Rhodesian Ridgeback

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Größe:
61 – 69 cm
Gewicht:
32 – 36,5 kg
Herkunft:
Südafrika
Farbe:
rötlich, braun
Lebensdauer:
10 -12 Jahre
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Famiienfreundlich

Rassebeschreibung

Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige aus dem Süden von Afrika stammende Rasse, welche von der FCI offiziell anerkannt ist. Sie wird in großen Teilen der Welt vielseitig eingesetzt. So kommt der Rhodesian Ridgeback als Jagd-, Wach- und Familienhund zum Einsatz.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Rhodesian Ridgeback ist eine aus der heutigen Region des Simbabwe kommende Hunderasse. Das Gebiet stand zur Entstehung der Hunderasse unter britischer Kolonialherrschaft und wurde Rhodesien genannt. Die Einheimischen besaßen schon seit vielen Jahren einen charakteristischen Hund, der ihre Siedlungen schützte und ihnen zur Jagd diente. Nachdem die Kolonialherren eigene Hunderassen wie Doggen und Mastiffs mit nach Rhodesien brachten, kreuzten sie die neuen Rassen mit dem dort ansässigen Hund. Daraus entstand der heutige Rhodesian Ridgeback. Dieser wurde im Süden Afrikas vor allem zur Großwildjagd eingesetzt. So gehörte es zu seinen Aufgaben Löwen oder anderes Großwild aufzuspüren und anschließend am Ort festzuhalten bis der Jäger in Reichweite war.

Der Originalstandard wurde 1922 durch den Briten Francis Richard Barnes festgelegt und basierte auf dem des Dalmatiners. 1926 wurde der Rhodesian Ridgeback von der Kennel Union des Südlichen Afrikas anerkannt. In den weiteren Jahren wurde er durch seine unerschrockene und mutige Art in der ganzen Welt bekannt und wird vermehrt als Jagd- und Wachhund gehalten. In Deutschland hat sich der Rhodesian Ridgeback hingegen als Familienhund bewährt und ist nicht einmal als Jagdgebrauchshunderasse anerkannt.

Aussehen des Rhodesian Ridgebacks

Das Markenzeichen eines Rhodesian Ridgeback ist sein „Ridge“ auf dem Rücken. Das ist eine von den Schultern bis zu den Hüfthöckern reichende Haarpartie, die entgegen der eigentlichen Haarrichtung wächst. Dieser Haarkamm ist ungefähr 5 cm breit. Der Rhodesian Ridgeback ist ein mittelgroßer bis großer Hund, welcher zwischen 63 bis 69 cm groß werden kann.

Rhodesian-Ridgeback-Welpe
Rhodesian-Ridgeback-Welpe

Das Gewicht kann je nach Rüde oder Hündin zwischen 32 und 37 kg liegen. Die Hunde sind sehr sportlich und haben einen muskulösen Körperbau. Zudem ist er sehr wendig und verfügt über eine hohe Ausdauer. Er hat ein kurzes und glattes Fell. Die Fellfarbe kann zwischen hell weizenfarbenem und rot weizenfarbenem Haar variieren. Die Schnauze und Ohren können gelegentlich schwarz gefärbt sein.

Bis 2008 sollten nach der Zuchtordnung des britischen Rasseclubs Welpen, die ohne „Ridge“ geboren wurden, getötet werden. Aufgrund des medialen Drucks nach dem Film „Pedigree Dogs Exposed“, welcher die unwürdigen und gesundheitsschädlichen Zuchtpraktiken von Rassehunden aufdeckte, wurde diese Passage im Zuchtbuch gestrichen.

Charakter und Wesen

Der Charakter des Rhodesian Ridgeback stellt sich aus verschiedensten Eigenschaften zusammen. So ist er zum einen ein unerschrockener und sehr mutiger Hund und kann zum anderen sehr sensibel und eigenwillig sein. Die Rasse ist vor allem als intelligenter und eigenständig denkender Hund bekannt. Diese Eigenschaften musste der Hund zur Jagd in der Wildnis von Südafrika mitbringen.

In vielen Teilen der Welt setzt man auf seine hervorragenden Anlagen als Wachhund. Wenn er eine artgerechte Erziehung durchlebt und frühzeitig sozialisiert wird, eignet er sich zudem hervorragend als aktiver Familienhund. Zu Kindern ist er allgemein sehr freundlich eingestellt.

