Bordeauxdogge

Lesedauer: 8 Minuten Aufrufe 227

Größe:
58 – 68 cm
Gewicht:
45 – 68 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
7 – 8 Jahre
Farbe:
alle Abstufungen der Falbfarbe, von isabellfarbig über mahagonifarbig bis goldenrehbraun
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet:
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Besitzer eines Haustieres zu sein, das ist der Wunsch vieler Menschen. Aufgrund vielfältiger positiver Eigenschaften wie Treue, Wachsamkeit, Zuneigung und vieles mehr fällt die Wahl gern auf den Hund.

Nicht zu unrecht – soll dieser Gefährte sogar, schwedischen Studien zufolge, eine lebensverlängernde Wirkung auf seinen Besitzer haben.

Auch die Bordeauxdogge ist Träger all dieser Tugenden und stellt sich trotz ihrer imposanten Statur als sanfter Riese dar, der seinem Herrchen oder Frauchen treu ergeben ist.

Über die genauen Charaktereigenschaften sowie Herkunft, und Aussehen der Bordeauxdogge soll es im Anschluss gehen. Auch worauf es ankommt, wenn es um die Haltung, Ernährung, Erziehung und Pflege dieses edlen Tieres geht, wird genauer eingegangen.

Schließlich werden die Aspekte ihrer Gesundheit und Lebenserwartung beleuchtet. Alles in allem soll der Text eine Entscheidungshilfe darstellen, falls Du dir überlegst, eine Bordeauxdogge zu kaufen.

Rassebeschreibung

Mit dicken Falten an Kopf und Körper erobert die Bordeauxdogge das Herz eines jeden Mastiff-Liebhabers. Ihr weiches Fell lädt zum dauerhaften Kuscheln ein, wovon der sanfte Riese nicht abgeneigt ist, denn er liebt das Zusammensein mit der Familie.

Die ausgeglichene Bordeauxdogge gibt sich mit Vorliebe dem Nichtstun hin und lässt sich auch von tobenden Kinder nicht aus der Ruhe bringen.

Heute findet die Bordeauxdogge mit ihrem massiven Schädel ihren Einsatz hauptsächlich als Haus- und Familienhund sowie als Wachhund.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Bordeauxdogge zählt zu den symbolträchtigen Hunden Frankreichs, die Studien zufolge von der Dogge abstammt.

Hier ist jedoch nicht die „moderne“ Dogge gemeint, sondern diejenige, die die indoeuropäische Bevölkerung der Alanen während der Völkerwanderung, die die Hunnen verursachten, begleitete.

Die Molosser (Oberbegriff für kräftige und muskulöse Hundearten) der Alanen wurden in Aquitanien, einer Region im Südwesten Frankreichs mit Bordeaux als Hauptstadt, mehrfach gekreuzt, worauf die Rasse der Bordeauxdogge ins Leben gerufen wurde.

Diese Exemplare brillierten in ihrer Aufgabe als Wachhunde an den europäischen Höfen, wurden aber aufgrund ihres starken Körperbaus auch für viele andere Aufgaben verwendet.

Die muskulöse Bordeauxdogge hat in der Vergangenheit viele Aufgaben übernommen. Dies reichte vom Ziehen mittelalterlicher Karren, Jagen von Wildschweinen, weshalb sie auch den Übernamen „Saupacker“ erhielt, oder Hüten von Schafherden bis hin zur Verteidigung ritterlicher Burgen des europäischen Adelsstandes.

Auch Schlachter und Tiertransporteure erkannten die Vorzüge dieses bulligen Vierbeiners, konnte dieser doch problemlos ihre Ware gegen wilde Tiere verteidigen. Leider fand die Bordeauxdogge ebenso Verwendung als Kampfhund gegen Bären und andere Hunde.

