Pyrenaeen Berghund

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Größe:
65 – 84 cm
Gewicht:
36 – 54 kg
Herkunft:
Frankreich, Pyrenäen
Lebensdauer:
10 bis 12 Jahre
Farbe:
Weiß oder Gold bis Gelb, immer zweifarbig; bisweilen Loh oder Grau, manchmal rötlich
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
Wohnungseignung
    wenig:

    viel:

Als Wachhund am Hof Ludwigs des XIV. kennen ihn Historiker, als geduldiger Kinderfreund mit hoher Intelligenz ist er bei Familien beliebt:

Der Pyrenaeen Berghund ist treu und loyal, kinderfreundlich, schlau und nur mäßig verspielt. Als wachsames Tier mit viel Energie ist er auch heute noch Beschützer und Gefährte für große und kleine Menschen.[/p

Gutmütig, geduldig und sanft: Der Pyrenaeen Berghund ist der ideale Familienhund!

Groß, langes Fell in Goldgelb oder Weiß, dunkle Augen und sehr ruhig: Der Pyrenaeen Berghund ist imposant und strahlt eine ruhige Souveränität aus, die Fremde fernhält. Die Hunde bellen nur selten.

Tun sie es doch, unterstreicht ihre tiefe, sonore Stimme die imposante Erscheinung. Kein Wunder, dass sich bereits der Sonnenkönig bei Hof mit diesen tollen Tieren schmückte!

Heute ist der Pyrenaeen Berghund allerdings weniger Herdenschutzhund und Wachhund des Adels, sondern vielmehr ein geduldiges und wachsames Familientier. Kannst Du diesen agilen Riesen auch in der Stadt halten?

Rassebeschreibung: Der Pyrenaeen Berghund ist ein sanfter Riese

Diese Hunde sehen einfach eindrucksvoll aus: Sie haben ein sehr langes Fell, die kleinen und dunklen Augen blicken immer wachsam. Unter dem Fell lässt der athletische und gleichmäßige Gang eine gut ausgebildete Muskulatur vermuten.

Als Wachhunde verschaffen sie sich also allein durch ihr Auftreten schon Respekt. Dabei sind die meist zweifarbigen Riesen sehr, sehr sanftmütig. Allerdings nur gegenüber ihrer Familie oder Herde! Ihr Wachtrieb ist sehr stark ausgeprägt.

Wenn Du einen Hund suchst, der Haus und Hof, Familie und alle, die dazugehören, mit Hingabe verteidigt, sich geduldig von den Kindern zerzausen lässt und wirklich nicht auf wilde Spiele steht, dann ist der Pyrenaeen Berghund vielleicht der richtige Hund für Dich. Das gilt allerdings nur, wenn Du ihm seine Freiheit lässt …

Herkunft und Rassegeschichte: Raue Berge sind die Heimat des Pyrenaeen Berghunds

Die Pyrenäen liegen zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik, sie trennen Europa und die Iberische Halbinsel. Die Bergmassive der Pyrenäen sind die Heimat der Pyrenaeen Berghunde, die sowohl auf der französischen als auch auf der spanischen Seite des Gebirges leben.

Trotzdem gelten die Herdenschutzhunde als eine französische Rasse. Als die Rassestandards für den Pyrenaeen Berghund festgelegt werden sollten, konnten sich Spanien und Frankreich nicht auf eine einheitliche Version verständigen.

Daher gibt es den Chien de Montagne des Pyrénées, der hier als Pyrenaeen Berghundbeschrieben wird und auch unter der Bezeichnung Patou bekannt ist. Auf der anderen Seite ist da der spanische Masten del Pierino, der Pyrenäen-Mastiff.

Verschiedene Namen, zwei Standards, und doch handelt es sich um den gleichen Hund: Denn die Beschreibungen von Erscheinungsbild und Wesen sind fast identisch. Immerhin handelt es sich im Grunde genommen um eine einzige Hunderasse.

Der Pyrenaeen Berghund lebte vermutlich schon vor mehr als 3000 Jahren in der Region der Pyrenäen. Zumindest fand man bronzezeitliche Skelette, die das vermuten lassen.

Im frühen Mittelalter, das weiß man heute, wurden die Tiere als Herdenschutzhunde verwendet. Sie sollten die Schafherden gegenüber Bären und Wölfen verteidigen.

Das erklärt auch das dichte Fell der Hunde: Es bietet nicht nur im rauen Klima der Pyrenäen Schutz, sondern kann auch vor den Angriffen der Tiere schützen. Früher trugen die Hunde außerdem Stachelhalsbänder.

Das sollte angreifende Bären oder Wölfe verletzen und die Hunde schützen. Der Adel nutzte schon seit Beginn des 15. Jahrhunderts die großen Tiere als Wachhunde der französischen Schlösser.

