Rhodesian Ridgeback

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Größe:
61 – 69 cm
Gewicht:
30 – 38 kg
Herkunft:
Südafrika
Lebensdauer:
11 – 14 Jahre
Farbe:
kastanienbraun, dunkles weizengelb, fuchsrot
FCI Gruppen:
Preis
1.400 bis 2.500 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ist der Rhodesian Ridgeback der richtige Hund für Dich? Wieviel Auslauf braucht ein Rhodesian Ridgeback? Worauf musst Du bei der Erziehung und Haltung besonders achten? Das und mehr erfährst Du hier.

Rassebeschreibung

Ein Rhodesian Ridgeback ist ein souveräner und intelligenter Alltagsbegleiter. Er eignet sich hervorragend als wachsamer, mitdenkender Kamerad, wenn Du seinem Aktivitätsbedarf gerecht werden kannst.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Rhodesian Ridgeback ist die derzeit einzige aus Südafrika stammende anerkannte Hunderasse. Der Ursprung geht weit in die Kolonialzeit zurück. Die ersten europäischen Siedler am Kap von Südafrika brachten ihre eigenen Wach- und Jagdhunde mit.

Diese vermischten sich mit den teilweise domestizierten Hunden der angestammten afrikanischen Stämme. Besonders die Gruppe der Hottentotten und Khoi-Khoi hielten Hunde mit dem charakteristischen Rückenkamm.

Da nur wirklich gesunde Hunde die Überfahrt aus Europa überlebt hatten, entstand eine sehr widerstandsfähige und kräftige Mischpopulation. Die Hunde wurden hauptsächlich zur Jagd abgerichtet und lernten ein Jagdverhalten in Gruppen.

Sie spürten gemeinsam Großwild auf und hielten es in Schach, bis die Jäger kamen. 1922 legte der Brite Frances Richard Barnes den Rassestandard in der damals noch existierenden Republik Rhodesien fest. Vier Jahre später wurde die Rasse international anerkannt. Vorbild für den Rassestandard waren Dalmatiner.

Aussehen des Rhodesian Ridgeback

Rhodesian Ridgeback

Der Ridge ist das unverkennbare Markenzeichen des Rhodesian Ridgeback. Manchmal wird der Rückenstrich auch als Aalstrich bezeichnet. Die Wichtigkeit dieses Erkennungsmerkmals ging in England sogar so weit, dass die Zucht in der Verordnung die Tötung von Welpen ohne Ridge vorschrieb.

Die öffentliche Publikation dieser Verordnung verursachte einen Skandal – seit dem Jahr 2008 ist diese Vorschrift nicht mehr existent.
Ein Ridge bezeichnet die Linie Fell, die zwischen den Schultern beginnt und in Richtung der Hüften schmaler wird.

An dieser, möglichst mittig und geraden Linie wächst das Fell in Gegenrichtung zum übrigen Wuchs. Der Rückenkamm sollte etwa 5cm breit sein. Für die Erfüllung des Zuchtstandards dürfen nur maximal zwei Wirbel für die Wuchsrichtung sorgen.

Ein Rhodesian Ridgeback ist ein muskulöser, schlanker und sehr gut proportionierter Hund. Aktivität und Ausdauer des Hundes sollen bereits von weitem optisch erkennbar sein. Symmetrie und Funktionalität sind das Hauptaugenmerk des Erscheinungsbildes.

Der starke Rücken geht in leicht gewölbte, muskulöse Lenden über. Die Brust ist tief und breit, der unterste Punkt des Brustbeins liegt ungefähr auf der Höhe der Ellenbogen. Von der Seite her muss die Vorbrust sichtbar sein. Die Rippenbögen sind nur leicht gebogen, niemals rund.

Die Rute ist mittig angesetzt, oft zum Ende hin leicht gebogen, nie geringelt. Ein Rhodesian Ridgeback hat eine schwere und kräftige Rute, die zum Ende hin nur leicht schmaler wird.

Der kräftige lange Hals ist straff und ohne Halsfalten. Auch am Kopf ist kein Faltenwurf – der elegante kluge Kopf hat einen deutliche sichtbaren Nasenabsatz und gespannte Lefzen. Die Augen des Rhodesian Ridgeback liegen relativ weit auseinander und harmonisieren mit der Fellfarbe.

Das Fell ist glänzend, kurz und dicht, weder weich noch lockig. Ein Rhodesian Ridgeback hat keine Unterwolle. Selten haben Ridgebacks weiße Abzeichen im Fell, es ist aber in der Zucht erlaubt. Die Fellfarbe ist kastanienbraun, weizengelb oder fuchsrot.

Nase und Fang dürfen schwarz sein, auch an den Ohrspitzen gibt es manchmal schwarze Färbungen. Die Ohren sind hoch am Kopf angesetzt, dreieckig geformt und Schlappohren.

