Katzenspielzeug – so hältst Du Deine Samtpfote auf Trab

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Mit Katzenspielzeug hältst Du Deine Katze bei Laune – und schonst gleichzeitig Deine Möbel. Wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängt und welches Spielzeug Katzen besonders glücklich macht, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Deshalb ist Spielzeug für Katzen wichtig

Katzenspielzeug

Es gibt nicht nur haufenweise Katzenspielzeug im Handel, sondern auch eine Vielzahl guter Gründe, verschiedene Spielsachen für Katzen zu kaufen:

  • Training der körperlichen und geistigen Fitness
  • Austesten der Fähigkeiten als Jäger
  • Behandlung/Vorbeugung von Depressionen und Verhaltensstörungen
  • Stärkung der Bindung zwischen Deiner Katze und Dir (Katzenerziehung)
  • Hoher Unterhaltungswert für Menschen

Training der körperlichen und geistigen Fitness

Wie der Mensch braucht auch die Katze Bewegung – und zwar sowohl körperlich als auch geistig.

  • Das Spielen regt die Durchblutung und den Stoffwechsel der Katze an. Es sorgt (auch) dafür, dass Deine Mieze in Form bleibt, also nicht verfettet.

  • Das Spielen (vor allem mit Katzen-Intelligenzspielzeug) fordert und fördert die grauen Zellen Deiner Katze. Bei einer ganzen Reihe möglicher Herausforderungen muss die Samtpfote ihr Köpfchen anstrengen, um die jeweilige Angelegenheit zu lösen.

Austesten der Fähigkeiten als Jäger

Nicht nur Großkatzen wie Tiger, Löwe und Leopard haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Dasselbe gilt ebenso für die vergleichsweise kleinen Hauskatzen.

Als Freigänger lieben Katzen es oft, Mäuse, Vögel und andere Kleintiere zu jagen. Bei reinen Stubentigern können Frauchen und Herrchen nicht selten beobachten, wie ihre Vierbeiner vor dem Fenster sitzen und zunehmend aufgeregter die Flugbahn eines Vögelchens verfolgen.

Indem Du passendes Katzenspielzeug, zum Beispiel klassische Spielmäuse, anbietest, gibst Du Deiner Katze die Gelegenheit, ihren Jagdtrieb zu befriedigen.

Wenn Dir Deine Katze Beute bringt

Du hast es vermutlich schon einmal irgendwo gehört oder gelesen, zur Auffrischung möchten wir an dieser Stelle aber kurz anmerken, dass Du Deine Katze nicht bestrafen solltest, wenn sie Dir eine erbeutete Maus oder einen gefangenen Vogel vor die Füße legt.

Denk immer daran, dass Deine Mieze nur ihrem Instinkt gefolgt ist. Sie würde schlichtweg nicht verstehen, was an diesem Verhalten falsch sein könnte. Lobe Deine Katze, statt sie auszuschimpfen.

Bedanke Dich für das „Geschenk“ (auch wenn es logischerweise kein schönes ist) und streichle Deinen Vierbeiner.

Außerdem bedeutsam: Verzichte unbedingt darauf, Deiner Katze die Beute zu entreißen, so lange sie sie zwischen den Pfoten oder Zähnen hat. Ansonsten darfst Du Dich nicht wundern, wenn Du angeknurrt, angefaucht, gekratzt und/oder gebissen wirst.

Warte besser, bis Deine Mieze das Interesse an ihrem „Mitbringsel“ verliert. Dann kannst Du Letzteres entsorgen.

Behandlung/Vorbeugung von Depressionen und Verhaltensstörungen

Deine Katze kommt Dir dauerhaft apathisch und „schlecht gelaunt“ vor? Oder musst Du Dich wiederholt über zerkratzte Möbel ärgern? In beiden Fällen kann die Ursache tatsächlich Spiel- beziehungsweise Bewegungsmangel im Allgemeinen sein.

