Ein Fohlen kaufen: Das solltest Du beachten

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Du träumst schon lange von einem eigenen Fohlen? Ein kleines Pferd, das Du aufwachsen sehen kannst, und das Du selbst erziehen und trainieren kannst?

Ob Du eine Stute hast, die Dir ein Fohlen schenkt, oder ob Du ein Fohlen kaufst, Du musst Dir bewusst machen, dass das kleine Wesen andere Ansprüche an Dich stellt als ein erwachsenes Pferd.

Aber keine Angst! Mit ein wenig Vorbereitung kann Dein Traum vom eigenen Fohlen wahr werden.

Die Geburt

Die Vorbereitung auf die Fohlen-Geburt beginnt schon einige Wochen vor dem großen Tag. Um ausreichend Ruhe zu haben, steht die Stute in einer ruhigen und geräumigen Abfohlbox.

Nach ca. 11 Monaten Tragezeit ist es dann soweit: das Fohlen wird geboren. Wie man es aus vielen Filmen kennt, findet die Fohlen-Geburt oft nachts statt. Innerhalb eines Zeitraums von etwa 30 bis 60 Minuten kommt das Fohlen auf die Welt.

Direkt nach der Geburt wiegt das Pferdebaby schon 50 bis 60 kg, je nach Rasse. Ein Ponyfohlen wiegt ca. 40 kg. Weil es in der Natur überlebenswichtig ist, steht das Fohlen bereits nach etwa 20 Minuten auf.

Sollte das Fohlen keine Anstalten machen, allein aufzustehen, wird es von der Stute und vom Tierarzt dazu aufgefordert. Mit ein wenig Unterstützung sind die meisten Fohlen schnell auf den Beinen.

Die Ammenstute hilft im Notfall

Fohlen kaufen

Leider kommt es immer wieder vor, dass die Geburt des Pferdekindes nicht so abläuft, wie es sich alle gewünscht haben. Wenn die Mutterstute stirbt oder nicht in der Lage ist, ihr Fohlen zu ernähren, wird schnell Hilfe benötigt. Hier kommt die Ammenstute ins Spiel.

Eine Ammenstute hat ihr Fohlen bei der Geburt oder kurz danach verloren und produziert daher noch Milch. Sie kann das verwaiste Fohlen aufnehmen und großziehen.

Solltest Du erleben, dass ein Fohlen die Hilfe einer Ammenstute benötigt, kannst Du den Tierarzt, andere Pferdebesitzer, Fohlennotdienste oder Social Media Plattformen mit entsprechender Ausrichtung um Unterstützung bitten.

Das Fohlen wird abgesetzt

Nachdem das kleine Kerlchen aufgestanden ist, macht es sich auf seinen wackligen Beinen auf, die Umgebung zu erkunden. Die Mutterstute hat stehts ein wachsames Auge auf ihr Kleines.

Das Fohlen wird mit jedem Tag sicherer und mutiger und wagt sich langsam immer etwas weiter von der Stute weg. Nach etwa vier Wochen kann das Fohlen zum ersten Mal mit seiner Mutter auf die Weide.

Irgendwann ist es Zeit für das Absetzen des Fohlens. In größeren Ställen werden die Fohlen oft gemeinsam und abrupt von ihren Müttern getrennt und auf eine Fohlenweide gestellt.

Zu diesem Zeitpunkt sind sie etwa 3 Monate alt. Dies führt natürlich zu einem enormen Stress bei den Pferdekindern, die nicht wissen, wie ihnen geschieht.

Stressfreier sind die Methoden, dem Fohlen für die Übergangszeit ein anderes Pferd als neuen Bezugspunkt zur Seite zu stellen oder die Zeit der Trennung von seiner Mutter täglich ein wenig zu erhöhen.

Am besten wäre es natürlich für das Fohlen, wenn ihm ausreichend Zeit gelassen würde, bis es von sich aus ein eigenständiges Leben führen kann.

Futter für Fohlen: wichtig für eine gesunde Entwicklung

Während des ersten Monats ernährt sich das Pferdekind ausschließlich von der Milch seiner Mutter. Aber schon ab dem zweiten Monat beginnt es, auf der Weide an Grashalmen zu knabbern.

Das kleine Pferd wächst sehr schnell. Pferde und Fohlen benötigen ein ausreichendes Angebot an hochqualitativem Futter. Das bedeutet, dass Du die Weide regelmäßig überprüfen solltest, auf der Dein Fohlen lebt.

Gibt es nicht genügend gute Weidefläche, solltest Du ergänzend hochwertiges, frisches Heu anbieten.

Um sicherzustellen, dass Deine Pferde und Fohlen alle wichtigen Nährstoffe für ein gesundes Aufwachsen erhalten, solltest Du der Stute ein Ergänzungsfutter und dem Fohlen ein Fohlenfutter zufüttern, das auf ihre Rasse und ihren Lebensabschnitt zugeschnitten ist.

Fohlen einreiten: darauf solltest Du achten

Das Einreiten beginnt lange vor dem Einreiten. Gewöhne Dein Fohlen nach und nach an einen Führstrick und an ein Halfter. Es sollte sich außerdem problemlos überall anfassen lassen.

Dass ist besonders wichtig, weil es immer einmal passieren kann, dass der Tierarzt oder der Hufschmied Deinem Fohlen helfen müssen.

Ein Tier, das die Berührung durch Menschen gewöhnt ist, bleibt wesentlich ruhiger als ein Fohlen, für das die Berührung durch Menschen etwas völlig Unbekanntes ist.

