Peruanischer Nackthund

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Größe:
30 – 65 cm
Gewicht:
5 – 25 kg
Herkunft:
Peru
Lebensdauer:
9 – 15 Jahre
Farbe:
braun oder grau bis schwarz, teils mit rosa Fleckung
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ein Peruanischer Nackthund fällt bei uns auf der Straße sofort auf! In seiner Heimat wird ein Peruanischer Nackthund als Perro peruano sin pelo bezeichnet, was soviel wie „Peruanischer Hund ohne Fell“ bedeutet.

Auch der Name Viringo ist geläufig und bezeichnet die Rasse schlicht als „nackt„. All diese Namen könnten treffender nicht sein, denn ein Peruanischer Nackthund zeichnet sich optisch in erster Linie durch seine Haarlosigkeit aus.

Dies macht ihn zu einer interessanten Rasse für Allergiker und jene, die eine aufwendige Fellpflege scheuen und für die deshalb Zusammenleben mit einem behaarten Hund nicht in Frage kommt.

Ist er bei uns erst relativ spät bekannt geworden und bis heute ein rarer Anblick, begleitet ein Peruanischer Nackthund in seiner südamerikanischen Heimat den Menschen schon mindesten seit der Zeitenwende und kann heute vor allem im Norden Perus regelmäßig auf den Straßen gesichtet werden.

Insgesamt handelt es sich jedoch um eine hündische Rarität, von der es nur etwa 1000 Exemplare auf der Welt gibt. Wer sich für einen Peruanischen Nackthund entscheidet, tut dies in der Regel sehr bewusst.

Schon allein aufgrund seiner Seltenheit ist ein Peruanischer Nackthund kein Hund, über den man zufällig stolpert und auch die Haarlosigkeit muss man wohl mögen.

Tatsächlich gibt es neben seinen antiallergenen Eigenschaften aber einige gute Gründe, die für den Exoten sprechen.

In drei verschiedenen Größenklassen gezüchtet, ist wohl für jeden ein Peruanischer Nackthund in der richtigen Dimension dabei. Selbst behaarte Varianten gibt es – trotz des Namens.

Zudem ist er ein umgänglicher, anhänglicher Hund, der sich voll und ganz auf seine Menschen einlässt, und ihnen mindestens ebenso viel Liebe zurückgibt, wie er erhält. Was kann man von einem Hund mehr wollen?

Herkunft und Rassegeschichte

Vergöttert und auf Händen getragen

Nackthunde zählen zu den ältesten Hunderassen weltweit und kommen mit dem Chinesischen, Mexikanischen und Peruanischen Nackthund heute in drei offiziell anerkannten Rassen vor. Wo genau die haarlosen Hunde zum ersten Mal auftraten, ist unklar.

Der Peruanische Nackthund wurde nachweislich schon von den Inkas verehrt. Vor ihnen hatten bereits die Kulturen der Chimu und der Chankay die Peruanischen Nackthunde in ihren Kunstwerken wie bemalten Töpferwaren und Figuren abgebildet.

Die haarlosen Hunde galten aufgrund ihres besonderen Äußeren als mythische Glücksbringer und wurden als Wärmespender bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt.

Von dem hohen Ansehen, dass die damals noch durchweg kleinen Hunde genossen, zeugen heute noch Abbildungen, welche die nackten Tiere in Bekleidung zeigen.

Ein Peruanischer Nackthund wurden also mitnichten sich selbst überlassen, sondern liebevoll gehegt und gepflegt. Die Inkas stellten es aus diesem Grund unter Strafe, Peruanische Nackhunde zu verspeisen.

Vermischung und Verfolgung

Als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer in Peru einfielen, vermischte sich die einstmals kleinwüchsige Rasse zunehmend mit den größeren Hunden der Neuankömmlinge.

In der Folge verbreiterte sich das Größenspektrum der haarlosen Urhunde, sodass ein Peruanischer Nackthund bis heute in der Größe zwischen 25 bis 65 Zentimeter variiert.

