Affenpinscher

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Größe:
25 – 30 cm
Gewicht:
3 – 6 kg
Herkunft:
Deutschland
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Farbe:
schwarz mit schwarzer Unterwolle
FCI Gruppen:
Preis
1.000 bis 1.500 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Sie sind liebenswürdige Hunde, anhänglich und treu. Ihre Köpfchen erinnern stark an den eines Affen. Am liebsten möchte man mit einen Affenpinscher, von dem hier die Rede ist, den ganzen Tag nur schmusen.

Auch der Affenpinscher hätte nichts dagegen, ist er doch seinen Menschen treu ergeben und sehr anschmiegsam. Aber die kleinen, pfiffigen Zwerghunde können auch anders.

Einst zur Nagetier-Jagd gezüchtet, verpaart der Affenpinscher Treue und Anhänglichkeit seinem Besitzer gegenüber mit einem Temperament und Lebhaftigkeit, die bei kleinen Hunderassen seinesgleichen sucht.

Rassebeschreibung

In der FCI – der Fédération Cynologique Internationale, dem größten Dachverband, wird der Affenpinscher in der Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde, Sektion 1: Pinscher und Schnauzer: 1.1 Pinscher, geführt.

Der Affenpinscher ist der kleinste der Pinscher und zählt mit einer Schulterhöhe von 25 bis 30 cm zu den kleinen Hunderassen.

Herkunft und Rassegeschichte

Der pfiffige, kleine Affenpinscher ist eine der ältesten Hunderassen Deutschlands. Er wird heute noch in seiner fast ursprünglichen Form gezüchtet.

Das zeigen frühe Darstellungen auf Bildern, wie zum Beispiel von Albrecht Dürer oder des Malers Jan van Eyk, die eine deutliche Ähnlichkeit zu den jetzigen Affenpinschern zeigen. Über 300 Jahre ist die Rasse nun schon alt, der genaue Ursprung jedoch konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Der Affenpinscher wurde in früheren Zeiten überwiegend als Rattler gezüchtet. Rattler wurden zur Ratten- und Mäusejagd eingesetzt, um Ställe, Haus , Hof und Vorratsgebäude Nagerfrei zu halten.

Das Zusammentreiben der Viehherden oder das Begleiten und Bewachen von Fuhrwerken gehörte ebenfalls zu ihren Aufgaben. Diese Aufgaben haben den Affenpinscher zu dem gemacht, was er heute ist: ein nervenstarker, belastbarer, wetterfester und ausdauernder Hund.

Früher gab es den Affenpinscher in vielen verschiedenen Farbschlägen, von hellgelb über rotbraun bis hin zu blauschwarz.

Die Hunderasse wurde damals allgemein unter dem Oberbegriff „Pinscher“ geführt und war als Familien- und Diensthund sehr verbreitet. Unterschieden wurde nur zwischen Rauhaar und Glatthaar.

Ab 1896 dann erfolgte allmählich die Unterscheidung zwischen Zwerg- und Affenpinscher – nach der Gründung des ersten Schnauzer-Pinscher-Clubs. In den Jahren zwischen 1920 und 1940 erreichte die Beliebtheit des kleinen Affenpinschers ihren Höhepunkt.

So wurden pro Jahr im Durchschnitt circa 50 Welpen geboren. Um 1990 erzielte die Zucht ähnliche Zahlen. Die durchschnittliche Wurfstärke liegt bei 2 bis 3 Welpen pro Wurf.

Aussehen der Affenpinscher

Affenpinscher

Der Affenpinscher ist mit maximal 35 cm Widerristhöhe und einem Gewicht von 3 Kilo bis 6 Kilo der kleinste Vertreter der Pinscher.
Sein Fell ist hart und dicht und mit dichter Unterwolle.

Der heutige Affenpinscher kommt nur noch in den Farben schwarz mit schwarzer Unterwolle, sowie ganz selten rötlich oder graublau. Erlaubt in der Zucht ist allerdings nur das reine Schwarz.

Was diese Hunderasse so speziell macht, ist die Optik. Die Kopfform der Affenpinscher ist rundlich. Der Oberkiefer ist leicht verkürzt und sorgt dadurch für einen leichten Vorbiss.

Die Nase ist kurz und flach. Unter den buschigen Brauen blitzen tiefbraune, pfiffige und ungewöhnlich runde Augen hervor. Die Schopfhaare sind ebenfalls lang und drahtig.

Eine imposante Backen- und Bartbehaarung, die wie die Schopf Behaarung hart und lang ist und rund um den Kopf absteht, vervollständigt das Bild des „kleinen Affen“.

Die Ohren unter dem Schopfhaar sind klein und werden nach vorne geklappt getragen. Der Körper ist kräftig, muskulös und kompakt und soll möglichst quadratisch erscheinen.

