American Bulldog

Lesedauer: 7 Minuten Aufrufe 197

Größe:
51-69 cm
Gewicht:
30-58 kg
Herkunft:
USA
Lebensdauer:
10-12 Jahre
Farbe:
Weiß, teils mit rötlichen oder braunen Abzeichen
Charakter:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der American Bulldog ist keine offiziell von der FCI oder vom AKC anerkannte Hunderasse. Die Rasse untersteht dem United Kennel Club in den USA. Einen klaren Standard gibt es jedoch nicht, weshalb es durchaus unterschiedliche Linien und Ausprägungen dieser Rasse gibt. 

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft dieses Hundes liegt wie vom Namen schon zu erwarten in Amerika. Der American Bulldog stammt zum größten Teil von der Englischen Bulldogge ab. Daneben sind noch Einflüsse von anderen Bullenbeißer Schlägen wie dem Boxer enthalten. Auch Pointer und Dogo Argentino sollen in der Zucht vorgekommen sein.

In erster Linie soll der American Bulldog den ursprünglichen Bullenbeißer Hunden aus Europa ähneln. Da zum Beispiel der Boxer durch die starke Züchtung ein nahezu windhundartiges Äußeres besitzt und die Englische Bulldogge ein sehr gedrungenes Wesen aufweist, versuchte man den American Bulldog wieder möglichst nah an der Ursprungsrasse den Molossern zu halten. Es soll ein mittelgroßer Hund mit einer kräftigen sowie muskulösen Statur gewährleistet sein. Auch Extreme wie eine besonders kurze Schnauze oder glubschige Augen sollen in der Zucht vermieden werden. 

Eine einheitliche Linie in der Zucht dieser Rasse gibt es jedoch nicht. Dies liegt vor allem daran, dass sie keinem der großen Hundezuchtverbände wie der FCI oder dem AKC untersteht. Diese sind im Normalfall dafür da einen klaren und eindeutig gültigen Standard der Rasse für die einzelnen Züchter festzulegen. Der American Bulldog ist seit dem 1. Januar 1999 vom UKC anerkannt. Der United Kennel Club mit Sitz in den USA sorgte seit seiner Gründung 1898 vor allem mit der Veranstaltung von Hundekämpfen für Aufsehen.

Viele Hundekenner und Experten stehen diesem Dachverband aufgrund seiner umstrittenen Vergangenheit kritisch gegenüber. Aufgrund dessen, dass der American Bulldog keine Anerkennung von einem seriösen Dachverband genießt, ist der Standard dieser Rasse nicht einheitlich festgelegt. Viele Züchter interpretieren den American Bulldog deshalb durchaus unterschiedlich. Die Suche nach einem seriösen Züchter dieser Rasse kann deshalb schwierig werden.

In einigen Bundesländern (wie z.B. Hessen) steht der American Bulldog auf der Rasseliste, womit Auflagen an die Haltung dieses Hundes verbunden sind.

Aussehen

Das Aussehen des American Bulldogs orientiert sich wieder an den vor über 200 Jahren in Europa verbreiteten Bullenbeißer Hunden. Diese hatten ein muskulöses, aber auch elegantes Auftreten. Die größten Einflüsse hat der American Bulldog von der Englischen Bulldogge und dem Deutschen Boxer. Er ist nicht so kompakt wie die englische Variante aber auch nicht so dünn wie der Deutsche Boxer. Äußerliche Extreme sollten in der Zucht möglichst vermieden werden. Jedoch gibt es keinen einheitlichen Standard und auch keine Kontrolle der Züchtung seitens eines Dachverbandes.

Weder die FCI noch der AKC hat diese Rasse offiziell anerkannt. So bleibt den einzelnen Züchtern ein großer Spielraum in der Interpretation ihrer American Bulldogs. Mit der Zeit haben sich durchaus unterschiedliche Linien herausgebildet, die einzelne Merkmale der Ursprungsrassen jeweils mehr oder weniger stark beinhalten. 

Im Allgemeinen gilt aber, dass der American Bulldog über ein glattes und kurzes Fell verfügt, welches nah an der Haut anliegt. Der Körperbau ist sehr sportlich und weitaus eleganter im Vergleich zur Englischen Bulldogge. Die Widerristhöhe des American Bulldog liegt im Normalfall zwischen 50 bis 68 cm. Außerdem liegt das Gewicht dieser Hunderasse zwischen 30 bis 55 Kilogramm. Wie man an den Angaben schon erkennen kann ist dort ein großer Spielraum vorhanden. Je nach Geschlecht des Tieres und Linie der Züchtung kann die Größe und das Gewicht unterschiedlich ausfallen. Auch bei der Fellfarbe dieser Hunde gibt es keine einheitliche Vorgabe, weshalb im Prinzip alle Farbkombinationen erlaubt sind. 