Hilfreich bei der Gewöhnung an den Alltag als Reitpferd ist die tägliche Fellpflege. Beginne langsam, indem Du dem Fohlen erst mit der Hand über den Körper streichst.

Hat es sich daran gewöhnt, kannst Du ihm das Putzzeug zeigen. Es wird interessiert oder ein wenig ängstlich sein und erst einmal schnuppern wollen. Nun kannst Du das Pferdekind langsam an das Putzen gewöhnen.

Mit etwa drei Jahren ist der Körper Deines Fohlens stark genug, um einen Reiter zu tragen. Aber auch hier gilt: mit Geduld geht alles besser. Wenn Du nicht sicher bist, ob Dein Fohlen schon weit genug ist, bitte den Tierarzt um eine Info.

Ist es soweit, solltest Du langsam damit beginnen, dem jungen Pferd eine Satteldecke aufzulegen. Wenn das problemlos möglich ist, gehst Du einen Schritt weiter und legst kurz einen Sattel auf.

Steigere die Zeit und führe Dein Fohlen mit dem Sattel über den Hof. Denke daran, Deinem Jungpferd genügend Zeit zu lassen, die für das Tragen eines Reiters notwendige Muskulatur aufzubauen.

Sprich mit erfahrenen Pferdeausbildern oder Deinem Tierarzt, wie Du an dieser Stelle am besten vorgehen solltest, da sowohl die Rasse als auch die individuellen Eigenarten Deines Pferdes zu berücksichtigen sind. Informationen und Trainingszubehör kannst Du hier anschauen:

Ein Fohlen kaufen – was ist zu beachten?

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Wie Du siehst, ist es nicht ganz leicht, ein Fohlen aufzuziehen und anzureiten. Aus diesem Grund solltest Du rechtzeitig darüber nachdenken, ob Du sowohl die notwendige Erfahrung als auch die erforderliche Zeit mitbringst. Einige Vorüberlegungen sind daher hilfreich.

Besitzt Du ausreichend Erfahrung, um ein Fohlen aufzuziehen? Das Fohlen benötigt eine ruhige und sichere Hand bei der Erziehung, damit es nicht durcheinandergerät oder ängstlich und unsicher wird.

Du solltest daher über auseichend Erfahrung in der Erziehung und im Umgang mit Pferden verfügen. Hilfreich ist auch ein erfahrener Pferdebesitzer im Stall, der Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Hast Du jeden Tag genügend Zeit, um Dich um das Pferdekind zu kümmern? Ein anspruchsvoller Job oder andere zeitaufwändige Verpflichtungen werden Dir und dem Fohlen das Leben sonst sehr schwer machen.

Es wird sehr anstrengend und eine große Belastung, wenn es häufig vorkommt, dass Dir wenig Zeit für das Fohlen bleibt. Auch wird es schwer, eine gute Beziehung zu dem Pferdekind aufzubauen.

Hast Du im Moment im Job oder privat eher viele Verpflichtungen, solltest Du dem Fohlen und Dir zuliebe das Projekt verschieben.

Liegt der Stall, in dem das Fohlen leben wird, in der Nähe Deiner Wohnung? Du wirst nämlich nicht jeden Tag viele Kilometer fahren wollen. Dieser Punkt ist sehr wichtig, aber er wird gern übersehen.

Du solltest den Stall jederzeit schnell erreichen können, so dass Du auch im Notfall schnell vor Ort sein kannst.

Was sind seine Aufgaben, wenn Dein Fohlen erwachsen ist? Willst Du mit ihm an Dressurprüfungen teilnehmen? Oder brauchst Du ein Pferd für den Fahrsport?

Oder möchtest Du an Hindernisrennen teilnehmen? Sowohl der Kaufpreis des Fohlens als auch seine Rasse sind ein wichtiger Punkt, über den Du nachdenken solltest.

Soll das Fohlen der Freizeitpartner für Dich und Deine Kinder sein, kannst Du nach einem preisgünstigen Fohlen einer passenden Rasse schauen. Soll das Fohlen aber später wichtige Turniere gewinnen, lohnt sich ein Blick auf die Absetzer bekannter Gestüte mit entsprechender Ausrichtung.

Was kostet ein Fohlen?

Du kannst ein Fohlen vom Züchter kaufen. Je nach Rasse und nach Abstammung kann ein Fohlen mehrere zehntausend Euro kosten.

Gerade die Fohlen von erfolgreichen und bekannten Hengsten und Stuten sind sehr teuer. Das sollte Dich jedoch nicht abschrecken, wenn Du planst, mit Deinem Pferd an großen Turnieren teilzunehmen.

Wenn Du keine sportlichen Höchstleistungen erwartest, kannst Du ein Fohlen von einem guten Züchter für einige tausend Euro kaufen.

Der Preis für ein Fohlen, das später als Freizeitpferd eingesetzt werden soll, liegt zwischen 1.500 und 2.500 Euro.

Interessant sind für Dich vielleicht auch Fohlen, die gerettet werden müssen, weil es auf ihrem Hof keinen Platz mehr für sie gibt. Infos findest

Quellen

https://www.dr-susanne-weyrauch.de/gesundheit/allgemeine-grundlagen/aufzucht-von-fohlen

https://www.das-tierlexikon.de/fohlen/

https://www.schlachtfohlenrettung.net/index.php

https://www.ammenstuten-deutschland.de

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