Die Rute ist dem Körper entsprechend kompakt, leicht gebogen und wird selbstbewusst als Sichel- oder Säbelrute nach oben getragen.

Die Vorderläufe, Oberarm und Schulter sind stämmig und sehr gut bemuskelt. Die Vorderpfoten sind rundlich und kurz, mit Katzenähnlich gewölbten Zehen. Die Hinterläufe sind ebenfalls stark bemuskelt, die Pfoten etwas länger aber ebenfalls mit aufgewölbten Zehen.

Charakter und Wesen

Affenpinscher sind wahre Persönlichkeiten. Sie sind ausgezeichnete Familien- und Begleithunde. Für Kinder sind sie sehr gut geeignet, sie lieben es, mit „ihren“ Kindern herumzutollen und zeigen sich sehr anhänglich gegenüber ihren Familien.

Mit anderen Hunden sind sie ebenfalls sehr verträglich und genießen ein wildes Spiel unter Artgenossen. Trotz seiner geringen Größe ist der Affenpinscher ein wundervoller Wachhund und nimmt diese Rolle auch sehr ernst.

Mutig und unerschrocken stellt er sich seinen „Feinden“ und „Bedrohungen“ entgegen. Fremden gegenüber präsentiert er sich deshalb manchmal als „schwarzer, kleiner Teufel in Hundegestalt“.

Wer den Affenpinscher jedoch näher kennenlernt, verfällt schnell dem liebenswerten Charme dieser Kleinhund-Rasse.

Affenpinscher sind sehr intelligent und anpassungsfähig. Allerdings können die kleinen Wirbelwinde mitunter sehr hartnäckig, ja geradezu stur sein. Sie besitzen ihren eigenen Kopf und zeigen bisweilen durch Frechheit oder Sturheit, wenn etwas nicht nach ihren Wünschen geht.

Das ist aber nicht sonderlich negativ zu werten, denn die Anhänglichkeit, die Treue und die Verschmustheit seinen Besitzern gegenüber machen solche kleinen „Ungehorsamkeiten“ wieder vollständig wett.

Haltung und Ernährung

Haltung

An die Haltung stellen die kleinen „Äffchen“ keine besonderen Ansprüche. Sie sind dort glücklich, wo Du bist. Bekommen sie die nötige Zuwendung und können in der Nähe ihrer geliebten Menschen sein, passen sich Affenpinscher fast überall problemlos ein.

Sie eignen sich daher für kleine Stadtwohnungen ebenso wie für ein Haus mit großem Garten. Es ist allerdings wichtig, dass Du Deinen Affenpinscher ausreichend beschäftigst.

Aufgrund der Größe wird das Bewegungsbedürfnis und die Ausdauer bei Spiel und Sport dieser quirligen Rasse schnell unterschätzt und ein unterforderter Affenpinscher, der seinen Bewegungsdrang nicht ausleben kann, kann schnell zu einem Problem werden.

Sie lieben und brauchen lange und abwechslungsreiche Spaziergänge und regelmäßige Tobeeinheiten – egal ob mit Dir und dem passenden Hundespielzeug oder mit Artgenossen.

Wenn Du gerne in der Natur unterwegs bist oder Dich für Hundesportarten begeistern kannst oder einen ausdauernden Jogging-Partner suchst, kann der Affenpinscher genau die richtige Rasse für Dich sein.

Ernährung

Bei der Ernährung der Affenpinscher musst Du ebenfalls nicht viel beachten. Ein gutes, hochwertiges Hundefutter sollte es natürlich sein, um Deinen kleinen Freund lange gesund zu erhalten.

Sie brauchen kein spezielles Futter und können neben Trocken- und Nassfutter auch speziell für den Hund selbst gekochtes Futter oder Barf, also Roh-Fütterung, bekommen.

Beim Kauf des Futters solltest Du auf dessen Qualität achten. Zucker, zu viel Getreide oder andere Füllstoffe, die dem Hundemagen auf die Dauer nicht gut bekommen oder chemische Konservierungsstoffe dürfen in einem hochwertigen Hundefutter nicht vorhanden sein.

Ein hoher Anteil an gutem Fleisch, Gemüse und wichtige Fette dagegen machen ein gutes Hundefutter aus. Gefüttert wird in der Regel nach Alter, Gewicht und Gesundheitszustand des Tieres.

So erhält Dein Affenpinscher zuerst ein gutes Welpenfutter, welches Dir Dein Züchter in der Regel empfehlen wird, über Junghundefutter bis zum Futter für erwachsene Tiere.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Durch ihre anhängliche, treue Art sind Affenpinscher in der Regel leicht zu erziehen. Die intelligenten Hunde lernen sehr schnell und gerne, sind immer offen für neue Tricks und Spiele.

Da sie aber, wie schon erwähnt, auch sehr stur reagieren können, sollte die Erziehung nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Eine konsequente, jedoch liebevolle Erziehung ist bei einem Affenpinscher ein Muss. Sonst kann aus dem liebenswerten, vierbeinigen Partner schnell ein aufbrausender Tyrann werden.

