Do Khyi

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Größe:
61 – 66 cm
Gewicht:
45 – 78 kg
Herkunft:
Tibet
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
Blaugrau, Schwarz, Braun, Rot, Gold, Hellbraun oder Goldbraun bis Cremegelb
FCI Gruppen:
Preis
1.500 bis 1.700 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Do Khyi ist groß, ruhig und souverän. Allerdings sollte man sich davon nicht täuschen lassen, denn die Tiere sind sehr wachsam und würden ihre Familie jederzeit verteidigen.

Als Wächter und Beschützer sind die Hunde absolut zuverlässig. Allerdings ist der Do Khyi kein Hund, der von absolut unerfahrenen Hundehaltern gehalten werden solle. Er braucht eher einen erfahrenen Besitzer, und er braucht viel Platz.

Wir erklären Dir, was diese hochintelligente Rasse mit dem imposanten Eigensinn auszeichnet, wie sich der Do Khyi mit anderen Haustieren verträgt und was Du bei der Haltung beachten solltest.

Rassebeschreibung

Der Do Khyi stammt aus dem Himalaya und wird als eine der ältesten Hunderassen Asiens angesehen. Der Hund hat eine imposante Statur und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.

Bis heute ist der Do Khyi als Wachhund und Herdenschutzhunde im Einsatz. Allerdings wird die Tibet Dogge auch gerne als Familienhund gehalten. Die eigenwilligen Tiere, die so gerne in Gesellschaft leben, brauchen aber von Anfang an eine konsequente Erziehung und sind nur bei erfahrenen Hundehaltern wirklich gut aufgehoben.

Der Do Khyi ist sehr intelligent und wird bisweilen sogar als Therapiehund eingesetzt. Da der Do Khyi sehr intelligent ist und gerne selbst entscheidet, was er tut oder eben nicht tut, braucht er eine konsequente Erziehung.

Und zwar von Anfang an – schon Welpen sollten die Grenzen ihres Schutzinstinkts kennenlernen. Eine umfassende Sozialisation stellt sicher, dass Besucher sich auf das Territorium dieses Hundes wagen dürfen.

Die Hunderasse wurde in Tibet schon vor mehr als 3.000 Jahren von wandernden Hirten eingesetzt und blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück.

Herkunft und Rassegeschichte

Ursprünglich kommt der Do Khyi aus Tibet. In den Hochtälern und an den Hängen des Himalaya wurden die Hunde schon vor vermutlich mehr als 3.000 Jahren als Hirtenhunde und Beschützer eingesetzt.

Aristoteles beschrieb den Do Khyi, der nach seiner Aussage kolossale Knochen habe, muskulös, schwer, großköpfig und mit einer breiten Schnauze ausgestattet sei. Von Marco Polo wissen wir, dass er den Do Khyi antraf.

Er schrieb in seinem Reisebericht im 13. Jahrhundert, dass der Do Khyi groß wie ein Esel und mit innre Stimme so mächtig wie der eines Löwen ausgestattet sei.

Man darf also davon ausgehen, dass diese Hunderasse in Tibet tatsächlich schon seit ein paar Tausend Jahren gezüchtet und eingesetzt wird. Das dicke Fell des Do Khyi ist perfekt an das raue Bergklima des Himalaya angepasst und wärmt die Tiere im kalten Winter.

Tatsächlich wurde der Do Khyi in Europa erst durch die Reisebericht Marco Polos nach 1271 bekannt. Die Menschen waren sofort von den Geschichten und Legenden rund um die großen Hunde fasziniert.

Schnell galt der Do Khyi in Europa als der Vorfahre aller Kampfhunde und aller Hirtenhunderassen, sogar aller roggenartigen Hunde. Allerdings haben DNA-Untersuchen inzwischen ergeben, dass das nicht der Fall ist.

Der Do Khyi ist immer noch ein sehr ursprünglicher Hund, seine Genetik wurde auch in den letzten paar Jahrhunderten kaum durch andere Rassen beeinflusst. Nach Europa kam der erste Do Khyi vermutlich im Jahr 1847. Damals schenkte der Vizekönig von Indien (Lord Hardinge) der englischen Queen Victoria ein solches Tier.

