Dogo Argentino

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Größe:
60 – 68 cm
Gewicht:
40 – 50 kg
Herkunft:
Argentinien
Lebensdauer:
10 – 13 Jahre
Farbe:
reinweiß
FCI Gruppen:
Preis
700 – 1500€
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Dogo Argentino – Argentiniens einziger Rassehund

Ursprünglich als Jagdhund in Argentinien eingesetzt, schätzen viele Hundehalter den Dogo Argentino heute als fröhlichen, anhänglichen und intelligenten Familienhund. Die weiße, schwere argentinische Dogge ist dabei in unserem Straßenbild seltener zu sehen. Einigen Menschen macht der Dogo Argentino Angst, wenn sie ihm begegnen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die argentinische Dogge eine Zeit lang in ihrem Ursprungsland in Hundekämpfen eingesetzt wurde. Die Bezeichnung „Kampfhund“ haftet deshalb auch diesem, seiner Familie treu ergebenen, liebenswürdigen und ruhigen Hund an. In Deutschland wird der Dogo Argentino in einigen Bundesländern auf den Rasselisten geführt. Das kann unter anderem mit Auflagen, Verboten und höheren Kosten bei der Tierhaftpflichtversicherung verbunden sein.

Rassebeschreibung

Der Dogo Argentino gehört im FCI-Standard zu den doggenartigen Hunden. Die übergeordnete Rasse Familie ist die der Pinscher und Schnauzer sowie der Molossoiden/Schweizer Sennenhunde. Der Zuchtstandard weist die Hunderasse als reinweiß aus. Lediglich um die Augenpartie herum ist ein schwarzer Fleck erlaubt.

Mit einer Widerristhöhe bei Rüden von bis zu 68 cm und einem Gewicht von bis 50 kg wird der Dogo Argentino seine Verwandtschaft mit anderen Doggen nicht verbergen. Trotz seiner beeindruckenden Größe kann dieser Hund ein Alter von bis zu 12-13 Jahren erreichen.

Argentinische Doggen haben einen ausgeprägten Schutz- und Wachtrieb. Dieser sollte in familiärer Umgebung nicht gefördert werden. Die intelligenten Hunde benötigen deshalb eine liebevolle, konsequente Erziehung und unbedingt Familienanschluss. Bei guten Haltungsbedingungen ist der Dogo Argentino seiner Familie treu ergeben und auch Kindern ein fröhlicher Spielgefährte. Dabei wird der Umgang mit Kindern wie bei allen großen Hunden immer verantwortungsvoll beaufsichtigt. Denn allein aufgrund der Größe und Kraft der argentinischen Dogge können besonders kleinere Kinder einfach umgerissen werden. Auch kann der Beschützerinstinkt beim Dogo Argentino zu Missverständnissen im Umgang mit den Spielkameraden der Kinder in seiner Herkunftsfamilie führen.

Mit seiner Kraft, Vitalität und seinen Anlagen als Großwildjäger gehört der Dogo Argentino eher in die Hände hundeerfahrener Halter.

Herkunft und Rassegeschichte

Ursprünglich stammt der Dogo Argentino aus der Provinz Corduba im Zentrum von Argentinien. Seine ersten Vertreter stammen von spanischen Doggen ab. Diese waren nach Südamerika und Argentinien eingeführt worden, um einen Jagdhund für Großwild zu züchten.

Dr. Antonio Nores Martinez hat sich in den 1930er Jahren besonders um die Entwicklung eines Rassestandards für den Dogo Argentino verdient gemacht. Ihm ging es um die Zucht eines vor allem jagdlich geführten Gebrauchshundes. In Corduba dagegen waren die argentinischen Doggen zunächst häufig für Hundekämpfe eingesetzt worden. Dieses Schicksal als missbrauchter Kampfhund Geschichte teilt der Dogo Argentino mit vielen anderen doggenartigen Hunden und Molossern wie Mastinos.
Martinez kreuzte verschiedene weitere Rassen wie Bulldoggen, Pointern und Mastiffs ein. Auch kam es ihm auf die reinweiße Farbe an. Weiße Hunde können bei der Jagd besser von der Beute unterschieden werden. Durch die Einkreuzung der verschiedenen anderen Hunderassen haben sich die jagdlichen Anlagen beim Dogo Argentino verstärkt. Es entstand eine Hunderasse, die mutig, intelligent und loyal bei der Wildschweinjagd, aber auch bei der Jagd auf Raubtiere wie Pumas eingesetzt werden kann.

