Die Katzengeburt – ein Erlebnis der ganz besonderen Art

Lesedauer: 7 Minuten Aufrufe 708

Ist Deine Katze trächtig, wirst Du die Aufregung und Freude kaum unterdrücken können. Vor allem die erste Katzengeburt ist ein Moment, in dem Du von Glücksgefühlen durchströmt wirst.

Damit die Geburt problemlos verläuft, solltest Du zwar einige Vorbereitungen treffen, die Katze aber unbedingt „selbst machen“ und in Ruhe lassen.

Die Katzengeburt: Was ist Deine Aufgabe?

Katzengeburt

Grundsätzlich: Deine Katze, nicht Du bist schwanger. Doch Du kannst bei der Katzengeburt dennoch helfen. Deine Ruhe und Entspannung, sowie Deine Anwesenheit geben der werdenden Katzenmama Sicherheit.

Wichtig ist dabei, dass Du Dir immer vor Augen hältst, dass die Katzenmutter am besten weiß was zu tun ist. Besteht eine starke Bindung zwischen Dir und dem Tier, wird die Kätzin Deine Anwesenheit schätzen und Dich gerne zusehen lassen.

Deine Aufgabe besteht einzig und allein darin, bei Komplikationen einzugreifen und im Notfall den Tierarzt zu rufen.

Alle anderen Dinge erledigt die Katzenmutter instinktiv selbst – sofern Du sie lässt und sie nicht störst oder gar verärgerst.

Das sind die ersten Anzeichen für die Geburt

Die Deckung musst Du nicht unbedingt mitbekommen haben. Deine Kätzin ist Freigänger und Dir fällt auf, dass ihr Bauch immer dicker wird? Dann kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Katze trächtig ist.

Der Tierarzt wird Dir diesen Zustand bestätigen und kann Dir mitteilen, wie lange es ungefähr noch bis zur Katzengeburt dauern wird. Mit einer aufmerksamen Beobachtung wirst Du ganz ohne Kenntnis zum Decktag wissen, wann die Katze ihre Kitten bekommt und die Katzengeburt beginnt.

Die Babys bewegen sich im Bauch

Eine Katze trägt insgesamt neun Wochen. Ab der vierten Woche treten die Zitzen deutlich hervor und schwellen an. Ab der sechsten Woche nach Deckung fangen die Kleinen an, sich im Mutterleib zu bewegen.

Das siehst und fühlst Du, vor allem wenn es sich um einen „durchschnittlichen“ Wurf von vier bis sieben Kitten handelt.

Auch die Kätzin verändert sich und Dir werden einige neue Gewohnheiten auffallen. Beherrscht Du schon die Sprache Deiner Katze?

Die Katze frisst weniger

Ab der achten Wochen frisst Deine Katze weniger, trinkt aber gleichzeitig mehr. Das muss sich nicht sorgen, denn die Verringerung der Nahrungsaufnahme ist ein normales Anzeichen für die Geburt, die nun nicht mehr in weiter Ferne ist.

Du kannst Deine Katze verwöhnen, in dem Du ihr in dieser Zeit sehr gehaltvolles und proteinreiches Futter gibst. Beliebt ist Thunfisch, der obendrein die Milchproduktion anregt und leicht bekömmlich ist.

Die werdende Mutter trägt Wäsche zusammen

Deine Katze öffnet Schubladen, holt sich die Schmutzwäsche aus dem Korb oder wurde sogar im Wäschekorb entdeckt? Nun ist es kurz davor, dass die Katzengeburt beginnt. Wenige Katzen richten sich ihr Wurflager bereits Tage vor der Geburt ein.

Die meisten Tiere beginnen wenige Stunden vorher, so dass Du jetzt aufmerksam sein und beobachten solltest. Du kannst Deiner Katze ein Wurflager bauen und es an einem ruhigen Ort platzieren.

Ob sie es allerdings annimmt, steht in den Sternen und kann keinesfalls garantiert werden.

Achtung: Es gibt durchaus Katzenmütter, die ihr Wurfnest im frisch gesäuberten Katzenklo einrichten. Ist das der Fall, stelle die Toilette unbedingt weg!

Die Katzengeburt darf nicht in der Katzentoilette stattfinden.

Die Mutterkatze wird nervös und liegt seitlich

Einige Mutterkatzen miauen laut, andere laufen unruhig in der Wohnung auf und ab. Beides sind Anzeichen für die Geburt, bei deren Beginn es sich jetzt nur noch um ein bis zwei Stunden drehen kann.

