Bengalkatze

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Steckbrief

Herkunft: USA (Kalifornien)
Größe: mittelgroß bis groß
Gewicht: Katze ca. 3-4 kg, Kater ca. 5-8 kg
Farbe: variable Grundfarben wie Braun, Golden, Silbern, Orange oder Blau mit Punkt- oder Marmorzeichnung
Felllänge: Kurz- bis Halblanghaar
Lebenserwartung: ca. 15 Jahre
Charakter: temperamentvoll, verschmust, furchtlos, kommunikativ
Haltung: keine reine Wohnungskatze, Freigänger
Preis: aus der Zucht 1000 bis 1500 Euro, im Tierheim ab 700 Euro
Aktivität *****
Haaren **
Miauen *****
Wohnungseignung **
Anfälligkeiten für Krankheiten ****
Verspieltheit ***
Zutraulichkeit ****
Intelligenz ****
Kinderfreundlich ***
Hundefreundlich *****

Rassebeschreibung

Ein kleiner Mini-Leopard fürs Sofa: Dank ihres auffälligen Tigermusters sieht die Bengalkatze aus wie ein Raubtier in Miniaturausgabe. Tatsächlich sind Bengalkätzchen aber sehr verschmust, verspielt und besonders freundlich. Ihr Charakter hat also nichts mit den Wesenszügen ihrer wilden Vorbilder aus der Wüste gemeinsam.

Ob Abenteuer, Kuscheln oder Spielen: Die Bengalkatze ist auf jeden Fall dabei. Sie ist sehr unternehmungslustig und clever zugleich, deshalb entdeckt sie gerne etwas Neues und ist immer unterwegs. Am liebsten tut sie dies jedoch gemeinsam mit ihrem Halter. Die Bengalkatze ist nämlich sehr anhänglich und fühlt sich an der Seite „ihres Menschen“ am wohlsten. Zudem braucht sie sehr viel Platz, Raum und Freigang. Die Haltung der Bengalkatze bringt deshalb spezielle Anforderungen mit sich.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Bengalkatze, wie wir sie heute kennen, entstand aus einer Kreuzung der wilden asiatischen Leopardenkatze mit einer schwarzen, kurzhaarigen Hauskatze. Verantwortlich dafür war die kalifornische Genetikerin Jean Mill. Sie wollte nämlich eine echte Wildkatzenrasse, besagte asiatische Leopardenkatze, vor dem Aussterben retten. Als Mill 1963 die beiden Rassen kreuzte, legte sie damit den Grundstein für die Zucht der Bengalkatzen. Noch heute ist die Amerikanerin als Züchterin mit ihrer Zucht „Millwood Bengals“ aktiv.

Im weiteren Entstehungsprozess der Rasse versuchten verschiedenste Züchter, das Wesen der Bengalkatze „hauskatzentauglicher“ zu machen. Dazu wurden Burmesen und Siamkatzen eingekreuzt. Schon immer hatte die Menschheit davon geträumt, sich die wilden Tiger in Form einer kleinen Katze ins Wohnzimmer zu holen.

Heute werden die Bengalkatzen nur noch reinerbig gezüchtet. Das bedeutet, Haus- oder Wildkatzen werden nicht mehr eingekreuzt. Außerdem wird die Katzenrasse in Deutschland eher selten als Hauskatze gehalten. Trotz ihres freundlichen Wesens brauchen die Mini-Leoparden genügend Raum, um sich austoben zu können.

Aussehen der Bengalkatze

Für Faszination sorgt das spektakulär gemusterte Leopardenfell der Bengalkatze. Dieses ist meist getupft oder marmoriert. Ein Tigermuster hingegen ist eher unerwünscht. Auf Grund ihres Leopardenfells sind die Kätzchen in Deutschland auch als Leopardetten bekannt. Die Farben der Haare variieren zwischen Grundfarben wie Braun, Golden, Silbern, Orange oder Blau.

Auch die Grazie eines Tigers besitzen Bengalkatzen. Sie sind sehr schlank und gleichzeitig muskulös. Zudem können die Bengalkatzen relativ groß werden. Von Pfote bis Schulter messen die Miezen bis zu 40 cm.

Auffällig ist außerdem der Schwanzaufbau der Bengalkatzen. Anders als bei den meisten Rassen ist das Katzenschwänzchen am Ansatz besonders dick und endet in einer sehr dünnen, abgerundeten Spitze.

Charakter und Wesen

Die Bengalkatze hat viel zu erzählen. Sie verfügt über ein sehr soziales Wesen und unterhält sich deshalb gerne mit dir in Form von Gurren und Miauen. Zudem ist die Bengalkatze sehr anhänglich. Kuscheln, Schmusen und generell Zeit mit ihrem Halter zu verbringen, gehören zu ihren Lieblingstätigkeiten.

Wenn die Bengalkatze nicht gerade an dir klebt, macht sie am liebsten deine Wohnung unsicher. Die Kätzchen dieser Rasse sind sehr unternehmungslustig. Ihre große Neugierde und hohe Intelligenz veranlasst sie dazu, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern zu sein.