Das Schlagwort hierbei ist „konsequent“. Bei der Erziehung eines Affenpinschers musst Du immer konsequent sein, denn die schlauen, kleinen Kerle merken sich jeden Ausrutscher und sind sich nicht zu schade, sie gegen Dich zu verwenden und das Kommando oder das Verbot mehr und mehr zu ignorieren.

Pflege

Ein Affenpinscher ist aufgrund seines rauen Felles recht pflegeleicht, was jedoch nicht bedeutet, dass die Pflege des Fells ganz ausgesetzt werden kann oder schnell geht.

Das lange Fell muss regelmäßig mit einer geeigneten Hundebürste gebürstet werden, damit es gut aussieht und die Unterwolle nicht verfilzt.

Zweimal jährlich sollte der Affenpinscher getrimmt werden, wobei hier nur das Fell am Körper getrimmt wird. Das lange Haar im Gesicht sollte davon ausgeschlossen werden.

Das Säubern der Ohren im Bedarfsfall und eine regelmäßige Krallenpflege gehört dazu.

Es ist ratsam, wenn Du Deinen Welpen von Anfang an spielerisch an das Pflegeritual heranführst. Das gelingt am besten, wenn Du ihm dabei viel Zeit schenkst, ihn streichelst und dabei Augen, Ohren, Zähne und Fell kontrollierst. So verbindet der Welpe die Pflege mit etwas für ihn sehr angenehmen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Affenpinscher sind durch die ursprünglich erhaltene Zucht sehr robuste, gesunde Tiere. Allergien, Neigung zu Übergewicht, Unverträglichkeiten oder Knochen- und Gelenkerkrankungen wie sie bei hochgezüchteten Rassen leider öfter bestehen, kommen bei den außergewöhnlichen Zwergen in der Regel sehr selten vor.

Rassetypische Erkrankungen findet man bei Affenpinscher kaum.

Lebenserwartung der Affenpinscher

Affenpinscher

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Affenpinscher liegt bei stolzen 15 Jahren. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass sich der Affenpinscher in den langen Jahren, die es diese Rasse nun schon gibt, kaum verändert hat und die Züchter nach wie vor Wert auf die Gesundheit und die Robustheit der Affenpinscher legen.

Hunderasse Affenpinscher kaufen

Wenn Du Dich für einen Affenpinscher interessierst, ist es ratsam, sich frühzeitig mit verschiedenen Züchtern der Rasse in Verbindung zu setzen. Da es nur einige wenige Züchter von Affenpinschern in Deutschland gibt und jährlich nicht so viele Welpen das Licht der Welt erblicken, kann die Warteliste entsprechend lang sein.

Eine Liste mit Züchtern der Rasse Affenpinscher findest Du mit Zwingernamen und Anschrift auf der Webseite des VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen.

Schau Dir die Züchter und auch die Papiere genau an. Bei dem Preis für einen reinrassigen Affenpinscher-Welpen musst Du mit circa 1.000 Euro bis 1.500 Euro rechnen.

Nicht vergessen werden darf bei den Anschaffungskosten die Grundausstattung. Halsband und eine gute Leine werden benötigt und gehören zur Grundausstattung.

Eine Hundebett oder eine Hundedecke, sowie passendes und ungefährliches Spielzeug und Kauartikel, mit denen sich der Welpe während des Zahnwechsels gefahrlos beschäftigen kann, sind ebenfalls notwendig.

Kurz nachdem der Welpe bei Dir eingezogen ist, muss er zur Folge-Impfung dem Tierarzt vorgestellt werden. Der Tierarzt wird bei diesem Termin den allgemeinen Zustand Deines Welpen beurteilen und kann Dir, wenn gewünscht, Tipps und Ratschläge für die weitere Aufzucht des Welpen geben. Diese Kosten zählen obendrein zu den Anschaffungskosten.

Entscheidungshilfe

Der Affenpinscher ist eine großartige Kleinhund-Rasse. Robust, Wetterfest und zu jeden Spaß und Spiel bereit, wird Dich Dein Affenpinscher über lange Jahre begleiten. Draußen temperamentvoll, mutig und ausdauernd, ist er in der Wohnung oder im Haus eher ruhig und verschmust. So klein der Affenpinscher auch ist, er ist ein ausgezeichneter Wachhund.

Die Kinderliebe und Familienfreundliche Rasse liebt lange, ausgedehnte Spaziergänge und „Action“ aller Art. Der intelligente Affenpinscher lässt sich mit liebevoller Konsequenz sehr gut erziehen.

Seine Intelligenz und seine schnelle Auffassungsgabe und der Bereitschaft, mit seinem Herrn durch dick und dünn zu gehen, macht ihn zum perfekten Hund für Hundesportarten wie Agility.

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