Harzer Fuchs

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Größe:
50 – 60 cm
Gewicht:
24 – 28 kg
Herkunft:
Deutschland
Lebensdauer:
11 – 14 Jahre
Farbe:
rot-braun, braun
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Harzer Fuchs ist ein mittelgroßer bis großer Hund und zählt zu den Altdeutschen Hütehunden. Er wird vor allem im Einsatz mit Schafen und anderem Vieh verwendet. Seit Jahrhunderten ist er ein beliebter Begleiter vieler Schäfer.

Herkunft und Rassegeschichte

Wie vom Namen schon zu erkennen, stammt der Harzer Fuchs höchstwahrscheinlich aus dem Gebiet des Harzes in Deutschland. Dort wurde er vor allem zum Hüten von Rotvieh eingesetzt. Das Rotvieh ist eine alte im Harz vorkommende Rinderrasse. Im Laufe der Zeit wurde er auch vermehrt zum Hüten von Schafen verwendet und machte sich so zum beliebten Begleiter von vielen Schäfern.

Er ist verwandt mit vielen weiteren altdeutschen Hütehunden, die diesem stark ähneln können. Darunter zählen Westerwälder, Siegerländer, Gelbbacke, Schwarzer und viele weitere. Der Harzer Fuchs zählt unteranderem zu den Vorfahren weiterer Schäferhunde wie dem Deutschen oder Belgischen Schäferhund. Zu den Hochzeiten der Wanderschäferei war die Rasse in ganz Europa verbreitet.

Nach dem Rückgang der Schäferei wurde auch die Rasse immer seltener. Um das Aussterben dieser zu verhindern, wurden viele Initiativen gegründet, die die Zucht und den Erhalt des Harzer Fuchses und weiterer altdeutscher Hunderassen auf ihre Fahne geschrieben haben. Darunter zählen die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ sowie die Arbeitsgemeinschaft zur „Zucht Altdeutscher Hütehunde“.

Die Rasse ist weder vom FCI als auch vom VDH anerkannt. Ein solches Bestreben seitens der Halter und Züchter besteht auch nicht. Denn der Harzer Fuchs soll ausschließlich als Hütehunde gehalten werden. Auch einen entsprechenden Standard gibt es nicht. Der Fokus der Züchtung liegt vor allem auf dem Erhalt der Rasse und die Tauglichkeit zum Hüten von Schafen und anderem Vieh.

Aussehen

Auch wenn der Harzer Fuchs keinen offiziellen Standard besitzt, hat er markante Merkmale, die sein Äußeres betreffen. Zuerst einmal fällt die fuchsrote Färbung des Fells auf. Diese kann je nach Hund etwas heller oder dunkler ausfallen. Er besitzt ein mittellanges, leicht gewelltes Fell und wird deshalb auch oft mit dem Altdeutschen Schäferhund verwechselt.

Der Körperbau ist eher schlank, gleichzeitig aber auch muskulös und wird von einem dichten Fell umkleidet. Die Kopfform ähnelt dem Deutschen Schäferhund stark. Die Ohren sind stehend und die Schnauze ist gerade. Die Widerristhöhe vom sogenannten Fuchs kann zwischen 50 bis 60 cm liegen. Das Gewicht schwankt zwischen 24 bis 28 kg.

Die Kreuzung mit anderen Hunderassen wie der Gelbbacke oder dem Schwarzer sind zulässig, da sie dem gleichen Schlag von Hundetyp entsprechen. Vom Körperbau und Wesen ähneln sie sich also stark, nur die Farbe ist meist unterschiedlich. Aufgrund der vielseitigen Kreuzung dieser Tiere und die nicht auf den Menschen ausgelegte Zucht, erfreuen sich diese Hunde hoher Gesundheit und sind nicht überzüchtet wie andere Hunderassen.

Charakter und Wesen

Wie für einen Schäfer- und Hütehund typisch besitzt der Harzer Fuchs eine überdurchschnittliche Intelligenz und einen starken Arbeitsdrang. Da er über Jahrhunderte nur dem einen Zweck, nämlich dem Hüten von Vieh und Schafen gezüchtet wurde, sind diese Fähigkeiten besonders stark ausgeprägt.

Dank des Hütetriebes kann der Hund im Zusammenspiel mit dem Hirten ein unnachahmliches Team bilden. Ohne für den Laien großartig erkennbare Kommunikation reagiert der Hund auf die Anweisungen seines Halters und führt diese zielgenau aus. Die Fähigkeiten des Hütens werden in extra für diese Hunde regelmäßig stattfindenden Wettbewerben getestet. Neben dem Harzer Fuchs treten dort fast alle beliebten Hütehunde gegeneinander an.