Haltung und Ernährung

Der Rhodesian Ridgeback fühlt sich auf engem Raum nicht wohl. Seine Vorfahren stammen aus den weiten Teilen Südafrikas, wo er die grenzenlose Freiheit sowie den kilometerweiten Auslauf genießt. Eine Haltung in unseren Gefilden macht nur in einer nah an der Natur gelegenen Umgebung Sinn.

Optimal für die Haltung eines Rhodesian Ridgeback ist ein großes Haus mit zusätzlichem Garten. Dort kann er seinen Freiheitsdrang ansatzweise ausleben und fühlt sich nicht eingeengt. Zudem ist es sehr hilfreich, wenn er bei einer aktiven Familie unterkommt. Sportliche Betätigung und genügend Auslauf sind für diesen Hund enorm wichtig. Daneben möchte er auch geistig gefordert werden. Das Lösen von immer neuen Herausforderungen liegt in seinem Blut.

Aufgrund seiner Herkunft aus dem Süden Afrikas ist er sehr Hitze resistent. Er liebt die Sonne und die warmen Temperaturen. Da ihm aber die schützende Unterwolle fehlt, ist er bei Kälte und Regen sehr angreifbar. Eine dauerhafte Haltung draußen ist bei unseren mitteleuropäischen Temperaturen und Wetterbedingungen für den Hund nicht geeignet.

Rhodesian Ridgeback

 

Der Rhodesian Ridgeback ist ein leidenschaftlicher Esser. Dabei hat er in der Regel keine speziellen Vorlieben. Damit jedoch eine Überernährung vermieden wird, sollte der Halter auf möglichst ausgewogenes Futter setzen. In diesem sollte ein hoher Fleischanteil zusammen mit abwechselndem Gemüse und Obstsorten vorhanden sein. Auf übermäßigen Konsum von kohlenhydratreichem Futter mit hohem Getreideanteil sollte möglichst verzichtet werden. Auch Konservierungs- und Farbstoffe sowie der Zusatz von Zucker sollte im Futter nicht enthalten sein. Die richtige Ernährung sollte auch beim Hund nicht unterschätzt werden und ist gerade für eine fitte und gesunde Entwicklung wichtig. Ob der Hund jedoch mit Trocken- oder Nassfutter gefüttert wird, bleibt dem Besitzer selbst überlassen. Auch die Ernährungsvariante „BARF“ ist möglich. Damit ist die Fütterung von rohem Fleisch und Gemüse gemeint.

Erziehung und Pflege

Der Rhodesian Ridgeback ist von Natur aus perfekt auf das Leben in der Wildnis Südafrikas ausgelegt. Um ihn für unsere Lebensbedingungen und -verhältnisse perfekt anzupassen, ist eine richtige und artgerechte Erziehung des Hundes nicht zu verachten. Vor allem der Arbeits- und Schutztrieb müssen ab den jungen Jahren des Hundes in die richtige Richtung gelenkt werden. Das Setzen von klaren Regeln und Grenzen ist besonders wichtig.

Der Rhodesian Ridgeback ist ein sehr schlauer Hund und entzieht sich Aufgaben, die für ihn keinen Sinn ergeben. Seiner manchmal eigensinnigen Art wirkt man am besten mit einem respektvollen Umgang entgegen. Gleichzeitig ist die Rasse sehr sensibel und sollte mit viel Feingefühl und Weitsicht behandelt werden. Schon vorhandene Hundeerfahrung ist nicht zwingend notwendig. Dennoch sollte man den Zeit- und Arbeitsaufwand zur Erziehung und Haltung des Hundes keinesfalls unterschätzen.

Insgesamt handelt es sich beim Rhodesian Ridgeback um eine eher pflegeleichte Hunderasse. Er besitzt ein kurzes Fell und verliert nur wenig Haare. Gelegentliches Bürsten sollte ausreichen, um das Fell sauber und glänzend zu halten. Intensives Waschen des Hundes sollte man hingegen unterlassen, um die Hautflora und den natürlichen Schutz des Felles nicht anzugreifen. Bei erhöhtem Schmutzaufkommen und starkem Geruch, sollte man den Hund mit einem feuchten Tuch und nur bei Bedarf mit einem sanften Hundeshampoo waschen.

