Scottish Terrier

Lesedauer: 7 Minuten Aufrufe 835

Größe:
25 – 28 cm
Gewicht:
6 – 10 kg
Herkunft:
Schotttisch Highlands (Vereinigtes Königreich)
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Farbe:
schwarz, in Ausnahmefällen weizenblond
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Scottish Terrier: Vornehm, schwarz und dennoch ganz schön frech

Teaser: Der Scottish Terrier ist ein kleiner, aber sehr durchsetzungs- und willenstarker Terrier mit schwarzem Fell und einem sehr eleganten Bart. Auch Scottie oder Scotchterrier genannt gehört er auch bei uns zu den beliebtesten und vornehmsten Hunderassen.

Meta-Description: Scottish Terrier haben kurze Beine, sind aber keineswegs langsam im Kopf: Alles Wissenswerte über Rasse, Haltung und Pflege der intelligenten, frechen und verspielten Scottish Terrier.

Rassebeschreibung: Der Scottish Terrier – ein Hund von Welt aus den schottischen Highlands

Ein imposanter Bart, große spitze Ohren und ein gedrungener Körper auf kurzen Beinchen machen die typische Erscheinung dieses kleinen, aber berühmten Hundes aus den schottischen Highlands aus. Das einzigartige Aussehen in Kombination mit einem liebevollen und charmanten Charakter lässt weltweit immer mehr Herzen für den kleinen „Scottie“ schlagen und macht aus dem schottischen Terrier einen sehr beliebten Familienhund, der sich in der Stadt wie auf dem Land wohlfühlt und ein treuer Begleiter ist.

Der Scottish Terrier ist ein guter Spaziergänger, zeigt dabei aber keinen sonderlichen sportlichen Ehrgeiz – seine kurzen Beinchen sind hierbei auch eher hinderlich. Er würde einen guten Wachhund abgeben, da er nur bei Bedarf bellt und typischerweise Fremde und Freunde bei seiner Lautäußerung unterscheidet ist – allerdings nicht immer zuverlässig.

Generell gelten die Scottish Terrier als furchtlos und manchmal gegenüber anderen Hunden als aggressiv, was aber maßgeblich von einer guten Erziehung abhängt. Von seiner Herkunft her wurde der Scottish Terrier vor allem für die Jagd auf Ungeziefer wie Ratten, Marder, Wiesel und Mäuse eingesetzt, er buddelt gern und ausgiebig und nimmt es auch mit einem Kaninchenbau auf.

Wie alle Terrier ist er äußerst mutig, zäh und geht keinem Kampf aus dem Wege – gleichzeitig ist er aber gegenüber seinem Besitzer sehr loyal und lernfähig.

Herkunft und Rassegeschichte des Scottish Terriers: Ein Hund der Highlands

Scottish Terrier haben eine etwas unklare Herkunftsgeschichte – fest steht allerdings, dass sie aus den schottischen Highlands stammen. Sie gehörten anfangs zu einer ganzen Gruppe von terrierähnlichen Hunden, die unter dem Oberbegriff „Skye Terrier“ zusammengefasst wurden.

Der Scottish Terrier wurde im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt, es ist aber umstritten, ob er vom damaligen Skye Terrier abstammt oder der heutige Skye Terrier von ihm. Als gesichert gilt hingegen, das der Scottish Terrier und der West Highland White Terrier eng miteinander verwandt sind und beide aus der Region Perthshire um das Moor von Rannoch stammen.

Sie wurden ursprünglich gezüchtet, um auf Bauernhöfen Ungeziefer wie Ratten und Mäuse zu fangen und um Füchse und Dachse in den Highlands zu jagen. Foxterrier und andere bekannte Terrierarten sind nicht direkt mit ihm verwandt.

1436 beschrieb Don Leslie in seinem Buch „The History of Scotland 1436 – 1561“ erstmals einen Hund, der dem Scottish Terrier sehr nahe kam. 200 Jahre später malte Sir Joshua Reynolds das Portrait eines jungen Mädchens, dass einen jungen Hund streichelte, der einem Scottish Terrier sehr ähnelte.

Großer Popularität erlangte der Scottish Terrier aber schließlich in der Regierungszeit König James I. von England, der als König James VI. von Schottland den Thron bestiegen hatte. Dieser liebte und feierte die Hunderasse nicht nur, sondern schenkte insgesamt sechs Terrier, die einer Vorform des heutigen Scottish Terrier entstammten, einem französischen Adligen. So wurde der Scottish Terrier auch jenseits der britischen Inseln bekannt.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Scottish Terrier sowohl im Vereinigten Königreich als auch in den USA zu einem der beliebtesten Hunde. Hierbei spielt nicht nur sein besonders vornehmes Aussehen, sondern auch seine Robustheit eine große Rolle.