Später erkannte man auch den ausgeprägten Wachtrieb beim Dogo Argentino. Deshalb ist in Argentinien die argentinische Dogge heute ein beliebter Gebrauchshund, der nicht nur jagdlich geführt wird, sondern auch Haus und Hof bewacht.
Aufgrund ihrer ausgeprägten Treue zur Halterfamilie geben argentinische Doggen auch einen guten Familien- und Begleithund ab. Dazu müssen allerdings gewisse Voraussetzungen bei der Haltung und Erziehung gegeben sein. In Argentinien ist die Rasse als einzige Hunderasse offiziell anerkannt. Das unterstreicht die Bedeutung dieser Hunderasse in ihrem Ursprungsland Argentinien.

Aussehen des Dogo Argentino

Der Dogo Argentino wird reinweiß gezüchtet. Vom Zuchtstandard hier ist lediglich eine kleine Unterbrechung durch einen schwarzen Fleck an einem Auge erlaubt.

Der Standard sieht schwarzgefärbte Augen vor. Blaue Augen sind möglich, entsprechen aber nicht dem Rassestandard und können möglicherweise die Neigung für eine erblich vorliegende Taubheit bei diesem weißen Hund verstärken.

Der Dogo Argentino ist ein muskulöser, kräftiger, dabei aber auch sehr eleganter Hund. Der Kopf ist breit und der Hals kräftig. Auch die Nase erscheint breit und prominent im Kontrast zu dem weißen Fell. Die argentinische Dogge hat dreieckige Ohren, die hoch angesetzt sind und an den Wangen herunterhängen. Die Hunderasse hat eine lange und kräftige Rute. Das Kupieren von Rute und Ohren ist in Deutschland untersagt. Das weiße Fell liegt an und ist glatt. In seiner ganzen Erscheinung wirkt der Dogo Argentino athletisch, selbstbewusst und beherrscht.

Charakter und Wesen

Die argentinische Dogge ist ein intelligenter, vitaler und kräftiger Hund. Sowohl der Jagdtrieb, als auch der Wach- und Schutztrieb sind stark ausgeprägt. Das macht den Dogo Argentino zu einem unbedingt treuen und loyalen Begleiter seiner Familie. Es schließt gleichzeitig eine Zwingerhaltung aus. Nur im engen Kontakt zu seinen Menschen entwickelt der Dogo Argentino seine positiven Eigenschaften und sein gesamtes Potenzial als Familienhund.

Viele Hundehalter empfinden es als sehr angenehm, dass der Dogo Argentino wenig bellt. Wer daraus allerdings schließt, dass dieser Hund nicht wachsam ist, irrt sich. Zwar zeigt der Dogo Argentino in der Regel freundliches Desinteresse an Fremden. Das ändert sich, wenn er eine Bedrohung für seine Familie wahrnimmt.

Die Hunderasse benötigt Beschäftigung und ausreichend Zeit mit ihren Menschen. Der Dogo Argentino ist spielfreudig und lernt gern. Es liegt eine gewisse Dominanz in seinem Wesen. Das kann sich gegenüber anderen Hunden äußern, und auch gegenüber Menschen. Erfahrene Halter wirken durch Erziehung und Haltung auf diese Anlagen des Tieres ein.

Haltung und Ernährung

Große Hunde wie der der Dogo Argentino sollten konsequent in eine familiäre Routine eingefügt werden. Das bedeutet in der Praxis, dass es ausreichend Zeit für die Beschäftigung mit dem Hund, für den Kontakt zu seinen Menschen und für Auslauf vorhanden ist. Ein größeres Grundstück mit einem Garten kann ebenfalls die Lebensqualität für diesen Hund steigern.

Was die Fütterung angeht, können die Bedürfnisse beim Dogo Argentino individuell sein. Übergewicht sollte bei allen Hunden vermieden werden. Es wirkt sich bei den molosserartigen Hunden besonders schädlich auf die Gelenke aus.