Neben der Pflege des Fells, sollten regelmäßig die Partien der Ohren, des Mundes sowie der Pfoten kontrolliert werden. Auch bei einem Hund sollte die Zahnpflege nicht außer Acht gelassen werden. Diese kann mithilfe besonderer Kauknochen oder auch in Verbindung mit regelmäßigem Zähneputzen erfolgen. Zusätzlich sollten die Ohren und Augen des Hundes in geregelten Abständen überprüft und gegebenenfalls gereinigt werden. Des Weiteren ist das Kürzen der Vorderkrallen im Erwachsenenalter ca.1-2 Mal im Jahr sinnvoll.

Bei regelmäßigen Pflegeeinheiten können außerdem das Auftreten von Verletzungen, Krankheiten oder der Befall von Parasiten rechtzeitig erkannt werden. Je früher diese gefunden werden, desto schneller kann man sie behandeln.

Gesundheit und typische Krankheiten

Die Rhodesian Ridgebacks sind eine aufgrund ihrer Nutzung als Jagd- und Wachhunde sehr fitte und robuste Hunderasse. Jedoch gibt es auch bei ihnen einige Krankheitsbilder, die vermehrt aufkommen. So ist wie bei vielen anderen größeren Hunderassen auch das Auftreten einer Hüftgelenks- oder Ellbogendysplasie möglich. Des Weiteren sind aufgrund möglicher Genkopplungen das Entstehen von sogenannten Dermoidzysten bei dieser Rasse wahrscheinlicher. Außerdem sind neurologischer Erkrankungen wie Myelopathie, Schilddrüsenprobleme und Taubheit durchaus vorkommende Krankheitsbilder.

Rhodesian Ridgeback Welpen

Lebenserwartung des Rhodesian Ridgebacks

Die Lebenserwartung von Rhodesian Ridgebacks liegt bei etwa 10-12 Jahren.
Um so ein hohes Lebensalter zu erreichen und auch bis zum Schluss fit zu bleiben, benötigt der Hund eine artgerechte Haltung, ausgewogene Ernährung sowie ausreichende Aktivitäten.

Hunderasse Rhodesian Ridgeback kaufen

Der Erwerb eines Rhodesian Ridgeback Welpen sollte in erster Linie über einen seriösen Züchter erfolgen. Nur dort kann man von einem gesunden Hund ausgehen. Bei einem verantwortungsvollen Züchter kannst Du problemlos in die Ahnentafel schauen. Was dir einen Einblick über eine mögliche Inzucht gibt. Eingetragene und seriöse Züchter werden stets eine gesunde Zucht anstreben und das Auftreten von Erbkrankheiten soweit wie möglich reduzieren wollen. Alternativ kann man einen Rhodesian Ridgeback natürlich auch über eine Nothilfe-Einrichtung oder über ein Tierheim erwerben. Hierbei ist es besonders wichtig, sich mit der Vorgeschichte des Hundes auseinander zu setzen und sich ausreichend vom Personal des Tierheims beraten zu lassen.

Einen Rhodesian Ridgeback bekommt man bei einem seriösen Züchter ab einem Preis von etwa 1500€.

Entscheidungshilfe

Der Rhodesian Ridgeback ist ein Hund, der sich vor allem an aktive Menschen richtet. Was seine Haltung betrifft, hat er hohe Anforderungen und fühlt sich am wohlsten in einem Haus mit großem Garten. Er möchte seinen Freiheitsdrang in der Natur ausleben. Natürlich ist hierfür eine konsequente Erziehung von Nöten, wenn der Hund einem aufs Wort hören soll. Viel Beschäftigung sowie abwechselnde Aktivitäten sollten den Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig fordern. Denn genauso sportlich wie er ist, ist er auch sehr intelligent. Die Förderung dieser beiden Punkte sollte im Vordergrund stehen.

Insgesamt lässt sich der Rhodesian Ridgeback hervorragend als aktiver Familienhund halten, wenn die zuvor genannten Voraussetzungen stimmen. Wenn Du dich also für einen solchen Hund interessieren solltest und dir ein gemeinsames Leben von über 10 Jahren mit dem Hund vorstellen kannst, steht einer Besichtigung bei einem entsprechenden Züchter nichts mehr im Wege.

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