Ein Katzenbaby zieht ein – Das solltest Du wissen

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"Endlich ist es so weit: Ein neuer flauschiger Mitbewohner zieht ein. Die ersten Wochen mit dem Katzenjunges sind etwas ganz Besonderes und Aufregendes. Sowohl Mensch als Kätzchen müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. Für die Katzenbaby hat der erste Umzug in einen Menschenhaushalt eine entscheidende Bedeutung. Schließlich ist es für die Mieze der erste Schritt ins eigenständige Leben fern ab von Mutter, Geschwistern und erstem Zuhause. Bedenke deshalb das die neue Umgebung für das Kleine anfangs noch sehr fremd ist und es erstmal Zeit braucht alles zu entdecken und vor allem sich einzugewöhnen. Wir haben dir deshalb hier ein Tipps zusammengestellt, wie du dem Katzenjunges die Eingewöhnung erleichtern kann und informieren dich zudem über alles, was du rund um das Thema Katzenbabys wissen musst.

Der erste Umzug: Wann ist das Katzenbaby alt genug?

Vor der zwölften Lebenswoche sollte ein Katzenjunges nicht von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt sein. Für die persönliche Entwicklung der Miezen ist die Zeit mit ihrer Mama unabdingbar. Forscher der Universität Helsinki stellten fest, dass sich die behütete Zeit bei der Katzenfamilie positiv auf das Selbstbewusstsein und die Freundlichkeit der Kätzchen auswirke. Optimal ist es deshalb, wenn du deine Katze vom Züchter oder aus einem Haushalt holst, wo die Katze genügend Zeit mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern verbringen konnte.

Auch wenn die Mieze gespannt auf ihre neue Umgebung ist, fehlt ihr der Abschied von der geliebten Familie häufig schwer. Sei deshalb nicht ungeduldig, wenn das Kätzchen anfangs noch etwas scheu oder traurig ist. Versetze dich in ihre Situation und gib ihr genügend Zeit, sich in ihrem Tempo an die neue Familie und das neue Zuhause zu gewöhnen.

Es riecht nach Zuhause – So erleichterst du dem Kitten die Eingewöhnung

Trotzdem gibt es selbstverständlich ein paar Tipps und Tricks, wie du deiner Mieze helfen kannst, in ihrem neuen Zuhause anzukommen. Indem du Geruchsproben von ihrer Familie mitnimmst, erleichterst du der Mieze die Trennung von der Familie. Sammle diese am besten in einem Tuch und reibe dieses vorsichtig an die Wangen der Tiere. Das spendet dem Katzenbaby zum einem Trost und zum anderen bringt es Vertrautheit in die sonst fremde neue Umgebung. Auf Grund dessen hilft es auch, wenn der kleine Minitiger deinen Geruch schon vor dem Umzug kennt. Wenn alles auf einmal neu ist, kann das für ein Kätzchen nämlich ziemlich überfordernd sein. Bring doch dem Züchter oder den Haltern ein getragenes Kleidungsstück von dir mit. So kann sich das Kätzchen vorher mit deinem Geruch vertraut machen.

Außerdem erleichterst du dem jungen Stubentiger die Eingewöhnung, wenn du es mit möglichst vielen bekannten Dingen umgibst. Das kann eine mitgebrachte Decke aus dem alten Zuhause oder das gewohnte Futter sowie die bekannte Katzenstreu-Marke sein. Alles was deinem Kätzchen hilft, sich ein bisschen weniger fremd zu fühlen, erleichtert ihm die Eingewöhnung.

Vollkommen fremd fühlt sich der Stubentiger auch nicht, wenn du noch ein weiteres seiner Geschwisterchen mitnimmst. Solltest du also planen dir zwei Katzen zuzulegen, ist es sinnvoll zwei Katzenbaby aus dergleichen Familie zu wählen. Die Aufregung kann nicht nur ein bekannter Freund, sondern auch ein Pheromen-Zerstäuber lindern. Dieser wird im Katzenkinderzimmer angebracht und wirkt stresslindernd auf das junge Tierchen.

So viel Neues: Während der ersten Tage im neuen Heim gibt es für das junge Kätzchen viel zu entdecken.
So viel Neues: Während der ersten Tage im neuen Heim gibt es für das junge Kätzchen viel zu entdecken.

Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase?

Lass deiner Katze erstmal Zeit, sich an alles zu gewöhnen. Sie möchte erstmal die neue Umgebung und die neuen Menschen einschätzen. Zeige der Mieze erst nach und nach die Zimmer. Deutet sie an, dass sie wissen möchte, was sich hinter einer Tür befindet, kannst du ihr den Raum zeigen. Wichtig ist, dass du sie anfangs nicht mit zu vielen Eindrücken und neuen Orten überforderst.

Am Anfang lassen sich die meisten Katzenbabys noch nicht vom neuen Besitzer hochheben. Mit der Zeit entwickeln sie jedoch Vertrautheit und Zuneigung für ihren neuen Besitzer. Wenn die Babykatze sich sich anfassen lässt, kannst du sie hochnehmen und in einen Raum tragen, den sie noch nicht gesehen hat. Gib ihr dann Zeit, alles zu erkunden. Selbstverständlich muss sie den Weg zurück noch nicht auf eigene Faust finden. Wenn sie genug herumgestöbert hat, kannst du die Mieze wieder auf den Arm nehmen und in ihr Zimmer zurückbringen.