Charakter und Wesen

Ein Rhodesian Ridgeback ist ein klassischer Arbeitshund. Er ist aktiv und ausdauernd – braucht aber auch viel Schlafpausen. Charakterlich stechen zwei Eigenschaften klar hervor: Der Jagdtrieb und der Schutztrieb. Der Rhodesian Ridgeback ist ein sehr intelligenter, souveräner Hund, der Löwen aufgespürt, gejagt und seinen Besitzer gegen sie verteidigt hat.

Es ist also ein mutiger, furchtloser Hund, der es gewohnt ist, allein Entscheidungen zu treffen. Seine Aufgaben erfüllt er mit der richtigen Erziehung sehr gewissenhaft, dem Menschen gegenüber ist er unbedingt loyal und verteidigt seine Bezugspersonen ohne Rücksicht auf die eigene Unversehrtheit.

Die Zurückhaltung Fremden gegenüber ist keine Scheu und keine Aggressivität – es ist eher ein Desinteresse. Die Reizschwelle eines Rhodesian Ridgeback ist im Mittelfeld anzusiedeln.

Der Rhodesian Ridgeback hat keinen großen Spieltrieb, kuschelt aber gern und ist durchaus sensibel für sein Umfeld. Unterwürfig ist ein Rhodesian Ridgeback nicht, aber treu, aufmerksam und lernwillig.

Besonders ein junger Ridgeback steckt voller stürmischer Energie, die in die richtigen Bahnen gelenkt werden sollte.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Rhodesian Ridgeback braucht nicht unbedingt ein Haus mit Garten – aber er braucht viel Auslauf! Du musst Deinen Hund nicht rund um die Uhr auspowern, doch zwei Stunden Auslauf am Tag sind nötig. Mit „Auslauf“ ist nicht lockeres Spazierengehen gemeint – ein Rhodesian Ridgeback ist ein idealer Joggingbegleiter und läuft auch gut am Fahrrad nebenher.

Aufgrund des starken Jagdtriebes ist es nicht sinnvoll, ihn frei im Wald laufen zu lassen. Er eignet sich sehr gut für verschiedene arbeitsintensive Hundesportarten, da er intelligent und eifrig ist. Agility, Mantrailing, Nasenarbeit – das sind seine besten Beschäftigungen.

Allerdings solltest Du mit solchen Sportarten warten, bis der Hund mindestens ein Jahr, besser sogar noch älter ist. Der Rhodesian Ridgeback ist erst mit etwa 3 Jahren richtig erwachsen und ernsthaft genug, um den Sport souverän zu betreiben.

In Bayern stand der Rhodesian Ridgeback von 1992-2002 auf der Liste der gefährlichen Hunde, in der Schweiz und in Österreich sind spezielle Bescheinigungen nötig, um eine Haltungserlaubnis zu erhalten.

Ernährung

Die Ernährung eines Rhodesian Ridgeback ist unkompliziert, er stellt keine großen Ansprüche ans Futter. Da er als Jagdhund gezüchtet wurde, ist BARF oft eine gute Wahl, allerdings muss dann auf die Zugabe von Vitaminen und anderen Nährstoffen geachtet werden.

Trockenfutter oder Fertigmischungen werden manchmal zwar gut vertragen, schaden aber dem Fell. Da das Fell sehr kurz ist, sind schuppige und kahle Stellen für den Hund eine unglückliche Belastung.

Das kurze Haarkleid ist für südafrikanische Sonne gedacht. Im Winter braucht der Rhodesian Ridgeback daher unbedingt einen Mantel! Der Hund ist glücklich, wenn er in der Wohnung einen warmen Platz, idealerweise mit Fußbodenheizung hat.

Ein Rhodesian Ridgeback, der 2-3 Stunden am Tag deutlich aktiv ist, schläft gerne bis zu 21 Stunden täglich.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Eines solltest Du Dir bewusst machen: Ein Rhodesian Ridgeback ist kein kuscheliger Anfängerhund! Die Rasse ist nicht unterwürfig oder leicht zu überlisten. Die Hunde sind klug und souverän. Du musst also klüger und souveräner und sehr klar in Deinen Anordnungen sein.

Der Rhodesian Ridgeback respektiert andere Menschen, muss jedoch mit Konsequenz behandelt werden. Da er sehr beschützend ist, ist es oft gerade für Frauen nicht leicht, mit einem unkastrierten Rüden allein zurecht zu kommen – die Rüden beschützen Frauen sehr viel stärker als Männer.

Umgekehrt sind Hündinnen oft sehr dominant in ihrem Verhalten und nehmen, wenn man sie denn lässt, eine Divenstellung im Haushalt ein. Das soll Dich nicht abschrecken, es soll Dir nur bewusst sein, dass ein Rhodesian Ridgeback ein charaktervoller Hund ist.

