Kaum ein Aquarium gleicht dem Anderen bis ins letzte Detail. Durch Form, Gestaltung und Besatz weist die Aquaristik grenzenlose Möglichkeiten auf.  Wir stellen Ihnen Themengebiete von Formen über Fischarten bis zu Filtertechniken zur Verfügung, damit Sie für Ihr neues Hobby perfekt vorbereitet sind.

Vor dem Kauf des passenden Aquariums sollten Sie sich verschiedene Fragen stellen. Zunächst entscheiden Sie sich, ob es ein Kalt- oder Warmwasser-Aquarium wird. Danach wählen Sie den neuen Standort und wägen somit die mögliche Größe des Beckens ab. Brauchen Sie vielleicht sogar ein spezielles Artenbecken? Weiterhin informieren wir Sie über die geforderte Technik, ohne die ein erfolgreiches Unterwasserleben nicht möglich ist.

Schritt 1: Standort des Aquariums

 

Das Aquarium sollte weder direkter Sonneneinstrahlung noch viel Tageslicht ausgesetzt sein. Sonst kann es zur vermehrten Algenbildung kommen und das Wasser wird unnötig aufgeheizt. Daher ist ein gewisser Abstand zu Heizkörpern notwendig. Um das Aquarium säubern und die Fische füttern zu können muss nach oben ausreichend Platz eingehalten werden. Eine waagerechte Aufstellung auf einem erschütterungsfreien Bereich gewährleistet einen sicheren Stand. Außerdem muss eine Stromversorgung vorhanden sein. Nun können auch spezielle Formen, wie z.B. das Eck- oder Panorama-Aquarium in Erwägung gezogen werden.

Zu beachten gilt: Der Unterbau muss das Gesamtgewicht tragen können. Dazu gehören Wasser + Glasbecken + Aquarieneinrichtung + Technik.
Faustformel: Beckenvolumen x 1,8 = Gesamtgewicht in kg.

Schritt 2: Aquariengröße

 

Ab ca. 100 Litern haben die meisten Fischarten eine stabile Lebensbedingung. Der ökologische Kreislauf funktioniert und die Pflege hält sich in Grenzen. Bei kleineren Becken muss oft die Wasserqualität überprüft werden und sie erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit. Für Anfänger empfiehlt es sich daher, ein Aquarium zwischen 100 und 200 Litern anzuschaffen. Entscheiden Sie sich für ein Komplettset, bekommen Sie meist ein Becken, LED Beleuchtung, Filter, Heizer und den passenden Unterschrank. Das Juwel Becken gibt es in verschiedenen Ausfertigungen. Der Vorteil des Sets ist, dass alle Produkte aufeinander abgestimmt sind.

In der Regel werden Aquarien als 60cm, 80cm, 100cm oder 120cm lange Becken angeboten. Ein Standard-Aquarium hat meist 80cm Länge und somit die Maße 80x35x40 mit einem Volumen von 112 Litern. Generell gelten Aquarien bis 50l als Nano, bis 54l als kleine, bis 100l als medium und bis 240l als große Becken.

 

 

Schritt 3: Kalt oder Warm?

 

Das Kaltwasser-Aquarium

Der geringste Pflegeaufwand bietet das Kaltwasser-Aquarium. Auch ist keine Heizung zur Regulierung der Wassertemperatur nötig, wodurch geringere Kosten entstehen.
Die Bewohner stammen aus mittleren Klimazonen. Daher bieten sich z.B. kleine Goldfischarten oder Kardinalfische an. Diese sind eher unempfindlich und anpassungsfähiger als die Tiere des Warmwasser-Aquariums. Allerdings gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Fischen und Pflanzen zur Auswahl. Auch optisch kann man nicht auf die farbenprächtige Fülle des warmen und tropischen Lebensraums zurückgreifen.

 

Das Warmwasser-Aquarium

Der große Vorteil des Warmwasser-Aquariums ist die riesige und farbenvolle Auswahl an Pflanzen und Fischen. Mit Hilfe eines Thermostats und Heizstäben wird die warme Wassertemperatur gleichbleibend gehalten. Daher ist die Anschaffung etwas kostenintensiver. Der tropische Lebensraum wird mit Salmlern, Welsen und Buntbarschen bestückt. Im Vergleich zum Kaltwasser-Aquarium ist die Pflege aufwendiger. Wasserqualität und -temperatur müssen oft überprüft werden, damit die eher anfälligen Lebewesen gesund bleiben.

 

Schritt 4: Besonderheiten?

