Boulonnais

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Größe:
150 – 170 cm
Gewicht:
600 – 900 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
20 – 25 Jahre
Farbe:
Schimmel, gelegentlich Füchse und Braune
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Mächtig
Körper
Elegant, kräftig
Gang
Raumgreifend
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Der Boulonnais ist eine Kaltblut-Pferderasse, die ihre „Karriere“ als gut ausgelastetes Arbeitspferd begonnen hat und wie viele Kaltblutrassen im letzten Jahrhundert schon fast ausgestorben war.

Da der Boulonnais aber ein ganz besonders edles und ganz besonders lebhaftes Kaltblut ist, das in vielen Disziplinen seinen Spaß hat, wird er als verlässlicher Partner für Freizeit und Arbeit gerade zunehmend wiederentdeckt.

Viel Spaß beim Kennenlernen einer außergewöhnlichen Pferderasse, bei der Kraft und Eleganz keine Gegensätze sind.

Rassebeschreibung

Der Boulonnais ist ein Kaltblutpferd, das als ganz besonders elegant gilt. Ein Pferd wie aus dem Bilderbuch, das seine Schönheit oft als Show-Pferd zeigen darf.

Diese besondere Eleganz geht darauf zurück, dass in den Adern dieses Kaltblüters sehr edles Blut fließt: Sowohl edle Spanier vom Typ Andalusier als auch Pferde der frühen arabischen Zucht haben die Genetik des Kaltbluts im Lauf seiner Entstehungsgeschichte beeinflusst.

Heraus kam ein prächtig geformtes Kaltblut, das heute in einem schweren und einem leichteren Typ gezüchtet wird. Und in dessen Adern nicht nur „kaltes Blut“, sondern auch ziemlich heißes Blut fließt.

Mit den beiden Typen kann der Boulonnais umfangreich eingesetzt werden: Als Zugpferd vor einer Kutsche, als Freizeitpferd in vielen Disziplinen, als Arbeitspferd in der modernen, ökologischen Landwirtschaft oder Waldwirtschaft.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Ursprünge der Rasse der „Boulonnais“ liegen im Nordwesten Frankreichs, in den Provinzen Nord-Pas-de-Calais und Picardie (die 2016 zur Region Hauts-de-France vereint wurden).

In diesem Gebiet nahe der belgischen Grenze lebte vor langer Zeit das europäische Waldpferd Equus ferus silvaticus. Aus diesem Waldpferd züchteten die Vorfahren der Franzosen und Belgier, die damals dort siedelten, robuste kleine Gebrauchspferde für Landwirtschaft, Jagdzwecke und Kriegsführung.

Diese Pferde waren die Urväter unserer Kaltblüter, wie inzwischen wissenschaftlich belegt werden konnte. Zur gleichen Zeit züchteten die Reitervölker in Vorderasien aus flinken Steppen-Wildpferden die Vorfahren unserer Warmblut-Reitpferde.

Die Völker und ihre Pferde begegneten sich in den Kriegsgeschehen des 12. Jh. (Kreuzzüge, Kriegszüge vorderasiatischer Völker in den Mittelmeerraum) erstmals in größerem Ausmaß.

Dabei wurden die nordwesteuropäischen Kaltblüter mit den leichten „Vollblütern“ aus dem Nahen Osten und mit spanischen Pferden gekreuzt. Die Fohlen dieser „veredelten“ Kaltblüter waren noch recht ursprüngliche Kaltblüter.

Je nachdem, wie sich die Gene gerade mischten, kamen aber auch leichtere, schnellere Reitpferde-Typen vor. Die ersten Kriegspferde, die in Farbe und Typ dem dem Boulonnais ziemlich ähnlich waren, wurden von den Geschichtsschreibern im 14. Jahrhundert erwähnt.

Die Zucht lief lange Zeit ziemlich ungeordnet, bis man im 17. Jahrhundert begann, die Boulonnais gezielter zu züchten. Dabei wurden zwei Typen Boulonnais getrennt: Ein großes, schweres Arbeitspferd für die Landwirtschaft und einen kleineren, leichteren Typ als Zugpferd zur Belieferung der Fischmärkte an der französischen Nordküste.

Da der Transport der Zugpferde gewöhnlich in Boulogne-sur-Mer begann, wurde die neue Rasse nach dieser Hafenstadt und der umliegenden Küstenregion Boulonnais benannt.

