Bordeaux Dogge

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Größe:
57 – 67 cm
Gewicht:
45 – 60 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
8 – 10 Jahre
Farbe:
rot, rehfarben
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Die Bordeaux Dogge ist eine mittelgroße bis große Hunderasse aus Frankreich und zählt zu den Molossern. In Frankreich wird sie „Dogue de Bordeaux“ genannt.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Bordeaux Dogge hat ihren Ursprung in Frankreich. Dort lebt sie seit vielen Jahrhunderten und dient dem Menschen als Jagd- und Arbeitshund. Die Bordeaux Dogge hat ihre Ahnen bei den Molossern.

Die Molosser sind eine Hundegattung mit einem besonders kräftigen und schweren Körperbau. Typisch sind vor allem die kurze Schnauze und die langen Lefzen des Hundes. Die Ohren sind in den meisten Fällen hängend.

Schon in der Antike waren sie in etlichen Kulturen beliebte Begleiter des Menschen. Sie dienten als Kriegs-, Jagd- sowie Arbeitshunde. Als Jagdhund hatte der Molosser vermehrt die Aufgabe schweres und wehrhaftes Wild zu stellen und festzuhalten bis der Jäger es letztendlich mithilfe eines Speers erlegte. Die Bordeaux Dogge wurde auch vielfach als Wach- und Schutzhund verwendet.

Das kräftige Auftreten und die furchtlose Art des Molossers schlägt so einige unerwünschte Gäste in die Flucht. Auch heute werden seine Fähigkeiten als Wachhund noch genutzt. Mit der Entstehung der professionellen Hundezucht wurde die Bordeaux Dogge als eigenständige Rasse gezüchtet. Auf der ersten französischen Hundeausstellung 1863 in Paris konnte man sie das erste Mal offiziell antreffen.

Der Namensursprung der Rasse geht aus der Provinz Bordeaux hervor. Dort sollen diese Doggen vor allem bei Metzgern gesichtet worden sein. Zu der damaligen Zeit sah die Bordeaux Dogge jedoch noch ein wenig anders aus. So wirkte sie sportlicher und weniger gedrungen. Zudem gab es keinen einheitlichen Standard der Farbe.

In der französischen Geschichte musste sie aufgrund von Ausschreitungen und Kriegen viele Höhen und Tiefen erleben. So war ihre Existenz während der Französischen Revolution sowie nach den beiden Weltkriegen sehr bedroht. Ab den 1960er Jahren begann ihre Population aber wieder zu steigen.

Angeblich sollen während dieser Zeit kurzhaarige Bernhardiner eingekreuzt worden sein. Im Anschluss erfreute sich die Rasse wieder größerer Beliebtheit.

In Deutschland entstand im Jahr 1908 der erste deutsche Bordeaux Doggen Club. Nach dem 2. Weltkrieg musste die Zucht wieder von neuem gestartet werden.

Aussehen

Bordeaux Dogge

Die Bordeaux Dogge hat ein kräftiges wie auch elegantes Äußeres. Ihre Erscheinung ist auffällig wie imposant. Sie ist zwar nicht so massig wie andere Molosser, trotzdem sieht man ihr ihre Stärke an. Die Widerristhöhe bei Rüden liegt laut Standard zwischen 60 bis 68 cm, bei Hündinnen zwischen 58 bis 66 cm.

Bordeaux Doggen können sehr schwere Tiere sein. Der Standard dieser Rasse setzt ein Mindestgewicht voraus, jedoch kein Maximalgewicht. So soll ein Rüde mindestens 50 kg und eine Hündin mindestens 45 kg wiegen. Ein zu hohes Gewicht geht jedoch auf die Gesundheit des Hundes und sollte eher vermieden werden.

Das Fell der Bordeaux Dogge ist in der Regel kurz, glatt und sollte beim Anfassen weich sein. Die Fellfarbe sollte einheitlich sein und Schattierungen von „mahagoni- bis isabellfarbig“ enthalten. Wenige Weiße Flecken sind zudem auch erlaubt. Aufgrund der starken Eingrenzung der äußerlichen Merkmale ist der Genpool der Bordeaux Dogge erheblich geschwächt.

