Pferdefutter: Das ist wichtig zu beachten

Pferdefutter gibt es im Reiterladen mittlerweile zuhauf und vielen Pferdebesitzern fällt die Entscheidung, welches Futter für ihren Schützling das richtige ist, nicht leicht.

Du erfährst in unserem Beitrag, welche Sorten Pferdefutter es gibt und welches das richtige Futter für Dein Pferd ist.

Pferdefutter

Pferdefutter kann grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: Raufutter und Kraftfutter. Welches Futter in welchen Mengen einem Pferd gefüttert werden sollte, muss immer individuell entschieden werden.

Hier erhältst Du einen Überblick über die verschiedenen Pferdefutter-Sorten, einige wichtige Tipps rund um’s Pferdefutter und Ratschläge, welches Pferdefutter Du kaufen solltest.

Oberste Priorität: Raufutter

Pferdefutter

Bei der Fütterung steht an oberster Stelle, einen ausreichenden Zugang zu Raufutter zu gewährleisten, um die Bedürfnisse Deines Pferdes zu erfüllen.

Die empfohlene Heumenge beträgt für ein Pferd 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht. Pferde sind von Natur aus rund 15 bis 20 Stunden mit der Futtersuche und -aufnahme beschäftigt.

Ihr Verdauungsapparat ist daher nur auf kleine Mengen Futter ausgelegt. Der Pferdemagen produziert in der Folge ununterbrochen Magensäure, die durch den beim Kauen entstehenden Speichel neutralisiert wird.

Die stetige Aufnahme von Raufutter ist daher für Pferde wichtig. Ansonsten kann es zu Problemen im Verdauungsapparat wie Magengeschwüre oder lebensbedrohlichen Koliken kommen.

Heu, Gras und Stroh

Das Grundnahrungsmittel für Pferde sollte Heu und in den Sommermonaten Gras darstellen. Heu und Gras enthalten alle wichtigen Nähr- und Ballaststoffe für Pferde und sind gleichzeitig ein guter Energielieferant.

Stroh hingegen dient weder als Energie- noch als Nährstofflieferant. Dennoch wird Stroh aufgrund des hohen Rohfaseranteils gerne gefüttert, da es durch seine grobe Struktur die Kautätigkeit des Pferdes anregt und einen sättigenden Effekt hat.

Du solltest allerdings darauf achten, nur eine begrenzte Menge Stroh als Pferdefutter zur Verfügung zu stellen.

In größeren Mengen ist Stroh für Pferde nur schwer verdaulich und kann zu Verstopfungskoliken führen.

Grassilage, Maissilage und Heulage

Die Fütterung von Silage und Heulage wird dann bevorzugt, wenn das Pferd zu Problemen mit den Atemwegen neigt.

Durch die spezielle Herstellung handelt es sich bei diesen Raufuttersorten um staubarmes Pferdefutter. Gleichzeitig ist allerdings der Nährstoff- und Eiweißgehalt hoch.

Während früher viele Pferde Silage erhielten, sind die meisten Reitställe mittlerweile von einer Fütterung abgewichen.

Während immer wieder diskutiert wird, ob Silage tatsächlich durch den sauren pH-Wert dem Magen schaden könnte, ist unumstritten, dass die Gefahr des Botulismus hoch ist.

Nicht nur wegen dem möglichen Einschluss toter Tiere, sondern auch wegen der Schwierigkeit der richtigen Herstellung wird daher bei Stauballergikern vermehrt auf bedampftes Heu gesetzt.

Was für Pferdefutter-Sorten gibt es?

Pferdefutter

Neben Rau- und Saftfutter wird beim Pferdefutter auf Kraftfutter gesetzt. Durch die Fütterung von Kraftfutter wird der Energiebedarf gedeckt, den das Pferd über das Raufutter alleine nicht decken kann.

Für viele Pferdehalter dient die Fütterung von Pferdemüsli und Co. der Belohnung des Pferdes nach dem Arbeiten und als Möglichkeit, die benötigten Mineralstoffe zuzufüttern.

Einzelfutter

Unter Einzelfutter wird Pferdefutter verstanden, welches aus einem Naturprodukt besteht. In der Pferdefütterung sind das klassischerweise Hafer, Mais und Gerste.

Besonders Hafer wird seit Jahrzehnten gerne in der Pferdefütterung eingesetzt, schließlich liefert er in Relation mit anderen Getreidesorten eine Vielzahl an wichtigen Aminosäuren.

In den letzten Jahren hat der Trend getreidefreies Pferdefutter zu füttern allerdings Hafer, Gerste und Mais verdrängt.

Doch Getreide ist nicht zwingend schlecht. Pferde mit erhöhtem Energiebedarf können problemlos diese Einzelfutter-Sorten erhalten. Kritischer sieht es bei Pferden mit einem niedrigen Energiebedarf aus.

