Groenendael

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Größe:
56 – 66 cm
Gewicht:
20 – 30 kg
Herkunft:
Belgien
Lebensdauer:
12 – 16 Jahre
Farbe:
schwarz
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
!–!
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Hunderasse Groenendael

Du bist auf der Suche nach einem felltragenden Wegbegleiter? Vom Groenendael hast Du schon viel Gutes gehört? Informiere Dich hier, ob ein Groenendael in Dein Leben passt! Der schwarze belgische Schäferhund bringt Pfotenliebe in Dein Leben!

Rassebeschreibung

Der Groenendael ist eine der vier Variationen des Belgischen Schäferhundes. Die Rasse wird unterteilt in Laekenois, Malinois, Groenendael und Tervueren. Laut FCI gehört der Groenendael zu den Hüte- und Treibhunden, Sektion Schäferhunde. Er wird zu den großen Hunderassen gezählt.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Belgische Schäferhund, Variante Groenendael, ist seit 1891 bekannt. In Belgien hatten sich über die Jahrhunderte hinweg vier Typen von Schäferhunden gefestigt, deren Charakterzüge und Zuchtziel identisch waren. Es sollten arbeitswillige Schutzhunde sein, die weite Strecken überblicken und unempfindlich für Wind und Wetter sind. Da die Populationen der Schäferhunde in Rassestandards festgelegt werden sollten, trafen sich 117 verschiedene Schäferhundtypen im Club Du Chien de Berger Belge (Klub für Belgische Schäferhunde).

Professor Reul wollte ein einheitliches Zuchtwesen und Stammbaumlinien für den Belgischen Schäferhund erreichen. Ab 1901 wurde die Rasse Belgischer Schäferhund international anerkannt. Im ersten Weltkrieg wurde die Anzahl der Hunde in Europa deutlich dezimiert. Da der Belgische Schäferhund aber als Arbeitstier überaus gut geeignet war, erholte sich die Population schnell. In den Rassestandards wurden die vier Varianten festgelegt. Der schwarze Groenendael erhielt seinen Namen von dem Ort, indem er zuerst gezüchtet wurde.

Die Varianten des Belgischen Schäferhundes dürfen laut dem Pariser Reglement von 1074 nicht untereinander gekreuzt werden. Ausnahmen müssen beantragt werden und der Rasseerhaltung nachweislich dienen.
In Deutschland ist der Malinois die häufigste Variante des Belgischen Schäferhundes. Der Groenendael erfreut sich aber aufgrund seiner langen Lebensdauer und seines geduldigen Umgangs mit Kindern immer mehr Beliebtheit als Familienhund.

Aussehen

Ein Groenendael ist vor allem eins: Immer schwarz. Es sind minimale weiße Haare an Pfotenspitzen und an der Brust zugelassen, verlieren sich aber meist im dichten, langen Fell. Der Körperbau wirkt durch das Haarkleid mächtig, ist aber tatsächlich eher flexibel und leicht. Die Knochen sind kräftig, die Muskulatur stark und sehnig, nicht massig. Der Groenendael trägt den keilförmigen Kopf recht hoch, hat eine flache Stirn und einen geraden, langen Nasenrücken. Klassisch ist ein Scherengebiss, einige Züchter bevorzugen aber das bei Herdenschutzhunden beliebte Zangengebiss.

Beim Groenendael ist die Länge vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker etwa gleichlang mit der Widerristhöhe. Die Brust ist tief, aber nicht breit. Der Rücken ist gerade, der Bauch schön geschwungen. Die mittellange Rute wird hängend getragen, in Anspannung horizontal. Die Vorderpfoten sind eher rund, fast wie bei einer Katze – das passt zu der leichtfüßigen Gangart des Groenendael. Der Groenendael neigt am ganzen Körper nie zur Faltenbildung, die Haut ist immer straff gespannt. Nur das Kopfhaar ist kurz, sonst hat der Groenendael ein dichtes, langes Fellkleid mit dicker Unterwolle. Das Fell ist leicht glänzend, an Rute und Gliedmaßen mit Fransenbildung.

Charakter und Wesen

Liebevoll, treu, arbeitswillig, intelligent. So kannst Du den Groenendael beschreiben. Er wurde gezüchtet, um zu schützen – und genau das möchte er auch tun. Allein ist er daher sehr unglücklich. Besonders hervorzuheben ist seine Reaktionsschnelligkeit, wodurch er sich ideal für Hundesportarten und Diensthund Aufgaben eignet. Der sehr intelligente, aktive Groenendael braucht Beschäftigung für Geist und Körper. Er ist vom Grundsatz her weder aggressiv noch besonders anspruchsvoll an seine Umgebung. Ein Groenendael hat viel Temperament und ist unermüdlich aktiv, dabei aber ausdauernd. Bei entsprechender Auslastung eignet er sich hervorragend als Familienhund, da er Kindern gegenüber meist eine hohe Geduldsspanne zeigt.