Dies hat dazu geführt, dass die Gesundheit des Hundes vergleichsweise schwach ist und die einhergehende Lebenserwartung eher niedrig.

Charakter und Wesen

Das Wesen dieses Hundes ähnelt noch den großen Molossern aus der Antike. Ihr Auftreten sprüht von purem Selbstbewusstsein. Sie wissen über ihre immense kraft Bescheid, setzen diese aber nur im größten Notfall ein. In der Regel handelt es sich bei diesen Tieren um sehr gelassene Vierbeiner. Ihre Reizschwelle ist sehr niedrig und falls sie Gefahr spüren vermerken sie das mit einem bassigen Belllaut.

Der Beschützerinstinkt ist in der Bordeaux Dogge besonders stark ausgeprägt. Weshalb diese Rasse in der Vergangenheit auch sehr gerne als Wach- und Schutzhund verwendet wurde. Auch heute ist das noch möglich. In den meisten Fällen genießt sie aber das Beisammensein in ihrer Familie. Die Bordeaux Dogge ist gut als Familiehund geeignet und ist gegenüber den Familienmitgliedern stets freundlich eingestellt.

Auch im Umgang mit Kindern sind diese Hunde sehr nett und können auch als perfekter Spielgefährte herhalten. Das gelassene und ruhige Wesen des Hundes benötigt keiner dauerhaften Aufmerksamkeit wie anderer Hunde. Gerne verbringt die Bordeaux Dogge ihre Zeit mit ihrer Familie, ist dabei aber keinesfalls aufdringlich.

Sie hat ihre Fähigkeiten vor allem als stiller und aufmerksamer Beobachter. Gegen ausgiebige Spaziergänge hat dieser Hund natürlich nichts auszusetzen, sondern genießt die Bewegung in der Natur.

Haltung und Ernährung

In einer kleinen Stadtwohnung wird sich die Bordeaux Dogge eher nicht wohl fühlen. Sie braucht nicht nur in der Wohnung oder im Haus viel Platz, sondern vor allem einen Hof oder einen Garten, in dem sie sich ausbreiten kann. Gerne verbringt dieser Hund viele Stunden im Garten oder bewacht das Grundstück.

Die Bordeaux Dogge ist weder ein besonders sportlicher Hund, der dauerhaft Bewegung braucht, noch ein Stubenhocker, der nur in der Ecke sitzen kann. Auch die Bordeaux Dogge benötigt ihre Aufgaben und Aktivitäten. Lange Spaziergänge sind für diese Rasse am besten geeignet, auch kurze Fahrradtouren sind mit diesem Hund möglich. Jedoch sollte man den Hund nicht sportlich überfordern.

Durch das Hohe Gewicht des Hundes kann es schnell zu Hüft- wie Gelenkproblemen kommen. Auch die Wirkung auf andere Menschen sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn in dem Hund ein sehr friedliches wesen schlummert, so ist der Auftritt dieses Hundes doch sehr imposant. Für hundeunerfahrene Menschen kann dieser Hund einschüchternd oder gar gefährlich wirken.

In öffentlichen Bereichen sollte man deshalb besonders Vorsicht beim Aufeinandertreffen mit Personen oder anderen Hunden sein.

Ernährung

Gerade in Wachstumsphase des Hundes gilt es auf qualitativ hochwertiges Futter zu setzen. Wichtig für eine ausgewogene Ernährung ist ein hoher Fleischanteil sowie der Zusatz von Gemüse und Obst im Futter. Bei größeren Hunderassen besteht die Gefahr einer Magendrehung.

Deshalb sollte man den Hund eher langsam Essen lassen und ihm vor dem Gassi gehen eine Verdauungspause gestatten.

Erziehung und Pflege

Was die Erziehung des Hundes angeht, ist die Bordeaux Dogge aufmerksam und lernfreudig. Die Pure Kraft, die hinter einem solchen Vierbeiner steckt, muss natürlich unter Kontrolle gehalten werden. Grundlage hierfür ist die richtige Erziehung des Hundes. Er muss aufs Wort hören und die Anweisungen des Herrchens oder Frauchens befolgen.

