Weißer Schäferhund

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Größe:
55 – 66 cm
Gewicht:
25 – 40 kg
Herkunft:
Schweiz
Lebensdauer:
9 – 12 Jahre
Farbe:
weiß
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Weiße Schäferhund, auch Weißer Schweizer Schäferhund oder Berger Blanc Suisse genannt, ist eine junge Hunderasse, die vom Deutschen Schäferhund abstammt. Bis auf die weiße Farbe vereint er die gleichen hervorragenden Eigenschaften wie der Deutsche Schäferhund.

Er ist intelligent, sportlich und familienfreundlich. Wie es für einen richtigen Schäferhund gehört, ist er ein echtes Arbeitstier, welcher die Natur und den Auslauf liebt.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Weiße Schäferhund war bei Schäfern schon immer sehr beliebt. Aufgrund seiner weißen Farbe konnte man ihn schon von weitem gut erkennen. Auch die Unterscheidung von Wölfen war somit einfacher. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Deutsche Schäferhund zum ersten Mal gezielt gezüchtet. In den ersten Jahren der Züchtung gab es ganz verschiedene Exemplare mit unterschiedlichen Ausprägungen im Äußeren.

In den ersten Würfen gab es somit nicht nur Hunde mit schwarz-braunem Fell, wie man sie heute vom Deutschen Schäferhund kennt, sondern auch Weiße Schäferhunde. Außerdem gab es auch Unterschiede in der Felllänge. So gab es sowohl stock- wie auch langhaarige Hunde.

Den damaligen Züchtern war das jeweilige Aussehen jedoch nicht wichtig- Der Fokus lag auf der Leistungsfähigkeit des Hundes für die Arbeit. So kam es erst nach einiger Zeit dazu, dass der Deutsche Schäferhund auch gezielt nach dem Aussehen gezüchtet wurde. So ging man davon aus, dass das weiße Exemplar eventuelle Gendefekte im Erbmaterial enthalten könnte, welche zu Erbkrankheiten führen würden.

Diese Annahme war nicht unbegründet. Denn bei vielen Tieren mit gänzlich weißem Fell (Albinos), liegen diese Genmutationen vor. Dies sorgte dann dafür, dass der „Weiße“ 1933 aus dem Standard des Deutschen Schäferhundes entfernt wurde. Zum Glück wurde dieser aber in anderen Ländern wie den USA und Kanada weiterhin gezüchtet.

Jedoch kam es im Jahre 1968 auch in den beiden Ländern dazu, dass der Weiße Schäferhund aus der Zucht ausgeschlossen wurde. In der Schweiz entwickelte sich in den 60er Jahren ein entgegengesetzter Weg. Dort wurde mittels Importen aus den USA und Kanada ein neuer und gesunder Stammbaum aus Weißen Schäferhunden gezüchtet.

So wurde im Jahr 1991 der Weiße Schweizer Schäferhund als gänzlich neue Rasse in das Schweizer Hundestammbuch eingeführt. Erst zwei Jahrzehnte später im Jahr 2011 wurde der Schweizer Schäferhund auch offiziell durch den FCI als eigenständige Rasse anerkannt.

Auch in Deutschland gibt es seit den 80er Jahren wieder Hundezuchtvereine für Weiße Schäferhunde.

Aussehen

Weißer Schäferhund

Das Aussehen, insbesondere die Körperform ähnelt aufgrund seiner Herkunft natürlich stark dem Deutschen Schäferhund. Der Berger Blanc Suisse ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit weißem Fell. Es gibt sowohl Varianten mit stockhaarigem als auch langstockhaarigem Fell. Der Körperbau ist kräftig.

Er ist kein Albino, sondern hat braune oder dunkelbraune Augen. Das weiße Fell kommt von der Abstammung des Schäferhundes von Herdenschutzhunden, die schon seit über vielen Jahrhunderten ein weißes Fell besitzen.