Nachdem die Bordeauxdogge aufgrund der beiden Weltkriege beinahe vom Aussterben bedroht war, kam es in den 1950er Jahren zu einer erneuten Zucht mit den übrig gebliebenen Tieren, um 1954 vom Verband des FCI offiziell als Rasse der Bordeauxdoggen anerkannt und aufgenommen zu werden.

Seither wird diese Hunderasse unter der FCI Standard-Nr. 116, Sektion 2.1 (doggenartige Hunde), Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde) geführt.

Weitere Bekanntheit kam der Bordeauxdogge als Star in dem Film „Scott & Huutch“ neben dem weltberühmten Schauspieler Tom Hanks zuteil und seit 2008 ist sie auch vom American Kennel Club anerkannt.

Aussehen der Bordeauxdogge

Aussehen

Die Bordeauxdogge gehört zur Art der Molosser. Sie hat einen kurzen, aber dennoch großen Kopf und eine tiefe Brust, die nur wenige Zentimeter größer als ihr Abstand zum Boden ist, ein typisches Kennzeichen von molossoiden Rassen.

Der Nasenschwamm ist breit, mit gut geöffneten Nasenlöchern.
Der Fang ist kräftig, breit und fleischig.

Die Bordeauxdogge verfügt über ein sehr kräftiges Gebiss, mit ausgeprägten Fangzähnen. Ihre Augen sind oval und weit auseinander platziert.

Die Ohren sind relativ klein, hängend, eher kurz und haben die Form eines Dreiecks. Ein sehr starker, muskulöser und fast zylindrischer Hals bildet die Brücke zwischen Kopf und Körper.

Die am Ansatz sehr dicke Rute reicht bis zum Sprunggelenk.

Größe und Gewicht

Hündinnen werden zwischen 58 cm und 66 cm und Rüden zwischen 60 cm und 68 cm groß. Insgesamt hat die Bordeauxdoggeeinen harmonischen Körperbau, das heißt, dass die Widerristhöhe ungefähr dem Umfang des Kopfes entspricht.

Diese Kraftpakete können ein Gewicht von bis zu 68 Kilogramm bekommen. Bei den Männchen liegt das Mindestgewicht bei 50 Kilogramm und bei den Weibchen bei 45 Kilogramm.

Fell und Farbe

Wie alle Molosser hat auch die Dogge aus Bordeaux glattes, kurzes und weich anzufassendes Fell.

Die Farbe des Fells umfasst eine variantenreiche Palette von Isabell über rehbraun bis Mahagoni, wobei Nasenschwamm und Lidränder braun gefärbt sind.

Laut FCI Standard sind weiße Flecken in geringem Ausmaß auf der Brust und an den Enden der Gliedmaßen erlaubt. Darüber hinaus kann die Bordeauxdogge eine Maske in braun oder schwarz haben. Es gibt sie aber auch ohne Masken.

Die Augen sind honigfarben bis braun.

Charakter und Wesen

Ausgehend von ihrem massiven und einschüchternden Umfang erweist sich die Bordeauxdogge als ausgezeichneter Wachhund, der früher auch als Kampfhund eingesetzt wurde.

Heute jedoch tritt dieses aggressive Potential in den Hintergrund und die Bordeauxdogge zeigt sich mehr als häuslicher, ausgeglichener Hund, ausgestattet mit einem ausgeprägten „will-to-please“seinem Herrn gegenüber und langausdauernder Geduld mit Kindern.

Tatsächlich handelt es sich hier um einen Hund, der seine Territorien bewacht und Fremden sehr scharf und ohne Furcht gegenübertritt. Was sich im Verhalten zu seinen Familienmitgliedern komplett ins Gegenteil umschlägt – hier zeigt er sich als äußerst freundlicher und liebevoller Geselle.

Als zu den bewegungsfaulen Tieren zählend, verbringt die Bordeauxdogge ihr Leben am liebsten im Liegen, was aber nicht heißen soll, dass du sie nicht bewegen solltest.

