Epagneul Breton

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Größe:
48 – 51 cm
Gewicht:
14 – 18 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
10 – 15 Jahre
Farbe:
weiß, leberfarben, dreifarbig, schwarz-weiß, orange-weiß, roan
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
!–!
    wenig:

    viel:

Du möchtest Dich über den Epagneul Breton informieren? Hier erfährst du alles, was Du über diese Rasse wissen musst! Wusstest Du zum Beispiel, dass der Egagneul Breton im Entfernten mit dem Setter verwandt ist? Es soll in diesem Artikel jedoch nicht nur um die Rassegeschichte gehen, sondern vor allem um den Hund an sich.

Im Steckbrief zu Beginn erfährst Du alles Wissenswerte auf einen Blick. Zum Ende findest Du eine Entscheidungshilfe, die deutlich macht, wo Herausforderungen im Umgang mit dem Epagneul Breton auf Dich warten können, und ob dieser Hund zu Dir passt.

 

Rassebeschreibung

Die kleinste Vorstehhundrasse gehört gemäß der „Federation Cynologique Internationale“ (FCI) zu der Gruppe 7 „Vorstehhunde“, Sektion 1.2 „Kontinentale Vorstehhunde“. Obwohl er zu den kleinsten Vorstehhunden zählt, ist er ein kräftiger Hund, dessen gesamter Körper gut bemuskelt ist.

Der Epagneul Breton ist kein Stöberhund. Seine Raubwildschärfe ist eher gering. Auf Jagd punktet er mit einer weiten, raumgreifenden Suche mit hoher Nase, firmes Vor- und Durchstehen sowie feinster Nasenleistung.

Er ist sehr wasserfreudig, arbeitet auch unter schwersten Bedingungen unermüdlich und ist ein zuverlässiger Verlorenbringer.

Herkunft und Rassegeschichte

Bei dem Epagneul Breton handelt es sich um den bekanntesten französischen Vorstehhund. Wie im Namen erwähnt, stammt er ursprünglich aus Frankreich, genauer gesagt aus der Bretagne.

Er zählt zu den kleinsten Vorstehhunden und tauchte bereits im Mittelalter auf. Dort diente er schon Rembrandt als Modell.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Pointer sowie Setter eingekreuzt. Diese Einkreuzungen führten dazu, dass der Epagneul Breton nicht nur größer und schwerer wurde, sondern sich sein Spürsinn deutlich verbesserte.

Nachdem zusätzlich Einflüsse des Laverack hinzukamen, legte man im Jahr 1907 erstmals Rassestandards für den Epagneul Breton fest. Seit dem wird diese Rasse gezielt gezüchtet. 1957 wurden diese Rassestandards bislang zum letzten Mal akualisiert.

Er hat sich im Laufe der Zeit zu der beliebtesten Spanielrasse Frankreichs etabliert. Sein Erscheinungsbild ähnelt dem Setter, dennoch gehört er eindeutig zu den Vorstehhunden. 

Das Aussehen vom Epagneul Breton

Das feine, gewellte Fell ist typisch für den Epagneul Breton. Häufig ist die Grundfarbe weiß mit orangen, braunen oder schwarzen Flecken und Sprengeln. Bei allen Gliedmaßen ist die hintere Seite befedert. Die Ohren sind hoch angesetzt und sind kurz, breit und dreieckig.

Sie stehen am Ansatz leicht ab. Bei der Arbeit kann beobachtet werden, dass sie sehr beweglich sind. Gemeinsam mit seinem offenen und aufmerksamen Blick entsteht der Eindruck, der Epagneul Breton sei offen und aufmerksam.

Betrachtet man den Körperbau des kleinen Franzosen, lässt sich die quadratische Statur nicht verleugnen. Die Schulterhöhe entspricht ungefähr der Körperlänge. Der straffe Hals ist relativ kurz. Die Brust ist breit und reicht in etwa bis zur Hälfte der Widerristhöhe.

Bei vielen Tieren wird die Rute kupiert. Dies ist in Deutschland verboten. Durch die intensive Zucht tauchen Hunde auf, die ohne ausgeprägte Rute auf die Welt kommen. Seine Augen sind dunkelbraun und mandelförmig. Sein Scherengebiss ist kräftig.

Charakter und Wesen

Der Epagneul Breton ist ein freundlicher und ausgeglichener Hund. Er hat eine positive Grundeinstellung und ist sehr gelehrig. Seine unbändige Lernbereitschaft und Aufgeschlossenheit machen ihn zu einem tollen Begleithund.

Er zeigt sich auch gegenüber Kindern und Senioren sensibel und freundlich und neigt aufgrund seiner Überschwänglichkeit dazu, übermütig zu werden. Deshalb sollte er keinesfalls mit Kindern alleine gelassen werden.

Er bringt so viel Überschwänglichkeit und Energie mit, dass er sie versehentlich verletzen könnte. Seine Familie hat er schnell ins Herz geschlossen, sodass er anhänglich und verschmust ist. Durch seinen Einsatz als Jagdhund auf Niederwild, ist er wasserfreudig.