Das Gewicht des Weißen Schweizer Schäferhundes kann je nach Größe etwas variieren. Ein Rüde wiegt zwischen 30-40 kg und eine Hündin zwischen 25-35 kg.

Für die Zucht sind laut Standard die Kreuzung von langstock- bzw. stockhaarigen Tieren erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht. Somit soll ein möglichst lebendiger Genpool gewährleistet werden. Was bei der Züchtung jedoch nicht erwünscht ist, ist die Bildung einer starkabfallenden Rückenlinie, welche zu Lasten der Gesundheit des Hundes fällt.

Dieser Trend wurde beim Deutschen Schäferhund aufgrund eines angeblichen Schönheitsmerkmals vollzogen. Dies führte dazu, dass die Krankheitsanfälligkeit im Bereich der Hinterbeine stieg und die Laufleistung vieler Tiere sink. Diese Fehlentwicklung versucht der Standard damit beim Weißen Schäferhund zu vermeiden.

Charakter und Wesen

Der Charakter des Weißen Schäferhundes bildet den perfekten Begleiter und Freund für den Menschen ab. Genau wie beim Deutschen Schäferhund kann er durch seine enorme Leistungsfähigkeit und seinen starken Arbeitswillen punkten. Gepaart mit der außergewöhnlichen Intelligenz des Hundes ist er perfekt geeignet für herausfordernde Aktivitäten oder den gemeinsamen Sport.

Auch um als Wach-/Schutzhund, Rettungshund oder als Blindenführhund zu bestehen, bringt er die besten Eigenschaften mit, die ein solcher Hund nur mitbringen kann.

Die Lernfreude und der Wille dem Menschen zu gefallen, lässt sich von einem Weißen Schäferhund kaum bremsen. Gegenüber anderen Hunden und Menschen ist er neutral oder freundlich eingestellt. Zudem lässt er sich nur schwer reizen und ist meist gelassen in seinem Verhalten und gegenüber Anderen.

Haltung und Ernährung

Ein Weißer Schäferhund stellt keine hohen Ansprüche was seine Haltung anbelangt. Aufgrund seiner Größe und seinem Arbeitsdrang sollte man natürlich über ein entsprechend großes Zuhause verfügen. Die Bindung an seinen Halter und die Familie ist ihm sehr wichtig. Man sollte also genug Zeit mitbringen, die man mit dem Hund aktiv verbringen kann.

Der Berger Blanc Suisse ist ein Hund, der die Bewegung liebt und seinen Besitzer immer wieder herausfordert Neues zu erleben. Man sollte ihm immer neue Aufgaben stellen, um seine Intelligenz weiter zu fördern.

Um den Bedürfnissen nach Bewegung und Sport des Hundes gerecht zu werden, ist es natürlich von Vorteil im ländlichen Gebiet oder zumindest in der Nähe von großen Parkanlagen, die für Hunde zugänglich sind, zu leben. Regelmäßige Beschäftigung und genügend Auslauf sind somit die Hauptfaktoren, die ein Besitzer eines Weißen Schweizer Schäferhundes erfüllen sollte.

Als Familienhund ist er bestens geeignet. Er liebt seine Mitmenschen und die Geborgenheit in der Familie. Bei der richtigen Erziehung verhält er sich stets vorbildlich gegenüber anderen Menschen sowie im öffentlichen Umfeld.

Was die Ernährung anbelangt stellt der Weiße Schäferhund keine besonderen Ansprüche. Bei regelmäßiger Bewegung und Aktivität, wird er aber auf jeden Fall einen guten Kalorienbedarf haben. Die genaue Ernährungsstrategie kann je nach Größe und Gewicht des Hundes unterschiedlich ausfallen. Im Zweifel gibt der passende Züchter oder Tierarzt hilfreiche Tipps und Empfehlungen aus.