1886 wurde der französische Zuchtverband „Le Syndicat hippique Boulonnais“ gegründet, um die Rasse der Boulonnais zu fördern und ihre Erhaltung zu sichern. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden im Nordwesten Frankreichs um 160.000 Boulonnais gehalten.

1911 wurde die Zucht sogar noch einmal auf einen besonders starken und großen Typ Boulonnais konzentriert, der in der Landwirtschaft und als Transportpferd, vor Omnibussen und bei der Arbeit in Bergwerken gut zu tun hatte.

Nach dem 1. Weltkrieg wurden die Boulonnais immer weniger, weil Pferde nach und nach in allen Bereichen durch Maschinen ersetzt wurden. Um das Jahr 1950 waren nur noch wenige Boulonnais übrig, die eine Handvoll Züchter vor dem Aussterben zu bewahren versuchten.

Als die Boulonnais ab etwa 1970er von den Freizeitreitern (wieder) entdeckt wurden, stieg die Zahl der Boulonnais und der Boulonnais-Züchter wieder auf gerade einmal gut 1000 Boulonnais-Pferde an.

2003 wurde der Zuchtverband der Boulonnais vom französischen Staat als nationaler Rasseverband Frankreichs anerkannt. Seitdem ist die Zahl der Boulonnais im Zuchtbestand stabil geblieben, die Zahl der Boulonnais-Pferde steigt jährlich um etwa 10% an.

Aber es gibt immer noch dramatisch wenige Boulonnais, hier ein paar Zahlen dazu:

  • Zwischen 2013 und 2017 wurden in Frankreich jedes Jahr nur etwa 200 Boulonnais-Fohlen geboren (2013: 181; 2014: 217; 2015: 192; 2016: 173 und 2017: 167 Boulonnais).
  • 2018 wurden 279 Boulonnais-Stuten gedeckt, von denen statistisch nur jede zweite aufnimmt, also werden unter 150 Fohlen erwartet.
  • Von 2013 bis 2017 ist die Zahl der Boulonnais-Hengste im Zuchtbetrieb von 41 auf 36 gefallen, die zum größten Teil auch nicht mehr jung sind.
  • Alles in Frankreich, im Ausland gibt es keinen einzigen anerkannten Zuchtbetrieb.

Die schönen Boulonnais zählen damit immer noch zu den seltensten Pferderassen die es auf dieser Welt gibt.

Das ursprüngliche Herzstück der französischen Zucht im unteren Boulonnais hat sich inzwischen in die nördlichen Departements Nord, Oise, Pas-de-Calais, Seine-Maritime und Somme verlagert.

Aussehen des Boulonnais

Boulonnais

Alle Boulonnais-Pferde haben einige gemeinsame Merkmale:

  • Die beachtliche Größe zwischen 1,50 m und oft mehr als 1,70 m, in letzter Zeit sogar häufiger Pferde mit 180 cm Widerristhöhe.
  • Einen kurzen, eleganten Kopf mit einer gut ausgebildeten, flachen Stirn.
  • Große, aufmerksame Augen, gut geöffnete bewegliche Nasenlöcher, eher kleine sehr bewegliche Ohren.
  • Die buschige Mähne liegt doppelt nach beiden Seiten.
  • Der Körper zeigt einen geraden Rücken mit einem tief in die gut ausgebildeten Schulter-Rücken-Muskeln eingebetteten Widerrist.
  • Die breite Brust mit optimal gestreckten Schultern geht in gut gerundete Rippen über.
  • Die starken muskulösen Beine sind sehr stabil und zeigen unten einen eher spärlichen Haar-Behang.
  • Die gewünschte Zuchtfarbe ist grau von ganz hell bis dunkel geäpfelt.
  • Es kommen aber auch häufig Boulonnais-Schimmel vor und gelegentlich Kastanienbraune und Füchse.

Rappen sind höchst selten und werden aktuell vom französischem Zuchtverband bei der Zucht der sehr ähnlichen Percheron genutzt.

Die zwei Arten der Boulonnais unterscheiden sich vor allem in der allgemeinen Mächtigkeit ihres Körperbaus: Der „Mareyeuse“ (auf deutsch Fischhändler) genannte Boulonnais-Typ wirkt leicht und elegant.

Der ursprüngliche Boulonnais-Typ ist groß und mächtig, aber nicht weniger elegant.

Charakter und Wesen

Der Boulonnais ist ein Kaltblüter mit recht viel „Feuer“. Das eingekreuzte orientalische und spanische Blut hat nicht nur in der äußeren Erscheinung des Boulonnais ihre Spuren hinterlassen.