1881 gründete sich der erste englische Scottish Terrier Club, ironischerweise sieben Jahre vor dem ersten schottischen Scottish Terrier Club. 1900 gründete sich dann der erste Scottish Terrier Club in den Vereinigten Staaten. Dort erlangte eine Scottish Terrier-Dame besondere Berühmtheit: Fala, der „First Dog“ der USA, zog gemeinsam mit Präsident Franklin Delano Roosevelt ins Weiße Haus ein und ist heute in Bronze neben ihrem Herrchen am FDR-Memorial in Washington DC verewigt.

Aussehen des Scottish Terrier: Spitze Ohren kurze Beinchen und ein imposanter Bart

Ein mächtiger Bart, große Ohren und ein gedrungener Körper auf kurzen Beinen prägen das Erscheinungsbild des kleinen Terriers aus Schottland. Der rund 10 kg schwere Hund, der eine Widerristhöhe von 28 cm erreichen kann, besitzt einen kompakten und muskulösen Körper und trägt seine Rute aufrecht.

Das Deckhaar ist harsch und drahtig, das kurze weiche Unterhaar sorgt für ein wasserabweisendes, dichtes und vor Kälte schützendes Fell. Er haart nicht besonders stark und wenn doch, gibt es viele nützliche Tipps um mit Hundehaar im Haushalt umzugehen.

Die spitzen Ohren sitzen auf einem länglichen Kopf, der auffallende Bart lässt den Hund etwas streng dreinschauen – aber eben auch sehr vornehm. Neben den typischen und landläufig bekannten dunkelbraunen und schwarzen Vertretern der Rasse gibt es auch einige wenige weizenblonde Scottish Terrier.

Charakter und Wesen: Ein typischer Terrier mit dem rauen Charme der Highlands

Der Scottish Terrier ist ein würdevoller und eigentlich recht ausgeglichener Hund, der sehr loyal gegenüber seinem Besitzer ist. Fremden gegenüber ist er recht misstrauisch und distanziert, auch unbekannten Hunden gegenüber ist er eher vorsichtig – aber keinesfalls weniger rauflustig als andere Terrierarten. Er neigt dazu sein Territorium zu bewachen, ist aber kein Kläffer und gehört zu den eher gelassenen Terriern.

Auch wenn er nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist, bleibt der Scottish Terrier dennoch ein Jagdhund: Plötzlich auftretende, potentielle Jagdbeute versetzt ihn sehr in Aufregung. Bedenke daher, dass Du deinen Scottish Terrier nicht überall bedenkenlos von der Leine lassen solltest.

Haltung und Ernährung: Ein Gentleman mit leichter Neigung zur Moppeligkeit

Der Scottish Terrier ist ein kleiner Hund und neigt daher zu Übergewicht, eine ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig. Tierfutter sollte viel hochwertiges Eiweiß enthalten, unabhängig davon, ob es sich um Trocken- oder Nassfutter handelt. Auf Füllstoffe wie Getreide solltest du verzichten, das macht den Scottish Terrier zwar satt, führt aber zu Unverträglichkeiten.

Als Leckerli solltest Du auf das übliche Trockenfutter zurückgreifen, sonst kannst du deinen Scottish Terrier zu leicht verwöhnen. Spezielles Snacks zur Zahnpflege oder Kauknochen, ab und an eine Portion rohes Rindfleisch oder ähnliche Delikatessen sind eine sinnvolle Nahrungsergänzung für den vornehmen kleinen Gentleman.

Erziehung und Pflege: Liebevolle Konsequenz macht das Leben mit dem Scottie einfacher

Der Scottish Terrier ist ein Terrier benötigt eine große Portion Konsequenz in der Erziehung. Kein Scottish Terrier ist aber freiwillig dazu bereit, sich Dir einfach so unterzuordnen, dazu ist er zu stur. Mehr kannst Du erreichen, wenn Du deinen Scottish Terrier ausdauernd motivierst, ihm immer Spaß am Lernen vermittelst und Deinen aufgestellten Regeln treu bleibst.

Möglicherweise kann das Training beim Scottish Terrier etwas länger dauern, es ist aber sehr hilfreich, die besonderen Wesenszüge dieses charakterstarken Hundes zu akzeptieren und nicht gegen sie arbeiten zu wollen. Eine gute Hundeschule ist mit einem Scottish Terrier immer die richtige Entscheidung. Für die Charakterbildung beim Scottish Terrier ist außerdem der Austausch mit anderen Hunden wichtig; er neigt sonst dazu, ein eher mürrischer Einzelgänger zu werden.