Viele Hundehalter berichten, dass insbesondere große Hunde wie der Dogo Argentino von einer Rohfütterung profitieren. Das Barfen – wie Rohfütterung auch genannt wird – besteht aus einer auf den einzelnen Hund abgestimmten Fütterung von überwiegend rohen Fleischanteilen mit etwas Gemüse und wenig oder keinem Getreide.

Einen größeren Fütterungskomfort bietet vielen Hundehaltern eine Fütterung mit Trockenfutter. Es gibt allerdings einige Aspekte, die gegen eine Fütterung nur mit Trockenfutter sprechen können.

Einige Tiere entwickeln Futterunverträglichkeiten insbesondere auf Getreidebestandteile. Weiterhin ist noch nicht abschließend erforscht, ob die Trockenfütterung das Phänomen der Magendrehung unterstützt.

Trockenfutter quillt im Magen des Tieres stark auf. Der Hundemagen ist an elastischen Bändern aufgehängt. Es kommt deshalb bei einigen Hunden zu einem medizinischen Notfall, wenn sich diese elastischen Bänder ineinander verdrehen. Dabei werden sowohl die Blutzufuhr allgemein als auch mögliche andere Organe abgedrückt. Betroffene Hunde können ohne medizinische Hilfe aufgrund von Schock und einem Kreislaufzusammenbruch sterben.

Vermutlich fördern große Fütterungsportionen, Spring- und Rennbewegungen unmittelbar im Anschluss an die Fütterung sowie möglicherweise auch die Trockenfütterung dieses Phänomen. Bei der Fütterung ist deshalb darauf zu achten, dass der Dogo Argentino unmittelbar im Anschluss an die Futteraufnahme eine Ruhezeit einhält. Außerdem sollten die Fütterungsportionen auf mindestens zweimal am Tag aufgeteilt werden. So nimmt dieser große Hund keine zu großen Futterportionen auf einmal zu sich.

Die Gelenkgesundheit kann gerade beim älteren Hund mit verschiedenen, vor allem natürlichen Futterzusätzen unterstützt werden. Hier kommen zum Beispiel wertvolle Omega-Fettsäuren, Grünlippmuschel-Extrakte, Teufelskralle und Weihrauch infrage. Lassen Sie sich hier von einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker beraten.

Erziehung und Pflege

Der Dogo Argentino benötigt eine liebevolle und konsequente Führung. Er lernt schnell und gern. Deshalb sollte man ihn auch immer wieder Gelegenheit dazu geben, etwas Neues zu lernen. Verschiedene Hundesportarten sowie die Fährtensuche sind ideale Beschäftigungen für die argentinische Dogge. Sie stärken das Band zum Halter und lasten das Tier körperlich wie auch geistig aus.

Der gelangweilte Dogo Argentino wird sich eigene Beschäftigungen suchen, die für die Halterfamilie nicht immer angenehm sein müssen. Bei der Anschaffung sollte deshalb unbedingt in Betracht gezogen werden, dass das Tier ausreichend Auslauf hat und stets Zuwendung von seiner Halterfamilie erfährt. Auch der Kontakt zu Artgenossen bereits im Welpenalter und zu anderen Haustieren ist sehr wichtig, um die positiven Merkmale im Wesen des Hundes zu bestärken. Gut geprägte und erzogene Hunde sind äußerst verträglich.

Wer einen Dogo Argentino halten möchte, muss die Grundsätze der Hundeerziehung und auch der hündischen Rangordnung verstanden haben. Wenn Sie sich das mit diesem großen Hund nicht zutrauen, sollten Sie lieber auf eine andere Rasse ausweichen. Bei der Erziehung ist außerdem zu berücksichtigen, dass ein Mensch einen Hund von 40-50 kg körperlich kaum beherrschen kann. Ein Dogo Argentino muss also lernen, gehorsam zu sein.

Gesundheit und typische Krankheiten

Wie bei allen reinweißen Hunden kann auch beim Dogo Argentino eine genetische Veranlagung für Taubheit bestehen. Verantwortungsvolle Züchter wissen um diese Gefahr und beachten entsprechende Regeln bei der Verpaarung von Hunden.

