Katzenminze – Darum lieben Katzen die Pflanze

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Katzenminze hat eine magische Wirkung auf die meisten Stubentiger. Spielfaule Miezen werden plötzlich aktiv und aus nervösen Katzen werden entspannte Zeitgenossen. Aber was bewirkt die Katzenminze genau und warum sind so viele Fellnasen verrückt danach? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Katzenminze.

Werden die Felllnasen mit Katzenminze konfrontiert, beginnen die meisten Katzen ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag zu legen. Manche Tiere fangen an, daran zu lecken oder reiben sich am mit Minze gefüllten Kissen oder Spielzeug. Andere wälzen sich hingebungsvoll am Boden oder werden plötzlich total spielfreudig. Aber nicht alle Katzen reagieren gleich darauf, manche bleiben sogar völlig unbeeindruckt.

Warum die Minze so eine besondere Wirkung auf Katzen hat, weiß keiner so genau. Fakt ist: Je nach Darreichungsform ist diese erstaunliche Pflanze bei vielen Katzen ein heiß begehrtes Rauschmittel, kann aber ebenso eine beruhigende Wirkung entfalten und ist deshalb vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel kannst Du mit Katzenminze Deinen Stubentiger leichter an eine neue Umgebung oder an einen Kratzbaum gewöhnen.

Was ist Katzenminze?

Bei der Katzenminze handelt es sich um eine Stauden-Gattung, zu der etwa 250 verschiedene Arten gehören. Damit ist in der Regel die Art Nepeta cataria gemeint, die auch Echte Katzenminze, Katzenmelisse oder Catnip genannt wird. Diese Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und ist eine der wenigen Katzenminze-Arten, die auch in den heimischen Gärten anzutreffen ist. Die in der zweiten Sommerhälfte erscheinenden Blüten der Katzenminze sind klein, weiß oder bläulich und sitzen in Gruppen in ährenartiger Anordnung an den Stängeln. Die Laubblätter sind grau-grün und filzig behaart.

Das Besondere an dem hübschen Gewächs sind seine ätherischen Öle: Deren Duft ist herb, erinnert an eine Mischung aus Minze und Zitrone und ist auch für menschliche Nasen sehr angenehm. Was für unseren vergleichsweise gering ausgeprägten Geruchssinn einfach nur ein attraktiver Pflanzenduft ist, löst über die empfindliche Katzennase meist ein Feuerwerk duftender Impulse und kurioser Verhaltensweisen aus.

Diese Katzenminze hat auch die stärkste Wirkung auf die Samtpfoten. Ihren Namen erhielt die Katzenminze, weil Sie eine besondere Anziehungskraft auf Katzen ausübt. Dabei sind nicht nur Stubentiger verrückt nach der Pflanze – auch Löwen, Luchse und andere Wildkatzen werden vom Duft der Minze berauscht. Die meisten Unterarten der Gattung wachsen in trockenen Gegenden in Europa, Asien und Nordafrika. Einige Arten kommen jedoch auch in Wäldern oder Gebirgen vor.

Wie wirkt sie auf Katzen?

Katzenminze wirkt nicht auf alle Katzen gleich. Jede Katze ist anders und auch die Wirkung von Katzenminze ist immer individuell. Wenn Du Deiner Fellnase Spielzeug gibst, in dem sich Katzenminze befindet, kann es sein, dass sie sich daran reiben oder darin wälzen wird. Oft lecken Katzen das Spielzeug auch ab und schnurren dabei. Die Duftstoffe der Katzenminze regen sogar die gemütlichsten Stubentiger zum Spielen an.

Wenn Deine Katze spielfaul ist, kannst Du also mit Katzenminze ein bisschen nachhelfen. Bei nervösen und gestressten Katzen hingegen wirkt die Pflanze beruhigend. Auch im Garten können die Miezen nicht von der Pflanze lassen. Sie wälzen sich in der Staude oder kauen auf den Blättern und Blüten herum.

Aktiv und verspielt dank Katzenminze

Manchmal sind Katzen nach dem Genuss der Minze besonders aktiv und spielfreudig, da die Pflanze auf sie eine euphorisierende Wirkung hat. Einige Katzen lassen sich von dem Kraut regelrecht berauschen und zeigen ein ungewöhnliches Verhalten.

Neigt Dein Stubentiger dazu, seine Krallen bevorzugt am heimischen Sofa zu schärfen, kannst Du ein paar Spritzer Catnip an den Katzenbaum sprühen, so wird er möglicherweise attraktiver für Deine Katze.

Selbst eine Transportbox wird dank Katzenminze plötzlich interessant. Damit kannst Du die Katze leichter in die Box locken und die Zeit darin wird nicht ganz so schrecklich, weil sie sich dank Catnip besser entspannen kann.

Futtertaugliche Katzenminze kann, unter das Katzenfutter gemischt, appetitanregend oder leicht sedierend wirken. Das ist hilfreich, wenn eine Katze aufgepäppelt oder bei extremem Stress beruhigt werden soll. Du solltest aber nicht ohne Rücksprache mit dem Tierarzt mit oral verabreichter Katzenminze experimentieren.