Zirka dreißig Jahre später wurden vom damaligen Prince of Wales (später König Edward VII) zwei weitere Tiere nach England gebracht. 1931 gründete man den Tibetan Mastiff Club. Während des Zweiten Weltkriegs verliefen die Zuchtversuche aber im Sande.

In den 1970er Jahren wurden wieder gezielt Hunde aus Nepal nach Europa und Amerika importiert, seitdem versucht man, Zuchtstätten aufzubauen. In China wurde der Do Khyi während der letzten Jahren zu einem Statussymbol reicher Menschen, was in Europa aber nicht der Fall ist.

Die Zucht in Deutschland verläuft eher umsichtig, die Auflagen sind hoch. Die Hund müssen zahlreiche Gesundheitstests bestehen, und mit der Zucht lässt sich dadurch nicht so viel Geld verdienen.

Aussehen des Do Khyi

Do Khyi

Mit einer Höhe von wenigstens 61 cm bei der Hündin und wenigstens 66 cm beim Rüden ist der Do Khyi ein großer Hund. Tiere mit einem Gewicht zwischen 36 kg und 72 kg sind einfach imposant, wozu auch das dichte, doppelte Fell beiträgt.

Um Hals und Schultern liegt das Fell noch dichter und bildet hier so eine Art Mähne. Der Do Khyi hat eine sehr tiefe Stimmlage und klingt entsprechend furchteinflößend, wenn er bellt.

Wenn der Do Khyi aber im Frühjahr seine dichte Unterwolle verliert und sein Fell sommerlich dünn wird, sieht der Hund sehr viel schlanker und athletischer aus.

Das massive Erscheinungsbild der Hunde sollte Dich aber nicht täuschen: Der Do Khyi ist sehr athletisch und leichtfüßig, rennt entsprechend schnell und ist behände.

Als Wachhund ist er immer aufmerksam. Die kleinen bis mittelgroßen Ohren zeigen Dir an, worauf der Hund seine Aufmerksamkeit gerade richtet.

Das witterungsunempfindliche Fell des Do Khyi ist robust und wird nie seidig oder gewellt bis gelockt aussehen. Es ist eher rau und hart. Die Hund können in verschiedenen Farben gezüchtet werden.

Das sind die gängigsten Mischungen:

  • Tiefschwarz ohne Beimischung
  • Schwarz mit lohfarbenen Abzeichen
  • Blau bis Schiefergrau
  • Blau bis Schiefergrau mit lohfarbenen Abzeichen
  • Gold in allen Schattierungen und Mischungen mit und ohne Abzeichen

Die Abzeichen des Do Khyi haben oft die Form eines kleinen Sterns. Sie können auf der Brust oder an den Zehen erscheinen und alle möglichen Farbschattierungen haben.

Charakter und Wesen

Der Do Khyi ist ein Wachhund, und das Bewachen des eigenen Territoriums liegt dem Tier. Die Hunde sind Fremden gegenüber grundsätzlich misstrauisch und der eigenen Familie gegenüber sehr loyal.

Sie treten furchtlos auf und besitzen alle Eigenschaften, die ein Wachhund benötigt. Diese Eigenschaften müssen in der Erziehung nicht verstärkt werden, sondern sind natürlich vorhanden.

Allerdings ist der Do Khyi manchmal etwas zu beschützend und zu sehr auf die Sicherheit und Exklusivität seines Territoriums bedacht. Junge Tiere sollten also schnell ihre Grenzen kennenlernen.

Eine Besonderheit dieser Hunde ist, dass sie nicht immer gehorchen. Nehmen sie einmal eine (vermeintliche) Bedrohung wahr, sind sie für alle Arten von Befehlen taub.

Daher sollten die Hunde konsequent von Anfang an Besucher im Eigenheim kennenlernen und den Umgang mit Gästen und anderen Menschen lernen.

Haltung und Ernährung

Haltung

Oft schaut der Do Khyi etwas gelangweilt, aber das sollte Dich nicht täuschen: Dein Hund genießt es, in Gesellschaft zu sein. Die Familie ist alles für ihn.

Ganz wichtig ist, dass der Do Khyi Familienanschluss hat und Nähe zu seinen Menschen bekommt. Außerdem braucht er ausreichend Auslauf. Die Hunde können den ganze Tag auf den Beinen sein, kommen aber auch mit mehreren kurzen Spaziergängen klar – wenn sie zu Hause Platz zum Bewegen haben.