Überliefert ist beispielsweise, dass die Hunde auf dem Château de Cordes und am Hof des Königs Ludwig XIV. lebten. Glücklicherweise hat die Rasse in Frankreich immer Liebhaber gehabt. Sonst hätten die Hunde den Niedergang der großen Schafherden vermutlich nicht überlebt.

Nach dem Tourismusboom der 1980er Jahre in den Pyrenäen ist die Rasse heute wieder etwas bekannter und dient in den französischen Pyrenäen zunehmend als Familien- und Wachhund

Aussehen des Pyrenaeen Berghund

Mit seiner Widerristhöhe von bis zu 82 cm und einem Gewicht von bis zu 60 kg ist der Pyrenaeen Berghund eine imposante Erscheinung, die jedem Respekt einflößt. Die Hunde haben eine kräftige Statur und eine mächtige Mähne, die sogar Kenner beeindruckt.

Das helle Fell lässt den Pyrenaeen Berghund zwar in einer Schafherde verschwinden – im modernen Alltag ist er damit aber sehr gut sichtbar. Die weißen oder hellgelben Tiere tragen häufig Abzeichen am Kopf oder an den Ohren, bisweilen sogar an der Rute.

Das doppelte Haarkleid mit der feinen Unterwolle und den rauen Deckhaaren ist lang, vor allem das Deckhaar kann auch gewellt sein. Um den Hals herum wächst das Haar besonders lang, was den Eindruck einer Mähne erweckt.

An der Rute sowie an den Läufen ist es ebenfalls länger. Obwohl der Pyrenaeen Berghund recht groß ist, wirken die Tiere mehr lang als hoch. Die breite und tiefe Brust sowie der gerade und muskulöse Rücken tragen zu diesem Eindruck bei.

Charakter und Wesen: Pyrenaeen Berghund ist seiner Familie gegenüber loyal und sanft

Ein Pyrenaeen Berghund ist immer wachsam, seinem Herrn und seinem Rudel treu ergeben. Der Hund verteidigt Dich und Deine Familie mutig und kann Entscheidungen selbständig treffen.

Die Zucht der Hunde war lange darauf ausgerichtet, dass die großen Tiere ihre Herde auch unabhängig vom Menschen beschützen und lenken konnten.

Den Eigensinn und die Skepsis gegenüber Befehlen haben sich die Hunde bis heute bewahrt, auch das Misstrauen gegenüber Fremden und anderen Hunden ist dem Pyrenaeen Berghund immer noch zu eigen.

Dein Pyrenaeen Berghund geht mit Dir und Deiner Familie eine sehr enge und starke Bindung ein. Die sanften und geduldigen Hunde pflegen einen freundlichen und zurückhaltenden Umgang mit Kindern und kleineren Haustieren.

Sie sind gutmütig und stets gelassen, was die Hunde als Familientiere überaus geeignet erscheinen lässt. Es braucht sehr lange, um einen Pyrenaeen Berghund zu reizen – aggressiv wird er sich seiner Familie gegenüber nie zeigen, und er geht auch in seiner Funktion als Wach- und Schutzhund niemals unnötige Risiken ein.

Dadurch kannst du Deinem Pyrenaeen Berghund immer vertrauen.

Haltung und Ernährung des Pyrenaeen Berghund

Die richtige Haltung ist für den Pyrenaeen Berghund sehr wichtig. Die großen Tiere brauchen viel Platz und müssen auf ihrem großen Territorium selbständig herumstreifen dürfen.

Dafür wurden sie schließlich immer gehalten, und das wurde in der Zucht auch berücksichtigt. Der Familienhund benötigt daher einen großen Garten und ein Grundstück, auf dem er sich frei bewegen kann.

Für eine enge oder städtische Wohnung ist der Hund nicht geeignet, und Du solltest einen Pyrenaeen Berghund auf keinen Fall im Zwinger oder an der Kette halten. Die Tiere brauchen den Kontakt zur Natur.

Unterschätze aber niemals das Territorial-Verhalten Deines Hundes. Das Tier wird sein Zuhause immer überblicken wollen und verteidigen.

Das tut der Pyrenaeen Berghund grundsätzlich dann, wenn er einen Menschen oder ein anderes Tier als fremd oder feindlich betrachtet – nicht, wenn Du das sagst. Es kann also durchaus vorkommen, dass Du anderer Meinung als Dein Hund bist und er Deinen Befehl verweigert.

Trockenfutter oder handelsübliches Nassfutter verträgt der Pyrenaeen Berghund durchaus. Ideal ist eine Mischung, und Du solltest auf die Qualität des Futters achten.