 

Das Süßwasser-Aquarium

Nicht nur die Temperatur, auch die Wasserart kann unterschieden werden. Für Anfänger wird häufig das Gesellschaftsaquarium mit warmen Süßwasser empfohlen. Hier leben viele friedfertige Tiere mit ähnlichen Haltungsvoraussetzungen. Im Gegensatz zum Salzwasseraquarium kann es mit wesentlich geringerem Aufwand betrieben werden. Das Süßwasser-Aquarium kann auch als Biotop eingerichtet werden. Hierbei wird ein in der freien Natur vorkommender Lebensraum so exakt wie möglich dargestellt. Beliebt sind Thematiken wie das Amazonas-Aquarium mit Welsen, das Felsenaquarium Tanganjikasee mit Buntbarschen oder ein Bachlauf-Aquarium mit hoher Strömungsgeschwindigkeit.
Die Wassertemperatur liegt in der Regel zwischen 24 und 26 Grad. Ein Thermometer sollte am Becken befestigt werden.

Technik

Für das Süßwasser-Aquarium reicht zunächst ein einfacher Topffilter. Der Filter ist einer der wichtigsten Techniken beim Aquarium. Bei Warmwasserfischen kommt ein Heizstab dazu. Falls du besondere Pflanzen hast, kann eine Co2-Anlage sinnvoll sein.

Zu beachten gilt: Der Filter hält das Wasser in Bewegung und säubert es von Bakterien und Schadstoffen. Der Innenfilter muss in das Becken eingesetzt werden und ist für Aquarien bis 80l zu empfehlen. Vorteile sind hierbei das leise Geräusch und der Preis. Allerdings hat der Innenfilter wenig Filtermaterial und muss alle 2 Wochen gereinigt werden.
Außenfilter dagegen haben ein großes Filtermaterial und bedürfen nur einer seltenen Reinigung. Dafür sind diese aber teurer. Außerdem hat der Außenfilter freiliegende Schläuche.
Egal für welchen Sie sich entscheiden – Der Filter muss 24h in Betrieb bleiben.

Beleuchtung

Eine ausreichende Beleuchtung ist enorm wichtig. Jedes Lebewesen in Ihrem Aquarium benötigt Licht, um zu existieren. Bei der Photosynthese bauen sich Schadstoffe im Wasser ab und Sauerstoff wird für die Fische produziert. Generell gilt es (unabhängig ob Süß- oder Salzwasser) den natürlichen Lebensraum der Aquarium-Bewohner so echt wie möglich nachzuahmen. Mit dimmbaren Lampen und Zeitschaltuhrenkann man die Leuchten morgens langsam aufdimmen. Mittags sollten sie dann die volle Intensität haben. Gegen Abend werden sie dann wieder abgedimmt und später ganz ausgeschaltet. Die Beleuchtung sollte insgesamt nicht länger als 14 Stunden täglich betragen.
Bei Süßwasser-Aquarien bieten sich LED- oder Halogenlampen an. Auch kommen HQI-Brenner und Leuchtstoffröhren in Frage. Diese werden beim Meerwasser-Aquarium gebraucht und daher weiter unten beschrieben.
LED Lampen sind langlebig und sind in der Entsorgung unbedenklich. Sie eignen sich besonders für kleine Aquarien bis zu einer Wassersäule von maximal 50cm. Außerdem weisen sie einen geringen Energiebedarf auf.
T5 (16mm) oder T8 (26mm dicke) Leuchtstofflampen sind längliche Röhren. Sie gehören zu den gängigsten Leuchtmittel. T5 Röhren sind moderner, schlanker und verbrauchen weniger Energie.

Pflege und Reinigung

Süßwasseraquarien benötigen alle 14 Tage einen 30%igen Teilwasserwechsel. Zum Düngen gibt es spezielle flüssige Mittel. Um die Scheiben von Algen sauber zu halten können Algenmagnete, spezieller Scheibenreiniger oder Algenschwämme verwendet werden. Mit einer Mulmglocke wird Kies gereinigt.

 

Aquarium

Aquarium

 

Das Meerwasser Aquarium

Bunte Korallen und eine Vielfalt an Tieren. Das Meerwasser-Aquarium ist ein Abbild des Ozeans. Die Zeit, die ein Aquarium benötigt bevor die die Fische einziehen können, ist beim Meerwasser etwas länger als beim Süßwasser-Aquarium. Diese Einlaufphase kann sich hierbei über mehrere Wochen hinziehen.