Ähnliches gilt für die genetische Veranlagung für die Hüftdysplasie (HD). Bei der HD kommt es durch eine Fehlstellung im Hüftgelenk bereits in jungen Jahren zu intensiven Abnutzungserscheinungen mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Es gibt verschiedene operative und konservative Behandlungsansätze. Oft sind betroffene Tiere allerdings viele Jahre ihres Lebens auf Schmerzmittel angewiesen. Das kann die Gesundheit des Tieres negativ beeinflussen und die Lebensqualität beeinträchtigen. Bei der Vermeidung der HD ist ebenfalls in erster Linie der Züchter gefragt. Wer sich einen Dogo Argentino Welpen aussucht, sollte deshalb auf die HD-Freiheit in den Papieren des Hundes achten.

Lebenserwartung beim Dogo Argentino

Für einen Hund dieser Größenklasse ist der Dogo Argentino allgemein vital und robust. Er kann auf eine Lebensspanne von bis zu 12-13 Jahren hoffen. Als Hundehalter kann man auf die Gesundheit des Tieres positiv einwirken. Eine artgerechte Ernährung, viel Bewegung sowie regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sichern die Lebensqualität des Hundes .

Den Dogo Argentino kaufen

Wer sich einen Dogo Argentino ins Haus holt, trifft eine Entscheidung, die für bis zu 13 Jahren gilt. Deshalb sollte der Züchter bei diesem kräftigen, großen Tier bewusst ausgewählt werden. Argentinische Doggen sollten nicht aus zweifelhaften Quellen gekauft werden. Hier ist ein seriöser Züchter gefragt.

Gute Züchter achten sehr auf die Zuchtgesundheit der Elterntiere. Sie stellen von Anfang an Menschen- und Familienkontakt der Welpen her. Bei einem verantwortungsvollen Züchter lernt der Hundewelpe bereits in den ersten Wochen seines Lebens auch andere Tiere, Kinder und verschiedene Umweltreize kennen. Bei Hunden findet bis zur 16. Lebenswoche eine besondere Prägung statt. Deshalb ist der Hund später gut sozialisiert, wenn er in dieser Lebensphase die für ihn wichtigen Umweltreize bereits kennengelernt hat.

Gute Züchter halten das Muttertier, beziehungsweise auch den Vater im Familienverband. Sie geben die Welpen nicht vor der 8. Lebenswoche ab und potenziellen Interessenten die Gelegenheit, „ihren“ Welpen vorher kennen zu lernen und auszuwählen.
Ordnungsgemäße Papiere sind ebenfalls ein Hinweis auf ein verantwortungsvollen Züchter. Wer mit Herz und Seele züchtet, interessiert sich dafür, in welche Hände der Dogo Argentino Welpe am Ende kommt und welche Lebensbedingungen ihn erwarten. Außerdem stellt er sicher, dass der Welpe in den ersten Tagen nach seiner Übergabe sein gewohntes Futter erhalten kann. Sie helfen bei Fragen und bei der Erziehung mit Ratschlägen. Sie bleiben lange Ansprechpartner für den Hundehalter, gerade, auch wenn Haltungs- oder Gesundheitsprobleme auftreten.

Entscheidungshilfe

Interessieren Sie sich für einen Dogo Argentino? Hier sind einige Aspekte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können:

Ein Dogo Argentino passt zu Ihnen, wenn

– Sie ausreichend Platz und Zeit für einen großen Hund haben.
– Sie Erfahrung in der Hundeerziehung mitbringen.
– Sie bereit sind, Zeit in die Erziehung und Ausbildung des Hundes
zu investieren.
– Sie mit möglichen Begrenzungen der Hundegesetze in manchen
Bundesländern umgehen können.
– Sie die negativen Gefühle und Ängste mancher Menschen in
Bezug auf den Dogo Argentino aushalten.

Ein Dogo Argentino passt weniger gut zu Ihnen, wenn

– Sie in einer kleinen Stadtwohnung leben.
– Sie aus beruflichen Gründen nicht täglich mindestens 3-4 Stunden für die Beschäftigung und den Auslauf des Hundes
aufbringen können.
– Sie wenig Erfahrung mit dominanten und großen Hunden haben.
– Sie sich durch negative Bemerkungen anderer Menschen auf der Straße sehr beeinträchtigt fühlen.

Viele Menschen machen wundervolle Erfahrungen mit dem schönen, stolzen Dogo Argentino. Er kann für viele Jahre ein treuer, hündischer Freund sein und Kinder durch seine Anhänglichkeit begeistern.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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