Haltung und Ernährung

Die Größe der Bordeauxdogge verlangt nach einer regelmäßigen und angepassten Bewegung, nicht nur aus physiologischen, sondern auch aus psychologischen Aspekten.

Allerdings ist sie keine gute Wahl für jemanden, der mit seinem Hund gern sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren ausüben möchte.

Das würde die Gelenke des französischen Mastiffs zu sehr belasten. Ausgedehnte Spaziergänge sind jedoch willkommen und wichtig, auch damit der Hund nicht zu sehr an Gewicht zunimmt.

In seiner Umgebung sollte das Tier freien Auslauf genießen können. Natürlich muss dieses Gebiet dementsprechend eingefriedet sein, um eventuellen unvorhergesehenen Momenten Vorschub zu leisten.

Weil die Bordeauxdogge ziemlich viel Platz beansprucht, nicht nur drinnen, sondern auch draußen, ist von einer Haltung in einer Wohnung eher abzuraten.

Nichtsdestotrotz zieht die Bordeauxdogge einen eingeschränkten Raum der Abwesenheit ihres Besitzers vor. https://www.haustierratgeber.de

Die Ernährung der Bordeauxdogge stellt sich manchmal gar nicht so einfach dar. Sie ist keine Kostverächterin und neigt deshalb gern dazu, an Gewicht zuzulegen.

Bereits im Welpenalter solltest Du deshalb darauf achten, dass der Vierbeiner nicht übermäßig viel frisst, denn jedes Gramm zuviel bedeutet analog eine Belastung der Gelenke.

Egal ob Du barfst, also deinen Hund mit Rohfutter ernährst, Trocken- oder Nassfutter gibst oder das Futter selber zubereitest – es ist sehr wichtig, dass dies in einem ausgewogenen Ausmaß stattfindet. Hauptbestandteil soll dabei qualitativ hochwertiges Fleisch sein.

Außerdem braucht das Tier Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe aus Obst und Gemüse.

Das Ganze kann mit etwas Reis oder Nudeln ergänzt werden. Bei der Gabe von Getreide solltest Du jedoch vorsichtig sein, da es oft Auslöser für Allergien und Hautkrankheiten sein kann, wofür die Bordeauxdogge besonders anfällig ist.

Um einer lebensbedrohlichen Magendrehung vorzubeugen, musst Du den Hund nach dem Fressen ruhen lassen und ihn keinen übermäßigen Aktivitäten aussetzen.

Erziehung und Pflege

Um ihren ausgeprägten Verteidigungssinn besser im Zaum zu halten, ist der Besuch einer Hundeschule unumgänglich. Hier lernen Mensch und Hund sowohl Körper als auch Gemüt immer im Griff zu haben.

Dies ist deshalb wichtig, damit der Vierbeiner fremden Menschen und Artgenossen gegenüber nicht zu aggressiv wird.

Es ist außerdem notwendig, der Bordeauxdogge, so früh wie möglich, aber mit Sanftheit und ohne Härte, zu zeigen, wer in der Mensch-Hunde-Beziehung das Sagen hat und sie allenfalls in ihre Schranken zu weisen. https://www.haustierratgeber.de

Obwohl die Bordeauxdogge so groß ist, ist ihr Pflegeaufwand, wegen ihrer kurzen Haare, eher gering und gestaltet sich einfach. Einmal täglich sollte sie gebürstet werden, um sie von losem Haar und abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien.

Am besten machst Du dies nach dem Spazierengehen. Wirf dabei auch einen genauen Blick in und um die Ohren, auf die Innenschenkel, die Brust und zwischen die Zehen. So können auch ungewollte Mitbringsel vom Spaziergang entdeckt und entfernt werden.

Einer regelmäßigen Kontrolle müssen Ohren, Augen, Zähne und Krallen unterworfen werden. Dadurch kann man Krankheiten und Entzündungen auf einfache Art vorbeugen.