Ein paar Tipps zum Umgang von Kindern und Hunden kannst Du hier nachlesen.
Der Groenendael bindet sich eng und loyal an seine Bezugspersonen, er neigt nicht zu Dominanzkämpfen und ordnet sich bei guter Beschäftigung rasch unter.
Mit anderen Hunden ist der Groenendael gut verträglich, spielt jedoch kaum. Ein Groenendael, der im Welpenalter wenig Kontakt mit anderen Hunden hatte, neigt zur Ängstlichkeit im Erwachsenenalter.

Haltung und Ernährung

Der Groenendael ist nur bedingt für die Haltung in der Stadt geeignet. Er ist ein unempfindlicher Wind- und Wetter-Hund und liebt lange und ausgedehnte Spaziergänge durch die Natur. Es wäre gut, wenn ein Garten vorhanden wäre. Treppen sollten große Hunde ohnehin nur wenig laufen. An seine Umgebung stellt der Groenendael kaum Ansprüche, er braucht auch kein weiches Kuschelbett – aber Aktivität! Reiten, Joggen, Radfahren, Schwimmen – am liebsten in Verbindung mit einer geistigen Aufgabe. Der Hund ist sehr gelehrig und kann daher gut als Diensthund abgerichtet werden. Weniger als aggressiver Schutzhund, eher zum Bergen und Suchen von Gegenständen oder Personen. Wenn Du einem Groenendael ein Zuhause geben möchtest, musst Du ihm viel Beschäftigung bieten. Agility oder Mantrailing sind gut Aktivitäten für Deinen Groenendael.

Er bleibt sehr ungern allein – auch nicht in einem Zwinger. Lässt Du ihn allein, zerstört der Groenendael auch gerne das Mobiliar oder beißt sich gleich durch die Tür. Er braucht daher am besten einen zweiten Hund oder eine fesselnde Beschäftigung für Alleine-Zeiten.

Beim Futter ist der Groenendael nicht wählerisch. BARF, Trockenfutter, Nassfutter – wie es Dir beliebt. Einige Hunde neigen jedoch dazu, insgesamt ungern zu fressen. Wegen des dichten Fells sieht man dem Hund ein Untergewicht nicht rasch an, Du solltest daher regelmäßig prüfen, ob Dein Hund wirklich genug zu essen bekommt. Ein Groenendael mit Übergewicht ist selten und meist auf Krankheit oder deutliche Haltungsfehler zurückzuführen.

Erziehung und Pflege

Wenn Du einen Groenendael hast, der nicht gut frisst, wirst Du ihn auch ohne Leckerlies gut erziehen können. Der Groenendael will arbeiten, er will lernen, und er will Dir gefallen. Lob und Aufmerksamkeit funktionieren bei ihm sehr gut als Erziehungsmittel, auch zum Beispiel ein besonderes Tau zum Zerren, welches es nur nach erfolgreichem Training gibt. Das Einzige, was Du wirklich beachten musst, ist die Auslastung. Der Hund ist sehr aktiv, und gerade im Welpenalter stellt das so manche zeitliche Herausforderung. Der Groenendael ist mit konsequenten Ansagen rasch zu einem treuen Begleiter abzurichten. Mit Kindern ist er liebevoll und trotz seiner großen Aktivität nicht stürmisch.

Der Groenendael ist ein Spätentwickler – erst mit drei Jahren gilt er als erwachsener Hund. Manche Hunde fangen im zwei Jahren in der Erziehung ganz von vorn an – das muss Dich also nicht wundern. Er lernt alles wieder. Als Schutzhund hat er keinen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, ist meistens mit Katzen verträglich, wenn er sie von Anfang an kennt. Kleintiere interessieren nicht, mit Pferden kommt er meistens sehr gut zurecht. Als Herdenschutzhund umkreist er gerne alle Mitglieder seines Rudels – egal ob Menschen oder Tiere.

Fängt er an, Tier- und Menschengruppen zu separieren, musst Du einschreiten. Das Separieren ist ein Dominanzgehabe und sollte auf jeden Fall unterbunden werden. Der Groenendael neigt allgemein nicht zu Dominanzspielchen, wenn er es aber tut, muss ihm sehr konsequent sein Platz gezeigt werden. Er braucht Ruhe und Konsequenz in der Erziehung, weder zu viel vorsichtige Liebe noch ein Übermaß an Härte. Es ist ein kluger, aber nachtragender Hund – Fehler von Dir verzeiht er nicht so schnell.