Kurz vor der Geburt wird die Kätzin auf einmal sehr ruhig und legt sich augenscheinlich entspannt auf die Seite. Schon bald hörst und siehst Du, wie schwer Deine Katze atmet: Die Wehen haben eingesetzt.

Ob Bengalkatze oder Hauskatze – Katzenmütter wissen was sie tun.

Du bist auf die Katzengeburt vorbereitet? Keine Sorge: Die Katzenmutter auch!

Mit viel Liebe zum Detail hast Du eine Wurfkiste vorbereitet. Doch Deine Katze hat sich einen anderen Ort gesucht.

Nun liegt sie schwer atmend auf der Seite und Du weißt, dass das erste Baby in spätestens zwei Stunden das Licht der Welt erblicken wird.

Ist Dir Deine Katze sehr vertraut, kannst Du sie nun streicheln und beruhigend auf sie einreden. Fühlt sie sich davon gestört, nimm es nicht persönlich: Aber unterlasse es.

Katzen gebären im Regelfall in den späten Abendstunden bis in die frühen Morgenstunden. Du kannst Dich auf einen längeren Zeitraum einstellen, wenn Du die ganze Zeit über dabeibleiben und zuschauen willst.

Verlässt Du den Raum gelegentlich, verhalte Dich ruhig und sage Deiner Familie, dass sie für die Zeit der Katzengeburt – für die Dauer von bis zu sechs Stunden keine Türen aufreißen, zuschlagen oder sonstige lauten Geräusche machen sollen.

Bei der Katzengeburt: Dauer von zwei bis sechs Stunden einplanen

Katzengeburt

Von der ersten Wehe bis zum ersten Kitten sind beinahe zwei Stunden vergangen. Nun ist das Kleine auf der Welt, die Kätzin hat die Fruchtblase aufgebissen und das Kitten gesäubert.

Jetzt beißt sie die Nabelschnur durch und verzehrt die Nachgeburt, die unmittelbar nach dem Katzenbaby herausgekommen sein muss. Dieser Ablauf wiederholt sich jetzt so oft, bis das letzte Katzenbaby auf der Welt und die Katzengeburt beendet ist.

Bisher musstest Du noch nichts tun und wenn alles gut verläuft, bist Du auch bei allen anderen Kitten zum Zuschauen und Ruhe bewahren angehalten.

Wichtige Tipps für Deine Rolle bei einer Katzengeburt

Eine Katzengeburt kann auch so verlaufen, dass Du sie gar nicht mitbekommst. Wenn die Kätzin sich ganz in Ruhe zurückzieht und ihre Kitten über Nacht zur Welt bringt, kann es sein, dass Du erst nach dem Aufstehen den Familienzuwachs bemerkst.

Bei Wohnungskatzen ist das eher seltener der Fall, da Dich die werdende Mutter schon mit einigen Anzeichen auf die Geburt hinweist. Gibt es keine Komplikationen, hast Du die ganze Zeit über nichts zu tun.

Sollte Dir etwas ungewöhnlich erscheinen – beispielsweise kommt die Nachgeburt nicht heraus oder die Katze beißt die Nabelschnur nicht durch: Kontaktiere den Tierarzt.

Wichtig: Dein Tierarzt sollte wissen, dass Du mitten in der Nacht anrufen und ihn um Hilfe bitten könntest.

Um sicher zu sein, sage ihm direkt bescheid, wenn die Katze mit dem „Nestbau“ beginnt und sich auf die Seite legt. Denn in dieser Nacht wird es passieren – die Kitten kommen zur Welt.

Bewahre die Ruhe

Zu keinem Zeitpunkt, auch nicht bei Komplikationen, darfst Du zur Unruhe neigen. Die Katzengeburt sollte nicht in einem geschlossenen Katzenkorb stattfinden.

Wichtig ist, dass Du ohne zu stören von oben schauen und eventuelle Probleme erkennen kannst. Atme selbst dreimal tief durch, ehe Du den Tierarzt anrufst oder Dich der Geburtsstätte näherst und dich über die werfende Katze beugst.

Manche Kätzinnen quittieren die Nähe im Moment der Wehen mit einem Fauchen. Lasse Dich nicht beirren, die Katze möchte nur ganz in Ruhe gebären.

Beobachte, aber lasse die Katzenmutter in Ruhe

Du wirst sehr schnell bemerken, ob sich Deine Katze von Deiner Anwesenheit gestört oder beruhigt fühlt.