Charakter und Wesen

Der American Bulldog ist was sein inneres Wesen angeht ein sehr mutiger wie selbstbewusster Hund. Gleichzeitig ist er gegenüber Menschen sehr freundlich eingestellt. Er besitzt zwar eine theoretisch hohe Kampfkraft, aber in ihm schlummert ein generell sehr friedliches Wesen.

Seine Reizschwelle ist hoch, was dazu führt, dass er nur kaum aus der Fassung gebracht werden kann. Das heißt aber auch nicht, dass es sich um einen gänzlich temperamentlosen Hund handelt. Auch der American Bulldog ist ein lebhafter Hund mit einer eigenen Meinung. Darüber hinaus sollte man die intelligente wie aufmerksame Art des Hundes nicht außer Acht lassen. Der American Bulldog sucht die Nähe und auch die Führung seitens seines Halters. 

Aus der Obhut seriöser Züchter ist diese Hunderasse perfekt für die Anforderungen als Begleit- und Familienhund ausgelegt. Leider wurde diese Rasse in der Vergangenheit nicht immer verantwortungsvoll gehalten. Neben der seriösen Züchtung eigneten sich auch zwielichtige Gestalten Hunde dieser Rasse an. Diese setzten unteranderem mit der Einkreuzung von Terrier Schlägen die hohe potenzielle Kampfkraft des Hundes frei. Mit brutalen Maßnahmen machten diese Halter aus einem generell friedlich eingestellten Tier einen aggressiven Vierbeiner.

Aus diesem Grund steht der American Bulldog leider auch auf den Rasselisten einiger Bundesländer in Deutschland. Mit der Haltung dieses Hundes können deshalb strikte Auflagen und Voraussetzungen verbunden sein. Aus verantwortungsvoller Zucht und bei einer normalen Sozialisierung ist der American Bulldog aber ein überaus treuer und liebevoller Familienhund. 

Haltung und Ernährung

Die Haltung eines American Bulldogs gestaltet sich weder besonders anspruchsvoll noch sehr leichtfüßig. Wichtig ist ein gutes Fundament durch eine frühe und konsequente Erziehung des Vierbeiners. In verantwortungsvoller Obhut besitzt der Hund ein ausgeglichenes wie auch friedliches Wesen. Große Ansprüche an seine Wohnumgebung hegt der Hund nicht. Jedoch sollte man die Zeitkapazitäten, die man für einen solchen Hund aufbringen muss, nicht unterschätzen.

Es handelt sich um einen sowohl sportlichen wie auch intelligenten Hund. Neben reichlich Auslauf und sportlichen Aktivitäten sollte auch die geistige Seite des Hundes gefördert werden. Man sollte den Hund ruhig vor Rätsel und geistige Herausforderungen stellen. Wenn sowohl die sportliche wie auch geistige Auslastung des Hundes stimmt, hat man einen sehr ausgeglichenen Vierbeiner in seiner Umgebung. 

Leider wird der American Bulldog in einigen Ländern als gefährlicher Hund angesehen. Besonders die Einreise in Länder wie den Niederlanden oder Dänemark sollte mit diesem Hund vermieden werden. Dort kann die Haltung eines solchen Hundes sogar gänzlich verboten sein. Auch in Deutschland steht der Hund in einigen Bundesländern auf der Rasseliste. Voraussetzung für die Haltung dieses Hundes können aufgrund dessen diverse Auflagen oder sogar eine Wesensprüfung sein.

Ernährung

Für die Fütterung eines solchen Hundes sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Allgemein gilt, dass Futter mit einem hohen Fleischanteil mit Zugabe von abwechslungsreichem Gemüse, die Grundlage für eine ausgewogene Ernährung eines solchen Hundes sein sollte.

Erziehung und Pflege

Der American Bulldog ist ein Hund, der von seinem Frauchen oder Herrchen geführt werden möchte. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig schon so früh wie möglich mit der Erziehung dieses Hundes zu beginnen. Schon im Welpenalter sollten möglichst klare Linien sowie eine konsequente Haltung gegenüber dem Hund vermittelt werden. Dabei sollte die Basis eine vertrauensvolle wie enge Beziehung zum Hund sein. Der American Bulldog ist ein durchaus treuer und anhänglicher Begleiter, der gerne auf die Worte seines Herrchens hört.