Die Ohren können mit einem speziellen Ohrenreiniger aus dem Fachhandel gereinigt werden. Für die Zähne gibt es zahnfreundliche Kausnacks, aber auch Zahnbürsten und Zahnpasten für Hunde können hier ihren Einsatz finden.

Nicht zuletzt gibt es spezifisch hergestelltes Spielzeug, das die Zahngesundheit Deines Lieblings unterstützt. Für die Krallen verwendest Du am besten eine Krallenschere, die ebenfalls im Fachhandel erhältlich ist.

Gesundheit und typische Krankheiten

Das A & O einer gesunden Bordeauxdogge ist die Abstammung aus einer seriösen Zucht. Es ist deshalb oberstes Prinzip, dass Du einen Züchter suchst, der einem Zuchtverein angehörig ist.

Die kriminellen Machenschaften innerhalb des Welpenhandels orientieren sich nur an größtmöglicher Profitsteigerung nicht aber an der Gesundheit der Tiere.

Nichtsdestotrotz sind Bordeauxdoggen anfällig für eine Reihe von rassentypischen Krankheiten. Dazu zählen:

  • Herz- und Gelenkprobleme
  • Allergien und Hautkrankheiten
  • Atemprobleme aufgrund der Kurzköpfigkeit
  • Hängelid (Ektropium)

Durch angepasste Bewegung, artgerechte Ernährung und Haltung sowie regelmäßige Pflege kannst Du Deinen Liebling, in den meisten Fällen jedenfalls, gesund halten.

Lebenserwartung der Bordeauxdogge

Wie viele großen Hunde hat auch die Bordeauxdogge, im Vergleich zu ihren kleinen und mittleren Artgenossen, eine eher kurze Lebensspanne. Manche schaffen zwar ein Alter zwischen 10-12 Jahren.

Der Durchschnitt erreicht jedoch nur ein Alter zwischen 7-8 Jahren oder noch weniger.

Bordeauxdogge kaufen

Wie bereits erwähnt, ist ein registrierter Züchter zu suchen, wenn es zum Kauf einer Bordeauxdogge kommt.

Dieser achtet auf eine gesunde und artgerechte Zucht und kann dir eine tadellose Gesundheit des Welpen bescheinigen, da die Tiere auf gesundheitsgefährdende Erbkrankheiten getestet werden.

Unseriöse Privatzüchter, meist nur von Profitgier geleitet, schenken dem Wesen und der Gesundheit des Tieres keine Beachtung. Für sie sind die Muttertiere reine Zuchtmaschinen und deren Jungen nur Mittel zur Profitsteigerung.

Investiere Dein Geld lieber bei einem professionellen Züchter, auch wenn der Preis hier, er liegt bei ca. EUR 1.800, um einiges höher sein wird.

Auf lange Sicht gesehen ersparst Du Dir aber die teuren Tierarztkosten und das Tier muss nicht an langwierigen Krankheiten leiden, was viel mehr Wert sein dürfte, als ein günstiges und latente Krankheiten bergendes Schnäppchen.

Entscheidungshilfe

Wenn Du einen treuen, liebevollen Begleiter suchst, der Deine Nähe genießt und mit dem Du lange Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen kannst und der Dich und Deine Familie in jeder Lebenslage beschützt und verteidigt, dann ist die Bordeauxdogge die richtige Wahl.

In eine kleine Stadtwohnung möchte sie aber lieber nicht ziehen, da sie ja selbst schon so groß ist und viel Platz beansprucht. Als Begleiter für sportliche Aktivitäten ist die Bordeauxdogge völlig ungeeignet.

Bedenke auch, dass die Bordeauxdogge nicht wenig frisst und dass, neben den Anschaffungskosten, weitere Kosten für Futter Spielzeug, Tierarzt, Versicherung etc. entstehen, die nicht zu unterschätzen sind.

Auch wenn man etwas tiefer in die Tasche greifen muss, so ist es letztendlich doch von Vorteil, die dicke Fellnase bei einem seriösen Züchter zu kaufen.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.