Das Ziel ist es eine bestimmte Herde so präzise und schnell wie möglich in Formation zu treiben. Dies beherrscht der Harzer Fuchs bei der richtigen Ausbildung vollkommen. Das wichtige beim Treiben der Tiere ist, dass die perfekte Balance zwischen Respekt und Gehorsam vorhanden ist. Die Schafe sollen weder gehetzt werden noch Angst vor dem Hund haben. Stattdessen soll der Hund als Leiter agieren und von den Schafen respektiert werden.

Der Harzer Fuchs ist ein sowohl aktiver als auch verspielter Hund, der die Anweisungen von seinem Besitzer erwartet. Bei der richtigen Erziehung hört er aufs Wort. Außerdem ist er seinem Herrchen oder Frauchen sehr verbunden und loyal. Die Integration in eine Familie ist möglich, wenn die Voraussetzungen des Hundes erfüllt werden.

Diese sind die Auslastung durch herausfordernde Arbeit und genügend Auslauf. Wie alle Altdeutschen Schäferhunde werden sie als Hüte- und nicht als Familienhunde gezüchtet. Auch wenn die Haltung in einer Familie vom Wesen her möglich sein kann, sollte man die Triebe und Eigenschaften des Hundes nicht unterschätzen.

Haltung und Ernährung

Der Harzer Fuchs sollte in erster Linie als Hütehund gehalten werden. Dafür wird er seit Jahrhunderten gezüchtet und genau auf diese Herausforderungen ist er bestens eingestellt. Das Hüten von Schafen und anderem Vieh ist seine Leidenschaft. Die Haltung außerhalb dieses Bereichs ist nur dann sinnvoll, wenn der unermüdliche Arbeitswille des Hundes anderweitig befriedigt werden kann.

Eine Option wäre da zum Beispiel regelmäßiger Hundesport. Dort kann der Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert werden.

Alles in allem handelt sich bei dem Harzer Fuchs um einen Hund der besonders viel Auslauf bedarf. Eine Haltung sollte deshalb nur im ländlichen Gebiet erfolgen. In die Stadt gehört dieser Hund nicht hin. Die Bindung zum Halter ist dem Hund besonders wichtig, um diese zu stärken sollte man von Anfang an eine konsequente und respektvolle Erziehung an den Tag legen.

Der Harzer Fuchs ist ein Hund, der seinem Frauchen oder Herrchen einiges abverlangt. Durch die lernfreudige und teilweise auch verspielte Art sollte man ihm regelmäßig neue Aufgaben stellen. Unterforderung wäre für diesen Hund fatal. Ein Hütehund, der seinem Arbeitsdrang nicht nachgehen kann, wird schnell verhaltensauffällig und der Familie Probleme bereiten.

Wenn der Hund jedoch genügend durch Sport oder anderweitige Aktivitäten ausgelastet ist, fühlt er sich im familiären Umfeld durchaus wohl. Somit kann er unter den oben genannten Voraussetzungen auch als Familienhund gehalten werden. Er ist gegenüber Menschen und Kindern generell freundlich und seinem Halter gegenüber sehr loyal eingestellt.

Ernährung

Was die Ernährung des Harzer Fuchses angeht, ist er eher unkompliziert eingestellt. Wie jeder Hund, der über einen hohen Arbeitswillen verfügt, hat auch der Harzer Fuchs einen eher höheren Energiebedarf. Das Futter sollte qualitativ hochwertig sein. Das heißt es sollte einen hohen Fleischanteil besitzen. In Kombination mit verschiedenem Gemüse sollte die Ernährung ausgewogen gestaltet sein.

Ob Trocken-, Nassfutter oder die Kombination beider Varianten ist jedem selbst überlassen. Beim „Barfen“, also dem Füttern von reinem Frischfleisch, ist darauf zu achten, dass zusätzlich regelmäßig Gemüse zugeführt wird. Denn eine Ernährung die ausschließlich auf Fleisch basiert, ist nicht ausgewogen und kann zu Mangelerscheinungen beim Hund führen.

Erziehung und Pflege

Den starken Hütetrieb des Harzer Fuchses sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Aus diesem Grund ist eine konsequente Erziehung von Anfang an von großer Bedeutung. Der Harzer Fuchs möchte von seinem Halter geleitet werden, deshalb sollte man dies auch tun. Bei der Erziehung sollte man auf Zwangsmaßnahmen und Bestrafungen verzichten, da der Hund durchaus sensibel sein kann.