Ihm wurde auch einiges an Temperament geschenkt – mehr Temperament, als bei einem Kaltblut üblicherweise erwartet wird.

Darüber hinaus wird der Boulonnais als sehr charakterfest und energisch beschrieben, was den Umgang mit ihm nicht immer ganz einfach machen soll.

Er gilt aber auch als derart gutartig und leistungswillig, lebhaft und ausdauernd, dass seine Halter gelegentlichen Eigensinn gerne verzeihen. Die edlen Spanier sollen dem Boulonnais weiter viel Einsatzfreude, einen großen Leistungswillen und viel Ausdauer vererbt haben.

Die hohe Intelligenz, für einen Kaltblüter untypische Lebhaftigkeit und die rundum edle Wirkung des Boulonnais sollen auf das Erbe der eingekreuzten Araber zurückgehen.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Boulonnais ist von seiner ganzen Einstellung her immer noch ein Arbeitspferd. Er wird schnell ungeduldig, wenn er nur im Stall steht und auf Beschäftigung wartet.

Ein Boulonnais möchte immer etwas zu tun haben, vom Weidegang mit mehreren „Kumpels“ bis hin zur Kopfarbeit bei kniffligen Aufgaben, die ihm sein Besitzer stellt. Dazu kommt, dass sich ein Boulonnais gerne an einen Halter anschließt.

Zudem soll das große Pferd eine sehr intensive Bindung aufbauen, bis hin zu einem „blinden Vertrauen“. Die normale Boxengröße wird einem Boulonnais auch nicht unbedingt gerecht und muss im Zweifel von einem Fachmann berechnet.

Was die Beschäftigung und Betreuung im Freizeitbereich betrifft, sind die Boulonnais eigentlich „Pferde für 5 Personen“. Die sich aber doch am liebsten ganz eng an einen Menschen binden, was die Haltung als Freizeitpferd nicht gerade einfacher macht.

Wenn ein Boulonnais zu wenig Beschäftigung hat, soll er ganz schnell auf „dumme Ideen“ kommen, die bei einem Pferd dieser Größe viel Unruhe in den Stall bringen können.

Ernährung

An seine Ernährung stellt ein Boulonnais eigentlich keine besonderen Ansprüche. Das ist bei ehemaligen Arbeitspferden häufig so, denn sie mussten in ihrem „Berufsleben“ meist mit einer nicht gerade fürstlichen Ernährung zurechtkommen.

Allerdings solltest Du Dich sehr gut über die richtige, gesunde Ernährung von Pferden informieren, wenn Du vorhast, Dir einen Boulonnais anzuschaffen.

Denn die durch Gewohnheit vorgegebenen Ansprüche sind nur die eine Seite, zu der auch noch die Ansprüche und Notwendigkeiten kommen, die die besondere Statur einer Pferderasse vorgeben. Grundsätzlich braucht ein Pferd drei Arten von Futter:

  • Raufutter: Heu, Stroh, Kräuter
  • Kraftfutter: Hafer, Gerste, Mais, Pferde-Müsli
  • Saftfutter: Frisches Gras, Äpfel, Möhren, Rote Beete

Dieses Futter muss beim Boulonnais gut über den ganzen Tag verteilt werden, weil ein Pferd keine festen Mahlzeiten wie ein Mensch kennt, sondern sich über die Hälfte des Tages nur mit Fressen beschäftigt.

Je größer ein Boulonnais ist, desto mehr Raufutter braucht er, damit die Verdauung im vergleichsweise riesigen Darmtrakt immer gut funktioniert. Auch die Kraftfutter-Menge, die sehr genau auf die tägliche Leistung eines Pferdes ausgerichtet werden muss, ist bei großen Pferden nicht ganz einfach zu bemessen.

Informiere Dich deshalb gut und frag im Zweifel sofort erfahrene Pferdekenner um Rat. Wenn Du noch nicht sehr erfahren im Umgang mit Pferden bist, solltest Du gleich bei den ersten Anzeichen von Unstimmigkeiten fragen.

Denn Pferde können nicht sagen, wo es „drückt“, und die Ursachen von Futter-Schwierigkeiten sind nicht immer leicht zu erkennen. Ein sensibles, intelligentes Pferden kann z. B. plötzlich eine Abneigung gegen sein normales Futter entwickeln, die mit dem Futter wenig zu tun hat.

Das Pferd will sich eigentlich nur darüber beschweren, dass es nicht genug ausgelastet und unterfordert ist.