Katzenminze wirkt nicht bei allen Fellnasen

Auf manche Tiere wirkt die Katzenminze allerdings so stark euphorisierend, dass sie dadurch aggressiv werden. Wenn Du merkst, dass Deine Katze sehr heftig darauf reagiert, solltest Du auf Katzenminze lieber verzichten.

Allerdings geraten die Katzen nicht in einen Dauerrausch: Etwa fünf Minuten, bis eine halbe Stunde später verliert die Katze in der Regel wieder das Interesse und wendet sich anderen Dingen zu. Was genau am Duft der Katzenminze Katzen so anregend finden, ist weitgehend unklar. Es handelt sich wahrscheinlich nicht um eine aphrodisierende Wirkung, da auch kastrierte Tiere auf den Duft ansprechen.

Spielzeug mit Katzenminze

Katzenminze hat eine betörende Wirkung auf die Miezen. In Katzenspielzeug regt sie zum Spielen an und verleiht deiner Katze ein Hochgefühl. Schmusekissen mit Katzenminze sind besonders beliebt. Sie werden selbst von den ruhigsten Stubentigern bekuschelt und bespielt.

Bälle und Mäuse mit Catnip regen den Jagdtrieb Deiner Katze an. Oft können die Fellnasen dem Spielzeug stundenlang hinterherjagen. Alternativ zu fertigem Catnip Spielzeug kannst du Katzenminze Spray kaufen und das Spielzeug deiner Katze damit einsprühen. Catnip Spielzeug kannst du auch einfach selber basteln, indem du beispielsweise eine alte Socke mit getrockneter Katzenminze füllst und anschließend zu einem Kissen vernähst oder mit einer Kordel an einer Katzenangel befestigst.

Was macht die Minze so besonders?

Die Pflanze Nepeta enthält die Wirkstoffe Nepetalacton und Actinidin. Nepetalacton ist ein Pheromon, das der Pflanze als Schutz vor Insekten dient. Actinidin ist auch in anderen Pflanzen wie Baldrian enthalten, welcher auf Katzen eine ähnlich anregende Wirkung wie Catnip hat. Es wird vermutet, dass Actinidin zur Abschreckung von Vögeln und Gliedertieren dient. Die Minze ist daher als Gartenpflanze sehr beliebt, denn sie schützt die Pflanzen in ihrer Umgebung vor Insektenbefall.

Wie genau diese Stoffe auf Katzen wirken, ist bisher nicht bekannt. Nepeta wirkt nicht bei Kitten und auch nicht bei älteren Katzen. Ansonsten ist die Wirkung aber unabhängig von Geschlecht und Rasse des Tieres. Kastrierte Katzen reagieren ebenso wie nicht kastrierte Tiere auf die Pflanzen. Manche Miezen reagieren stark auf die Pflanze, andere gar nicht. Es wird daher vermutet, dass die Vorliebe für das Kraut vererbt wird.

Ist Catnip gefährlich für Katzen?

Weil Katzeminze bei vielen Katzen einen rauschähnlichen Zustand wie auf Drogen verursacht, befürchten einige Katzenhalter, dass die Pflanze Nepeta abhängig machen kann. Allgemein ist Katzenminze jedoch vollkommen ungefährlich für Katzen.

Entzugserscheinungen sind ebenfalls nicht bekannt. Wenn Deine Katze allerdings zu viel Catnip verschluckt, kann es sein, dass sie Magen-Darm-Probleme bekommt. Wir empfehlen Dir, Schmusekissen oder anderes Spielzeug nur ab und zu anzubieten, damit Deine Katze länger Interesse daran hat.

Katzenminze als Pflanze in der Wohnung

Eine Pflanze in der Wohnung kann zudem deine Katze überfordern, da sie dann ständig dem ausgeprägten Sinnesreiz der Minze ausgesetzt wäre. Zudem kann ein Gewöhnungseffekt eintreten, der zu einer Art Entzugserscheinung führt, wenn die Katzenminze zu einem späteren Zeitpunkt doch aus der Umgebung der Katze entfernt wird.

Bei längerer Anwendung von Katzenminze ist es sogar möglich, dass die Katzen in die Wohnung urinieren, um so den Geruch der Pflanze zu überdecken. Sie versuchen so, auf ihre Art, die Wohnung geruchsmäßig wieder in Ordnung zu bringen.

Wofür kann Catnip noch verwendet werden?

Nepeta cataria löst bei vielen Katzen Wohlbefinden aus. Du kannst die Blüten und Blätter in getrockneter Form verwenden, um Deine Katze an bestimmte Orte in Deiner Wohnung zu gewöhnen. Möchtest Du, dass Deine Mieze häufiger in ihrem neuen Katzenkörbchen schläft statt in Deinem Bett? Dann verteile ein wenig Katzenminze in ihrem Körbchen und wenn Du Glück hast, wird sie ab sofort diesen Platz lieben. Aber vergiss nicht, wie eigensinnig Katzen sind und sei nicht enttäuscht, wenn Dein Vorhaben nicht gelingt. Manche Samtpfoten fühlen sich einfach nirgends wohler als im Bett ihrer Dosenöffner.

