Daten des Labrador Retriever

Namen: Labrador, Labrador Retriever
FCI: Gruppe 8, Sektion 1, Standard Nr. 122
Größe: 55 bis 60cm
Gewicht: etwa 32kg bei Rüden, 27kg bei Hündinnen
Charakter: Kontaktfreudig, agil
Welpenpreis: ab 900€ beim Züchter

Der Labrador gehört zu den beliebtesten Familienhunden. Menschenfreundlich, kinderlieb und aufgeweckt geht er mit dir durchs Leben. Wo der Hund herkommt, was ihn auszeichnet und was ihr vor einem Kauf eines Hundes beachten solltet, erfahrt ihr hier.

 

Herkunft und Geschichte

Im Osten Kanadas liegen die Ursprünge der Rasse.  Da Neufundland und weitere Atlantik – Inseln früher britische Kolonien waren, zählt der Labrador heute zu den englischen Hunderassen. Eng verwandt ist der Hund zu der Neufundländer-Rasse. Seit 1870 bekommt der Labrador die Bezeichnung Retriever angehängt. Dies bezieht sich auf seine Apportierfähigkeit bei der Jagd (retrieve = abrufen, apportieren).

Im Gegensatz zum Neufundländer hatte der Labrador die Aufgabe, bei der Jagd zu helfen. Da er kleiner, leichter und windiger ist als sein Wesensverwandter brauchten ihn Fischer, um abgetriebene Fische oder Fischernetze aus dem Meer zu holen. So kam es, dass Fischer den Labrador im 19. Jahrhundert mit nach England nahmen.

In Großbritannien fand der Hund dann seinen Weg zu jagdbegeisterten Adeligen. Hier wurde er als „Spezialisten für die Arbeit nach dem Schuss“ eingesetzt.

 

Labrador

Labrador

Rassenmerkmale

Der Labrador Retriever gehört zur Kategorie 8 „Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde“, Sektion 1 (Apportierhunde). Mit einer Schulterhöhe von bis zu 57cm fällt er zur Gruppe der mittelgroßen Hunde. Trotz seiner Größe wirkt der sonst schmale Hund leichtfüßig und gleichzeitig kräftig gebaut.

Der Oberkopf, sowie Hals, Brust und Rippenkorb haben eine breitere Statur. Dies führt zu einem kraftvollen Erscheinungsbild. Auch seine Schnauze mit starkem Kiefer und kräftigen Zähnen wirkt äußerst widerstandsfähig. Nur durch seine mittelgroßen haselnussfarbenen Augen und den dichtanliegenden Ohren zeigt sich sein sanftes Wesen.

Die kräftigen Vorderläufe und die ausgebildeten Hinterläufe mit gut gewinkelten Kniegelenken enden mit runden Pfoten. Seine Rute ist am Ansatz recht dick und verjüngt sich zur Spitze hin. Aufgrund dieser Form wird sie auch oft mit einem Otterschwanz verglichen.

Den Labrador gibt es in unterschiedlichen Farben: von blond über schokobraun bis hin zu tiefem schwarz. Das kurze, dichte Fell besitzt eine wasserbeständige Unterwolle, welche dem wasserliebenden Hund ideale Voraussetzungen bringt.

In der Labradorzucht wird zwischen zwei Varianten unterschieden. Die kleineren, leichteren Tiere gehören dabei zur Arbeitslinie, die z.B. für die Jagd geeignet ist. Die zweite Linie ist die kompaktere Version des Labradors (Showdog). Diese eignen sich besser als Familien- oder Anfängerhund.

 

Labradorwelpe

Wesen und Charakter

Der Labrador gilt als idealer Familienhund. Mit ihrer Geduld und Gutmütigkeit können Labradore mit Kindern sehr gut umgehen. Sie sind stets bemüht ihrem Halter zu gefallen. Der Labrador bewegt sich gerne und viel. Man sollte mit ihm lange Spaziergänge mit vielen Apportiermöglichkeiten bieten. Da er Wasser liebt und körperlich bestens für einen Schwimmgang ausgerüstet ist, bieten sich Seen, Flüsse und Wasserstellen für Ausflüge an. Diese Hunde sind sehr intelligent, sodass sie Tricks ausführen können. Sie gelten als leichtführig mit freundlichem Wesen ohne Aggressionen oder Angst.