Schnell rennen müssen die Tiere nicht, aber sie brauchen genügend Freiraum und sollten sich ganz nach Laune auch nach draußen in den großen, umzäunten Garten begeben können. Der Do Khyi kann nicht einfach nur im Haus gehalten werden, dort fehlt ihm die Bewegung.

Im Freien ist die Tibet Dogge sehr lebhaft und verspielt, gibt sich im Haus aber eher gemütlich und ruhig. Die Tiere bellen nicht unnötig und verstehen sich mit Kindern sehr gut.

Sie sollten aber niemals mit kleinen Kindern alleine gelassen werden, denn diese Hunde sind einfach groß und schwer. Sie könnten rein aus ihrem Beschützerinstikt heraus überreagierend.

Das gilt insbesondere dann, wenn Freunde zu Besuch sind und die Kinderspiele etwas wilder werden. Der Do Khyi hat dann ganz schnell das Gefühl, er müsse eingreifen und „sein Kind“ beschützen.

Dein Do Khyi ist andere Haustieren und Deiner Familie gegenüber tolerant und treu. Er verhält sich allen im Haushalt gegenüber sehr innig und geduldig, spielt gerne mit Kindern und will täglich gefordert werden. Willst Du Deinen Hund artgerecht fordern, ist Hundesport eine tolle Idee.

Der Do Khyi ist der auch von Agility begeistert, mag Fährtensuchen und Trailen. Die Hunde können als Rettungshunde und Therapiehunde ausgebildet werden und bewachen auch sehr gerne Herden. Wichtig ist, dass Deinem Do Khyi nicht langweilig wird.

Ernährung

Viele Züchter geben den Hundebesitzern Tipps, was die Fütterung der Hunde angeht. Das kann bis zu einem genauen Ernährungsplan für die ersten paar Wochen gehen.

Allerdings sollten Do Khyi Welpen nach etwa einem Jahr langsam von Welpenfutter auf das Futter für adulte Tiere umgestellt werden. Denn die Tiere brauchen die niedrigere Energiedichte, um nicht zu schnell zu wachsen. Der Do Khyi braucht keine großen Portionen, sondern eher qualitativ hochwertiges Futter.

Wichtig ist, dass die Tiere alle Nährstoffe in ausreichender Form erhalten. Werden die Portionen bei jeder Futtergabe zu groß, können die Hunde Magen-Darm-Probleme bekommen Auch die gefürchtete Magendrehung ist auf zu große Futtermengen zurückzuführen.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Der Tibet Mastiff ist zwar extrem beschützend und stellt sich immer dazwischen, wenn Fremde mit „seinen Leuten“ auch nur reden wollen. Aber eine frühe und geduldige Sozialisation kann die Hunde zu umgänglichen und duldsamen Tieren machen.

Junge Do Khyi sollten immer wieder mit Menschen und Tieren konfrontiert werden, sollten an fremde Geräusche und Gerüche gewöhnt werden. Dann sind die Hunde als erwachsene Tiere sehr ruhig und souverän. Sie reagieren dann nicht so schnell über.

Für Anfänger ist der Do Khyi nicht geeignet. Diese Hunde sind eigenwillig, und sie haben ein enormes Schutzbedürfnis. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl vom Halter und eine sehr konsequente Erziehung.

Mit etwas Erfahrung und viel Lust und Zeit lassen sich die Hunde mit ihrer faszinierenden und großen Persönlichkeit aber sehr gut erziehen und sind dann sehr treue Begleiter.

Langweile Deinen Do Khyi nich damit, bestimmte Übungen immer wieder vorzuführen. Erziehe Deinen Hund lieber abwechslungsreich mit kreativen und positiven Beschäftigungen. Während der ersten 16 Lebenswochen braucht Dein Hund aber noch keine komplizierten Erziehungsspiele.

Die Welpen sind anfangs noch nervös und ängstlich. Es ist ganz normal, dass Dein Welpe erst einmal abweisend auf Dich reagiert und sich charakterlich festigen muss. Gib Deinem Hund etwa vier Jahre Zeit, um sich zu entwickeln.