Du hast mit einem Rhodesian Ridgeback keinen pflegeintensiven Hund, aber die Erziehung ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Gelingt Dir die Erziehung, hast Du aber dann einen sehr anhänglichen Kameraden, der Dich sein Leben lang begleiten wird.

Pflege

Pflegeintensiv ist nur die Fellwechsel-Zeit – da musst Du zwei Wochen lang regelmäßig striegeln. Auf der Hundewiese wird schnell klar, dass ein Rhodesian Ridgeback kein Spielhund ist. Er will beschützen und andere zur Jagd animieren.

Rüden verstehen sich oft gut mit fremden Hündinnen, gleichgeschlechtliche Begegnungen erfordern von den Haltern erhöhte Aufmerksamkeit. Wächst der Rhodesian Ridgeback mit Katzen und Kleintieren auf, dann kann das durchaus funktionieren.

Später kennenlernen wird selten erfolgreich sein – Katzen und Kleintiere werden eher gejagt. Mit Pferden oder anderen Großtieren kommt ein Rhodesien Ridgeback meistens gut zurecht.

Wenn Du eine Familie mit kleinen Kindern hast, ist ein Ridgeback-Welpe nicht geeignet. Nicht, weil er den Kindern gegenüber aggressiv sein könnte, sondern eher, weil er so stürmisch ist.

Auch Kinder, die kurz vor der Pubertät stehen und mit dem Hund gemeinsam in die Flegeljahre kommen, können es unter Umständen schwer haben, sich gegen den Hund durchzusetzen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Im Allgemeinen ist der Rhodesian Ridgeback ein gesunder, kräftiger Hund, der auch nur selten zu Allergien neigt. Es gibt aber immer wieder Schwierigkeiten mit Dermoid-Zysten.

Hunde mit dieser Krankheit dürfen nicht zur Zucht verwendet werden, da sonst qualvolle Wirkungen für Nachkommen zu befürchten sind. Eine Dermoid-Zyste entwickelt sich unter der Haut am Ende des Rückenstriches. Sie kann auftreten, wenn Fell und Rückenmark nicht klar voneinander getrennt sind und muss von außen nicht sichtbar sein.

Durch diese Zysten können Lähmungserscheinungen und mechanische Überempfindlichkeiten auftreten. Vermutliche Ursache ist ein Gendefekt, der an die genetische Information des Ridge gekoppelt ist, daher kann diese Krankheit auch in den besten Zuchten auftreten.

Symmetrische Lupoide Onychodystrophie ist eine Autoimmunerkrankung, zur der der Rhodesian Ridgeback neigen kann. Meistens führt diese Krankheit zu brüchigen Krallen und schmerzhaftem Gangbild.

Omega-3-Fettsäuren und Biotin scheinen eine Rolle bei der Ernährung zu spielen, daher wird das von vielen Ridgeback-Haltern zusätzlich gefüttert.
Ein Rhodesian Ridgeback wird im Alter langsamer, aber neigt nicht zu vielen Alterserscheinungen.

Meistens wird das Schlafbedürfnis größer, die Wachsamkeit bleibt aber unbeeinflusst. Gesunde Rhodesian Ridgebacks joggen auch mit 12 Jahren noch gerne.

Lebenserwartung

Rhodesian Ridgeback

Ein Rhodesian Ridgeback ist ein jahrelanger Gefährte. Sofern keine Krankheiten auftreten, kann er bei guter Haltung etwa 12 Jahre alt werden, manchmal auch älter.

Hunderasse Rhodesian Ridgeback kaufen

Gerade ein so anspruchsvoller und charaktervoller Hund wie der Rhodesian Ridgeback sollte unbedingt aus seriöser Zucht erworben werden. Immer wieder landen solche Hunde im Tierheim, und ein traumatisierter und schlecht sozialisierter Rhodesian Ridgeback ist kein Spaziergängerhund.

Eine gute Zucht erkennst Du schon daran, dass Du Muttertier und Welpen gemeinsam besichtigen kannst und der Züchter sucht Dich aus. Ein seriöser Züchter wird seine Welpen nicht in unerfahrene oder unpassende Hände geben.

Entscheidungshilfe

Du hast das jetzt alles gelesen und findest, ein Rhodesian Ridgeback ist der ideale Hund für Dich? Herzlichen Glückwunsch! Wenn Du ein wenig unsicher bist, dann mache Dir eine pro/contra-Liste.

Der Hund braucht viel Aufmerksamkeit, einen selbstbewussten Halter und eine konsequente Erziehung. Trifft das auf Dich zu? Dann los! Wenn Du noch nie einen Hund hattest, kleine Kinder hast oder ein sehr schüchterner Mensch bist, solltest Du Deine Entscheidung aber nochmal überdenken.

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