann und einfach zu transportieren ist, sollte man ihn niemals als Accessoire betrachten und wer weiß wie mit Klammern und Schleifchen zu kleben. Der Yorkshire Terrier bleibt immer noch ein voller Hund, den man auch so zu behandeln hat.

Des Weiteren sollte man darauf achten, dass das Fell nicht zu sehr über die Augen und Pfoten ragt. Um dem Hund immer freie Sicht und ein problemloses Laufgefühl zu bieten, sollte man das Fell möglichst kurz halten.

Einen besonderen Vorteil hat der Yorkshire Terrier auf jeden Fall gegenüber anderen (größeren) Hunderassen. Denn man kann ihn tatsächlich auch in Mietwohnungen mit allgemeinem Hundeverbot halten. Das liegt daran, dass der Yorkie offiziell als Kleintier zählt und deshalb von dem Hundeverbot ausgenommen ist. Auch darf man ihn bei den meisten Fluggesellschaften in der Kabine in einer entsprechenden Box transportieren.

Zudem sollte man auch bei einem Yorkie regelmäßiges Gassigehen nicht vernachlässigen. Der Yorkshire Terrier gehört sicherlich nicht zu den Marathonläufern unter den Hunden, trotzdem liebt er es in der Natur zu spielen und sich auszutoben. Dauerhaftes auf dem Sofa Sitzen und auf den Armen des Besitzers Hocken sind auch für den Yorkie nicht artgerecht.

Ernährung

Was die Ernährung anbelangt stellt der Yorkshire Terrier keine außergewöhnlichen Ansprüche. Klar sollte das Futter der Größe angepasst werden, jedoch ist kein „Spezialfutter“ von Nöten. Nur bei Allergien, welche beim Yorkie durchaus auftreten können, sollte auf spezialisiertes Futter gesetzt werden. Eine entsprechende Beratung erhält man vom Tierarzt..

Erziehung und Pflege

Wie schon im Bezug auf den Charakter des Yorkshire Terriers angesprochen, kann er ein starkes Temperament ausprägen. Dieses sollte natürlich schon in jungen Jahren mithilfe der richtigen Erziehung in akzeptablen Bahnen gehalten werden. Wichtig hierbei ist aber auch, dass man den Yorkie genügend respektiert. Auch wenn er nicht gerade groß ist, steckt ein ganzer Hund in ihm, der auch so behandelt werden möchte.

Um ein aggressives Verhalten gar nicht erst zu ermöglichen, sollten von Anfang an seitens des Halters klare Linien aufgezeigt werden. Konsequente Erziehung ist gerade beim Yorkshire Terrier besonders wichtig. Deshalb sollte man sich auch nicht von seinem niedlichen Äußeren ablenken lassen. Wenn man diese Punkte eingehend berücksichtigt, steckt einer Erziehung zu einem lebhaften Familienhund nichts mehr im Wege.

Wie schon bei der Haltung angesprochen, sollte man bei der Pflege vor allem auf das Fell achten. Es sollte nicht zu lang sein und den Hund damit in seinem Seh- und Laufvermögen einschränken. Die Kürzung des Fells kann mit einer Schere oder einer Schermaschine vollzogen werden. Zwar besitzt der Yorkie keinen wirklichen Fellwechsel, jedoch ist regelmäßiges Kämmen bei dieser Rasse Pflicht.

Auch sollte man darauf achten, dass sich keine Verknotungen und Verfilzungen im Fell bilden. Zudem zieht das lange Fell den Schmutz förmlich an. Die Reinigung mit einem feuchten Tuch ist hierfür am besten geeignet. Auf übermäßiger Shampoo Gebrauch sollte hingegen verzichtet werden, um den natürlichen Schutz der Haare nicht zu zerstören.

Gesundheit und typische Krankheiten

Neben zahlreichen möglichen Allergien können diverse weitere Krankheiten beim Yorkshire Terrier auftreten. Darunter zählen Verletzungen an der Kniescheibe (Patellaluxation), erblich bedingte Bronchitis sowie die Erweiterung von Lymphgefäßen, auch Lymphangiektasie genannt.

Zudem können Augenkrankheiten auftreten. Die meisten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sind aufgrund der „Verzwergung“ der Rasse durch die einseitige Züchtung entstanden.

Lebenserwartung

Yorkshire Terrier

Aus gesunder Züchtung stammende Yorkies können ein hohes Lebensalter bis zu 15 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung bei kleineren Exemplaren oder besonders auf Schönheit gezüchtete Hunde ist jedoch um einiges geringer.

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Um ein möglichst gesundes und langlebiges Tier zu erhalten, sollte man vor allem bei renommierten Züchtern aus dem VDH vorbeischauen. Von Züchtern, die besonders kleine Exemplare anbieten wie sogenannte „Minis“ oder Toy Yorkies sollte man sich lieber fernhalten.

Das Wohl und die Gesundheit des Tieres sollten an erster Stelle stehen. Auch der Kauf eines Yorkshire Terriers aus dubiosen Quellen ist nicht zu empfehlen. Allgemein bekommt man einen Yorkie aus verantwortungsvoller Zucht ab ungefähr 1000€.

Entscheidungshilfe

Auch wenn das Aussehen durchaus niedlich wirken mag, sollte man die Rasse des Yorkshire Terriers nicht unterschätzen. Um mit dem selbstbewussten Charakter umgehen zu können, sollte man sich schon vor dem Kauf ausreichend erkundigen. Regelmäßiges Gassigehen und besonders die Fellpflege sind bei diesem Hund wichtig.

Auch wenn der Yorkie keine großen Ansprüche an seine Umgebung stellt, sollte der Aufwand ernst genommen werden. Schließlich handelt es sich um ein lebendiges Tier und keinen Plüschhund. Wenn man sich der Verantwortung bewusst ist und man sich gerne den Herausforderungen stellt, ist der Yorkie ein durchaus liebenswerter Hund.

Somit ist er auch bestens als Familienhund geeignet und erfreut sich der menschlichen Gesellschaft. Hinzu kommt, dass er gerade bei der Wohnungssuche oder beim Transport zum Beispiel im Flugzeug aufgrund seiner Größe klare Vorteile hat.

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