Bevor Du panisch einen Tierpsychologen aufsuchst, empfehlen wir Dir, mit Deiner Mieze das Spielen zu üben. Beschäftige Dich täglich mit Deinem Vierbeiner und zeige ihm, wie spaßig das Herumtollen ist.

Mit der Zeit verschwinden dann häufig depressive Symptome oder Verhaltensstörungen. Und wenn bei Deiner Katze keine entsprechenden Anzeichen vorhanden sind, sorgst Du durch das Spielangebot dafür, dass das auch langfristig so bleibt.

Stärkung der Bindung zwischen Deiner Katze und Dir

Unmittelbar nach dem Einzug einer Katze geht es für Dich immer darum, eine Beziehung, eine Bindung zu ihr aufzubauen. Dies ist für ein dauerhaft harmonisches Zusammenleben elementar.

Das gemeinsame Spiel bildet eine wunderbar einfache und effektive Variante, um das Kennenlernen zu beschleunigen und rasch in eine positive Richtung zu führen.

Tipp: Wenn eine Katze Dich von Beginn an als tauglichen Spielkameraden erlebt, stehen Deine Chancen, von ihr akzeptiert und gemocht zu werden, ziemlich gut.

Doch auch für bereits längere Zeit anwesende Katzen ist das Spielen mit dem „Personal“ (Du weißt schon…) eine wichtige Beschäftigung – schließlich soll die Bindung zunehmend vertieft oder zumindest auf einem konstant innigen Level gehalten werden.

Hoher Unterhaltungswert für Menschen

Vom Spielen der Katzen profitieren nicht nur die ausführenden Vierbeiner selbst. Auch Du und die anderen Menschen im Haushalt finden sicherlich großes Vergnügen daran, den Samtpfoten bei ihrem lustvollen, leidenschaftlichen Tun zuzusehen.

Es ist einfach unterhaltsam und erwärmend, wenn eine Katze ein Alufolienbällchen durch die gesamte Wohnung jagt oder Dir stolz das Haargummi zurückbringt, das Du ihr zuvor geworfen hast.

Übrigens: Katzenspielzeug ist nicht nur für reine Hauskatzen, sondern auch für Freigänger wesentlich – zum einen wegen der Katze-Mensch-Bindung und zum anderen aufgrund der Ungewissheit, ob und wie intensiv die Mieze draußen wirklich spielt.

Schließlich ist jede Katze individuell. Manche legen sich vielleicht nur entspannt auf die sonnenbeschienene Mauer und lassen das Spielen outdoor mehr oder weniger links liegen.

Diese Arten von Spielzeug für Katzen gibt es

Katzenspielzeug

Die Auswahl an Spielzeug für Katzen ist inzwischen unglaublich riesig. Hersteller bringen laufend Innovationen auf den Markt, die versprechen, die Neugier von Katzen umfassend zu erwecken und in der Folge zuverlässig zu befriedigen.

Es gibt mehrere Optionen, Katzenspielzeug zu unterscheiden und in einzelne Kategorien einzuteilen. Am gängigsten sind die folgenden Differenzierungen:

  • Alleinunterhalter-Spielzeug für Katzen versus Katzenspielzeug für gemeinsames Katze-Mensch-Spielen
  • Bloßes Jagd-/Bewegungsspielzeug versus Katzen-Intelligenzspielzeug

Alleinunterhalter-Katzenspielzeug

Deine Katze ist eher ein „Eigenbrötler„, befasst sich also am liebsten mit sich selbst (und ihrem Katzenspielzeug)? Dann kaufe ihr tendenziell solche Spielutensilien, die sie allein bearbeiten kann.

Das heißt, das Spielzeug für Katzen sollte Deine (ununterbrochene) Präsenz nicht zwingend erfordern.

Ein typisches Beispiel für entsprechendes Katzenspielzeug ist die aufziehbare Maus. Bei dieser braucht Dich Deine Katze zwar kurz zum Aktivieren des Spielelements. Alles Weitere liegt dann allerdings komplett in ihrer Tatze.

