Amerikanischer Akita

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Größe:
61 – 71 cm
Gewicht:
35 – 55 kg
Herkunft:
Japan
Lebensdauer:
11 – 15 Jahre
Farbe:
Alle Farben wie Rot, Falbfarben und Weiß, auch gestromt und gescheckt
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ein treuer Freund fürs Leben – ein Amerikanischer Akita

Ein Amerikanischer Akita ist ein sehr großer Hund, der sich durch seinen Mut und seine Anhänglichkeit auszeichnet. Fremden gegenüber zeigt sich der ursprünglich aus Japan stammende Hund distanziert. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem ausgezeichneten Wachhund.

Rassebeschreibung Amerikanischer Akita

Ein Amerikanischer Akita, der auch als American Akita bekannt ist, wird häufig auch als „Great Japanese Dog“ bezeichnet. Diesen Namen verdankt er seiner japanischen Abstammung. Seine Urväter sind die Akita Inu, wobei die eigentliche Rassebezeichnung hier der Akita ist. Inu bedeutet so viel wie Hund. Der Name Akita lässt sich auf eine im Norden liegende gleichnamige Präfektur der Insel Honshu zurückführen. Es wird angenommen, dass der Akita eine der ältesten Hunderassen weltweit ist. Bereits 5000 Jahre alte in Stein geritzte Bilder zeigen einen Hund, der deutliche Ähnlichkeit mit dem Akita hat. In den Jahren von 1603 bis 1868, der japanischen Edo-Periode, war der Akita der ständige Begleiter der Samurai.

Die bis dato nur in Japan bekannte Rasse fand vor allem nach dem 2. Weltkrieg, dank heimkehrender Soldaten, den Weg nach Amerika und wurde dort weitergezüchtet. Sein Erscheinungsbild hat ein Amerikanischer Akita seit den 1950er Jahren kaum verändert. Aus dem einstigen „Einwanderer“ entwickelte sich eine eigenständige Rasse mit ausgeprägtem Charakter. Ein Amerikanischer Akita ist deutlich größer und kräftiger als seine japanischen Vorfahren, hat jedoch den typischen Jagdinstinkt bis heute nicht verloren.

Die Nachfahren Amerikanischer Akita wurden von den Japanern nicht als zur Rasse des Akita Inu zugehörig anerkannt. Es sollte bis ins Jahr 2000 dauern, bis der FCI zwei unterschiedliche Rassestandards festlegte – die des Amerikanischen Akita und die des Akita Inu. Ein Amerikanischer Akita weist einen kräftigen und knochenstarken Körperbau auf, während der Akita Inu als wesentlich zierlicher zu bezeichnen ist. Ein Amerikanischer Akita ist zudem eher ruhig, während seine japanischen Verwandten häufig einen nervösen Charakter zeigen. Für Jäger war der Akita in früheren Zeiten ein treuer Helfer, der gerne für die Jagd auf Bären, Schwarzwild und Federwild eingesetzt wurde.

Amerikanischer Akita – Herkunft und Rassegeschichte

Die weit zurückreichende Geschichte des Akita Inu betrifft natürlich auch den Amerikanischen Akita. Kaiser Hirohito hatte den Akita im Jahr 1931 zum Nationalbesitz erklärt und damit gleichzeitig seine Ausfuhr verboten. Erst nach 1945 wurde diese Regelung während der Besatzung durch die Amerikaner außer Kraft gesetzt, sodass zahlreiche Hunde dieser edlen Rasse den Weg nach Amerika fanden. Nach wie vor gehört der Akita in Japan zu den offiziellen National- und Naturdenkmälern.

Bei vielen Menschen, auch hierzulande, ist vor allem die rührende Geschichte des Akitas Hachiko im Gedächtnis haften geblieben. Der in unerschütterliche Treue zu seinem Herrchen ergebene Hund erlangte durch die Verfilmung im Jahr 2010 mit Richard Gere in der Rolle des Japanischen Professors große Bewunderung. Hachiko brachte den Professor jeden Tag zur Bahnhofsstation und holte ihn auch wieder dort ab. Als der Professor an einem Herzinfarkt verstarb, wartete der Hund 10 Jahre an der gleichen Stelle auf seinen Herrn, bis er selbst an eben diesem Platz starb. Dieses Beispiel zeigt, wie sehr sich ein Akita an den Menschen zu binden vermag.