Während die peruanische Bevölkerung der Anden ihren Nackthund weiter pflegte, stieß ein peruanischer Nackthund in den flachländischen Gebieten an der Küste meist auf wenig Zuneigung.

Vertreter dieser Rasse wurden als kränkliche Ausgestoßene angesehen und nicht selten getötet, wenn sich die Gelegenheit dazu bot. So wurde ein Peruanischer Nackthunde ein immer seltenerer Anblick, auch wenn die Rasse nie ganz von der Bildfläche verschwand.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts sah es jedoch nicht gut für die altertümlichen Hunde aus, und ihr Erhalt hing am seidenen Faden.

Vom Ausland zurück in die peruanischen Anden

Der neuerliche Aufschwung des Peruanischen Nackthundes wurde ausgerechnet von einem ausländischen Liebhaber angestoßen. Der amerikanische Hundenarr stieß 1966 bei seinem Besuch in Peru auf die bizarre Rasse und brachte acht Hunde unter dem Namen „Peruvian Inka Orchid“, also „Peruanische Orchidee der Inkas“, zurück in seine Heimat, um eine Zucht zu starten.

1978 brachte die Züchterin Jenny Tall einige der amerikanischen Nachzuchten nach Europa, und entfachte so auch das Interesse an der Rasse in Deutschland.

Nur wenig später, im Jahr 1981, erhielt der Peruanische Nackthund in Deutschland den offiziellen Status einer anerkannten Hunderasse bei der FCI, damals noch unter dem amerikanisch geprägten Namen Peruvian Inca Orchid.

Erst daraufhin erkannte auch der peruanische Dachverband für Rassehunde den Peruanischen Nackthund 1985 als Rasse an, erbat beim FCI jedoch eine Umbenennung, welche heute ihre Gültigkeit hat.

Heute gilt der „Perro sin pelo de Peru“ , also ein Peruanischer Nackthund, als Nationalhund Perus und wird als schützenswertes Kulturgut wahrgenommen.

Aussehen des Peruanischen Nackthundes

Windschnittig mit glatter Haut

Ein Peruanischer Nackthund erinnert mit seinen athletischen Konturen an windhundartige Rassen.

Er ist von schlanker, fast quadratischer Statur, welche Schnelligkeit und Stärke ausdrückt. Seine Beine sind lang und der Brustkorb tief angesetzt. Ein Peruanischer Nackthund kann eine Schulterhöhe zwischen 20 und 65 Zentimeter haben, und ist damit wohl eine der in der Größe variabelsten Hunderassen.

Die Ohren sind groß und stehen bei einem aufmerksamen Tier aufrecht. Die Rute ist lang und elegant geschwungen. Durch eine Mutation des Genes  ist ein Peruanischer Nackthund meist vollständig haarlos.

Es gibt jedoch auch Exemplare, die am Kopf oder Schwanz eine eher schüttere Behaarung aufweisen. Immer wieder gibt es auch Welpen innerhalb eines Wurfs, die voll behaart sind.

Sie werden als „Peludos“, also „Befellte“, bezeichnet und machen etwa ein Drittel aller Welpen aus. Bei der unbehaarten Variante ist die Haut ledrig und entweder einfarbig braun, grau oder schwarz oder von unpigmentierten, rosa Flecken und Punkten überzogen.

Interessanterweise ist das Gebiss eines haarlosen Peruanischen Nackthundes oft unvollständig, denn nicht selten fehlen einige Backenzähne. Dies ist vermutlich auf die gleiche Mutation zurückzuführen wie die Haarlosigkeit.

Charakter und Wesen

Menschbezogen und sportlich

Ein Peruanischer Nackthund liebt seine Menschen bedingungslos und passt sich an den Takt seines Rudels an. Er baut eine enge und liebevolle Bindung zu seinen Haltern auf und möchte gern bei allem dabei sein.

Mit einem Beschützerinstinkt für sein Rudel und einem gesunden Misstrauen gegenüber Fremden eignet sich das wachsame Tier ausgezeichnet als Wachhund. Er ist dabei aber niemals aggressiv.