Von schüchtern bis extrovertiert – jede Babykatze ist unterschiedlich

Wie bei uns Menschen gibt es auch unter den Katzen unterschiedliche Charaktere. Während die eine Babykatze ein kleiner Entdecker und extrovertierter Abenteurer ist, verzieht sich das andere junge Kätzchen die ersten Wochen ausschließlich schüchtern in eine Ecke. Es gilt also: Jedes Katzenjunges braucht seine Zeit, um alles kennenzulernen, und die solltest du ihm auch geben. Sei nicht gefrustet, wenn deine junge Maunze etwas stiller ist und über längere Zeit noch sehr scheu auf dich reagiert.

Auf keinen Fall solltest du aus Enttäuschung grob werden und versuchen, die Babykatze gegen ihren Willen festzuhalten oder aufzuheben. Das wirkt ehr kontraproduktiv. So wird das Kätzchen nämlich misstrauisch, fühlt sich eingeengt und braucht dann noch mehr Zeit, um sich einzugewöhnen. Warte stattdessen darauf, dass dein Kätzchen auf dich zugeht. Dieser Moment ist dann dafür umso schöner, weil du weißt, nun hat die junge Mieze zu dir Vertrauen gefasst.

Sei nicht enttäuscht, wenn dein Katzenjunges sehr schüchtern ist.
Sei nicht enttäuscht, wenn dein Katzenjunges sehr schüchtern ist.

Die zweite Katze im Hause: So gelingt die Katzen-Zusammenführung

  • Gewöhne die Katzen an den Geruch des neuen Mitbewohners: 

    Genauso wie du Mensch und Katze mit Hilfe des Geruchs aneinander gewöhnen kannst, funktioniert das auch mit Katze und Katze. Konfrontiere deine Katze also schon vorher mit dem Geruch des Katzenbabys. So ist der neue Mitbewohner für deine Katze kein fremder Eindringling. Wenn das Katzenbaby bereits bei dir eingezogen ist, kannst du versuchen  die Gerüche der beiden Miezen zu vermischen. Das veranlasst du beispielsweise, indem du das Fell der Katzen immer abwechselnd streichelst.

  • Vermeide Konflikte: 

    Jede Katze sollte ihr eigenes Lieblingszimmer haben können. Quartiere dein Babykätzchen am besten nicht in das Ruheterritorium deines anderen Vierbeiners ein. Sonst hat dieser das Gefühl als würde jemand auf sein Gebiet eindringen und ihm seinen Platz wegnehmen. Führe die Katzen langsam aneinander heran. Anfangs können sie sich nur durch einen Türspalt beschnüffeln.

  • Stelle Regeln auf: 

    Bei dem ersten Treffen der Kätzchen solltest du auf jeden Fall dabei sein und dafür sorgen, dass die Situation „sozialisiert“ abläuft. Ein Katzenbaby, welches in einer glücklichen Familie aufgewachsen ist, sollte wissen, wie es sich anderen Artgenossen gegenüber verhält und wie es diese versteht.

  • Verhindere Eifersuchtsgefühle: 

    Für eine alteingesessene Katze ist es häufig schwierig zu verkraften, wenn ein junges, aktives Katzenbaby bekommt. Besonders weil dieses von allen als süß empfunden wird und dementsprechend viel gestreichelt wird. Achte deshalb darauf, dass du deiner Katze in den ersten Wochen mit dem neuen Mitbewohner besonders viel Liebe und Zuneigung schenkst. So signalisierst du der älteren Mieze, dass sie dir genauso wichtig, wie vorher ist und die junge Babykatze sie nicht ersetzen soll. Schenkst du der älteren Katze genügend Aufmerksamkeit, wirkst du ihrer Eifersucht auf das Katzenbaby entgegen.

  • Verbinde den neuen Mitbewohner mit positiven Erinnerungen: 

    Mit ein paar kleinen Tricks kannst du deine Miezen positiv konditionieren. Beispielsweise kannst du beide Futternäpfe nebeneinander stellen und eine feste Futterzeit einführen. So verbinden die Katzen den fremden Geruch des anderen mit etwas Positivem: dem Essen. Und schnell wird der neue Geruch vertraut.

Geduld und Verständnis bringen dich deinem Katzenbaby näher

Insgesamt gilt also: Lass deinem neuen süßen Mitbewohner genügend Zeit und versuche, keine Nähe zu erzwingen. Wenn die Mieze alles erkundet und gesehen hat, wird aus dem Fremden Vertrautes und sie beginnt, sich wohl zu fühlen. Anstatt über ihre Schüchtern- oder Scheue enttäuscht zu sein, freue dich lieber über die Momente, in denen sie sich dir annähert. Zudem kannst du deinem Katzenbaby den Eingewöhnungsprozess erleichtern, indem du sie an deinen Geruch gewöhnst und vertraute Dinge oder Gerüche aus ihrer Familie mit zu dir nach Hause bringst.

Achte immer darauf, was deine Katze dir mitteilen möchte. Sie braucht etwas Zeit für sich? Dann gib ihr diese. Sie will die unbekannten Zimmern entdecken? Trag sie doch dort hin. Damit du die Körpersprache und Signale deiner Katze richtig deuten kannst, erklären wir dir hier, die Katzensprache zu verstehen. Wie bei uns Menschen ist nämlich auch bei Katzen in Beziehungen Kommunikation und Verständnis das A und O.

Gibst du deinem Katzenbaby genügend Zeit, wird es dich lieb gewinnen.
Gibst du deinem Katzenbaby genügend Zeit, wird es dich lieb gewinnen.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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