In dieser Zeit reift er und gewöhnt sich mit Ihrer Hilfe an alles Neue, lernt den souveränen Umgang mit fremden Menschen und anderen Tieren.

Pflege

Die Fellpflege ist beim Do Khyi einfach, kann aber sehr zeitaufwändig sein. Die Tiere sollten nicht so oft gebadet oder shampooniert werden, denn das schadet ihnen. Bürsten ist dagegen mehrmals wöchentlich erwünscht und auch erforderlich.

Das solltest Du nicht unterschätzen – der Do Khyi ist groß und hat viel Fell. Dementsprechend lange bist Du mit der Pflege beschäftigt. Vor allem während des Fellwechsels solltest Du dann aber täglich bürsten, unter Umständen auch zweimal.

Die Hunde verlieren zweimal im Jahr sehr viel Fell, so dass Du auch Deine Wohnung intensiver wenigen musst. Ohren und Zähne Deines Hundes solltest Du einmal wöchentlich kontrollieren und gegebenenfalls reinigen, die Krallen dürfen bei Bedarf einmal oder zweimal im Monat gekürzt werden.

Gesundheit und typische Krankheiten

Do Khyi Züchter in Europa legen viel Wert auf eine gesunde Konstitution. Sie wollen die Tiere gesund halten. Daher erfolgt die Zucht hierzulande sehr umsichtig. Zuchtverwendungsprüfungen und Gesundheitstests sind selbstverständlich.

Viele Züchter und Zuchtstätten haben sich diese Voraussetzungen selbst auferlegt, um die Rasse so gesund und robust wie möglich zu erhalten. Daher hat der Do Khyi im Vergleich zu anderen Hunden wenige gesundheitliche Probleme.

Die typischen Erkrankungen, die für einige (auch große) Rassen bekannt sind, betreffen den Do Khyi nicht. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Die Hüftgelenksdysplasie (kurz HD) ist wie bei allen großen Hunden auch beim Do Khyi ein Problem.

Lebenserwartung des Do Khyi

Do Khyi

Die Lebenserwartung des Do Khyi liegt bei etwa 10 Jahren bis 12 Jahren. Achtest Du auf ausreichend Bewegung und Beschäftigung, wird Dein Hund eher älter.

Denn der Do Khyi ist ein sehr intelligentes Tier. Die Hunde sollten sich nicht langweilen und vor allem nicht zu viel fressen.

Hunderasse Do Khyi kaufen

Do Khyi Hündinnen werden nur einmal im Jahr läufig. Verantwortungsbewusste Züchter lassen den Hündinnen zwischen den Würfen wenigstens einen Zyklus Zeit. Daraus ergibt sich, dass Du unters Umständen sehr lange auf Deinen Do Khyi Welpen warten musst.

Dafür kannst Du Dir aber auch sicher sein, dass der Hund in Deutschland aus einer verantwortungsbewussten und artgerechten Zucht stammt. Die Züchter hierzulande legen Wert darauf, diese ganz besondere Rasse so gesund und robust wie möglich zu erhalten.

Ein Welpe kostet deshalb wenigsten 1.500 Euro, meist deutlich mehr. Das sollte Dir ein gesunder und artgerecht gezüchteter Hund dann aber auch Wert sein. Achte auf den Stammbaum, um Inzucht auszuschließen, und die entsprechenden Zuchtpapiere.

Entscheidungshilfe

Du weißt jetzt, dass der Do Khyi nicht einfach zu erziehen ist und einen erfahrenen Halter braucht. Kannst Du in der Hundeerziehung über Jahre hinweg konsequent sein?

Schaffst Du es, Dein Tier immer wieder mit neuen Spielen und Situationen zu fordern, ohne es mit repetitiven Aufgaben zu langweilen? Du lebst nicht in einer kleinen Stadtwohnung, sondern hast ein großes, umzäuntes Grundstück zur Verfügung?

Du hast viel Zeit und setzt Dich gerne mit Deinem Hund auseinander, denn Du als Bodyguard akzeptierst? Dann wird Dein Do Khyi vermutlich sehr glücklich mit Dir werden.

Quellen

https://www.tibethunde-ktr.de/de/content/do-khyi

https://partner-hund.de/hunderassen/hunderassen-von-a-bis-z/do-khyi-tibet-dogge

https://www.dehunderassen.de/do-khyi

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