Da ein Peruanischer Nackthund manchmal etwas rabiater spielt und durchaus auch seinen eigenen Kopf hat, empfiehlt es sich nicht, ihn mit kleineren Kindern zu vergesellschaften.

In Familien mit größeren Kindern, welche die Bedürfnisse des Tieres zu respektieren wissen, fühlt sich ein Peruanischer Nackthund aber durchaus wohl. Wenn er früh entsprechend sozialisiert worden ist, gibt er sich auch Katzen gegenüber respektvoll.

Der nackte Peruaner liebt es, sich zu bewegen, und ist an der frischen Luft überaus agil und aufmerksam.

Haltung und Ernährung

Familienanschluss und geistige Auslastung erwünscht

Das ein Peruanischer Nackthund kein Fell hat, verleitet mitunter vorschnell zu der Annahme, dass er nicht gut gegen kalte Witterungsbedingungen gewappnet ist.

Tatsächlich aber, musste die Rasse in ihrer Heimat auch mit den teils frischen Bedingungen der peruanischen Hochanden umgehen können und zeigt sich daher robuster, als man meinen könnte.

Dennoch ist ein peruanischer Nackthund kein Hund für die reine Hofhaltung, sondern möchte Zugang zum Haus haben. Dies ermöglicht ihm auch den engen Familienanschluss, den er sucht.

Letzteres ist ihm wichtiger, als ein großer Garten, solange er bei den täglichen Gassigängen die Möglichkeit hat, sich ausreichend zu bewegen.

Seinem Bewegungsdrang sollte bei der Beschäftigung mit dem Hund genauso Rechnung gezollt werden, wie seiner Intelligenz. Im Idealfall kannst Du beides in einem geeigneten Hundesport, wiezum Beispiel Agility oder Obedience kombinieren.

Nach dem entsprechenden Training begleitet er seinen Menschen auch gerne auf der täglichen Joggingrunde.

Auch über kleine Übungseinheiten im Haus freut sich ein Peruanischer Nackthund immer, festigt es doch gleichzeitig die Bindung zwischen Mensch und Tier. Einseitige Beschäftigungen wie Apportierübungen sind hingegen meist nichts für den Peruanischen Nackthund.

Unproblematischer Fresser

Ein Peruanischer Nackthund wird durch die fehlenden Backenzähne nicht eingeschränkt, sodass er wie jeder andere Hund auch ernährt werden kann. Mit einem hochwertigen Futter wird Dein Peruanischer Nackthund optimal versorgen und gesund erhalten.

Dabei ist es unerheblich, ob es sich um konventionelles Trockenfutter oder Nassfutter oder selbst zubereitete Rohkost handelt, solange die Nährstoffe auf die Bedürfnisse des Tieres zugeschnitten sind.

Diese ändern sich mit dem Alter und dem Aktivitätslevel des Hundes, weswegen die Eignung des Futters von Zeit zu Zeit überprüft werden sollte.

Wenn Dein Peruanischer Nackthund am Tag viele Leckerlies als Belohnung erhält, musst Du daran denken, diese Menge von der Futterration des Tages abzuziehen, damit er nicht übergewichtig wird.

Erziehung und Pflege

Gehorsam und Lernbereit

Die Erziehung der Rasse gestaltet sich einfach, denn ein Peruanischer Nackthund ist nicht nur intelligent, sondern hat auch Freude daran, seinem Menschen zu gefallen.

Um unerwünschte Situationen zu vermeiden, sollte der ausgeprägte Beschützerinstinkt des Hundes von klein auf in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Sonst kann es passieren, dass ein Peruanischer Nackthund zum Beispiel das Spiel unter Kindern überinterpretiert und versucht, die Kinder des eigenen Rudels zu schützen.

Generell sollte bei der Erziehung das individuelle Temperament des Hundes mit einbezogen werden. Ist dein Peruanischer Nackthund eher sensibel, empfiehlt es sich, mit der nötigen Geduld an das Training heranzugehen.

Um typische Stolperfallen in der Hundeerziehung von Anfang an zu umgehen, ist der Besuch einer Hundeschule vor allem am Beginn des gemeinsamen Trainings empfehlenswert.