Insbesondere Gerste, Mais und Weizen sind für zu Übergewicht neigenden Pferden die falsche Wahl. Nachweislich erhöhen diese den niederglykämischen Index, was nichts anderes als ein Anstieg des Blutzuckerspiegels ist.

In der Folge erhöht sich der Insulinspiegel und die Gefahr, dass das Pferd an EMS und Hufrehe erkrankt ist hoch.

Pferdemüsli

Pferdemüsli ist ein klassisches Mischfutter und ein äußerst beliebtes Pferdefutter. In gutem Pferdemüsli sind bereits alle benötigten Nährstoffe enthalten.

Das bedeutet, dass bei der Fütterung der empfohlenen Futtermenge eine Zufütterung von Mineralfutter nicht mehr nötig ist.

Pferdemüsli gibt es in den verschiedensten Varianten, die sich in erster Linie durch den Energiegehalt unterscheiden.

Wenn Du Pferdemüsli als Pferdefutter kaufen möchtest, solltest Du daher darauf achten, dass der Energiegehalt der körperlichen Beanspruchung Deines Pferdes angepasst ist.

Ein Freizeitpferd, das viermal die Woche leichte Arbeit verrichtet, hat einen wesentlich niedrigeren Energiebedarf als Sportpferde.

Pferdemüsli hat den Vorteil, dass es von den meisten Pferden gerne gefressen wird und durch seine Zusammensetzung die Kautätigkeit Deines Pferdes anregt.

Mash

Bei Erkrankungen und in der Rekonvaleszenz-Phase wird beim Pferdefutter gerne auf Mash gesetzt. Mash hat die Eigenschaft leicht verdaulich und schonend für den gesamten Magen-Darm-Trakt zu sein.

Es hat sich besonders bei Kolikern und Pferden mit Magenproblemen bewährt.

Zusätzlich dient es zum Auffüttern dünner Pferde und zur Unterstützung im Fellwechsel. Da Mash mit heißem Wasser aufgegossen und nach dem Quellen warm verfüttert wird, füttern viele Pferdehalter es im Winter gerne als Zusatzfutter.

Wie häufig Mash gefüttert werden sollte, kommt auf die Zusammensetzung an. Einige Sorten sollten nicht häufiger als zwei- bis dreimal die Woche gefüttert werden, andere hingegen können bedenkenlos täglich gegeben werden.

Die Inhaltsstoffe von Mash variieren von Hersteller zu Hersteller. Immer wieder enthalten sind:

  • Apfeltrester
  • Leinsamen
  • Karotten, Hagebutten, Apfel
  • Öl
  • Flohsamen
  • Gerste- und Haferflocken
  • Weizenkleie
  • Traubenzucker

Getreidefreies Pferdefutter

Alle bereits genannten Pferdefutter-Varianten sind auch in einer getreidefreien Version erhältlich. In den letzten Jahren geht beim Pferdefutter vermehrt der Trend zu Futter, das vollkommen frei von Getreide und Melasse ist.

Hintergrund ist das Auftreten von sogenannten Wohlstandserkrankungen.

Zur Entlastung des Stoffwechsels wird versucht auf Getreide und Melasse, die unnötige Kohlenhydrate enthalten, zu verzichten.

Wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Fütterung von Heu und Gras nicht ausreicht, um den Nährstoffbedarf eines Pferdes zu decken.

Eine unzureichende Menge an Mineralstoffen hat nichts mit der Heuqualität zu tun, sondern mit den im Boden enthaltenen Mineralien und der verschiedenen Grassorten.

Was für Nahrungsergänzungsmittel gibt es?

Unter Nahrungsergänzungsmitteln wird die Zufütterung von Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen verstanden.

Es handelt sich um Futterzusätze, bei denen die Mineralien und Nährstoffe in erhöhter Konzentration vorliegen.

Neben der Zufütterung von Mineralien und Spurenelementen können Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kräutern zur Unterstützung bei bestimmten Beschwerden wie Arthrose oder Husten dienen.

Nahrungsergänzungsmittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: Pellets, Öl, Pulver und in flüssiger Form.

Wann Nahrungsergänzungsmittel gefüttert werden sollten

Die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln macht nur dann Sinn, wenn auch tatsächlich ein Mangel vorliegt. Im Idealfall lässt Du ein Blutbild von Deinem Tierarzt anfertigen.

Auf diese Weise kann exakt bestimmt werden, ob für Dein Pferd eine zusätzliche Fütterung eines Spurenelements sinnvoll ist.

Abzuraten ist, einfach irgendein Spurenelement zuzufüttern. Eine Überversorgung kann für das Pferd genauso schädlich sein, wie ein Mangel.