Auch für den Transport oder bei einem Umzug kannst Du den betörenden Geruch der Pflanze nutzen, damit Deine Katze sich wohler fühlt. Praktisch ist auch Katzenminze-Spray, das du beispielsweise benutzen kannst, wenn eine neue Katze einzieht. Meistens sind die Fellnasen erstmal misstrauisch und müssen sich erst aneinander gewöhnen. Katzenminze kann zur Entspannung beitragen und dafür sorgen, dass sich die Miezen schneller verstehen.

Katzenminze kaufen

Du kannst Katzenminze zum Beispiel in getrockneter Form im Reformhaus kaufen. Inzwischen bietet der Handel aber auch mit Katzenminze vorbehandeltes Spielzeug an. Du erkennst das daran, dass auf der Verpackung meist Catnip steht. Kleine Jutesäckchen, die mit getrockneter Katzenminze gefüllt sind, sind besonders beliebt bei Katzen.  In Form von kleinen Stofftieren oder Kissen animieren Sie die Miezen zum Spielen. Sie sind im Fachhandel oder auf Amazon erhältlich.

Katzenminze selbst anpflanzen

Nicht nur deine Katze kann von der Pflanze Nepeta profitieren. Auch im eigenen Garten bringt sie viele Vorteile mit sich. Katzenminze schützt vor ungewollten Insekten wie Stechmücken und Schädlingen. Zudem sind die Stauden mit den meist weißen oder blauen Blüten sehr pflegeleicht und robust.

Wenn Du einen grünen Daumen hast, kannst Du die Vermehrung im Frühjahr oder Herbst über Stecklinge oder Aussaat versuchen. Da die Blüten der Katzenminze selbstbefruchtend sind und zugleich von Insekten angeflogen werden, ist eine reichliche Samenbildung garantiert: Einmal im Freien etabliert, breitet sich die Katzenminze selbst aus.

Die Pflanze braucht einen nährstoffreichen, gerne etwas sandigen Boden und einen sonnigen Standort. Sie verzeiht vorübergehende Trockenheit und mag gelegentlich etwas Dünger. Aber Vorsicht: Unter Umständen wird Dein Garten auf diese Weise zum beliebten Treffpunkt für alle Freigänger der Nachbarschaft.

Wenn du Katzenminze selbst anpflanzen willst, solltest du einen sonnigen Standort wählen. Bei der Pflege der Pflanze musst du nicht viel beachten. Nach der Hauptblüte kannst du die Nepeta zurückschneiden, damit sie im Herbst noch einmal blüht. Im Sommer kann die Staude durch Teilung vermehrt werden.

Wirkung auf Menschen

Viele der heute bekannten Katzenminze-Arten haben ihre Heimat im Mittelmeerraum und verbreiteten sich mit den Römern und ihren Eroberungsfeldzüge in fast ganz Europa. So fand die Nepeta cataria auch bei uns eine willkommene Heimat und wurde schon vor über 1000 Jahren wegen ihrer Heilwirkung in Kloster- und auch Bauerngärten kultiviert. Mittelalterliche Gelehrte und Heilkundige wie etwa Hildegard von Bingen beschrieben Nepeta cataria, ihre Wirkungen und Anwendungen überaus detailliert.

Die gewöhnliche Katzenminze wurde daher für vielerlei Zwecke eingesetzt, etwa bei Magenbeschwerden und Blähungen, zur Linderung von Infekten, zur Reinigung von Wunden oder zur Beruhigung von nervösen Zuständen

Als Tee hat Nepeta cataria eine schlaffördernde, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung. Du kannst für die Zubereitung zwei Esslöffel der getrockneten Blätter nehmen, übergieße diese mit heißem (aber noch nicht kochendem!) Wasser und lasse den Sud anschließend fünf Minuten lang ziehen. Je nach Geschmack lässt sich der erfrischend zitronig-minzig schmeckende Tee mit Honig süßen.

Wundermittel Katzenminze

Katzenminze sollte im Haushalt mit Katzen auf keinen Fall fehlen und kann echte Wunder bewirken. Es bringt die Stubentiger nicht nur zum Spielen und lastet sie somit körperlich aus, Katzen fühlen sich auch viel wohler, können sich an neue Umgebungen besser gewöhnen und auch stressige Situationen sind für die Tiere einfacher zu ertragen. Ob nun als Kissen, als Spielzeug, in getrockneter Form oder als Spray, die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und jeder kann seinem Liebling damit einen großen Gefallen tun und für Abwechslung sorgen.

Quellen

Sabine Ruthenfranz: Katzenpflanzen: geeignete Pflanzen finden, Giftpflanzen erkennen, Vergiftungen vermeiden. BoD, 2016.

Marcus Skupin: Ungiftige Pflanzen für jeden Katzenhaushalt: Bebilderte Auswahl für Zimmer, Balkon und Garten. BoD, 2017.

Marcus Skupin: Endlich eine Katze: Anschaffung und Haltung. BoD, 2013.

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