Die Blutlinien der Hunde nahmen unterschiedliche Wege. In Japan wurde in früheren Zeiten zum Beispiel der Mastiff eingekreuzt, um den Akita zu einem kräftigen Kampfhund umzugestalten. Diese Zuchtlinien wurden jedoch nicht gerne gesehen, Durch einen hohen Anteil an Hunden, die aus Kreuzungszuchten hervorgingen, wurde nach dem 2. Weltkrieg eine Rassebereinigung des Japanischen Akita angestrebt. Ein Amerikanischer Akita blieb hiervon weitestgehend unberührt und hat sein Erscheinungsbild daher auch seit nunmehr fast 60 Jahren kaum verändert.

Obwohl es nicht die Soldaten waren, die den Akita erstmals nach Amerika brachten, sondern bereits in den 1930er Jahren eine Frau Namens Hellen Keller, setze sich die Rasse erst 20 Jahre später erfolgreich durch. Die auf den Akita des Dewa- und Kongo-Go Typs zurückzuführenden Hunde erfreuten sich großer Beliebtheit. Bereits 1956 wurde der erste Akita Kennel Club gegründet, der später in den Akita Club of America umbenannt werden sollte.

1972 wurde die Rasse Amerikanischer Akita offiziell anerkannt und die Rassestandards festgelegt. Heute gibt es kaum noch gravierende Ähnlichkeiten zwischen den japanischen Akitas und den Amerikanischen Akitas. Lediglich die typischen Stehohren und die eingerollte Rute sind bei beiden Hunden als durchgängiges typisches Merkmal zu finden. Folgerichtig wurden die beiden Rassen im Jahr 2000 endgültig als eigenständig niedergeschrieben.

Amerikanischer Akita – Aussehen

Ein Amerikanischer Akita präsentiert sich mit kräftiger Statur, breitem Kopf und tiefem Fang. Mit seinem charakteristischen Erscheinungsbild zeigt sich ein Amerikanischer Akita als agiler robuster Hund. Der im Jahr 2000 vom größten kynologischen Dachverband, der FCI, anerkannte Amerikanische Akita gehört zur Gruppe 5 und der Sektion 5. In der Gruppe 5 sind Spitze und Hunde vom Urtyp erfasst, der Sektion 5 werden Asiatische Spitze zugeordnet. Ein Amerikanischer Akita trägt die Standard Nummer 344.

Gemäß Rassestandard muss ein Amerikanischer Akita Rüde eine Widerristhöhe von 66 bis 71 cm aufweisen, eine Amerikanischer Akita Hündin 61 bis 66 cm. Das Gewicht ist nicht festgelegt, beträgt aber in der Regel zwischen 35 und 55 kg. Die Lebenserwartung des Amerikanischen Akita beträgt ca. 11 bis 15 Jahre.

Ein Amerikanischer Akita besitzt einen breiten kräftigen Kopf, der die Form eines Dreiecks aufweist. Die ebenfalls dreieckig geformten Stehohren sind nach vorn gerichtet. Der Fang ist relativ tief angesetzt. Aus dem meist braun bis schwarz maskierten Gesicht blitzen zwei verhältnismäßig kleine dunkelbraune Augen hervor.

Das Fell des American Akita unterstreicht seine kräftige Figur und verleiht ihm ein imposantes Aussehen. Unter dem dicken stockhaarigen Haarkleid verbirgt sich eine ebenso dicke wie weiche kurze Unterwolle. An Widerrist und Kruppe erreicht das Fell eine Länge von ca. 5 cm und ist damit deutlich länger als am restlichen Körper. Lediglich an der Rute zeigt sich das Fell noch dichter und länger. Typischerweise trägt ein Amerikanischer Akita die dick behaarte Rute an die Seite gerollt oder auf dem Rücken liegend.