Die Voraussetzung dafür ist aber, dass der Halter auch als Führungsperson wahrgenommen wird. Dabei ist keinesfalls die Bestrafung mit körperlicher Gewalt gemeint. Sondern viel mehr eine strikte Haltung und ein gutes Durchsetzungsvermögen gegenüber dem Vierbeiner. Gerade bei Beginn der Erziehung solle man möglichst durchsetzungsstark sein und nicht bei jeder kleinen Reaktion des Hundes nachgiebig werden. Ist man ein Mal in die Falle getappt und der Hund weiß, dass er immer bekommt was er möchte, ist dieses Verhalten wieder äußert schwer zu unterbinden. 

Darüber hinaus ist eine frühe Sozialisierung im Umfeld und im Umgang mit anderen Hunden sehr wichtig. So lernt er seine direkte Umgebung kennen und regiert auch in Zukunft auf neue Gegebenheiten und Hunde eher ruhig und gelassen. 

Diese Hunderasse ist nicht gerade für Hundeanfänger geeignet. Im Umgang mit diesem Vierbeiner ist vorhandene Hundeerfahrung sehr hilfreich und wichtig. Auch aufgrund der Auflagen in einigen Bundesländern ist diese Rasse vor allem für erfahrene Hände geeignet. Zusätzlich ist der Besuch einer Hundeschule sehr zu empfehlen. Neben Anleitung der richtigen Erziehung kommt der Hund so schon früh in Kontakt mit anderen Vierbeinern.

Pflege

Der American Bulldog ist ein sehr pflegeleichter Hund. Gelegentliches Bürsten des Fells sollte schon den wichtigsten Teil der Pflege abdecken. Generell sollte man ein wachsames Auge besitzen, um mögliche Parasiten, Verletzungen oder Krankheiten am Hund frühzeitig zu erkennen. 

Gesundheit und typische Krankheiten

Aufgrund der durchaus unterschiedlichen Ausprägungen dieser Rasse und keines einheitlich festgelegten Standards, ist es sehr schwierig Aussagen über den allgemeinen Gesundheitszustand dieser Rasse zu machen. Wie bei einigen anderen vergleichbaren Rassen, können Allergien oder Schwerhörigkeit auftreten. Jedoch gibt es keine klaren Informationen über die Häufigkeit solcher Fälle. Allgemein kann man davon ausgehen, dass es sich um eine durchaus gesunde und robuste Hunderasse handelt. 

Lebenserwartung

Über die Lebenserwartung dieser Rasse können aufgrund fehlender einheitlicher Informationen keine sicheren Angaben gemacht werden. Bei gesunden und aus verantwortungsvoller Zucht stammender Hunde sollte man von einem Alter über 10 Jahren rechnen.

Hunderasse American Bulldog kaufen

Vor dem Kauf sollte man sich genaustens über mögliche Voraussetzungen für die Haltung eines solchen Hundes informieren. In einigen Bundesländern ist der American Bulldog als Listenhund geführt. Daraus resultieren Auflagen, die mit der Haltung eines solchen Hundes verbunden sind. Ob man diesen gerecht werden kann, sollte man sich schon vor dem Kauf sicher sein. 

Der Kauf eines Hundes dieser Rasse sollte in erster Linie bei einem verantwortungsvollen Züchter erfolgen. Vorsichtig sollte man bei Angeboten zwielichtiger Verkäufer sein. Aufgrund des fehlenden Standards seitens eines der großen Dachverbände, gibt es viele unterschiedliche Ausprägungen dieser Rasse auf dem Markt. 

Neben dem Kauf eines Welpens bei einem seriösen Züchter, kann man sich auch in nahegelegen Tierheimen nach einem Hund dieses Schlags umsehen. Die Mitarbeiter des jeweiligen Tierheims sind gerne bereit dir eine ausführliche Beratung zu den einzelnen Tieren zu geben.

Entscheidungshilfe

Der American Bulldog ist sicherlich nicht der richtige Vierbeiner für einen Hundeanfänger. Er benötigt eine konsequente wie auch liebevolle Erziehung, die auf einer engen Beziehung zum Halter ruht. Gerade im Umgang mit dem Stand auf Rasselisten und den einhergehenden Restriktionen ist eine hundeerfahrene Hand gefragt. In verantwortungsvoller Obhut kann der American Bulldog jedoch regelrecht aufblühen und zu einem wunderbaren Freund und Begleiter des Menschen werden. 

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Bewertungen: 2 Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.