Auch wenn Du neugierig bist und der Katzengeburt unbedingt beiwohnen willst: Wenn Deine Katze auf Deine Anwesenheit unruhig reagiert, solltest Du den Raum lieber verlassen.

Gelegentliche Stippvisiten mit einer Sichtkontrolle, ob alles gut verläuft, sollten dennoch nicht unterbleiben.

Tiere spüren unsere menschliche Nervosität. Daher ist es äußerst wichtig, dass Du ruhig bist und der Katze damit ein gutes Gefühl und Sicherheit gibst.

Streicheln und gut zureden während der Katzengeburt?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Doch entschieden wird im Einzelfall. Sehr zutrauliche Katzen entspannen sich unter Deinen Händen.

Wichtig ist aber auch hier, dass Du lediglich während den Wehen streichelst und die Katze bei der eigentlichen Geburt in Ruhe lässt. Berühre die Neugeborenen nicht, so sehr es Dich auch reizt und so gerne Du ein kleines Kitten in den Händen halten willst.

Es könnte passieren, dass die Kätzin das Baby ablehnt und ihm keinen Zugang zu den Zitze gewährt.

Woran Du siehst, dass alles geklappt hat

Spätestens sechs Stunden nach den ersten Anzeichen für die Geburt ist alles vorbei. Die Katze liegt auf der Seite, während sich die Kitten eine Zitze gesucht haben und ihre erste Mahlzeit zu sich nehmen.

Zeigt sich Dir dieses Bild, kannst und solltest Du nun entspannt ins Bett gehen und Dich von der aufregenden Nacht erholen.

Bis zur ersten Impfung vergehen noch einige Wochen, in denen Du die Kitten täglich ein Stück wachsen und immer aktiver werden siehst.

Muss ein Tierarzt bei der Katzengeburt dabei sein?

Die Anwesenheit eines Tierarztes ist bei einer normal verlaufenden Katzengeburt unnötig. Lediglich bei Komplikationen solltest Du zum Hörer greifen und den Tierarzt konsultieren.

Für Deine Katze bedeutet die Anwesenheit eines Fremden – oder gar eine Fahrt in die Tierklinik unnötigen Stress.

Je weniger Trubel den Geburtsvorgang begleitet, umso unkomplizierter kommen die Kitten auf die Welt.

Für den Notfall: Halte die Rufnummer des Tierarztes bereit

Nichtsdestotrotz: Wenn Du Komplikationen ahnst oder siehst, dass ein Junges nicht aus dem Geburtskanal kommt oder hälftig feststeckt, ist professionelle Hilfe gefragt.

Bist Du selbst erfahren, kannst Du das Katzenbaby auf die Welt bringen und der Kätzin helfen. Traust Du Dich nicht oder wird die Katze schwächer und scheint ernsthafte Probleme zu haben, schiebe den Anruf beim Tierarzt nicht auf die lange Bank.

Nach der Katzengeburt: Ruhe und nährstoffreiches Futter

Die Katzengeburt war ein aufregender Moment. Nicht nur für Dich, sondern vor allem für die frischgebackene Katzenmutter. Sie braucht viel Ruhe und sollte in den ersten Tagen in einem verschließbaren Raum untergebracht werden.

Es ist wichtig, dass Deine Kinder nicht permanent ins Zimmer stürmen oder die Kitten anfassen. Füttere Deine Katze mit hochwertiger Nahrung, wobei sich auch postnatal wieder Thunfisch aus der Dose anbietet.

Gib dem Tier keinesfalls Milch!

Dieser Mythos hält sich hartnäckig, doch Katzen vertragen keine Milch. Das letzte was eine säugende Katzenmutter braucht sind Bauchschmerzen und Durchfall, die durch Kuhmilch begünstigt werden.

Drei Tage nach der Katzengeburt: Geschlechterbestimmung

Für deine Kitten musst Du irgendwann ein neues Zuhause suchen. Damit kannst Du Dir noch Zeit lassen, aber die Geschlechterbestimmung nimmst Du am besten zwei bis drei Tage nach der Geburt vor.

Zu diesem Zeitpunkt erkennst Du die Unterschiede zwischen Katzen und Katern am deutlichsten.

Quellen

https://geliebte-katze.de/information/katzenhaltung/katzenzucht-nachwuchs/die-geburt-der-kaetzchen

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.