Zur Erfüllung der Rassestandards sollte ein Amerikanischer Akita über eine Farbgebung verfügen, bei der die Farben des Fells deutlich voneinander abgegrenzt sind. Prinzipiell sind alle Färbungen zugelassen. Ein Amerikanischer Akita kann auch gescheckt oder gestromt sein. Die Unterwolle kann dabei eine andere Farbe als das Deckhaar aufweisen. Bei gescheckten Tieren zeigen sich zum Beispiel auf weißem Untergrund gleichmäßig angeordnete Flecken, die sich über den Kopf und den Körper verteilen können. Ein gescheckter Amerikanischer Akita weist relativ große Flecken auf, die bis zu einem Drittel des gesamten Körpers bedecken.

Charakter und Wesen des Amerikanischen Akita

Ein Amerikanischer Akita liebt „seine“ Menschen. Er benötigt einen engen Familienanschluss und fühlt sich in seiner Rolle als Beschützer für Frauchen, Herrchen und Kinder „pudelwohl“. Sie sind sein „Rudel“ und reichen ihm als Gesellschaft völlig aus. Allein in einem Zwinger gehalten würde ein Amerikanischer Akita seelisch verkümmern. Bei frühzeitiger Sozialisation als Welpe kommt ein Amerikanischer Akita mit anderen Hunden, Katzen, Kaninchen und Hamstern bestens aus. Würde man ihn fragen, würde ein die Ruhe liebende Amerikanischer Akita aber wahrscheinlich ein Leben als Einzelhund bevorzugen.
Fremden gegenüber wahrt ein Amerikanischer Akita Distanz.

Ein Amerikanischer Akita beobachtet genau, was passiert, zeigt aber keinesfalls aggressives Verhalten. Auch wenn ein Amerikanischer Akita als passionierter Jäger gilt, zeigt er Menschen gegenüber eine ausgesprochen große Beißhemmung. Wenn Du einen Hund suchst, der für eine Schutzdienstausbildung geeignet ist, solltest Du daher eine andere Rasse wählen. Mit seinem ruhigen Wesen und seiner Vorliebe für konzentriertes und ausdauerndes Arbeiten ist ein Amerikanischer Akita ein großer Liebhaber des Fährtenlesens. Auch Suchspiele und sinnvolles Agility Training sind ganz nach seinem Geschmack.

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Haltung und Ernährung des Amerikanischen Akita

Ein Amerikanischer Akita neigt bei falscher Ernährung schnell zu Haut- und Haarerkrankungen. Ursache kann zum Beispiel ein zu hoher Rohproteinanteil sein, wie er häufig in Hochleistungsfutter enthalten ist. Auch Soja und Getreide gehören nicht auf die Speisekarte des Amerikanischen Akita. Als Karnivore, also Fleischfresser, bevorzugt ein Amerikanischer Akita tierische Eiweiße, wie sie in Fleisch oder auch Fisch enthalten sind.

Empfohlen wird:

  • Rindfleisch
  • Lammfleisch
  • Wildfleisch
  • Straußenfleisch

Das Futter darf durchaus mit Gemüse oder Reis ergänzt werden, auf Schweinefleisch solltst Du bei der Ernährung für Deinen Amerikanischen Akita jedoch verzichten.

Wenn Du Deinen Amerikanischen Akita gerne BARF gerecht ernähren möchtest, findest Du hier viele nützliche Tipps: https://www.haustierratgeber.de/hunde/ernaehrung/barfen-bei-hunden-5-nuetzliche-tipps/

Wie oft solltest Du Deinen Hund füttern?

Trotz seiner imposanten Größe benötigt ein Amerikanischer Akita verhältnismäßig wenig Futter. Wenn Du noch nicht weiß, wie Du die Futtermenge angemessen dosieren solltest, kannst Du zu einem einfachen Trick greifen und Deinen Akita regelmäßig auf die Waage stellen. Prinzipiell solltest Du Deinen Hund zu festen Zeiten füttern, die Du individuell bestimmen kannst. Empfohlen sind zwei Mahlzeiten am Tag. Wichtig ist, dass Deinem Amerikanischen Akita stets frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Den Futternapf, egal ob leer oder voll, solltest Du jedoch spätestens nach 20 Minuten beiseitestellen.