Katzenspielzeug für das gemeinsame Spiel von Katze und Mensch

Zu den beliebtesten Katzenspielsachen für das gemeinsame Spiel von Mieze und Mensch zählen definitiv die Katzenangel und der Katzenwedel.

Bei beiden Versionen hältst Du als Antreiber einen Stab in der Hand. An diesem Stab ist entweder eine Schnur mit einem speziellen Köder (Maus, oder Vogelfedern) oder nur ein Köder (ohne Schnur) befestigt.

Das Modell mit Schnur fungiert als Katzenangel, die Ausführung ohne Schnur nennt sich Katzenwedel.

Du ziehst den Stab am Boden oder an einem sonstigen Untergrund entlang und lockst damit Deine Katze. Wenn sie Lust zum Spielen hat, jagt sie enthusiastisch dem Köder nach – so lange, bis sie nicht mehr mag, nicht mehr kann oder Du ihr den Eindruck vermittelst, dass ihre Jagd erfolgreich war.

Tipp: Natürlich kannst Du die Katzenangel oder den Wedel auch in die Luft halten und Deine Katze auf diese Weise dazu animieren, in die Höhe zu springen.

Bloßes Jagd-/Bewegungsspielzeug

Spielzeug für Katzen, das die Samtpfoten lediglich zum Bewegen anstiftet, existiert in diversen Varianten. Hier eine Übersicht zu beliebtem Katzenspielzeug dieser Art:

* Du kennst es vielleicht aus dem Film „Pets“, in dem Katze Chloe leidenschaftlich dem Punkt eines Laserpointers nachjagt. Miezen haben Spaß daran, Lichtreizen zu folgen, sie (vermeintlich) mit den Pfoten zu fangen. Wenn Du dieses moderne Katzenspielzeug einsetzen willst, musst Du unbedingt darauf achten, Deiner Katze niemals direkt in die Augen zu leuchten – dies könnte Verletzungen nach sich ziehen. Darüber hinaus solltest Du das gemeinsame Spiel mit etwas wirklich Greifbarem abschließen: Lass Deine Mieze am Ende eine Spielmaus oder Vogelfedern erbeuten, damit sie auch einen „echten“ Erfolg verzeichnen und sich „abreagieren“ kann.

  • Bälle (Flummi, Papierball, Flauschball und so weiter)
  • Spielmäuse (klein, groß, buschig, elektrisch oder nicht elektrisch)
  • Schnüre (Katzenangel, Schnürsenkel und so weiter)
  • Laserpointer oder andere Lichtreize*

Katzen-Intelligenzspielzeug

Willst Du Deine Katze nicht nur körperlich, sondern auch geistig auf Trab halten, ist spezielles Katzen-Intelligenzspielzeug die ideale Lösung. Dabei erfreuen sich vor allem sogenannte Fummelbretter großen Zuspruchs.

Diese Bretter können unterschiedlich gestaltet sein, das Prinzip ist jedoch jedes Mal dasselbe: In einer oder mehreren Aussparungen versteckst Du Leckerlis. Durch Fummeln mit der Pfote kann die Katze die Köstlichkeiten herausholen.

Je nach konkretem Produkt gilt es beim Spielen mit einem Fummelbrett mehr oder weniger Raffinesse zu beweisen.

Tipp: Ähnlich wie Fummelbretter funktionieren auch Snackbälle. Ein solcher Ball hat wiederum kleine Aussparungen, die Du lecker befüllen kannst.

Deine Katze muss dann lernen, dass die Futterhäppchen aus dem Ball purzeln, wenn sie diesen anstupst.

Ist der Kratzbaum Katzenspielzeug?