Wichtig ist ein starkes Durchsetzungsvermögen gepaart mit einer liebevollen Art. Da der Harzer Fuchs von sich aus sehr lernfreudig ist, sollte man ihm immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen stellen. Zudem ist eine frühzeitige Sozialisierung im familiären Umfeld und im Umgang mit anderen Hunden wichtig.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Erziehung des Hundes ist ausreichend Zeit und Geduld von seiten des Besitzers. Außerdem sollten die äußeren Gegebenheiten stimmen. Der Harzer Fuchs benötigt genügend Auslauf und die Möglichkeit immer wieder neue Dinge zu entdecken. Wenn diese Gegebenheiten vorhanden sind, spricht nichts gegen eine erfolgreiche Erziehung zum besten Begleiter und Freund des Menschen.

Pflege

Die Pflege des Harzer Fuchs ist nicht weiter kompliziert. Regelmäßiges Bürsten besonders während der Zeit des Fellwechsels sind angebracht. Des Weiteren sollte die Krallenlänge immer mal wieder überprüft werden. Bei Bedarf können die Vorderkrallen mit einer entsprechenden Krallenschere gekürzt werden.

Da der Harzer Fuchs zu den sehr aktiven Hunden zählt und die Natur liebt, kann es durchaus vorkommen, dass sich Dreck in seinem Fell verfängt. Geäst und Blätter können mit einer Bürste entfernt werden. Bei erhöhtem Schmutzaufkommen kann man den Hund mit einem feuchten Tuch vorsichtig abputzen. Dies sollte in den meisten Fällen genügen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Bei dem Harzer Fuchs handelt es sich um eine sehr gesunde und robuste Rasse. Aufgrund der ausschließlichen Züchtung als Arbeitshund und nicht nach äußerlichen Merkmalen, ist eine Überzüchtung nicht vorhanden. Dies wird dadurch begünstigt, dass der Harzer Fuchs ohne Probleme mit anderen Schlägen typähnlicher Hunde gepaart werden darf. So ist ein möglichst großer und abwechslungsreicher Genpool vorhanden, welcher Erbkrankheiten einschränkt.

Krankheiten sind wie bei jedem Hund nie völlig auszuschließen. Bei Hütehunden können vor allem Hüfterkrankungen wie eine Hüftdysplasie oder Gelenkbeschwerden auftreten. Bei einer gesunden Ernährung und viel Bewegung kann man die Anfälligkeiten von Krankheiten vorbeugen.

Lebenserwartung

Der Harzer Fuchs besitzt eine Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren. Bei ausgiebiger Bewegung und ausgewogener Ernährung kann ein solcher Hund bis ins hohe Alter fit bleiben.

Hunderasse Harzer Fuchs kaufen

Wenn Du Dir einen Harzer Fuchs zulegen möchtest, solltest Du dies am besten bei der „Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde“ (AHH) tun. Dieser Verein, welcher 1989 von Schäfern gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht alle Arten altdeutscher Hütehunde durch die gezielte Zucht zu erhalten. Zwar kann es sein, dass man über das Internet anderweitig an einen Harzer Fuchs gelangt.

Jedoch solltest Du auf diesem Weg besonders vorsichtig sein. Wichtig ist, dass offizielle Papiere vorhanden sind. Oft kommt es fälschlicherweise dazu, dass ähnlich aussehende Hütehunde als Harzer Fuchs angeboten werden, um den Preis hoch zu treiben. Fall nicht auf die Machenschaften solch unseriösen Züchter herein und lass Dir die Herkunft und Verwandtschaft des Welpen belegen. Der sicherste Weg ist immer noch über den AHH.

Entscheidungshilfe

Vor dem Kauf solltest Du beachten, dass es sich bei dem Harzer Fuchs in erster Linie um einen Hütehund mit einem starken Arbeitstrieb handelt. Wenn Du Dir einen Harzer Fuchs als reinen Familienhund zulegen möchtest, solltest Du Dir sicher sein, dass Du über viele Jahre den Ansprüchen eines solchen Hundes gewachsen bist. Der Harzer Fuchs braucht sowohl körperliche und geistige Herausforderungen.

Auch wenn er im Umgang mit Menschen sehr freundlich ist, kann er bei anhaltender Unterforderung Verhaltensstörungen aufweisen. Die Haltung solcher Hunde sollte also nur durch sehr verantwortungsvolle Besitzer erfolgen, die eine Menge Zeit sowie Aktivität mitbringen. Wenn Du diese Voraussetzungen nicht vollends erfüllen kannst, solltest Du Dich am besten nach alternativen Rassen (z.B. Border Collie etc.) umschauen.

Falls Du trotzdem überzeugt bist Dir einen Harzer Fuchs zuzulegen, kannst Du damit rechnen über lange Jahre einen treuen Freund und Begleitet an Deiner Seite zu haben.

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