Wenn eine gute Sozialisierung in den ersten Monaten erfolgt, kann der Labrador mit anderen Tieren problemlos leben. Durch seine ausgeprägte Nase kann er kleinste Geruchsspuren folgen. Daher wird der Labrador auch als Spürhund eingesetzt. Außerdem ist er die ideale Besetzung als Blinden-, Therapie- Behinderten-, Rettungs-, und Drogenhund.

Nur als Wachhund ist der Labrador nicht einsetzbar. Durch sein freundliches und friedliches Wesen wird der Labrador Retriever weder Einbrecher noch fremde Tiere fernhalten. Auch ist er in der Regel kein Kläffer.

Da diese Hunderasse viel Bewegung braucht, sind reichlich Auslauf und Kontakt zwingend notwendig. Auch eine Zwingerhaltung ist nicht angemessen. Der sensible Hund sollte auch nicht vielstündig allein gelassen werden. Er wird zu deinem Begleiter und Familienmitglied und möchte so auch behandelt werden.

 

Ernährung

Durch eine speziell auf Labrador Retriever abgestimmte Nahrung mit ausgewogenem Kaloriengehalt kann der Hund sein Gewicht halten. Dies fördert die Gelenkschonung immens. Ein Labrador mit Übergewicht hat in der Regel eine kürzere Lebenserwartung als gesunde Hunde.

Die Nahrung ist dabei mit Öl der Pflanze Borretsch angereichert. So wird die Barrierefunktion der Haut unterstützt und ein gesundes sanftes Fell gefördert. Die gesunde Ernährung wirkt sich außerdem auf die Knochen- und Gelenkgesundheit aus.

Auch für Labrador-Welpen gibt es die passende Nahrung. Diese unterstützt ein gesundes Wachstum.

 

Gesundheit und Pflege

Die Grundimmunisierung im Welpen- und Junghundalter sollte auch der Labrador Retriever bekommen. Zum Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten wird gegen Parvovirose, Staupe, Hepatitis und Leptospirose geimpft. Weiterhin empfiehlt sich die Tollwut-Impfung durchzuführen. Lese dazu den Artikel Hunde richtig impfen.

Für einen mittelgroßen Hund hat der Labrador Retriever eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung. Nach einer schwedischen Studie mit 350.000 Labradoren, haben 75% eine Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren. Vergleichsweise liegt der Durchschnittswert aller Rassehunde in Deutschland bei rund 35%.

Das kurze glänzende Fell des Labradors wird idealerweise zwei Mal wöchentlich gebürstet. Dies wirkt anregend für die Hautdurchblutung. Gleichzeitig könnt ihr euren Hund auf Wunden oder Parasiten absuchen. Außerdem dient es dazu, die Unterwolle von kurzen Haaren zu befreien. Weiterhin löst ihr ältere Hautschuppen, die sonst zu Jucken anfangen können. Fangt bestenfalls bereits im Welpenalter mit der regelmäßigen Pflege an, sodass ihr den Labrador an die Routine gewöhnt.

 

Rassetypische Krankheiten

Erblich bedingt kann der Labrador unter Hüftgelenksdysplasie (HD) oder Ellenbogendysplasie (ED) leiden. Hier passen die Gelenkspfanne und -kopf nicht korrekt ineinander. Dies führt wiederum zu Schmerzen bei Bewegung. Die Krankheiten können aber durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, sich über den momentanen Entwicklungsstand des Hundes ausreichend zu informieren und sich mit Sportprogramm und Nahrung dem Alter anzupassen. Über- und Untertreibungen sind streng zu vermeiden.

Neben den Skeletterkrankungen können auch Augenprobleme vererbt werden. Dazu zählen die Progressive Retinaatrophie (PRA), die Katarakt (HC) und die Retinadysplasie (RD). Bei der PRA handelt es sich um einen Netzhautschwund. Bei der Geburt erscheint sie normal und beginnt erst in einem Alter von drei bis fünf Jahren auftreten.