Dort lernen Hund und Halter, sich aufeinander einzustellen und den anderen zu lesen.

Hautpflege sinnvoll

Durch seine Haarlosigkeit bringt ein Peruanischer Nackthund einige Vorteile mit sich. Regelmäßiges Bürsten entfällt. Auch hat ein Peruanischer Nackthund viel seltener mit Hautparasiten zu kämpfen als andere Hunde.

Manche Tiere neigen zu trockener Haut, und sollten dann mit entsprechende Cremes oder Ölen behandelt werden. Vor allem hellhäutige Exemplare sollten vorsichtig an die Sonne gewöhnt und mit einem Sonnenschutz eingecremt werden.

Bei dunkelhäutigen Exemplaren ist diese Vorsorge nicht notwendig. Im Zweifelsfall kann Dein Peruanischer Nackthund mit passender Hundekleidung vor direkter Sonneneinstrahlung oder großer Kälte im Winter geschützt werden.

Bei Bedarf sollten die Krallen mit einer Krallenschere gekürzt werden, um Splittern oder Einreißen der Krallen zu vermeiden.

Gesundheit und typische Krankheiten

Gesund und wenig anfällig

Ein Peruanischer Nackthund ist ein robustes und gesundes Tier, welches nicht mit rassetypischen Krankheiten zu kämpfen hat. Aufgrund seiner Haarlosigkeit ist er jedoch anfälliger für Hautverletzungen.

Einige Exemplare neigen zu Sonnenbrand und müssen diesbezüglich entsprechend mit Cremes oder Kleidung geschützt werden.

Lebenserwartung des peruanischen Nackhundes

Ein Peruanischer Nackthund kann, ohne in seinem Leben viele Besuche beim Tierarzt ertragen zu müssen, recht alt werden. Ein Alter von bis zu 15 Jahren ist keine Seltenheit.

Peruanischen Nackthund kaufen

Wo bekommst Du einen Peruanischen Nackthund her?

Ein Peruanischer Nackthund ist in Deutschland kein allzu häufiger Anblick. Im deutschsprachigen Raum gibt es dennoch eine kleine Auswahl an Züchtern, bei denen du einen Peruanischen Nackthund erstehen kannst. Diese können zum Beispiel über den Club für exotische Rassehunde ausfindig gemacht werden.

Wie immer gilt es, einen in Frage kommenden Züchter genau unter die Lupe zu nehmen, und zum Beispiel darauf zu achten, dass er verantwortungsvoll mit seinen Tieren umgeht.

Obwohl Peruanische Nackthunde in ihrer Heimat auch auf der Straße anzutreffen sind, finden sie aufgrund der großen Entfernung nur selten als Tierschutzhund den Weg nach Europa.

Dennoch ist ein Peruanischer Nackthund gelegentlich auch aus zweiter Hand zu erstehen, sodass es sich lohnen kann, nach ihm im Tierschutz Ausschau zu halten.

Entscheidungshilfe

Ist ein Peruanischer Nackthund das richtige für Dich?

Das dicke Fell, was ein Peruanischer Nackthund nicht hat, musst Du Dir als Halter selbst zulegen. Denn viele Blicke sind euch bei euren Ausflügen wegen des ungewöhnlichen Looks der Rasse sicher, und nicht alle davon sind grundsätzlich positiv.

Ein Peruanischer Nackthund ist für Dich interessant im Wesen, aber die nackte Haut ist nicht so dein Fall? Kein Problem! Aus genetischen Gründen ist ein gewisser Prozentsatz dieser Rasse behaart und sucht ebenfalls ein gutes Zuhause.

Wer einen Familien- und Begleithund sucht, der zuhause ruhig und unterwegs aktiv ist, sollte sich den Peruanischen Nackthund genauer anschauen.

Wenn Du eine enge Bindung zu Deinem Vierbeiner wünschst, und Spaß an gemeinsamen Aktivitäten mit Energie und Grips hast, kann ein Peruanischer Nackthund die richtige Wahl für Dich sein. Als unzertrennliches Team werdet ihr auf jeden Fall auffallen.

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