Erziehung und Pflege – Amerikanischer Akita

Ein Amerikanischer Akita ist vergleichsweise pflegeleicht. Es genügt, wenn Du sein Fell ein- bis zweimal in der Woche bürstest. Das eher harte und kurze Fell eines Amerikanischen Akitas verfügt über sehr gute selbstreinigende Fähigkeiten, sollte aber mit der Bürste von Dir zum Glänzen gebracht werden. Lediglich während des Fellwechsels solltest Du Deinen Hund täglich bürsten. So können alte und abgestorbene Haare entfernt werden, bevor sie sich in den Ecken der Wohnung ausbreiten. Gleichzeitig erleichterst Du Deinem Amerikanischen Akita die Strapazen, die mit dem zweimal im Jahr anstehenden Fellwechsel verbunden sind.

Für den perfekten Umgang mit lästigen Hundehaaren findest Du hier wertvolle Tipps.

Bei der Erziehung zeigt sich ein Amerikanischer Akita oft als eigenwillig. Die Erziehung des Amerikanischen Akitas kann daher eine echte Herausforderung sein und sollte bereits im frühen Welpenalter beginnen. Als Anfängerhund ist der Akita nicht zu empfehlen. Nur wenn Du über ausreichende Erfahrung in der Erziehung von Hunden verfügst, wirst Du die Oberhand über den dominanten Charakter dieses Hundes wahren können. Ohne Konsequenz und ein gehöriges Maß an Feingefühl, wird es schwer, Probleme im täglichen Zusammenleben von Hund und Mensch zu vermeiden.

Druck oder gar Gewalt führen bei dem sensiblen Amerikanischen Akita zu einer Verweigerungshaltung. Ignorant und stur wird er sich über alle Anweisungen hinwegsetzen. Wenn Du Dich auf das Abenteuer Amerikanischer Akita einlässt, wirst Du am Ende einer erfolgreichen Erzeihung mit einem treuen Gefährten belohnt, der mit seinen Menschen eine wunderbare Partnerschaft eingeht.
Wie auch bei vielen anderen Hunderassen, kann sich der Besuch einer Hundeschule auch für erfahrene Hundebesitzer lohnen!

Mehr Informationen rund um das Thema Hundeerziehung findest Du hier.

Gesundheit und typische Krankheiten des Amerikanischen Akita

Ein Amerikanischer Akita ist ein sehr robuster Hund, der sich meist über eine lebenslange Gesundheit erfreuen kann. Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt. Lediglich Allergien oder Hautkrankheiten können vereinzelt zu Problemen führen. Im Alter zeigen sich eventuell Erkrankungen der Gelenke, wie zum Beispiel Arthrose.

Lebenserwartung des Amerikanischen Akita

Ein Amerikanischer Akita erreicht für seine Größe ein respektables Alter. Mit einer Lebenserwartung von 11 bis 15 Jahren kann sich der stolze Hundebesitzer über viele Jahre mit seinem treuen Begleiter freuen. Dank seiner robusten Art wird ein Amerikanischer Akita in der Regel bis ins Alter ein gesunder und agiler Hund bleiben.

Amerikanischen Akita kaufen

Bevor Du Dich für diese edle Hunderasse entscheidest, solltest Du Dir die Frage stellen, ob ein Amerikanischer Akita für Dich geeignet ist. Ein Amerikanischer Akita ist ein Jagdhund und benötigt daher reichlich Auslauf. Auch wenn sich ein Amerikanischer Akita manchmal genügsam zeigt – eine Runde um den Häuserblock ist definitiv zu wenig. Nur wenn Du ausreichend Zeit mitbringst und lange Spaziergänge liebst, sollten Du einen Amerikanischen Akita bei Dir einziehen lassen.

Bloße Spielereien oder langweiliger Hundesport sind für den stolzen Hund eher lächerlich. Ein Amerikanischer liebt die Herausforderung und muss vor allem einen Sinn in dem sehen, was er tut. Vorsicht sollte man in der Nähe eines Waldes walten lassen.Hier sollte Dein Amerikanischer Akita stets an der Leine geführt werden. Es könnte sein, dass Dein Hund andernfalls seine gute Kinderstube vergisst und seinem Jagdtrieb folgt.

Du möchtest mehr darüber lesen, wie positiv sich ein Hund im Haus auf das Familienleben auswirken kann? Hier findest Du wertvolle Tipps.

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