Viele Halterinnen berichten, dass ihr Groenendael besonders während der Schwangerschaften nicht von ihrer Seite gewichen ist.
Obwohl der Groenendael so ein dichtes, langes Fell hat, ist die Pflege nicht sehr aufwändig. Der Schmutz haftet kaum am Fell an. Trotzdem muss der Hund regelmäßig gebürstet werden, damit das prächtige Haar nicht verfilzt. Auch die Ohren müssen gut gereinigt werden.

Ein Groenendael hat kaum Eigengeruch, lediglich nasses Fell riecht recht würzig. Im Fellwechsel haart der Groenendael sehr stark und sollte täglich ausgebürstet werden, wenn Du nicht die ganze Wohnung voller Haare haben möchtest. Weitere Informationen zu Fellpflege findest Du hier.
Schau doch mal hier nach der passenden Bürste!

Gesundheit und rassetypische Krankheiten

Ein Groenendael neigt weder zu Futterallergien noch zu Erkältungskrankheiten. Er ist sehr robust und für den Aufenthalt im Freien gezüchtet. Allerdings ist gerade beim Groenendael eine rassebedingte Prädisposition zur Epilepsie gegeben. Der Groenendael erkrankt zu etwa 9% an Epilepsie. Obwohl das ein Zuchtausschluss ist, hält sich die Veranlagung genetisch aufrecht. Dadurch verändert sich aber nicht die Lebenserwartung – lediglich die Lebensqualität ist etwas eingeschränkt.

Hunde mit epileptischen Anfällen können zum Beispiel nicht gut mit Lichtwechseln umgehen und sind daher bei Dunkelheit im Straßenverkehr schlecht aufgehoben.
Wie alle großen Hunderassen neigt auch der Groenendael zu Hüftgelenksdysplasien. Häufig kann das mit einer adäquaten Haltung vermieden werden. Vor allem ein junger Groenendael sollte nicht zu viel Ausdauersport machen, um die Gelenke in der Wachstumsphase zu schonen.

Lebenserwartung:

Der Belgische Schäferhund ist eine überaus robuste Rasse. Ein Groenendael wird meistens zwischen 12 und 16 Jahren alt. Auch aufgrund dieser für große Hunde recht langen Lebenserwartung eignet er sich gut als Familienmitglied!
Epilepsie ist die häufigste Todesursache beim Groenendael. Nicht der Anfall selbst ist dabei unbedingt tödlich, eher die Tatsache, dass ältere Hunde die epileptischen Anfälle nicht mehr gut verarbeiten können.

Groenendael kaufen

Wer einen Belgischen Schäferhund kaufen möchte, sollte sich unbedingt an seriöse Züchter wenden und auch im Stammbaum recherchieren. Gerade der Groenendael mit der Neigung zur Epilepsie sollte eindeutige Papiere und einen nachvollziehbaren Stammbaum mitbringen. Ausschließen kannst Du das Risiko nie, aber eine verantwortungsvolle Zucht verbessert ganz klar die Chancen auf einen gesunden Hund. Der Groenendael ist in der Handhabung der „einfachste“ der belgischen Schäferhunde.

Sein Variantenvertreter, der Malinois, ist oft teurer, da er in Deutschland als Arbeitshund sehr gefragt ist.
Wenn Du Dich für einen Welpen interessierst, nimm Dir die Zeit, den Wurf öfter zu besuchen, bevor Du Dich auf einen Welpen festlegst. Ein Groenendael wird eine enge Bindung zu Dir aufbauen, da ist es wichtig, dass ihr euch gut kennenlernt. Verantwortungsvolle Züchter werden Dir solche Kennenlernbesuche immer gern ermöglichen.

Entscheidungshilfe

Du möchtest einen Hund, der Dich fordert und fördert? Einen Kameraden und treuen Begleiter, den Du auch fordern und fördern kannst? Dann ist der Groenendael der richtige Hund für Dich! Wenn Du ihn als Einzelperson kaufen möchtest, solltest Du unbedingt dafür sorgen, dass es eine Betreuungsalternative gibt, die den Hund auch auslasten kann. Wenn Du einmal krank bist, kannst Du einen Groenendael nicht einfach beim Nachbarn abgegeben – er braucht Beschäftigung!
Am besten ist der Groenendael bei einer Familie aufgehoben, in der auch ältere Kinder Aktivitäten mit dem Hund wahrnehmen wollen.

Gerade heranwachsende Mädchen entwickeln oft mit dem Groenendael eine enge Beziehung beim Agility .
Als Anfängerhund ist der Groenendael durchaus geeignet, wenn mit ihm diszipliniert gearbeitet und eine Hundeschule besucht wird. Bist Du noch unsicher? Dann lies doch einmal hier das Pro und Contra nach.

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