Deshalb stört ihn auch ein regnerischer Tag nicht und er möchte auch dann seine Zeit draußen verbringen. Er ist sehr quirlig und hat einen unbändigen Jagdtrieb. Für intensive Bewegung und Beschäftigung ist der Epagneul Breton gerne zu haben. 

Haltung und Ernährung

Bei der Haltung darf eines nicht vergessen werden: Wie in der Rassebeschreibung erwähnt, handelt es sich bei dem Epagneul Breton um einen Vorstehhund. Dies bedeutet, dass dies ein Jagdhund ist, der dem Jäger Wild anzeigt.

Insbesondere für die Jagd des Niederwildes wird er eingesetzt. Dabei bringt er den Jägern bei der Feldsuche in schwerem Gelände nach dem jägerlichen Schuss viel Freude. Er bringt deshalb aber auch einen nicht zu unterschätzenden Jagdinstinkt mit.

Durch seinen hohen Bewegungsdrang fordert er regelmäßige und auch gern lange Spaziergänge ein. Deshalb ist er in einem großen Haus mit Garten am besten aufgehoben.

Durch seine Anpassungsfähigkeit kann er auch in einer Wohnung gehalten werden. Dann ist unbedingt darauf zu achten, dass er täglich ausreichend Bewegungsmöglichkeit hat.

Wie viele andere Jagdhunde, ist auch der Epagneul Breton leichtfüttrig und neigt zum Übergewicht. Es ist darauf zu achten, dass das Futter seinem Alter, seinem Energielevel, seinem Gewicht, aber auch möglichen Allergien angepasst ist.

Hierbei sollte stets qualitativ hochwertiges Futter gegeben werden, das seinen Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen deckt. 

Wer sich mit der Ernährung seines Hundes auseinandersetzt, wird vor mehrere Möglichkeiten gestellt. Du kannst Deinem Epagneul Breton Trockenfutter oder Nassfutter geben.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, ihn zu barfen. Hier erfährst Du alles Wichtige über alle drei Möglichkeiten.

Erziehung und Pflege

Der Epagneul Breton benötigt einen Halter, der ihn liebevoll und konsequent erzieht. Er ist ein sensibler Hund, dem eine harte Hand seelisch zusetzt. Er benötigt außerdem die Möglichkeit, gemäß seines Zuchthintergrundes ausgelastet zu sein.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vorstehhunden, muss er nicht zwangsläufig auch als Jagdhund ausgebildet sein. Es ist ohne Zweifel die natürlichste Art der Auslastung.

Wenn Du jedoch keinen Jagdschein besitzt, kannst Du den Anforderungen des Epagneul Bretons auch mit Hundesportarten gerecht werden. Hierfür eignet sich neben dem Dummy-Training auch das Agility-Training oder aber Maintrailing. 

Verschaffe Dir hier einen Überblick über weitere Hundesportarten, die ebenfalls infrage kommen. Da es sich bei dem Epagneul Breton um einen hochenergetischen Hund handelt, braucht er täglich viel Bewegung.

Bekommt er diese nicht, kümmert er und neigt dazu, neurotisch zu werden. 

In Bezug auf die Fellpflege ist der Epagneul Breton unkompliziert. Es reicht aus, sein Fell mehrmals die Woche, am besten ein Mal täglich, zu bürsten und lose Haare auszukämmen.

Da er wasserliebend ist und vor Geäst und Dickichte kein Halt macht, sollten auch regelmäßig seine Ohren gereinigt werden. Seifen sind nicht nötig, warmes Wasser reicht dafür. Bei dem regelmäßigen Bürsten sollten auch kleine Äste oder Kletten entfernt werden, die er aus dem Unterholz mitgebracht hat.

Auch ein genauer Blick nach Zecken kann hierbei nicht schaden. 

Gesundheit und typische Krankheiten

Wie einige andere Hunderassen, kann der Epagneul Breton von der Hüftgelenksdysplasie (HD) betroffen sein. Hierbei handelt es sich um einen Defekt der Gelenkpfanne im Hüftgelenk.

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine Krankheit, unter der diese Rasse häufiger leidet. Dies ist eine degenerative Erkrankung, die Muskelschwund zur Folge hat. 

Viele Hunde leiden unabhängig von ihrer Rasse an Durchfall oder mit dem Alter an Gelenkserkrankungen.

Lebenserwartung vom Epagneul Breton

Der Epagneul Breton hat eine ungefähre Lebenserwartung 15 Jahren.

Einen Epagneul Breton kaufen

Wenn Du einen Welpen bei Dir einziehen lassen möchtest, lies Dir die folgenden Punkte noch einmal genau durch:

Hast Du genügend Zeit für einen Hund?

Ein Hund kostet Geld. Verfügst Du über ausreichend finanzielle Mittel, um für sein Futter, die Steuern und Tierarztkosten aufzukommen?

Hast Du Dich umfangreich mit der Rasse auseinandergesetzt und weißt, was auf Dich zukommt?

Weißt Du, wo Dein Hund unterkommen kann, wenn Du ins Krankenhaus musst oder Du Termine hast, zu denen dein Hund nicht mitkommen kann?