Die Tiere benötigen etwa ein bis zwei Kilogramm am Tag, wenn sie ausgewachsen sind. Wenigstens die Hälfte der täglichen Futterration sollte aus frischem Fleisch bestehen, und das muss hohe Qualität haben. Züchter haben übrigens gute Erfahrung mit dem Barfen gemacht.

Barfen bedeutet, dass Du Deinen Pyrenaeen Berghund mit frischem, rohem und biologischem, artgerechtem Futter ernährst und kein industriell hergestelltes Hundefutter verwendest. Das ist kostenintensiver als herkömmliches Hundefutter, kommt der Gesundheit Deines Tiers aber zugute.

Erziehung und Pflege des Pyrenaeen Berghund

Dein Pyrenaeen Berghund will mit Konsequenz und Erfahrung erzogen sein.

Er wird Dir eine liebevolle Geduld und Dein Einfühlungsvermögen danken, mit dem Du ihn durch seine vermutlich recht stürmische Jugend begleitest.

Erinnere Deinen Hund immer wieder daran, dass Du der Rudelführer bist, und dass er Dir als Partner vertrauen kann. Inkonsequentes Verhalten und Ungerechtigkeit wird er Dir dagegen sehr übel nehmen.

Akzeptiere, dass Dein Pyrenaeen Berghund Deine Autorität bisweilen in Frage stellt – das ist normal. Trotzdem bist Du der Chef, und das darfst Du Deinem Hund auch klarmachen.

Von körperlichen Strafen bei Fehlverhalten solltest Du allerdings absehen, wenn Du Deinen Hund nicht ungewollt zu Aggression erziehen willst. Besser ist es, wenn Du positives Verhalten verstärkst.

[p]Sorge dafür, dass das lange Fell Deines Hundes nicht verfilzt. Ein Pyrenaeen Berghund muss also regelmäßig gebürstet werden, spätestens jeden zweiten Tag will er diese Pflege haben.

Dann bewahrt das Fell auch seinen Glanz. Augen und Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, und wenn Dein Tier viel herumstreift, solltest Du es auf Parasiten überprüfen.

Die Krallen des Hundes wachsen recht stark, so dass Du sie in regelmäßigen Abständen stutzen solltest. Das gilt vor allem für die Wolfskrallen an den Hinterläufen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Pyrenaeen Berghund ist robust und wird immer noch als Arbeitstier gezüchtet. Daher legen verantwortungsbewusste Züchter Wert darauf, erblich bedingte Krankheiten auszuschließen.

Lediglich eine Hüftdysplasie kann, wie bei allen großen und schweren Hunden, bisweilen auftreten. Lass Dein Tier in jungen Jahren regelmäßig vom Tierarzt untersuchen, dann kann die Fehlbildung früh erkannt und behandelt werden.

Lebenserwartung des Pyrenaeen Berghund

Ein Pyrenaeen Berghund wird zwischen 10 Jahren und 12 Jahren alt. Bei guter Ernährung und ausreichend Bewegung wird Dein Hund bis an sein Lebensende gesund und geistig wie körperlich fit sein.

Pyrenaeen Berghund kaufen

In Deutschland ist der Pyrenaeen Berghund zwar bekannt, aber nicht sehr weit verbreitet. Am ehesten findest Du in Frankreich verantwortungsvolle Züchter.

Achte darauf, dass Du Dein Tier kennenlernen darfst, bevor es von der Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt wird.

Du solltest eine Bindung zu dem Tier aufbauen, bevor es zu Dir kommt.

Die Züchter achten in der Regel schon darauf, dass die Wohnsituation und Dein Lebensstil zu dem großen und freiheitsliebenden Hund passen.

Dementsprechend solltest Du darauf gefasst sein, schon im ersten Gespräch mit dem Züchter auch recht intime Fragen zu beantworten.

Entscheidungshilfe: Ist der Pyrenaeen Berghund Dein Hund?

Du hast bereits Erfahrung in der Haltung und Erziehung von Hunden? Du magst große Tiere, die eher sanft sind und weniger toben?

Außerdem kannst Du damit umgehen, Deinem Hund immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass Du das Alpha-Tier bist?

Das sind nämlich unabdingbare Voraussetzungen dafür, dass Du Dich mit Deinem Pyrenaeen Berghund gut verträgst.

Wenn Du dann noch in großes, sicher umzäuntes Grundstück zur Verfügung hast und mit Deinem Hund gerne täglich durch die Natur streifst, steht Eurer Partnerschaft nichts mehr im Weg …

Weitere Informationen zur Rasse Pyrenaeen Berghund:

Rasseportrait im Magazin ZooPlus

Der Pyrenaeen Berghund beim VDH

Rasseportrait im Magazin Zoo Royal

Club für Ungarische Hirtenhunde e. V. über den Pyrenaeen Berghund

Rasseinformationen im Pedigree Ratgeber

 

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