Da die Leopardette so furchtlos ist, arrangiert sie sich auch wunderbar mit Hunden. Als Spielgefährten für Kinder eignet sie sich nur bedingt. Schließlich sind die Bengals sehr temperamentvoll. Beim Spielen bringen die kleinen Wildkatzen schon mal ihre Krallen zum Einsatz. Auf Grund dessen sollten die Kinder bei der Anschaffung einer Bengalkatze schon etwas älter sein. So können sie besser mit dem aufgeweckten Energiebündel umgehen und auch gut bei der Erziehung der wilden Leopardette helfen.

Haltung und Ernährung

Viele Bewegungsmöglichkeiten und Freiraum – das solltest du der Bengal bieten können. Das lebendige, aktive Tier braucht nämlich Platz zum Klettern, Streunern und Spielen. In einer engen Stadtwohnung ohne Garten oder großen Balkon kannst du eine Bengalkatze nicht artgerecht halten. Als neues Zuhause für den kleinen Tiger eignet sich am besten ein großes Haus mit weitläufigem Garten.

Zudem solltest du deiner Bengal genügend Möglichkeiten zum Klettern bieten. Die freiheitsliebenden Tiere haben nämlich eine enorme Sprungkraft, keine Erhöhung ist für sie zu hoch oder zu weit entfernt. Um Schränke und Tische zu schützen, kannst du für deine Bengalkatze einen Kratzbaum oder einen speziellen Kletter-Parcour für Katzen kaufen. Deine Wohnung sollte dafür auf jeden Fall Platz bieten.

Insgesamt ist es jedoch am besten, wenn du die Katze als Freigänger hältst. Mach dich darauf gefasst, dass sie dann mal für zwei Tage auf Entdeckertour geht. Biete ihr trotzdem Zuhause noch genügend Aktivitätsmöglichkeiten, dann freut sich die Bengalkatze wieder auf die Rückkehr. Außerdem weiß sie, auch in der Wohnung kann ich etwas erleben. Da die Katze sehr intelligent ist, braucht sie zudem abwechslungsreiche und gedächtnisfordernde Beschäftigungen. Hierfür eignen sich hervorragend sogenannte Intelligenzspielzeuge.

Bei der Ernährung hegen die Bengalkatze keine großen Ansprüche. Ideal ist jedoch eine BARF-basierte Fütterung, da diese der natürlichen Nahrung der Wildkatze am ähnlichsten ist. Das bedeutet, du bereitest das Futter für deine Bengalkatze selbst zu. Somit kannst du ihr gutes, nahrhaftes und rohes Fleisch zum Essen anbieten. Das mag die Bengal nämlich am liebsten. Wenn du eine Bengal halten möchtest, solltest du keine Scheu haben, rohe Fleischstücke zu verfüttern.

Selbstverständlich solltest du dem Fleisch noch pflanzliche Komponenten hinzufügen, die genügend Nährstoffe und Proteine enthalten. Ist die Katze auf Wanderschaft kann sie auch selbst auf Fleischjagd gehen.

Untypischerweise sind die Bengalen außerdem richtige „Wasserratten“. Sie scheuen das Wasser nicht, sondern im Gegenteil: Sie lieben sie. Auch Badewannen und Aquarien sind vor ihr nicht sicher, deshalb ist ein kleines Katzenpool eine gute Ablenkung von den Wasserbecken in deinem Haus. Du kannst deine Bengalkatze erfreuen, wenn du ihr ein kleines Planschbecken zur Verfügung stellst.

Erziehung und Pflege

Zieht die Bengal neu bei dir ein, möchte sie alles entdecken und erkunden. Das neugierige Tier kennt keinen Rückhalt vor Schränken, Tischen und dem Sofa. Wichtig ist es deshalb, dass du die aufgeweckte Bengalkatze in ihren ersten Tagen bei dir gut beschäftigst. Zeig ihr stets neue Ecken und biete ihr Spielzeug sowie einen Kratzbaum an, damit sie sich richtig austoben kann.

Außerdem solltest du von Anfang an sehr konsequent sein. Zwar möchte die Bengal dein Haus genauer kennenlernen und unter die Lupe nehmen, doch sollte sie schon zu Beginn verstehen, dass es gewisse Tabuzonen gibt. Wenn du beispielsweise nicht möchtest, dass sie es sich auf dem Klavierhocker gemütlich macht, vermittle ihr das. Sprich zuerst ein lautes „Nein“ aus und signalisiere ihr dann mit einem mahnenden Blick, dass das Wort eine negative Bedeutung hat. Hebe sie außerdem wieder auf den Boden. So versteht sie, was sie falsch gemacht hat.

Trotzdem solltest du nicht streng und böse mit der Bengal umgehen, sondern dich eben nur konsequent verhalten. Dazu gehört auch, die Katze zu belohnen, wenn sie den Klavierhocker extra umgeht oder auf deinen Blick hin, von selbst verlässt.