Bist Du bereit, für die nächsten 15 Jahre Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen?

Hast Du jemanden an Deiner Seite, den Du um Hilfe bitten kannst, wenn Du ein Problem in der Erziehung hast?

Steht Dein Lebenspartner/ Deine Lebenspartnerin hinter der Entscheidung, einen Epagneul Breton zu kaufen?

Wenn Du alle Fragen mit einem „Ja“ beantworten kannst, wirst du sicher lange Zeit Freude mit Deinem Epagneul Bretonhaben. Lasse Dir bei der Welpensuche Zeit, um einen seriösen Züchter zu finden.

Epagneul Breton in Not

Viele denken beim Hundekauf sofort an eine süßen, tollpatschigen Welpen. Doch wie bei anderen Rassen, gibt es auch beim Epagneul Breton Hunde, die in Not geraten sind.

Hierbei handelt es sich um solche Hunde, deren Besitzer gestorben sind oder die aufgrund von Krankheit oder Umzug nicht mehr für ihren Vierbeiner sorgen können.

Auch werden immer wieder Hund dieser Rasse in Spanien oder Griechenland ausgesetzt, wenn sie ihren Besitzern zu alt geworden sind und nicht mehr so aktiv und schnell auf Jagd sein können. 

Viele schließen es gleich aus, sich so einen Hund zu kaufen. Die Sorge überwiegt, dass er unberechenbar ist, da seine Geschichte nicht bekannt ist. Häufig gilt das Vorurteil, ein traumatisierter Hund sei automatisch auch aggressiv.

Natürlich kennt man nie die ganze Geschichte. Dennoch sind die Hunde unheimlich dankbar, wenn sie wieder ein Zuhause finden, das ihnen Schutz und Sicherheit bietet.

Vor allem bei so einem Hund ist es besonders wichtig, seine Körpersprache richtig zu lesen. 

Wenn Du Dich dazu entschieden hast, einen Epagneul Breton in Not zu kaufen, kann man Dir Mut und Anerkennung zusprechen. Lasse Dir hier ganz besonders Zeit.

Lerne den Hund ausgiebig kennen, damit Du ihn besser einschätzen kannst. Du hast Kinder? Lasse zu, dass er sie unter Aufsicht kennenlernt. Auch – oder vor allem gerade Hunde mit einem Schicksal sind dankbare und tolle Wegbegleiter.

Sei Dir bewusst, dass es mit solch einem Hund länger dauern kann, bis er vollständig gesellschaftsfähig wird. Du wirst in Kauf nehmen müssen, wenn einige Dinge aufgrund seiner Vergangenheit nicht machbar sind. Hierzu können große Menschenansammlungen zählen.

Darüber hinaus solltest Du bereits Erfahrungen mit traumatisierten Hunden gemacht haben oder jemanden an Deiner Seite haben, der Dir stets behilflich ist.

Egal, ob ein Welpe oder ein erwachsender Hund bei Dir einziehen wird: Dein Zuhause muss hundesicher sein, um schwerwiegende Unfälle zu vermeiden.

Entscheidungshilfe

Obwohl der Epagneul Breton ein Jagdhund ist, der einen großen Bewegungsdrang hat, ist er ein leichtführiger und gelehriger Hund. Wenn er seine täglichen Bewegungseinheiten bekommt, ist er anhänglich, verschmust und ausgeglichen.

Wichtig ist, dass er neben der körperlichen Auslastung ausreichend kognitiv gefordert wird. Diese Hunde mögen nicht nur lange Spaziergänge bei Wind und Wetter und lieben abwechslungsreiche Beschäftigung.

Wird er nicht jagdlich geführt, benötigt er eine alternative Beschäftigungsform. Dies kann Dummytraining oder Agility sein.

Es ist wichtig, dass Du gegenüber Hundesport aufgeschlossen bist und bereit bist, mit Deinem Epagneul Breton zu trainieren. Durch sein aufgeschlossenes Verhalten gegenüber Kindern, ist er für sie ein toller Spielkamerad beim Toben im Garten oder beim Fußballspiel.

Dabei ist er im Umgang geduldig und eignet sich auch als Familienhund. 

Da er sehr intelligent und quirlig ist, benötigt er eine konsequente und liebevolle Erziehung, die ihm Grenzen steckt und aufzeigt, wo sein Platz in der Familie ist. Für Menschen, die vorher keinen Hund gehalten haben, eignet sich dieser Hund eher bedingt.

Es ist in dem Fall sehr wichtig, dass seinem Naturell als Jagdhund Rechnung getragen wird. Du solltest seinen Jagdtrieb und seine Unabhängigkeit nicht unterschätzen. Eine konsequente Erziehung ist ein absolutes Muss.

Vor allem solltest Du Dich vor dem Kauf auf die Suche nach einem Hundetrainer oder einem Hundesportverein machen.

Dann hast Du immer einen kompetenten Menschen an Deiner Seite, der Euch bei all den Herausforderungen begleiten kann.

Du hast festgestellt, dass ein Epagneul Breton nicht der richtige Wegbegleiter für Dich ist?

Hier bekommst Du einen Überblick über viele weitere Hunderassen.

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