In gewisser Weise ist der Kratzbaum Katzenspielzeug, ja. Er erfüllt aber noch weitere wichtige Aufgaben: Einerseits dient er mit seinen Kratzbereichen der Krallenschärfung; andererseits nutzen Katzen die Höhlen und Etagenbretter gerne als Schlaf- oder Erholungsplätze. An vielen Kratzbäumen sind der Katzenangel ähnliche Spielelemente befestigt, mit denen sich Deine Katze auch austoben kann, wenn Du keine Zeit für das gemeinschaftliche Spielvergnügen hast.

Katzenspielzeug selber machen – Tipps

Es gibt unzählige Möglichkeiten, aus simplen Dingen spannendes Spielzeug für Katzen selber zu basteln.

Hinweis: Achte darauf, keine für Deine Katze gefährlichen Materialien zu verwenden. Vermeide:

  • Spitze, scharfe Kleinteile (Nadeln, Tackerklammern)
  • Zu winzige Objekte (Murmeln, Perlen, Steinchen, Knetgummi
  • Metallische und synthetische Materialien (Lametta, Folie, Stofffäden)

Wie Du mit Deiner Katze spielen solltest

Trotz ihres vermeintlich geregelten Tagesablaufes mögen Katzen es beim Spielen abwechslungsreich. Zieh also immer mal ein anderes Spielzeug heran, um Deine Mieze stets gut zu unterhalten und sie zu fordern.

Und unabhängig davon, welches Katzenspielzeug Du Deiner Katze jeweils präsentierst: Sorge durch unterschiedliche „Darreichungsformen“ für Abwechslung.

Beispiel: Steigere die Schwierigkeit beim „Angel-Spiel“, indem Du den Katzenwedel von Mal zu Mal (auch während einer Spieleinheit) weiter nach oben hältst oder schneller bewegst, sodass Deine Katze höher springen oder zügiger reagieren muss.

Tipp: Indem Du das Katzenspielzeug nach der Spieleinheit in einer Schublade vergräbst, beugst Du dem „Ich-kenn-das-in-und-auswendig-und-langweile-mich-Effekt“ vor.

Das spezifische Spielzeug, das nur ab und zu zum Vorschein kommt, bleibt für die Katze länger reizvoll.

Was Du sonst noch zum Thema Katzenspielzeug wissen musst

Spielzeug für Katzen überlebt selten lange. Und lange ist in diesem Zusammenhang manchmal schon bloß eine Woche. Wenn Du robusteres Katzenspielzeug kaufen willst, musst Du auf resistente, reißfeste Materialien und eine hohe Verarbeitungsqualität setzen.

Grundsätzlich solltest Du aber nicht erwarten, mit Katzenspielzeug etwas Haltbares zu erwerben. In der Hitze des Gefechts kennen Katzen kein Pardon – sie zerfetzen die Spielmaus, die Katzenangel oder den Papierball absolut gnadenlos.

Zum Abschluss noch ein elementarer Aspekt: Katzenspielzeug mit langen Bändern solltest Du Deiner Mieze nur zum Spielen geben, wenn eine zurechnungsfähige Person zusieht.

Wird die Katze wild, herrscht große Strangulationsgefahr. Das gilt auch für das klassische Wollknäuel, mit dem Katzen in Magazinen gerne abgebildet werden. Überdies raten wir davon ab, die Katze mit Plastiktüten spielen zu lassen. Zu leicht verschluckt die Samtpfote kleine Stückchen davon.

Fazit: Mit Spielzeug kannst Du Katzen glücklich machen

Katzen lieben das Spiel – und Du liebst es, Deiner Katze beim Toben zuzusehen. Was liegt also näher, als die Samtpfote regelmäßig mit neuen Highlights zu überraschen?

Bring mit spannenden Spielsachen Abwechslung in den Alltag Deiner Mieze. Verwende klassische Jagdelemente wie Mäuse ebenso wie Katzen-Intelligenzspielzeug, etwa Fummelbretter. Aber: Stelle immer sicher, dass das Katzenspielzeug keine Gefahr für Deinen vierbeinigen Liebling darstellt.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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