Außerdem lernst Du auch jedesmal etwas, wenn Du erfahrene Pferdemenschen um Rat fragst, und über die Ernährung von Pferden gibt es viel zu lernen.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Auch wenn der Züchter beim Fohlen gut vorgearbeitet hat, solltest Du für die Stall-Erziehung eines Boulonnais von Anfang an viel Zeit einplanen. Das gilt schon für die Eingewöhnung, die Zeit, in der Du Dich mit Deinem neuen Pferd vertraut machst.

Zunächst sollte ein Boulonnais schon in dieser Eingewöhnungszeit täglich ausdauernd gearbeitet werden, an der Longe oder unter einem guten, erfahrenen Reiter. Dann solltest Du Dich auch vor und nach der Arbeit viel mit Deinem Boulonnais beschäftigen.

Striegeln und Putzen, Hufe polieren und Mähne flechten, in den sicheren Bereichen der nahen Umgebung spazierengehen. Halte Dich anfangs eher zurück: Versuche, die Wünsche des Boulonnais kennenzulernen und mit ihm eine gute Vertrauensbasis aufzubauen, ehe Du die ersten Leistungen von ihm forderst.

Denn bei diesem intelligenten, eigenwilligen Pferd musst Du immer damit rechnen, dass er eigene Ideen entwickelt. Wenn möglich, solltest Du diesen Ideen wahrscheinlich nachgehen – den Boulonnais also an einer ganz bestimmten Stelle mit einer ganz bestimmten Aussicht putzen zum Beispiel.

Wenn das nicht möglich ist, weil diese Stelle z. B. schon von einem anderen Pferd als Lieblingsplatz erwählt wurde, kannst Du Dich bei einem Boulonnais auf schwierige Diskussionen gefasst machen.

Dann hilft nur Kreativität, mit der Du den intelligenten und neugierigen Boulonnais auf Umwegen fast immer dazu bringen kannst, Deinen Wünschen nachzugeben.

Für die Ausbildung unter dem Reiter bringt der Boulonnais für einen Kaltblüter ungewöhnlich gute Voraussetzungen mit.

Durch das eingekreuzte, edle Blut zeigt er in etwa das Temperament eines Warmblüters und Grundgangarten mit ungewöhnlich raumgreifenden Aktionen vor allem im Schritt und Trab.

Das sind beste Anlagen für eine Dressurausbildung, mit der Du die hohen Ansprüche eines Boulonnais an seine Beschäftigung meist gut erfüllen kannst.

Da der Boulonnais als Kaltblut aber auch viel Kraft mitbringt und sich wacher und wendiger zeigt als die meisten anderen Kaltblüter, ist er natürlich auch ein tolles Fahrpferd.

Er kann vor der Kutsche umfassend ausgebildet werden, bis hin in den sehr anspruchsvollen Bereich des Hindernis- und Geländefahrens. Was ein Boulonnais sonst noch alles gerne mitmacht, solltest Du im Zweifel einfach ausprobieren.

Wenn es Dir gelingt, Deinen Boulonnais gut zu motivieren, wird er sicher auch noch an vielen anderen Disziplinen großen Spaß haben.

Pflege

Wenn Du immer einen sauberen, prächtig wirkenden Boulonnais im Stall haben willst, wirst Du also recht viel putzen müssen.

Dazu ist ein Boulonnais auch noch häufig so hoch gewachsenen, dass das Putzen der oberen Halspartie und des breiten Rückens auch bei Braunen und Füchsen in eine Art Dehnsport ausartet.

Weiter trägt der Boulonnais auch noch auf beiden Seiten eine lange Mähne, die möglichst täglich gebürstet werden möchte. Damit ist vor allem der durchweg hell gefärbte Boulonnais ein Pferd für Menschen, die ihre Zeit sehr gerne mit „Pferde striegeln“ verbringen.

Was beim kommunikationsfreudigen Boulonnais allerdings gut ins Bild passt, weil er ohnehin sehr viel Beschäftigung braucht.

Gesundheit und typische Krankheiten

Die Boulonnais gelten noch als sehr gesund, was hauptsächlich auf das Erbe der eingekreuzten Spanier zurückgeführt wird.

Der Boulonnais wird jedoch schon seit etwa 1950 mit einer sehr kleinen Zahl von Zuchthengsten und Zuchtstuten gezüchtet, die momentan auch noch laufend weniger werden.

Die Rasse wurde dadurch genetisch bereits stark durch einige wenige Hengste beeinflusst: Dem 1949 geborenen Hengst Fréthun sowie den Hengsten Select von 1962, Trésor von 1963, Astérix von 1966 und dem 1981 geborenen Prince.