Erziehung und Pflege

Der Weiße Schäferhund ist in seiner Natur ruhig und sehr lernfreudig. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem sehr gut zu erziehenden Hund. Zudem ist er der perfekte Hund für Weiterbildungen. Sein Drang nach Aktivität und die Suche nach neuen Herausforderungen, lassen ihn zu einem perfekten Partner des Menschen werden. Der Weiße Schäferhund wird nicht umsonst erfolgreich als Rettungs- oder Blindenführhund verwendet.

Der Wille seinem Herrchen zu gehorchen und neue Anweisungen zu erhalten ist bei dieser Rasse besonders ausgeprägt. Die enge Bindung zum Halter und liebevolle Erziehung sind immens wichtig beim Weißen Schäferhund. Zur richtigen Anleitung der Erziehung ist der Besuch einer Hundeschule natürlich zu empfehlen.

Schäferhunde sind im Allgemeinen eher anspruchslos was die Pflege anbetrifft. Auch wenn der Berger Blanc Suisse durch sein weißes Fell augenscheinlich sehr anfällig für Schmutz sein könnte, gestaltet sich die Pflege eher unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten des Hundes, besonders während der Zeit seines Fellwechsels, ist sinnvoll.

Ansonsten ist je nach Schmutzaufkommen und Geruchsentfaltung gelegentliches Waschen oder Abputzen mit einem feuchten Tuch ratsam.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein an sich robuster und fitter Hund, jedoch können auch bei ihm diverse rassetypischen Krankheiten auftreten. Zu diesen zählen unterschiedliche Augenkrankheiten, eine Maligne Hyperthermie, eine Hüftdysplasie und weitere für Schäferhunde typische Krankheitsbilder.

Seriöse Züchter versuchen mögliche Erbkrankheiten schon vor der Zucht so gut wie möglich auszuschließen, indem sie die jeweiligen Elterntiere genaustens überprüfen lassen. Jedoch lässt sich auch dann nicht jede Krankheit ausschließen.

Allgemein gilt der Weiße Schäferhund dennoch als gesunde und widerstandsfähige Hunderasse.

Lebenserwartung

Weißer Schäferhund

Die Lebenserwartung eines seriös gezüchteten Berger Blanc Suisse kann bis zu 12 Jahren reichen. Bei genug Liebe und Bewegung durch den Halter wird er bis ins hohe Alter ein erfülltes Leben haben.

Hunderasse Weißer Schäferhund kaufen

Sollten Sie sich entschieden haben einen Welpen kaufen zu wollen, ist es wichtig an einen seriösen Züchter zu gelangen. Denn nur diese können gewährleisten, dass häufig auftretende Erbkrankheiten so gut wie möglich in der Zucht verhindert wurden. Ein Blick auf den jeweiligen Stammbaum ist ebenso hilfreich.

Denn so lässt sich ganz einfach bei doppelt vorkommendem Namen eine Inzucht ablesen. Zudem ist es immer sinnvoll den Welpen direkt vor Ort beim Züchter zu besichtigen. Welpen des Weißen Schäferhundes kosten bei seriösen Züchtern um die 1000€.

Entscheidungshilfe

Der Weiße Schäferhund ist ein hervorragender Partner für aktive Menschen. Er benötigt genügend Auslauf und immer wieder neue Herausforderungen, um seinem Arbeits- und Wissensdrang gerecht zu werden. Der Weiße Schäferhund wünscht sich eine besonders emotionale Bindung mit seinem Halter.

Auch als Familienhund ist er bestens geeignet, solange man den Bewegungswillen des Hundes erfüllen kann. Auch zur Weiterbildung oder als Arbeitshunde lassen sich die Berger Blanc Suisse hervorragend trainieren.

Wenn Sie sich exakt so einen Hund wünschen, sollten Sie auf jeden Fall bei einem offiziellen Züchter anfragen, um das Risiko von Erbkrankheiten zu senken. Wenn Sie sich dann für ein entsprechendes Exemplar entschieden haben, werden Sie für viele Jahre einen glücklichen Freund und Begleiter an Ihrer Seite haben.

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