Katarakt kann eine Folge von PRA sein. Damit wird eine Trübung der Linse bezeichnet. Diese kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Dabei erscheint die Linse gräulich oder milchig. Die meisten erblichen Katarakte sind bei der Geburt nicht vorhanden, treten aber noch vor dem zweiten Lebensjahr auf.

Die RD ist eine bereits embryonale Fehlentwicklung der Netzhaut. Also sie ist bei der Geburt schon vorhanden und schreitet nicht fort. Dies ist schmerzlos, aber nicht therapierbar. Hierbei kommt es auf den Grad der Ausschreitungen an. Diese kann von kleinen Faltenbildungen ohne Auswirkungen über größerer abgelöste Bereiche mit Einschränkung des Sehvermögens bis hin zur totalen Ablösung der Netzhaut in schweren Fällen auftreten. Die schwere Form ist allerdings sehr selten.

Labrador hell

Labrador hell

Vor dem Kauf

Nachdem ihr euch ausreichend über die Hunderasse informiert habt, könnt ihr den nächsten Schritt in Richtung Kauf wagen. Bevor ihr euch einen Labrador Welpen anschafft, fragt euch die folgenden Fragen:

Bin ich darauf vorbereitet,…

  1. für den Hund und seine Bedürfnisse die volle Verantwortung für die nächsten 10-15 Jahre zu übernehmen?
  2. die Menge an Geld zu investieren, um dem Hund eine artgerechte und gute gesunde Haltung zu bieten? (einschließlich Tierarztkosten)
  3. mich über die korrekte Versorgung, Trainingsmethoden und Pflege intensiv zu informieren?
  4. mir einen aktiven, bewegungsfreudigen Hund ins Haus zu holen?
  5. mich liebevoll mit ausreichender Zuwendung um den Hund zu kümmern?
  6. Geduld bei der Erziehung aufzubringen, die besonders im Welpenalter nötig ist?
  7. dass ich mehr Arbeit durch Haare und Schmutz in der Wohnung habe?
  8. eine hohe Summe bei einem mittelgroßen Hund von einer 12 jährigen Lebenserwartung aufzubringen, die 10.000€ betragen kann?
  9. dass ich mich während Urlaub, Krankheit oder Verhinderungen in irgendeiner Weise um den Hund kümmern muss?
  10. Hilfe anzunehmen, bevor Probleme entstehen?
  11. dass ich trotz neuen Lebensumständen (z.B. die Geburt eines Kindes, Wohnungswechsel) immer Verantwortung für den Hund übernehmen muss?

 

Beliebte Mixe mit dem Labrador

Sehr beliebt ist der Hundemischling Labradoodle. Dieser entstand durch eine Kreuzung zwischen Labrador Retriever und dem Großpudel. Dieser Hund ist wegen seiner allergiker-geeigneten Haare sehr beliebt. Auch vereint er die Klugheit des Pudels und die Gelehrsamkeit des Labradors.

Für sportliche Familien ist besonders der Labrador-Schäferhund-Mischling geeignet. Beide Rassen gehören zu den größeren Hunden, sind aktiv und brauchen viel Bewegung. Das sanfte Gemüt des Labradors gemixt mit dem wachsamen, beschützenden Charakter des Schäferhundes macht sie zu einem tollen Schutzhund für Haus und Familie. Allerdings sollte man sich bewusst machen, dass die Wesenszüge nicht immer in diesem Maß herausgebildet werden. Die Möglichkeit, dass sich mehr Wesenszüge des Schäferhundes vererben bestehet immer.

Die Labrador – Goldener Retriever Mischung gilt als die populärste der Kreuzungen. Die beiden extrem beliebten Hunderassen weisen ähnliche Charaktereigenschaften auf. Besonders für Familien sind diese Hunde gut geeignet. Durch das treue Verhalten gegenüber Haltern und ihrer Intelligenz stellen sie ein äußerst liebenswerten und kontaktfreudigen Hund dar. Allerdings weisen beide Rassen häufig Augenerkrankungen auf. Daher ist eine Nachforschung über Vorgeschichte und Vorfahren empfehlenswert.

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