In die Pflege der Bengalkatze musst du nicht so viel Zeit investieren, da es sich um eine sehr reinliche Katzenrasse handelt. Das heißt, die Tiere übernehmen die Fellreinigung mit ihrer Zunge selbst. Trotzdem liebt die Bengalkatze das Gefühl, gebürstet zu werden. Wöchentlich solltest du ihr diesen Gefallen deshalb tun.

Achte beim Bürsten der Haare auf Ektoparasiten, wie Zecken, Milben und Flöhe. Diese sind zwar nicht lebensbedrohlich, können aber lästige Beschwerden, wie Durchfall, mitbringen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Zum einen sind Bengalkatzen anfällig für Ektoparasiten im Fell. Hierzu gehören Zecken, Milben und Flöhe. Diese kannst du bei der Fellpflege bemerken. Besonders lästig ist zudem der Endoparasit, „Tritrichomonas foetus“. Dieser nistet sich im Verdauungstrakt der Bengal ein und überträgt sich durch den Kot eines infizierten Artgenossen. Folge ist ein langanhaltender Durchfall (Tritrichomonose). Lebensbedrohlich ist keiner der Parasiten, ob in Fell oder Verdauungstrakt. Hält der Durchfall jedoch länger an, solltest du mit deiner Bengalkatze einen Tierarzt aufsuchen.

Zum anderen können bei den wilden Stubentigern einige erblich bedingte Krankheiten auftreten. Hierzu gehören Erkrankungen der Herzmuskulatur, bei denen nach einer Belastung Atemnot und Herzrhythmusstörungen auftreten können. Außerdem kommen genetisch bedingte Nierenerkrankungen vor, wie beispielsweise die Polyzystischen Nierenerkrankung. Hierbei kommt es zu einer Vergrößerung und einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit der Nieren.

Lebenserwartung der Bengalkatze

Bengalkatzen werden im Durchschnitt bis zu 15 Jahre, manchmal auch bis zu 16 Jahre, alt. Ab einem Alter von 12 Jahren gilt eine Bengalkatze jedoch als alt und ist anfälliger für Krankheiten.

Zudem kann die Furchtlosigkeit und Neugierde der Bengal ihr Leben verkürzen. Achte deshalb darauf, dass Steckdosen, Stromkabel und weitere Gefahrenquellen für die Bengalkatze stets unerreichbar sind.

Katzenrasse Bengalkatze kaufen

Du hast dich in die wilde, aber herzensgute Leopardette verliebt und möchtest dir nun eine Bengalkatze kaufen? Dann solltest du dich auf eine Summe um die tausend Euro einstellen. Der hohe Preis kommt nicht dadurch zustande, dass die Züchter an den Kätzchen das große Geld verdienen wollen. Mit den 1000 bis 1500 Euro Kosten für den Kauf einer Bengalkatze können sie gerade so die Haltungskosten der Kitten decken. Schließlich hat diese aktive, ursprüngliche Rasse ganz besondere Bedürfnisse und kann nicht einfach in einem kleinen Raum gehalten werden.

Wenn du dir eine Bengalkatze kaufen möchtest, solltest du jedoch auch mehr als 1000 Euro investieren. Der Preis signalisiert dir, dass es sich um einen seriösen und vertrauenswürdigen Züchter handelt. Finger weg von niedrigen Preisen und dem Kauf bei sogenannten „Vermehrern“. Diese bieten dir günstige „Rassekatzen ohne Papiere“, sparen dafür jedoch an Gesundheitsvorsorge, artgerechten Haltungsbedingung und der Suche nach geeigneten Elterntieren.

Möchtest du etwas sparen, ist das Tierheim eine wunderbare Möglichkeit, um eine Bengalkatze zu kaufen. Hier kannst du mit einem Preis ab 700 Euro rechnen und tust mit dem Katzenkauf gleichzeitig noch etwas Gutes.

Entscheidungshilfe

Überleg dir gut, ob du dir eine Bengalkatze kaufen möchtest: Kannst du eine artgerechte Haltung gewährleisten? Heißt: Bietet deine Wohnung oder dein Haus genügend Spiel- und Platzmöglichkeiten sowie eine Möglichkeit für die Katze nach draußen zu gehen? Sei dir außerdem vorher bewusst, dass die Bengalkatze eher ein Streuner als eine Hauskatze ist.

Hast du genügend Platz und Lust auf ein neugieriges, aktives Energiebündel, steht dem Kauf einer Bengalkatze nichts mehr im Wege. Der majestätische Mini-Leopard ist ein wunderschönes und beeindruckendes Tier, welches du dank seines intelligenten und liebenswürdigen Wesens schnell ins Herz schließen wirst.

Quellen:

https://www.fressnapf.de/ratgeber/katze/rasseportraits/bengalkatze
https://www.royal-canin.de/stories/rasseportrait-die-bengalkatze/
https://www.mein-haustier.de/katzenrassen/bengalkatze/
https://www.zooroyal.de/magazin/katzen/katzenrassen/die-bengalkatze-schmusekatze-im-leo-look/
https://www.catsbest.de/catsbest_de/katzenecke/rassekatzen/bengal-katze.php

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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