Damit die Erziehung erfolgreich von statten geht, sollte man dem Hund schon ab dem Alter als Welpen klare Regeln und Verhaltensweisen darlegen. Die Bordeaux Dogge ist ein sehr schlauer Hund, welcher sich nicht auf irgendwelche Spielereien einlässt, in denen er keinen Sinn sieht. Grundlage der erfolgreichen Erziehung des Hundes sollte deshalb immer eine vertrauensvolle Beziehung zum Vierbeiner sein.

Der Halter und Hund müssen sich voll und ganz verstehen können. Wichtig ist natürlich auch konsequentes Verhalten. Der Halter muss bei seiner Linie bleiben und die Führung gegenüber dem Hund übernehmen. Wenn die Chemie zwischen Halter und Hund stimmt, steht einer unproblematischen Zusammenarbeit nicht im Wege.

Pflege

Was die Pflege des Hundes angeht, handelt es sich hierbei um eine sehr pflegeleichte Rasse. Gelegentliches Bürsten des Fells sollte in den meisten Fällen genügen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Ein oft auftretendes Krankheitsbild bei solch großen Hunderassen sind eine Ellbogen- oder Hüftdysplasie. Aufgrund ihrer sehr kurzen Nase, ist sie gegenüber Hitze besonders empfindlich. Auch Narkosen gestalten sich eher schwierig. Weitere typische Krankheiten sind Hängelieder, Entropium, Ektropium und Magendrehung.

Lebenserwartung

Aufgrund des geringen Genpools und des starren Standards, ist die Gesundheit und Lebenserwartung des Hundes geschwächt. Im Durschnitt erreichen solche Hunde nur ein Lebensalter von 6 bis 8 Jahren.

Hunderasse Bordeaux Dogge kaufen

Wenn du dir ein Bordeaux Dogge zulegen möchtest, solltest du dich an einen dem VDH angeschlossenem Züchter wenden. Nur dort kannst du einigermaßen sicher sein einen gesunden und robusten Vierbeiner zu erhalten.

Der Preis eines Bordeaux Doggen Welpen liegt zwischen 1500-2500€. Vor dem Kauf solltest du dir den Wurf genaustens anschauen. Es ist außerdem sinnvoll sich über die Vorfahren des Vierbeiners zu erkundigen und ob gewisse Erbkrankheiten vorliegen.

Entscheidungshilfe

Die Bordeaux Dogge kann auf der einen Seite sehr elegant und freundlich daherkommen. Jedoch aber auch aufgrund der Größe und Masse auf den ein oder anderen Menschen einschüchternd wirken. Gerade in einer Umgebung mit einer hohen Bevölkerungsdichte kann die Haltung eines solchen Hundes auf viel Unmut stoßen.

Leider wissen die Wenigsten, dass es sich bei der Bordeaux Dogge um einen grundgelassenen sowie freundlichen Hund handelt. Auch zur Liebe zum Hund, sollte man sich einen solchen Vierbeiner nur dann zulegen, wenn man über ein größeres Grundstück (optimalerweise im ländlicheren Bereich) besitzt. Die Bordeaux Dogge ist ein Hund, der gerne über das Grundstück wacht und sich im Garten über einige Stunden niederlässt. In der Bordeaux Dogge steckt weder eine Sportskanone noch ein Stubenhocker.

Sie braucht ausreichenden Auslauf, ist aber nicht für anspruchsvolle sportliche Aktivitäten ausgelegt. Am besten eignen sich ausgiebige Spaziergänge in der Natur. Als Familienhund ist diese Rasse bestens geeignet. Er besitzt eine geringe Reizschwelle und ist der Familie gegenüber sehr zugewandt. Auch gegenüber Kindern ist er sehr freundlich und kann als Spielgefährte dieser agieren.

Zudem bringt er einen starken Schutzinstinkt mit, welchen ihn auch prima als Wachhund auszeichnet. Solltest du dir einen solchen Vierbeiner zulegen möchten, musst du dir über diese Punkte also genaustens im Klaren sein.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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