Technik

Beim Meerwasser-Aquarium kann der Aquaristiker mehr Technik benutzen als beim Süßwasser-Becken. Statt des Topffilters benötigt man einen Eiweißabschäumer. Weiterhin sind 1-2 Strömungspumpen und ein Heizstab notwendig. Gegebenenfalls auch eine Umkehr-Osmoseanlage, wenn Ihr Leitungswasser mit vielen Schadstoffen belastet ist.
Dosierpumpen für Spurenelemente, Messtechnik, Heiz- und Kühlanlagen, Zusatzfilteranlagen und Reinstwasserfilter werden gerne verwendet – stellen aber kein Muss dar.
Doch neben all der Technik ist der wirkliche Filter im Meerwasser-Aquarium das Lebendgestein. Dieses gestaltet rund um das natürliche Riff ein funktionierendes Ökosystem. Es stammt aus natürlichen Korallenriffen mit Bakterien, Microalgen, Schwämmen, Krebstieren und Würmern.

Beleuchtung

Bei Meerwasser-Aquarien gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. HQI-Lampen sind Halogen-Metalldampf-Lampen. Die recht kostenintensiven Lampen beinhalten ein Glasrohr, welches mit Quecksilberdampf gefüllt ist. Wenn Spannung entsteht wird ein äußerst intensives Licht abgegeben, welches der Sonne stark ähnelt. Besonders Korallen schätzen dieses Licht und ihre punktuelle Bestrahlung. Wer also Steinkorallen oder Riesenmuscheln erfolgreich halten will, kommt wohl um HQI-Lampen nicht herum. Generell gilt auf 60cm Beckentiefe kommt eine HQI-Lampe. Um eine Überhitzung zu vermeiden, sollte man die Lampen in Abständen von mindestens 30cm anbringen.

Wer keine Korallen halten möchte, entscheidet sich meist für Leuchtstoffröhren. Diese sind wesentlich günstiger und geben nicht so viel Wärme ab wie HQI-Lampen. Durch eine Kombination mehrerer Lichtspektren kann man den Tieren lebensraumnahe Bedingungen schaffen.  Versuchen Sie, die gesamte Beckenlänge und -breite mit den Lampen abzudecken. Zu beachten gilt hierbei, dass die Leuchtintensität der Leuchtstoffröhren bereits im ersten Jahr um 70% abnimmt. So verändern sich Intensität und Spektren. Es kann zur vermehrten Algenbildung führen. Die Lampen müssen daher regelmäßig ausgetauscht werden.

Da beide Varianten Vor- und Nachteile bringen, entscheiden sich viele Aquariums-Besitzer für eine Kombination der beiden Möglichkeiten mit zeitversetzter Nutzung.

Pflege und Reinigung

Die Pflege ähnelt der des Süßwasseraquariums. Viele Pflegeprodukte und Technikelemente sind sowohl für Süßwasser- als auch für Meerwasserbecken geeignet. Dem Meerwasser-Aquarium reichen einen monatlichen 10%igen Teilwasserwechsel.

 

Das Nano – Aquarium

Das Nano-Aquarium unterscheidet sich besonders durch seine Größe von anderen Becken. Typischerweise haben sie ein Fassungsvermögen zwischen 12 und 54 Litern. Oft zeichnen sie sich durch eine Würfelform aus. In Nano-Aquarien sollte man nur sehr kleine Bewohner halten. Hierbei bieten sich Zwerggarnelen, Schnecken und Zwerg-Flusskrebse an. Fische sollten nicht in einem Becken mit weniger als 54l Volumen gehalten werden. Aufgrund der kleinen Größe und geringer Wassermenge sind Nano-Aquarien anfälliger für Störungen. Daher muss man das Wasser wesentlich öfter überprüfen.

 

Schritt 5: Einkaufsliste mit Utensilien

 

Hat man sich nun über die verschiedenen Möglichkeiten informiert, sollte man sich in einem Fachgeschäft beraten lassen. Sagen Sie dem Fachpersonal, wofür Sie sich in der oben genannten Auswahl entschieden haben.
Für ein erfolgreiches Aquariums-Leben sollten folgende Dinge eingekauft werden:

□             Becken

□             Filter (z.B. Innenfilter oder Außenfilter), Belüfter

□             Beleuchtung inkl. Abdeckung

□             Bodengrund (z.B. Kies) mit evtl. Bodengrunddünger

□             Dekomaterialien (z.B. Steine, Wurzeln)

□             Wasserpflanzen

□             Mulmabsauger, Schlauch für den Wasserwechsel

□             Wasserpflegemittel, Wassertests

□             Futter, Käscher

□             (Thermometer und Heizstab)

 

Fische benötigen Sie erst später, wenn das Aquarium eingerichtet und das Wasser perfekt vorbereitet ist.

 

Empfehlung: Schaffen Sie sich Ihr erstes Aquarium an, sind Komplettsets von führenden Markenherstellern geeignet. Diese enthalten nicht nur das Becken, sondern auch die gesamte grundsätzliche Ausstattung. Hier passen alle Elemente garantiert zusammen und sind aufeinander abgestimmt.

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