Als Fellpflege reicht es bei dem drahtigen Fell aus, ihn ein bis zweimal die Woche zu bürsten. Alle drei Monate sollte der Scottish Terrier durch Trimmen wieder „in Form“ geschnitten werden.

Gesundheit und typische Krankheiten beim Scottish Terrier

Generell gilt der Scottish Terrier als eine robuste Hunderasse. In einigen Zuchtlinien kann es jedoch zur Craniomandibulären Osteopathie (CMO) kommen, hierbei handelt es sich um eine Knochenerkrankung des Schädels, welche erblich bedingt ist. Auch der sogenannte „Scotty cramp „, eine Störung des Nervensystems und einem epileptischen Anfall nicht unähnlich, ist erblich bedingt. Beide Krankheiten lassen sich durch eine verantwortungsvolle Zucht deutlich eindämmen.

Scottish Terrier neigen gegenüber anderen Rassen zu einem erhöhten Risiko für eine Erkrankung an Blasenkrebs, Rüden können eine vergrößerte Prostata haben – hier ist eine regelmäßige Kontrolle empfehlenswert. Alle Scottish Terrier, männlich oder weiblich, neigen im Alter zu erhöhten Leberwerten. Dies muss allerdings nicht bedeuten, dass eine Lebererkrankung besteht; ursächlich ist vermutlich eine Enzymstörung.

Lebenserwartung des Scottish Terrier

Ein gesunder Scottish Terrier kann bei regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und einer guten Betreuung durch einen erfahrenen Tierarzt leicht ein Alter von 12 Jahren und mehr erreichen.

Einen Scottish Terrier kaufen: Entscheidend ist die Herkunft und der Züchter

Wie bei allen anderen Hunderassen auch ist die Wahl eines seriösen Züchters entscheidend. Wie du einen seriösen und vor allem liebevollen Züchter findest, kann dir einer der zahlreichen Scottish Terrier Clubs in Deutschland verraten.

Der Züchter sollte unbedingt einem dieser Vereine angehören, denn für die Zucht eines echten Scottish Terriers reicht es nicht, einfach Männlein und Weiblein im entscheidenden Moment zusammenzubringen: Um gesunde und vor allem charakterlich einwandfreie Scottish Terrier zu züchten, ist eine Menge Know-how über die Zucht dieser Rasse, Gesundheit, Erbkrankheiten und die Eigenheiten des Charakters gefragt.

Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, ein seriöser Züchter wird sie Dir fast immer einräumen können, solltest Du dir genau die Eltern Deines zukünftigen Hundes anschauen- Sind diese gesund, zeigen ein guten Charakter und keine Auffälligkeiten, kannst Du Dir sicher sein, einen gesunden Scottish Terrier zu bekommen. Selbstverständlich solltest du auch auf eine Einsicht in alle tierärztlichen Unterlagen, Protokolle, Impfungen und mögliche Vorerkrankungen bestehen.

Wenn du dich auch für einen älteren Scottish Terrier erwärmen kannst, solltest Du Dich in lokalen oder in einigen regionalen Tierheimen umschauen. Scottish Terrier sind sehr beliebt, aber es gibt immer wieder liebevolle und charmante Hunde, die ein ebenso liebevolles neues Zuhause suchen.

Entscheidungshilfe: Passt ein Scottish Terrier wirklich zu mir?

Der Scottish Terrier ist ein selbstbewusster Hund und hat einen kleinen dickkopf. Dies muss man akzeptieren und versuchen, den Hund mit liebevoller Konsequenz in die richtigen Bahnen zu lenken. Sowohl auf dem Land als auch in der Stadt fühlt sich der Scottish Terrier wohl, auch in einer Wohnung kann er gehalten werden. Grundsätzlich ist er ein anfängerfreundlicher Hund, spezielle Neulinge in Sachen Terrier sollten sich aber nicht scheuen, die professionelle Hilfe einer Hundeschule in Anspruch zu nehmen.

Sowohl für Familien als auch für alleinstehende Menschen ist der Scottish Terrier ein treuer Begleiter, er kommt mit jungen wie alten Menschen gut zurecht. Mit respektvollen Kindern, die im seinen nötigen Freiraum lassen, kommt er gut zurecht. Allerdings ist er kein ausgesprochener Schmusehund, der sich jeder Situation bereitwillig unterordnet.

Katzen oder andere Haustiere müssen sorgsam und vorsichtig an den Scottish Terrier gewöhnt werden, im Optimalfall lernt er sie schon als Welpe kennen. Sein Drang zu laufen ist zweifelsohne vorhanden, die Länge der Spaziergänge muss aber, auch wegen der kurzen Beine, nicht ausufernd sein.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Bewertungen: 0 Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.