Gene des legendären Hengsts Fréthun finden sich in etwa 14 Prozent der Stammbäume aller heute lebenden Boulonnais.

Experten für Pferdezucht sehen eine wachsende Gefahr, dass diese Inzucht zu Gesundheitsproblemen führt und dringen auf ein sehr konsequentes Zuchtmanagement, um die Probleme der engen Verwandtschaftsgrade bei der Zucht zu meistern.

Die Interessengemeinschaft Boulonnais Deutschland rät deshalb, beim Kauf eines Boulonnais sehr genau auf den Inzuchtkoeffizienten COI zu achten und steht in dieser Hinsicht sicher auch gerne beratend zur Verfügung.

Die Interessengemeinschaft Boulonnais Deutschland ist über www.boulonnais-germany.de zu erreichen, der Hauptsitz befindet sich in der Nähe von Rostock.

Lebenserwartung des Boulonnais

Boulonnais

Die durchschnittliche Lebenserwartung der normalen, bekannten Warmblut-Pferde liegt irgendwo zwischen 20 und 35 Jahren.

Diese sehr unterschiedliche Zeitspanne geht zum Teil auf Unterschiede in den Haltungsbedingungen zurück, ist aber auch durch unterschiedliche Robustheit der verschiedenen Pferderassen zu erklären.

Die kleinen Ponys leben meist erheblich länger. Aber auch hier sind es besonders die sogenannten „Robustpferderassen“ wie Fjordpferde oder Islandpferde, die 35 Jahre oder noch länger leben.

Diese lange Lebenserwartung erreichen Ponys nur bei guter Haltung und viel Beschäftigung. Sie ist unter anderem aber auch darauf zurückzuführen, dass Ponys spätreif sind: Sie sind erst mit etwa sieben, acht Jahren richtig ausgewachsen.

Bei Kaltblütern ist es genau anders herum: Sie sind frühreif und bereits mit 3 bis 4 Jahren ausgewachsen. Deshalb haben Kaltblüter in der Regel nur eine sehr geringe Lebenserwartung von durchschnittlich 16 bis 18 Jahren.

Da der Boulonnais einen deutlichen Warmblut-Einschlag in einen Genen trägt, wird er fast immer einige Jahre älter. Aber auch seine Lebenserwartung ist im Vergleich zu der eines ursprünglichen Przewalski Pferdes oder eines robusten Dartmoor Ponys eher gering.

Das wurde jüngst durch ein trauriges Beispiel belegt: Am 20.03.2019 musste der durch den „XXL-Ostfriesen“ Tamme Hanken bekannt gewordene Boulonnais-Hengst „Jumper 76“ nach längerem Leiden eingeschläfert werden.

Er war Januar 1997 auf die Welt gekommen, ist also gerade 22 Jahre alt geworden.

Pferderasse Boulonnais kaufen

Boulonnais müssen in den meisten Fällen direkt aus Frankreich importiert werden. Auf dem Hankenhof des Tamme Hanken lebt inzwischen JR, ein Sohn des früh verstorbenen Jumper.

Auch hier lohnt sich also eine Nachfrage, wenn Du in Kontakt mit den „lebhaften Riesen“ Boulonnais kommen möchtest.

Entscheidungshilfe

Ein Boulonnais ist sicher ein tolles Pferd, aber Du solltest Dir wirklich klar sein, dass Du Dir mit einem solchen Pferd ein XXL-Haustier anschaffst. Ein Pferd zu halten, ist immer aufwendig und nicht gerade billig und kostet Dich auch immer jeden Tag ziemlich viel Zeit.

Für den Boulonnais gilt das ganz besonders, für ihn sind schon die Boxen in vielen Ställen zu eng, ein Leben ohne viel Beschäftigung erst recht.

Wenn ein Boulonnais in einer modernen Stallanlage durch berufstätige oder mit Schule/Ausbildung beschäftigte Menschen gehalten werden soll, ist das nur bei täglichem Weidegang zu empfehlen.

Wenn es Du einen Boulonnais beschäftigen kannst und es in Deiner Umgebung nicht an Platz mangelt, kannst Du Dir keinen besseren Freizeitpartner bzw. Arbeitskollegen wünschen.

Quellen

https://magazin.ehorses.de/pferderassen/boulonnais/

https://www.haustiermagazin.com/pferde-richtig-fuettern/

https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Pferde

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Kommentare

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