Bei der Zufütterung von Kräutern und anderen Elementen, um die Symptome bestimmter Erkrankungen zu lindern, sollte dies zuvor mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Denn auch hier gibt es einiges zu beachten. Einige Kräuter wie beispielsweise Teufelskralle belasten den Magen, Süßholzwurzel sollte zum Schutz der Zähne nur über gewisse Zeiträume gefüttert werden.

Welches Futter für welches Pferd?

Das Pferdefutter sollte unbedingt auf die Bedürfnisse des Pferdes angepasst werden. Alter, Rasse, Größe und Beanspruchung haben einen erheblichen Einfluss auf den individuellen Bedarf.

Freizeitpferde

Die Bezeichnung Freizeitpferd ist eine recht ungenaue Bezeichnung. Viele Freizeitpferde verrichten kaum körperliche Arbeit, so dass die Fütterung von Pferdefutter zur Energiezufuhr gar nicht nötig ist.

Andere Freizeitpferde stehen im täglichen Training und benötigen durchaus eine zusätzliche Fütterung von Kraftfutter.

Wird von einer leichten Beanspruchung ausgegangen, reicht es aus, dem Pferd Mineralfutter zuzufüttern, um den täglichen Bedarf an Spurenelementen zu decken. Möchtest Du Dein Pferd gerne mit Futter nach der getanen Arbeit belohnen, solltest Du zu einem Pferdemüsli mit einem niedrigen Energiegehalt greifen.

Sportpferde

Bei Sportpferden ist der Energiebedarf und Muskelstoffwechsel stark erhöht. Das bedeutet, das solche Pferde einen erhöhten Bedarf an Vitamin E und C sowie Selen haben und auf Fütterung, die reich an Antioxidantien ist, angewiesen sind.

Getreidefreies Pferdefutter ist bei sportlich genutzten Pferden nicht nötig, da sie durch aufgeschlossenes Getreide (wie es im Pferdemüsli enthalten ist) die benötigte Energie in Form von Eiweiß enthalten.

Eine gezielte Fütterung von Hafer ist bei solchen Pferden sogar notwendig.

Fohlen und Zuchtstuten

Fohlen und Zuchtstuten haben spezielle Bedürfnisse an die Fütterung. Laktierende Stuten haben einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen und besonders an Eiweiß, ein getreidefreies Pferdefutter macht daher auch bei ihnen keinen Sinn.

Da Fohlen sich in den ersten Wochen ausschließlich von Muttermilch ernähren, ist die richtige Fütterung der Mutterstute unerlässlich.

Bereits während der Trächtigkeit sollte aufgrund des verändernden Nährstoffbedarfs gezielt zugefüttert werden. Gegen Ende der Trächtigkeit ändert sich dieser Bedarf und Du solltest neues Pferdefutter kaufen.

Beginnt das Fohlen feste Nahrung zu sich zu nehmen, sollte auch dieses Kraftfutter erhalten. In den ersten Lebenswochen werden die Weichen für das gesamte Pferdeleben gestellt.

Spezielle Fohlenfutter sind auf das Wachstum und den erhöhten Bedarf an Phosphor, Calcium, Magnesium, Selen und Zink angepasst.

Alte Pferde

Wird ein Pferd älter, arbeitet der Organismus nur noch langsam. Das hat zur Folge, dass sich die Verdauung verlangsamt, das Pferd deutlich an Leistungsfähigkeit verliert, Bänder sowie Sehnen ihre Elastizität verlieren und Muskel- und Körpermasse abgebaut werden.

Begleitet werden diese Symptome von einer schlechteren Zahnstruktur und einer verlangsamten Motorik des Darms.

Raufutter sollte solchen Pferden rund um die Uhr zur freien Verfügung stehen, damit die Futteraufnahme langsam ausgeführt wird.

Große Menge Futter können den empfindlichen Verdauungstrakt besonders bei alten Pferden überlasten. Daher sollte auch Kraftfutter nur in kleineren Portionen angeboten werden.

Bei älteren Pferden ist die Zufütterung von angepasstem Kraftfutter angeraten. Der Nährstoffbedarf verändert sich bei Senioren. So benötigen sie Mineral- und Vitalstoffe in deutlich höherer Konzentration als junge Pferde.

Besitzt Du ein älteres Pferd, solltest Du daher ein Pferdefutter kaufen, dass sich positiv auf die Darmflora auswirkt, Nähr- und Mineralstoffe in höherer Konzentration enthält und viel Energie liefert.

Spezielles Seniorenfutter ist auf diese Bedürfnisse angepasst. Zusätzlich kannst Du Mash zufüttern.

Problematisch wird es, wenn Pferde aufgrund des Alters oder der Zahnerkrankung EORTH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis) nicht mehr richtig kauen kann.

In solchen Fällen macht die Fütterung von aufgeweichten Heu- und Maiscobs Sinn.

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4 Gedanken zu „Pferdefutter: Das ist wichtig zu beachten“

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